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Vom Glück erschlagen?

patt

Neues Mitglied
Vom Glück erschlagen?

Ich habe vor 15 Jahren die Frau fürs Leben gefunden. Verliebt, zusammen gezogen, und schon in den ersten Monaten „schwere Zeiten“ durchgemacht. Diese bewältigt, und damit
einen super Start in eine perfekte Beziehung gehabt.
Nachdem ich Jahre brauchte um den Reinfall mit meiner ersten Ehe zu verarbeiten, haben wir vor 10 Jahren geheiratet, Nachwuchs bekommen, und vor einem Jahr ein Haus gekauft.
Wir waren immer einer Meinung, hatten nie ernsthaft Streit, und vertrauen uns blind.
Ein wunderbarer Junge, und ein großer Sohn aus der ersten Ehe machen eigentlich alles
perfekt. Im vergangenen Jahr beschlossen wir parallel zum Hauskauf unsere körperlichen
Nachlässigkeiten auszubaden, und haben jeder so ca. 20 kg bis jetzt abgenommen.
Auch diese Bestätigung gibt einem ja ein gewisses Gefühl von Glück.
Jobtechnisch bin ich halt sehr eingespannt, und 70 Stunden/ Woche sind eher die Regel.
Dann mach ich halt noch `nen Nebenjob, und ein Hobby hab ich auch, jedoch war der Stress
nie als Anlass für Probleme zu sehen.
Auch der Hauskauf, sowie die stressige Zeit mit den Umbauten, und Renovierungen war erträglich. Jedoch spürte ich, wie sich Fragen im mein Leben schlichen, die ich nicht beantworten konnte. Als ich merkte das es ein Schema gibt, hab ich mich durchs Netz gelesen, und bin schnell auf die Midlife - Krise gestoßen. Man beerdigt Freunde, verliert
Perspektiven, und stellt alles in Frage. Ich habe in vielen Sachen keinen Sinn mehr sehen
können. Obwohl ich in den letzten zwei Jahren ein paar Freunde gefunden habe, habe ich niemanden zum reden gehabt.
Dann kam Glück Nummer zwei!
Eine Frau aus meinem Freundeskreis. Wir kannten uns schon ein Jahr, und sie war immer ein
guter Kumpel. Wir konnten über alles reden, haben stundenlang telefoniert, und wohl beide
relativ schnell gemerkt, dass wir sehr viel von dem anderen halten.
Ich habe vor ein paar Jahren angefangen mir einen Plan für mein Leben zu machen.
Nichts großes. Ich wollte einfach nur Stolz, aufrichtig, und zu Jedermann ehrlich durch mein Leben gehen. Das hatte zur Folge, dass ich mich von Personen trennte, und auch in der
Firma bzw. sogar in der Familie als A******* durchging.
Und nun begann ich mich selbst, meine Frau, die noch heute alles für mich tut, und alle die mich mögen zu belügen und zu verraten.
Ich liebte sie, und habe es ihr gesagt. Wir wehrten uns beide gegen unsere Gefühle, und verloren. Wir hatten eine Beziehung unter absolut verschärften Bedingungen.
Unsere Familien kennen sich, unser Freundeskreis durfte nichts wissen, und ausser uns gab es
nur zwei weitere Eingeweihte. Es war extrem! Ein reines Versteckspiel, und absolutes Gift
für unsere Liebe. Und dass schlimmste; wir haben beide gegen unsere Grundsätze gehandelt.
Dreimal haben wir versucht voneinander loszukommen, und sind gescheitert. Beim vierten
Versuch hat es zumindest für sie geklappt.
Vom Anfang an habe ich gemerkt, wie mich diese Situation zerreißt. Ich betrüge die Frau, die
mich liebt (und für die ich natürlich auch noch etwas empfinde), und spiele mit dem Gedanken meinem Sohn den Vater zu nehmen. Ebenso unerträglich war es für meine Freundin, deren Familie ebenso zerrüttet war, und die ja auch meine Familie kennt.
Wir wollten keinem etwas schlechtes, nur das bisschen Glück, das wir uns gegenseitig
geben konnten. Also eine Geschichte wie tausende.
Mich selbst verraten zu haben, meine Familie so zu betrügen, und den Menschen, für den ich mein Leben geben würde nun doch nicht an meiner Seite zu haben, hat mich dermaßen zerstört, dass ich kaum klar denken kann. Sie hat nun seit ein paar Wochen einen neuen, und damit dachte ich, könnten wir uns wieder in die Augen schauen. Ich liebe sie noch so sehr, dass ich ihr dieses neue Glück gönne. Ich hätte mein komplettes voriges Leben für sie aufgegeben, aber mit der Last wäre ihr Gewissen nicht klargekommen, und meins wohl auch nicht. Sie braucht sich jetzt nicht zu verstecken, und kann ihre Liebe leben.
Eigentlich alles super! Naja, bis auf die Depressionen, die seit dem ersten „Trennungsversuch“ immer stärker werdend habe. Der Konflikt zwischen meinem Glück, und meiner Verantwortung wurde immer stärker.
Und als ich von ihrem neuen Glück erfuhr, bin ich komplett zusammengebrochen.
Ich ging davon aus, dass wir uns trennen, weil wir uns lieben, und um unsere Familien
zu schützen. Ich war stark genug dies durchzustehen, weil ich dachte wir stünden auf einer Seite. Und dann das! Ich bekam Anti-Depries verschrieben, und habe erstmal 30 std. durchgeschlafen. Selbstmordgedanken, tiefe Depressionen und starke Stimmungsschwankungen folgten. Und weil ich mir einbildete, das ihr noch ein bisschen an mir liegen würde, und sie mir vielleicht helfen würde sprach ich mit ihr.
Sie will keinerlei Kontakt mehr, und hat sich komplett zurückgezogen.
Aber sie gibt mir nicht die Chance einen Abschluß zu finden. Ein kurzes Gespräch, Auge
in Auge. Mehr brauch ich nicht.
Ich habe meine Depressionen langsam im Griff. Bekämpfe sie mit guten Gedanken, und gewinne meistens. Noch vor einem Jahr hätte ich stark an mir gezweifelt, wenn ich gewusst hätte, dass ich mal in `nem Forum mein Herz ausschütte. Die Medikamente habe ich übrigens
Nach zwei Tagen abgesetzt, weil ich deutlich gespürt habe, wie sie mich verändern.
Ich rauche nicht, und trinke mittlerweile sehr wenig Alkohol. Nehme keine Drogen, und laß mich nicht von einer Krankheit zum Junkie machen.
Meine Familie steht fest hinter mir, und meine Frau steht wie ein Fels hinter mir. Und ich werde ihr nie sagen können, woher meine Depries kommen, die sie so tapfer durchsteht.
Ich habe jegliche Selbstachtung verloren, und dass alles nur weil ich in meinem Leben als funktionierender Mensch ein kleines bisschen Glück haben, und auch geben wollte.
Ich werde dies alles durchstehen, und bestimmt gibt es wieder Momente, in denen ich
kurz davor stehe von der Brücke zu springen. Jedoch glaube ich fest daran, irgendwann
wieder ein zufriedenes Leben führen zu können.
Ob ich je wieder diese Glück empfinde, wie in den letzten Monaten bezweifel ich.

So….nun ist mir etwas besser. Haltet von mir was Ihr wollt, aber bedenkt, dass nichts davon
geplant war. Es ging nie um den Kick, oder die Abwechslung, oder nur um Sex.
Ich habe ein zweites Mal mein Glück gefunden, und es war größer als jemals zuvor.
Und so bin ich endlos tief gefallen, und noch nicht aufgekommen.
Wie werden sehen wie es sich alles entwickelt……….

Danke für Eure Aufmerksamkeit,

Grüße,
Patt
 

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B

BlueScreen

Gast
Versuch es mal anders zu sehen...
Ich habe jegliche Selbstachtung verloren, und dass alles nur weil ich in meinem Leben als funktionierender Mensch ein kleines bisschen Glück haben, und auch geben wollte.
Du hast doch das perfekte Glück!
Du hast eine Familie, Kinder, ein Haus und eine Frau die, wie du selbst schreibst, wie ein Fels hinter dir steht!

Du hast nur einen großen Fehler gemacht. Du hast dich auf die Liebe mit einer anderen Frau eingelassen. Ihr habt euch distanziert und nun hat sie schon den Nächsten.
Ich denke die Hauptgründe für deine Depression sind Liebeskummer und ein schlechtes Gewissen gegenüber deiner Frau/Familie.
Denkst du nicht auch, dass wenn du den Liebeskummer und dein schlechtes Gewissen beseitigen könntest, dass du dann wieder aus deinem Loch kommen würdest?

Was kannst du machen...
Liebeskummer:
Die andere Frau solltest du nicht vermissen - sie hat bewiesen dass ihre Liebe zu dir (weil sie schon nen Neuen hat), nicht zu vergleichen ist mit der Liebe deiner Frau!

Schlechtes Gewissen:
Hier musst du selbst entscheiden und das ist wohl auch der schwierigere Teil (denke ich).
Ich weiß auch nicht wie weit genau du mit der anderen Frau gegangen bist.
Aber findest du nicht, dass deine Frau die Wahrheit verdient hat?
Dir selbst scheint die Lüge ja auch nicht gut zu tun ...

Jedenfalls hast du genug um das es sich zu kämpfen lohnt!
Also zieh den Kopf aus der Erde und kämpfe
;):)
 

patt

Neues Mitglied
Hi BlueScreen,
erstmal Danke für Deine Antwort. Ja, ich habe das fast perfekte Glück. Aber kann es nicht greifen, nicht nutzen, oder es als solches Empfinden.
Und da ich mich wie jeder Mensch nach Glück und Liebe sehne, bin ich auf die neue Beziehung eingegangen. Und ich bin noch immer überzeugt, dass es kein Fehler war.
Und mir wäre eine große Last genommen, wenn ich mit meiner Frau über alles reden könnte, allerdings bin ich fest der Meinung, dass das für den Rest unseres gemeinsamen Lebens tiefe Wunden, und unreparable Schäden bringen würde.
Ich habe viel mit ihr gesprochen, und weiß das sie es mir verzeihen würde. Sie hatte natürlich schon Verdachtsmomente, und oftmals mit meinem Auszug gerechnet. Obwohl ich ihr nie Anlaß zu diesem Verdacht gegeben habe, und nie etwas zugegeben habe. Aber manche Sachen braucht man auch nicht offen aussprechen.
Und damit habe ich letzlich auch mein neues Glück betrogen, obwohl für sie immer klar war, meine Familie nicht zerstören zu wollen. Nägel mit Köpfen zu machen ging eher von mir aus, zumindest wenn es um den Erhalt der neuen Beziehung ging. Um halt weiter aufrichtig, wenn auch mit schlechtem Gewissen durchs Leben zu gehen.
Schlechtes Gewissen, Liebeskummer, und ein gewisser Grad an Selbstverachtung. Nebenbei die oben angesprochenen Symptome, und schon hat man die perfekt Mischung für eine
fette Depression. Ich versuche es klar zu sehen, und Stückchen für Stückchen alles abzuarbeiten. Teilweise mit Erfolg!
Ich würde dieses Kapitel gerne beenden wie es begann. Ehrlich, aufrichtig, und Auge in Auge. Mit dem einfachen Cut per sms, oder Mail geht das nicht. Sie war auch mein bester Freund. Wir konnten über alles reden.( Kann ich nichtmal mit meiner Frau !) Nun kann sie nichtmal ans Telefon gehen, wenn ich anrufe. Sie scheint dafür nicht bereit, blockt jeden Kontakt, und reagiert auf jeglichen Versuch in Kontakt zu treten mit Ablehnung. Und wenn wir uns sehen behandelt sie mich wie einen Aussätzigen. Aber wer weiß was die Zeit bringt?
Also versuche ich weiter gegen meine Depries zu gewinnen, und Euch mit meinen Fortschritten auf dem Laufenden zu halten.

Gruß,

Patt
 

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