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Vom Kommen und Gehen im Leben

Großstadtlegende

Aktives Mitglied
In letzter Zeit bin ich vermehrt in Plauderlaune (... und das ist meistens ein Zeichen dafür, dass es mir nicht gut geht).

Gerade fühle ich mich wieder sehr einsam, obwohl ich einen Partner habe und meine Eltern ja noch da sind. Aber ich vermisse die letzten Jahre. Und ich ärgere mich wieder, dass ich nicht schon früher Einsicht gezeigt habe.

Es ist in der letzten Zeit so viel passiert, dass es an mir nur noch vorbeizieht. Das Studium hat mein Leben verändert. Es war Segen, aber auch Fluch zugleich. Ich war, bevor das Studium anfing, in einer miserablen Zeit: Fachabitur geschafft, dann Anmeldefrist für die Hochschule verschoben, ein halbes Jahr perspektivlos gewesen, Einsamkeit, Depression - aber dann: die neue Chance. Neues Leben in einer neuen Stadt. Andere hatten Heimweh, ich hatte eher Fernweh. Angst hatte ich keine, zumindest hat sie mich nicht aufgehalten. Es war wunderschön. Es war so, als wäre mein Leben im Februar 2016 noch dem Suizid nahe gewesen und im März bereits wieder ein riesiger Blumenstrauß.

Ich habe mich in der neuen fremden Stadt sofort gut eingelebt. So, ein bisschen lost in paradise - aber ich habe an der Hochschule gleich Anschluss gefunden und war von meiner neu entdeckten Extrovertiertheit überrascht. Ich? Das schüchterne Mobbing-Opfer startet am ersten Veranstaltungstag schon eine Whats-App-Gruppe? Die wollen, dass ich Semesterspreche werde? Leute hängen richtig mit mir ab, interessieren sich für mich und laden mich sogar zu Partys ein? Moment, moment... das muss ich verarbeiten.

Ich habe viele Menschen kennengelernt und mit ein paar wenigen von ihnen ein paar Jahre mit verbracht - ich hatte zum ersten Mal, mit 22 Jahren, das Gefühl, dass ich irgendwo dazugehöre. Dass Menschen an mir interessiert sind. Dass sie meine Meinung zu etwas hören möchten. Dass sie mich um Rat fragen. Dass sie warten, bis ich ausgetrunken habe. Dass sie mich fragen, ob wir gemeinsam nach der Bibliothek etwas trinken wollen. Dass man mich - und da hast du es echt geschafft - fragt, ob ich beim Umziehen helfen kann.

Selbst einen Kumpel habe ich gefunden, mit dem ich meine Freizeit verbrachte. Ich dachte, Was-wäre-wenn-Spiele auf einem großen Rasen in der Innenstadt würde nur in Filmen stattfinden. Doch ich war mittendrin. Jedoch...

...da gab es etwas, was ich quasi glatt vergessen habe: das Studium. Oh. Ich habe ja gar nicht richtig gelernt. Wie lernt man eigentlich für 6 Klausuren, die auf dem Level einer Abitur-Abschlussprüfung sind? Wie das ist normal, dass man es verpennt hat? Egal, den anderen geht's auch nicht anders.

Das ging etwa 3 oder 4 Semester lang so. Aber dann kam die Schwärze. Man liegt abends im Bett und realisiert: du bist hier zum Studieren, nicht zum Leben. All das, was du hier tust, ist nur ein Nebeneffekt. Diese Leute um dich herum kümmern sich um ihre Zukunft, nicht um dich. Und plötzlich wird dir klar: du bist eigentlich total allein.

Plötzlich waren alle weg. Einer nach dem anderen. Kommilitonen, mit denen man viele wichtige Momente verbrachte verschwanden einfach. Aus den Augen, aus dem Sinn. Oder sie waren physisch da, aber man hatte keine Verbindung mehr. Auf einmal. Man ist durch Freuden, durch Aufregung, durch das gemeinsame Leiden, durch das gemeinsame Aufmuntern und durch gemeinsame Probleme gegangen. Man hat sich jeden Tag gesehen. Sie gehörten zu deinem Alltag. All das ist vergessen. Ohne, dass du es merkst. Einfach weg, als hätten die nie existiert. In Erinnerung bleiben sie nur, weil du sie ab und zu mal in den Sozialen Netzwerken herumgeistern siehst. Und dann fragst du dich, ob du diese Person eigentlich jemals gekannt hast.

Letztendlich realisiert man, dass man sich eigentlich nur etwas vorgemacht hat. Dass da nie etwas Tiefgründiges war. Man ist einfach zufällig denselben Weg gegangen. Man hat sich nie etwas bedeutet. Es tut manchmal echt weh, wenn man zufällig auf einem leeren Hof auf eine Person trifft, die mal eine zeitlang zu deiner festen Gruppe gehört hat und jetzt sich so kalt und distanziert anfühlt.

Als die Online-Veranstaltungen wegen Corona anfingen, habe ich niemanden mehr gesehen.

Ab und zu kommen mir so Flashbacks von früher. Man hat so viel in so kurzer Zeit erlebt, dass das Gehirn sich nicht mal alles merken kann. Wie wir dort auf dem Balkon deiner Wohnung saßen und uns über Blödsinniges und auch Privates unterhalten haben, wo ich dir gesagt habe, dass es mir total schlecht ginge - und dachte, das sei das Schlimmste ever. Aber dann ging alles nochmal gut.

Und viel später sieht man sich ein letztes Mal, flüchtig:

"Ach, du bist ja auch noch hier... wie geht's dir? Ich gehe noch kurz bei Herrn Maier vorbei, muss ihm was abgeben. Ich ziehe wieder zurück in die Heimatstadt. War schön, dich kennengelernt zu haben. Pass auf dich auf, ciau..."

Und jedes Mal ist es ein Abschied, der wehtut, weil du willst, dass alles so bleibt, wie es einmal war, weil man Angst hat, dass man solche Momente nie wieder haben wird. Aber diese Leute haben alle ihr eigenes Leben. Am Ende bleibst du wieder alleine zurück, als wäre nichts gewesen. Wie damals Februar 2016.
 
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Sternstunde

Mitglied
Hallo Du,
die Stimmung geht mir gerade unter die Haut.
In meinen Gedanken höre ich gerade Gitarre und eine sehnsuchtvolle Stimme, die singt:

"Just tonight I stood before the tavern
Nothing seemed the way it used to be
In the glass I saw a strange reflection
Was that lonely woman really me

Those were the days my friend
We thought they'd never end
We'd sing and dance forever and a day
We'd live the life we choose
We'd fight and never lose
Those were the days, oh yes those were the days"

(Eine Freundin sang eine eine umgedichtete Version gerne auf Rollenspieltreffen und wir saßen alle da mit feuchten Augen.)

Es liest sich, als hättest Du mit 22 einen wundervollen Traum erlebt und ihn staunend und mit vollen Zügen genossen. Und dann... ist er vorbei gegangen und nun fühlt es sich an, als stündest Du wieder am Anfang.
Wobei ich mich, da wir uns noch nicht kennen, frage, ob Du Deinen Partner damals auch schon kanntest und mit ihm zusammen warst.
In jedem Fall kann ich die Melancholie gut nachfühlen.

Viele Grüße,
Julia, die gerne an die Zeit in der Großstadt zurückdenkt und zugleich froh ist, mittlerweile in ihrem kleinen Dorf zu wohnen
 

dreampudelchen

Aktives Mitglied
Oh, kommt mir das teilweise bekannt vor, was du schreibst! Mit dem Studium in einer neuen Stadt beginnt etwas völlig neues. Neue Menschen, neues Umfeld, ... Egal wer man ist, man legt quasi eine Art Neustart hin, die Karten werden neu gemischt. So wars für mich und es liest sich so, als wärs für dich auch so gewesen.

Und so wie du es beschreibst, hat dir das Studentenleben vor Corona total gut getan und war genau das Richtige. Du klingst ganz überrascht darüber, was für ein Mensch du plötzlich warst. Surprise surprise - da siehst du mal, was in dir steckt und auch, wie gut du bei anderen ankommst! Freu dich über diese Erfahrung.

Was ist denn aus deinem Kumpel geworden, mit dem du da was unternommen hast? Ist da noch Kontakt?

Corona ist halt Mist und hat erstmal alles auf Null gesetzt. Man konnte sich ja nirgends mehr treffen, das Studium lief nur von daheim aus und da wurde grundsätzlich viel auseinandergerissen. Und wenn man dann darüber nachdenkt, wie schön die Studentenzeit vor Corona war, die Gemeinschaft, die vielen Unternehmungen und der Zusammenhalt, da kann man sich dann plötzlich schon extrem einsam fühlen. Ich glaube, da geht es mehreren Leuten so wie dir.

Man lernt im Studium so viele Leute kennen, aber es bleiben nur wenige und die meisten gehen einfach nur ein Stück weit mit auf deinem Weg. Das Studium ist nur eine Station im Leben. Danach ziehen die meisten weiter (du auch) in andere Städte und die Interessen ändern sich. (Wars in der Schule zuvor nicht genauso?)
Aber dann kommt die nächste Station und du lernst wieder neue Leute kennen. Und irgendwann und irgendwo begegnest du dann auch Menschen, die bleiben und richtige Freunde werden.

Die Freundschaften die ich während dem Studium hatte, haben alle nicht gehalten. Ich hatte es leider so befürchtet, aber dass es wirklich so kam, tat trotzdem weh. Ich fand die Gemeinschaft in der ich mich da befand toll, das hätte ewig so weiter gehen können, aber die meisten fokusierten sich auf das Leben nach dem Studium und ihren ersten Job.
 

Doratio

Aktives Mitglied
Nach dem Studium steht vielleicht ein neuer Ortswechsel an. Die bisherigen Freundschaften werden ihre eigenen Wege gehen.
Das positive an deiner Geschichte ist jedoch, dass du jetzt schon weißt, das du auch in einer anderen Umgebung in der Lage bist neue Bekanntschaften zu knüpfen.
Corona hat unser aller Leben sehr stark verändert.
Ich sehe dabei aber auch die Chancen. Man hat verstärkt Zeit alleine verbracht, was vielleicht auch einen anderen Blick auf das eigene ich ermöglicht hat.
 

Bücherpuppe

Aktives Mitglied
So ist es häufig und so wird es auch weitergehen, dass Menschen dich ein Stück weit begleiten und dann wieder aus deinem Leben treten.
Manche bleiben.

Ich glaube daran, dass das ein normaler Prozess ist.

Früher war ich mit einer Freundin immer in der gleichen Disco. 10 Jahre später wollte sie dort unbedingt nochmal mit mir dahin. Ich habe ihr gesagt, sie soll nichts erwarten.
Sie war enttäuscht, weil es so anders war als früher und sie hat die alten Zeiten vermisst.

Diese alten Zeiten, dass sind Momente, die man nicht zurück holen kann, aber das sind die Geschichten, die wir geschrieben haben und von denen wir erzählen können, schöne Momente, an die wir uns erinnern können.

Es ist schön, dass du Kontakte knüpfen kannst.
Du kannst es.
Du wirst noch einigen Menschen begegnen, die einen werden gehen und die anderen werden bleiben.
 

LW84

Aktives Mitglied
Ich habe viele Menschen kennengelernt und mit ein paar wenigen von ihnen ein paar Jahre mit verbracht - ich hatte zum ersten Mal, mit 22 Jahren, das Gefühl, dass ich irgendwo dazugehöre. Dass Menschen an mir interessiert sind. Dass sie meine Meinung zu etwas hören möchten. Dass sie mich um Rat fragen. Dass sie warten, bis ich ausgetrunken habe. Dass sie mich fragen, ob wir gemeinsam nach der Bibliothek etwas trinken wollen. Dass man mich - und da hast du es echt geschafft - fragt, ob ich beim Umziehen helfen kann.
Hätte es nicht besser formulieren können. War jedoch glaube ich schon 26, in der vorherigen Ausbildung war es aber eine ähnliche Situation. Das wirklich neue Leben nach Jahren des Mobbings, des Verlorenseins in der Provinz und wenig förderlichen Familienverhältnissen war dann aber das Studium in einer größeren Stadt.

Für mich war es wie Therapie. Zeitweise fühlte es sich an wie Weihnachten, Geburtstag und Silvester zusammen. Für Menschen ohne solche Hintergründe wohl kaum nachvollziehbar. Zum ersten Mal ein relativ "normales" Leben mit Menschen, die meine Interessen teilen und Interesse an mir zeigen. Trotz der positiven Umstände war ich rückblickend zwar noch sehr von der Vergangenheit geprägt und mein Verhalten war nicht wirklich stabil. Dennoch konnte ich Anschluss finden und das war großartig. Ich bin sogar in einem Studiengang verblieben, bei dem eigentlich schon während des Praxissemesters klar war, dass das vielleicht aus anderen Gründen nicht optimal sein könnte.

Plötzlich waren alle weg. Einer nach dem anderen. Kommilitonen, mit denen man viele wichtige Momente verbrachte verschwanden einfach. Aus den Augen, aus dem Sinn. Oder sie waren physisch da, aber man hatte keine Verbindung mehr. Auf einmal.
Das war auch für mich eine sehr schmerzhafte Erkenntnis. Die neuen Freundschaften, so zumindest mein Empfinden, waren offenbar doch keine. Die einsame Vergangenheit hatte mich schnell wieder eingeholt. Auch das berühmte Ghosting blieb nicht aus. Schlussendlich selbst mit einem Kontakt, der noch Jahre nach dem Studium und nach mehreren Umzügen regelmäßig bestanden hat. Eigentlich war es der einzige, bei allen anderen war schnell klar, dass das keinen Bestand haben wird. Aus den Augen, aus dem Sinn. Wobei hier und da noch überraschende Nachrichten aufgetaucht sind, jedoch eher oberflächlicher Natur.

Letztendlich realisiert man, dass man sich eigentlich nur etwas vorgemacht hat. Dass da nie etwas Tiefgründiges war. Man ist einfach zufällig denselben Weg gegangen. Man hat sich nie etwas bedeutet.
Wahrscheinlich ist das so. Traurig, aber wahr. Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, dass das in der Generation meiner Eltern irgendwie anders war. Da gibt es Kontakte, die über Jahrzehnte existieren und auch nicht einfach aufgegeben wurden, nur weil sich die Lebenswege anders entwickelt haben. Von einer älteren Kollegin habe ich am früheren Arbeitsplatz mitbekommen, dass sie sich noch Jahrzehnte nach dem Studium einmal im Jahr irgendwo treffen. Die Bindungen erscheinen mir fester und verbindlicher, obwohl diese Generation weniger online vernetzt und auf Social Media aktiv ist. Oder vielleicht gerade deshalb?

Und jedes Mal ist es ein Abschied, der wehtut, weil du willst, dass alles so bleibt, wie es einmal war, weil man Angst hat, dass man solche Momente nie wieder haben wird.
Die Angst kommt mir bekannt vor. Einerseits kann ich behaupten, dass sich über die Arbeit noch so mancher Kontakt ergeben hat. Anderseits ist mir aufgrund mehrere Umzüge nach dem Studium der Aufbau eines wirklich stabilen Soziallebens bislang immer noch nicht geglückt. Und die schmerzhaften Erfahrungen wiederholen sich: Einige der neueren Kontakte sind auch schon wieder eingeschlafen oder wurden einseitig beendet, weil man eben mittlerweile 800 Kilometer entfernt voneinander wohnt und - in meinem Fall unfreiwillig - beruflich andere Wege eingeschlagen hat. Bei mir ist die ganze Situation mittlerweile eine psychosoziale Thematik.
 

dreampudelchen

Aktives Mitglied
Von einer älteren Kollegin habe ich am früheren Arbeitsplatz mitbekommen, dass sie sich noch Jahrzehnte nach dem Studium einmal im Jahr irgendwo treffen. Die Bindungen erscheinen mir fester und verbindlicher, obwohl diese Generation weniger online vernetzt und auf Social Media aktiv ist. Oder vielleicht gerade deshalb?
Diese Art Jahrestreffen gibts bei mir auch - ich geh aber nie hin. Meist kommen Leute die zu Schul- oder Studienzeiten nix mit mir zu tun haben wollten. Was soll ich dann Jahre später so tun, als ob wir dickste Freunde gewesen wären? Nicht falsch verstehen, ich versteh auch, dass viele diese Treffen toll finden. Aber als fest oder verbindlich würde ich das nicht bezeichnen, wenn man sich einmal im Jahr sieht und sonst keinen Anteil am Leben der anderen nimmt.

Und die schmerzhaften Erfahrungen wiederholen sich: Einige der neueren Kontakte sind auch schon wieder eingeschlafen oder wurden einseitig beendet, weil man eben mittlerweile 800 Kilometer entfernt voneinander wohnt und - in meinem Fall unfreiwillig - beruflich andere Wege eingeschlagen hat. Bei mir ist die ganze Situation mittlerweile eine psychosoziale Thematik.
Was ich mich manchmal frage ist, ob so mancher Kontakt oder so manche Freundschaft erhalten geblieben wäre, wenn ich mich mehr darum bemüht hätte. Oder natürlich auch umgekehrt, wenn sich die/der andere mehr drum bemüht hätte. Oder ob ich vielleicht nur einen Anruf, ein Treffen davon entfernt bin, eine alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen.
Egal, wie sich die Lebensumstände ändern, oder wie weit man entfernt ist, irgendwo sollte doch immer die Zeit bleiben, Kontakt zu jemanden zu halten, der einem wichtig ist.
Wenn ich jetzt umziehen müsste, wüsste ich gleich ein paar Freundschaften, die nicht halten würden, weil diese Freunde irgendwie nicht über den Stadtrand hinaus sehen können (mal etwas übertrieben ausgedrückt). Das es sowas gibt, musste ich direkt nach dem Abi erstmal lernen. Ich lebte nur 45 km weit weg, kam am Wochenende heim, aber für die die dageblieben sind, gehörte ich trotzdem nicht mehr richtig dazu.
Andererseits lebt ein Freund von mir 400 km weit weg - wir leben komplett unterschiedliche Leben, haben ganz andere Prioritäten und diskutieren oft doch sehr emotional. Aber die Freundschaft hält nun schon seit über 20 Jahren.
 

LW84

Aktives Mitglied
Diese Art Jahrestreffen gibts bei mir auch - ich geh aber nie hin. Meist kommen Leute die zu Schul- oder Studienzeiten nix mit mir zu tun haben wollten. Was soll ich dann Jahre später so tun, als ob wir dickste Freunde gewesen wären? Nicht falsch verstehen, ich versteh auch, dass viele diese Treffen toll finden. Aber als fest oder verbindlich würde ich das nicht bezeichnen, wenn man sich einmal im Jahr sieht und sonst keinen Anteil am Leben der anderen nimmt.
Verständlich, aber das sind andere Treffen. Wohl nur eine kleine "Mädelsgruppe", nicht der komplette Jahrgang.

Was ich mich manchmal frage ist, ob so mancher Kontakt oder so manche Freundschaft erhalten geblieben wäre, wenn ich mich mehr darum bemüht hätte. Oder natürlich auch umgekehrt, wenn sich die/der andere mehr drum bemüht hätte. Oder ob ich vielleicht nur einen Anruf, ein Treffen davon entfernt bin, eine alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen.
Es ist eben immer eine Frage, die sich nicht alleine lösen lässt. Ich habe mich zum Beispiel bei den erwähnten Studienkontakten teils länger bemüht, den Kontakt durch regelmäßige Nachrichten etc. nicht einschlafen zu lassen. Wenn dann aber von der Gegenseite irgendwann gar nichts mehr kommt, ist das auch eine Antwort. Zugegeben, im Studium, als es mir zeitweise für meine Verhältnisse sehr gut ging, habe ich mich anderen gegenüber vielleicht manchmal ähnlich verhalten. Wobei ich so eine Art Grundkontakt nie aufgegeben habe. Es ist für mich auch selbstverständlich, dass ich Menschen, die etwa in meine Stadt ziehen und die ich gut kenne, anbiete, beim Umzug zu helfen. Andere sehen das umgekehrt offenbar nicht so und dann stellt sich mir schon die Frage, was das für ein Kontakt sein soll.
 

dreampudelchen

Aktives Mitglied
Verständlich, aber das sind andere Treffen. Wohl nur eine kleine "Mädelsgruppe", nicht der komplette Jahrgang.
Ah, ok dann hab ich das falsch verstanden.

Es ist eben immer eine Frage, die sich nicht alleine lösen lässt. Ich habe mich zum Beispiel bei den erwähnten Studienkontakten teils länger bemüht, den Kontakt durch regelmäßige Nachrichten etc. nicht einschlafen zu lassen.
Das hab ich gemacht, als ich zum studieren in eine andere Stadt gezogen bin. Nur 45km und ab Freitagabend war ich immer wieder "zurück". Eigentlich hatte sich nix geändert, aber dadurch, dass ich weggezogen bin, wurde ich beim Pläneschmieden fürs Wochenende - das unter der Woche stattfand - "vergessen" von den ehemaligen Schulfreunden. Bis ich das gecheckt hab, hatte ich dann aber schon Anschluss in der neuen Stadt gefunden.

Es ist für mich auch selbstverständlich, dass ich Menschen, die etwa in meine Stadt ziehen und die ich gut kenne, anbiete, beim Umzug zu helfen.
Andere sehen das umgekehrt offenbar nicht so und dann stellt sich mir schon die Frage, was das für ein Kontakt sein soll.
(y) mach ich auch so, mir macht das einfach Spaß.
Aber ich selbst frag selten, ob mir jemand hilft, weil dann irgendwie meist wenig zurückkommt und ich mir die Enttäuschung ersparen will.
 

Großstadtlegende

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Es liest sich, als hättest Du mit 22 einen wundervollen Traum erlebt und ihn staunend und mit vollen Zügen genossen. Und dann... ist er vorbei gegangen und nun fühlt es sich an, als stündest Du wieder am Anfang.
Wobei ich mich, da wir uns noch nicht kennen, frage, ob Du Deinen Partner damals auch schon kanntest und mit ihm zusammen warst.
In jedem Fall kann ich die Melancholie gut nachfühlen.

Viele Grüße,
Julia, die gerne an die Zeit in der Großstadt zurückdenkt und zugleich froh ist, mittlerweile in ihrem kleinen Dorf zu wohnen
Dankeschön, du hast mir echt geholfen, um etwas herunterzukommen. Hatte wohl nur eine Melancholie-Stimmung, die manchmal kommt.

Meinen Partner habe ich erst ca. 2 Jahre später kennengelernt, wobei es am Anfang nur lose war und sich dann nach und nach intensiviert hat. Da war der anfängliche Verbund mit den anderen aber schon vorbei. Man ist weniger rausgegangen und hat sich mehr um sich selbst gekümmert.
 

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