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Wäre Antidepressiva etwas für mich?

G

Gelöscht 117185

Gast
Hallo,
vielleicht kann mir jemand, der Erfahrung damit hat, sagen, ob man mir eventuell Medikamente verschreiben würde, wenn ich ich mit einem Therapeuten reden würde.

Also ich bin 25 Jahre und habe keinerlei soziale Kontakte. Ich mache meinen Master und das einzige was ich habe ist Fernsehen und lernen. Ich finde mich widerlich und ich esse den ganzen Tag. Nüchtern betrachtet bin ich nicht richtig fett, aber ich fühle mich sehr unwohl. Ich war als ich jünger war Magersüchtig, sprich meine Beziehung zu Essen ist eigen. Ich war vor zwei Jahren dünner als jetzt, aber selbst da fand ich mich innerlich und äußerlich unausstehlich. Sogar meinen Text hier finde ich so dumm und denke mir, wieso kannst du nicht besser formulieren. Ich finde mich so dumm und alles was ich tue ist minderwertig. Früher war das nicht so krass, aber dann ist meine Mama an Krebs erkrankt und innerhalb eines Jahres gestorben. Sie hatte das volle Programm und das was sie durchmachen musste, ist/war herzzerreißend. Ich vermisse sie so sehr und wünschte, dass ich gestorben wäre anstelle von ihr. Dann hätte sie jetzt mit ihrer ersten Enkelin ( Tochter meiner Schwester ), die paar Monate nach ihrem Tod geboren wurde, Zeit verbringen können. Aber nichts bringt sie zurück. Ich lebe jetzt mit meinem Vater und Bruder alleine. Mein Vater ist jemand, der auch keinerlei soziale Kontakte hat. Er hat meine Mama ziemlich kaputt gemacht. Seit ich denken kann, waren es Dinge wie.. „wegen euch muss ich arbeiten gehen ihr Nichtsnutze“ , „hätte ich euch lieber abtreiben lassen“.. er hatte z.B. einmal meine Mama verprügelt, weil sie Geld für meinen Schulausflug wollte.. mein Bruder durfte in seiner Kindheit nichtmal in die Jugendherberge.. er hatte sogar meine Mama mal als Krebs bezeichnet als sie noch gesund war. Er hat ihr Geld was sie verdient hat immer weggenommen. Und das sind nicht mal die krassen Sachen. Ich sage das nicht, weil es meine Mutter ist, aber sie war wie ein Engel. So altruistisch und noch Kind im Herzen gewesen... leider ist sie jetzt weg.

Jetzt lebe ich mit ihm und meinem Bruder zusammen. Mein Bruder hat nicht viel aus seinem Leben gemacht und ist sehr verbittert. Ich habe nicht viel mit ihm zu tun, aber ich glaube er fühlt sich wie ich nur 100 mal schlimmer. Er musste schließlich viel mehr durchmachen, weil er das erste Kind war.

Wenn ich meinen Vater sehe oder mit ihm spreche, dann habe ich immer Schuldgefühle, keine Ahnung warum, aber er sagt jeden Tag wie beschissen sein Leben ist und ich fühle mich dafür verantwortlich. Ich koche jeden Tag für den, weil der mir leid tut und so alt ist, obwohl der das alles nicht verdient. Keiner von seinen Kindern kann ihn leiden. Er sucht immer Streit und ist voller Hass. Wir sind keine perfekten Kinder, aber ich weiß auch nicht.

Und ich sitze hier allein in meinem Zimmer. Ich vermisse meine Mama. Habe so tiefe Schuldgefühle, weil ich ihr nicht oft gesagt habe, dass ich sie liebe. Ich empfinde die ganze Zelt Mitleid für meinen Vater.. ich hasse mich und bin so ekelhaft.
Ich bin zwar einsam, aber ich habe jegliche Lust an Freunden oder einem Partners verloren, obwohl selbst wenn ich Bock drauf hätte sowieso niemand etwas mit mir zutun haben wollen würde. Ich habe sowieso irgendwie eine Abneigung gegen Männer entwickelt, ich weiß nicht. Ich dachte immer ich würde eines Tages einen Partner finden, aber ich sehe nichts mehr, wenn ich in die Zukunft blicke. Ich möchte sowieso nicht alt werden... Und ich wüsste auch nicht, ob ich es meinem zukünftigen ungeborenen Kind antun sollte , in so eine Welt gesetzt zu werden.

Ich weiß eh nicht was der Sinn des Lebens sein soll. Ich glaube an garnichts mehr. Ich wünschte es würde einen Gott geben, dann könnte ich sagen, okay das alles hätte einen tieferen Sinn und meine Mama ist noch irgendwo. Aber alles ist so sinnlos.
 

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_Alpha_

Aktives Mitglied
Hallo und Willkommen.
Ich habe deinen Text mal etwas in - meiner Meinung nach elementare - Fetzen aufgeteilt.

keinerlei soziale Kontakte
Stört dich das?
Ich finde mich widerlich
Kannst du begründen, warum? Weißt du, seit wann das so ist?
esse den ganzen Tag
Ich war als ich jünger war Magersüchtig
Das sind zwei sehr konträre Verhaltensweisen was Essen betrifft, wann ist das umgeschlagen? Wie hast du die Magersucht besiegt? Wann ist das Ganze zu mehr Essen geworden?
Ich war vor zwei Jahren dünner als jetzt, aber selbst da fand ich mich innerlich und äußerlich unausstehlich.
Das hört sich eher so an, als wäre der "ursprungsauslöser" der Magersucht noch in dir, nämlich dein Selbstbewusstsein.
Ich finde mich so dumm und alles was ich tue ist minderwertig
s.o.
dann ist meine Mama an Krebs erkrankt und innerhalb eines Jahres gestorben
Das tut mir leid. Konntest du den angemessen Trauern?
Ich vermisse sie so sehr
Verständlich
Und ich sitze hier allein in meinem Zimmer. Ich vermisse meine Mama. Habe so tiefe Schuldgefühle, weil ich ihr nicht oft gesagt habe, dass ich sie liebe. Ich empfinde die ganze Zelt Mitleid für meinen Vater.. ich hasse mich und bin so ekelhaft.
Wegen der Schuldgefühle, wegen dem Mitleid für deinen Vater oder beides? Ich bin mir sicher, sie wusste dass du sie liebst :)
irgendwie eine Abneigung gegen Männer entwickelt
Kannst du einen konkreten Auslöser erkennen?
aber ich sehe nichts mehr, wenn ich in die Zukunft blicke. Ich möchte sowieso nicht alt werden...
Aber alles ist so sinnlos.
Ich denke nicht, dass dir die alleinige Gabe von Psychostimulanzien hilft. Diese sollten wenn begleitend zu einer Therapie verabreicht werden. Ein Therapeut wird dir keine Medikamente verschreiben (das darf er gar nicht, es sei denn er ist gleichzeitig Psychiater), das macht wenn ein Psychiater. Psychopharmaka lösen deine Probleme allerdings nicht.
Deine Idee, mit einem Psychiater/Therapeut zu sprechen halte ich dennoch für sehr sinnvoll; Diese Fachpersonen können am besten entscheiden, was dir helfen kann. Üblicherweise werden Medikamente begleitend zur Therapie eingesetzt. Es geht aber auch ganz ohne Medikamente.
Du scheinst einiges an Gepäck zu haben und eine professionelle Aufarbeitung wird dir sicher gut tun. Du kannst dich bspw. an deinen Hausarzt wenden, um einen Therapeuten/Psychiater zu finden.

Alles Gute.
 

Petra47137

Sehr aktives Mitglied
...............Du brauchst mehr wie Antidepressiva - zunächst einen Therapeuten, der Dir hilft, die Vergangenheit gegenwärtig soweit zu verarbeiten, das sie keinen Einfluß mehr auf Dein Leben und Deine Zukunft hat.
Eine Art von Befreiung, die Du noch nie erlebt hast, aber erleben kannst, wenn Du gelernt hast, alles abzuwerfen, was Dich belastet, um unbeschwert ein ganz neues Lebensgefühl für Dich zu entdecken.
Dann willst Du Leben - weil eine innere Freiheit Dir soviele positive Welten eröffnet, das Du gierig bist mehr und mehr zu erleben.
Du sagst - unmöglich - Nein, alles ist möglich, wenn man nach den richtigen Möglichkeiten sucht und sie ergreift.
 

DarkRose

Aktives Mitglied
Hi,

erstmal ganz wichtig für Dich !!!! :

Deine Mutter wusste zu jeder Zeit Deiner Liebe zu ihr, egal wie oft oder wenig Du es gesagt hast!!!

Nicht Du hast es entschieden, geboren zu werden, sondern Deine Eltern, somit auch DEIN VATER .... (ich kenne diese Schuldgefühle und muss mir diesen Satz immer noch täglich vor Augen halten)

Weil ER mit seinem Leben nicht klar kommt, ist es leichter für ihn, anderen die Schuld zu geben, statt mal über sich nachzudenken...

Selbst das Du hier geschrieben hast, lösen Schuldgefühle bei Dir aus .... aber es ist vollkommen ok ... Du darfst an Dich selber denken und bist nicht für Deinen Vater verantwortlich!!

Es ist überhaupt nicht dumm oder sonst irgendwas , was Du hier schreibst ... diese Worte kommen aus Deinem Herzen ... Worte, welche Du lieber schluckst, als diese auszusprechen....

Es ist völlig ok, erlaube es Dir .... sorry, dies musste ICH z.B. erstmal an Dir loswerden, so wichtig erscheint es mir ....

...wie oben schon erwähnt: eine Therapie wäre wichtig für Dich ...Antidepressiva unterstützen, heilen aber nicht von heut auf morgen...
 
Zuletzt bearbeitet:

Binchy

Aktives Mitglied
Hallo Fallender Regentropfen, willkommen hier.

Wie meine VorrednerInnen schon geschrieben haben: das Beste wäre, eine Therapie zu machen und das mal aufzuarbeiten.

Du hast einen traurigen Verlust erlitten, Du hast einen hasserfüllten Vater, der mit sich und der Welt nicht klar kommt und das an Euch rauslässt. Leider gibt es viele unfähige Eltern, die nie hätten Kinder kriegen sollen, weil sie nicht in der Lage sind, ihnen Wärme und Geborgenheit zu geben (die sie vermutlich selbst nie hatten).

Du bist nicht für Deinen Vater verantwortlich und seine Gefühle und es gibt keine perfekten Menschen - weder Kinder noch Eltern.
Du tust sehr viel für ihn und hast Mitleid mit ihm, aber Du solltest in erster Linie Mitleid mit Dir haben und Dich auch liebevoll behandeln und nicht so negativ über Dich reden.

Du ertränkst Deine Probleme mit Essen und Fernsehen, das ist verständlich. Solange Du in dieser toxischen Umgebung mit Deinem Vater und Bruder lebst, wird es Dir schwerlich besser gehen. Sobald Du Deinen Master hast, würde ich gucken, ob Du ausziehen kannst, ein WG-Zimmer oder irgendwo hin.

Kümmere Dich um Dich, Dein Vater kann sich doch auch selbst versorgen oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöscht 86383

Gast
ADs sind per se nicht schlecht, aber als alleinige Therapie nicht das Gelbe vom Ei.
Ich hab über die Jahre fünf Mittel durch, vier SSRI, und ein sedierendes. Die haben alle geholfen, aber immer mit Nebenwirkungen. Gerade SSRIs können einen - insb. in jungen Jahren - unausgeglichen machen.....
Auch wenn der Winter gerade hart ist, ich will jetzt auch mal wieder ohne durch. In der Rückschau denke ich, dass ich damals teilweise etwas vorschnell war.

Wenn man meint, man braucht das Zeug, wird es einem eh schnell verschrieben. Es ist wahrlich keine Odyssee, das verschrieben zu bekommen. Übergangsweise machen das auch Hausärzte.
Und interesssanterweise scheint kaum jemand daran interessiert zu sein, wie lange man das nimmt. Hat man das einmal bekommen, sind weitere Rezepte ein Selbstläufer. Was nicht heißen muss, dass das Zeug immer angeraten ist. Man steht dann auch selbst in der Verantwortung, in sich hineinzuspüren, ob einem das AD noch nötig erscheint.

Ich würde die Option eher als theoretische Option im Hinterkopf behalten und erst mal etwas anderes probieren!
Es ist stets schwierger an einen Therapieplatz zu kommen, als an ADs, aber Therapie erscheint mir zielführender auf lange Sicht.
 

momo28

Moderator
Teammitglied
Was erwartest du von den Antidepressiva?
Was sollen sie bei dir bewirken?

Deine Kindheit war nicht berauschend, das ist einfach nur traurig. Und wie zuvor geschrieben wurde, es gibt Menschen, die sollten besser keine Kinder bekommen, aber darauf hat niemand Einfluss.

Du bist 25 und hast das Recht, ja sogar die Pflicht, dich um dich zu kümmern.
Dein Vater ist ein erwachsener Mann und hat sich entschieden so zu leben. Du musst das nicht mittragen.


Versuche eine Therapie zu machen. Suche nach einem Therapeuten. Sollte er der Meinung sein, dass eine Therapie derzeit alleine nicht ausreichend ist und du unterstützend Antidepressiva nehmen solltest, wird er das ausführlich mit dir besprechen.

Bitte sorge für dich.
 

joanaxx

Mitglied
Kann mich momo nur komplett anschließen!
Was sollen dir Antidepressiva bringen? Die Medikamente werden deine geistlichen Schmerzen nur betäuben und dir ein falsches Selbstbewusstsein geben.
 

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