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Vollkommen wirre Selbsteinschätzung

Jascha

Mitglied
Hallo,

kann mich hier vielleicht jemand verstehen?

Ich schwanke in meiner eigenen Einschätzung zwischen arroganter Selbstüberschätzung und vollkommener Abwertung.

Wenn ich mich vollkommen ehrlich selbst beschreiben würde, würde ich ein buntes Wirrwarr aus folgenden Attributen wählen:
freundlich, empathisch, überheblich, ich-bezogen, hochmütig, großzügig, faul, motiviert, charismatisch, witzig, nachlässig, unsensibel, rücksichtsvoll, unfähig, aufmerksam, dumm, egoistisch, zuvorkommend, unkonzentriert, nutzlos, hilfsbereit, nervig.

Jeder Mensch hat positive und negative Charaktereigenschaften, klar. Bei mir aber scheinen diese an zwei Enden des Spektrums zu stehen.

Ich kann nicht gleichzeitig hilfsbereit, zuvorkommend, rücksichtsvoll und empathisch sein, und überheblich, ich-bezogen, hochmütig und nervig.

Meine wohl naheliegende Befürchtung ist, dass ich mit der Zuweisung der negativen Eigenschaften in meiner Einschätzung eher richtig liege.
Denn ein wahrhaft altruistischer, empathischer und rücksichtsvoller Mensch würde wahrscheinlich nicht überheblicherweise darüber nachdenken, dass er diese Eigenschaften besitzt, oder?
 

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unschubladisierbar

Aktives Mitglied
Die Eigenschaften die du nennst trägt jeder in sich.

Es kommt immer auf die Situation oder deinem Gegenüber an.

Mag man jemanden ist es kein Problem hilfsbereit, freundlich, aufmerksam und empathisch zu sein.
Lehnt man sein Gegenüber (bewusst oder unbewusst) ab, dann kommen auch schnell die gegensätzlich Eigenschaften zum Vorschein. Oder wenn man von dieser Person selbst schon enttäuscht, sitzengelassen oder verletzt wurde. Dann ist das Verhalten auch ein Teil Eigenschutz.

Genauso ist es auch auf ganz normalen Alltagsaktionen.
Hat man eine Aufgabe die man gern macht, das Ergebnis positiv ist oder einfach nur interessant findet, dann ist man motiviert. konzentriert und begeistert.
Ist es allerdings etwas das nervt, kein besonderes Ergebnis als Belohnung wartet, lästig ist oder dich einfach nur überfordert oder langweilt... Dann kommen die negativen Eigenschaften zum Vorschein.

Keiner ist 100 % Tolerant und kann es jedem Recht machen. Jeder hat seine Schubladen und Grenzen.
Keiner ist zu 100 % vorurteilsfrei.

Man sollte nur immer offen sein für Dinge die man nicht versteht und Willens zu verstehen.
Wichtig ist es das man nicht immer sein Ego entscheiden lassen sollte, nur weil man sich überlegen fühlt.
Genauso wichtig ist es sich nicht kleiner zu machen als man ist um jeden zu gefallen.

Solange sich die Waage hält, bist du ein ganz normaler Mensch.
 

trigital

Aktives Mitglied
Hallo J.,

deine Selbsteinschätzung ist tatsächlich etwas unschlüssig, was ich allerdings nicht für unbedingt problematisch halte.
Was ich ein bisschen bewundernswert finde ist, dass du es kannst und tust. Ich selber bin der Auffassung, dass ein Mensch eher andere Menschen einschätzt und du dich von anderen Menschen einschätzen lassen müsstest. Vielleicht in deinem Fall jemand, der sich damit auskennt. Ich denke, dass es dir selber gut tun würde.
Aber ich finde noch einen anderen Aspekt wichtig. Ich finde es nicht tragisch, wenn man kein schlüssiges Menschenbild liefert und man einen sehr vielseitigen Charakter hat. Viel wichtiger, und ich denke darauf kommt es an, dass du damit umgehen kannst und den Situationen entsprechend die passende Seite deiner Selbst ausleben und zeigen kannst. Manchmal kann es angemessen sein arrogant zu sein. Und in einer anderen Situation mit einem anderen Menschen kann es richtig sein empathisch zu wirken. Außerdem hat jeder Mensch seine Gefühlszustände. Und die spielen auch eine wichtige Rolle dabei, wie man sich verhält. Man muss ja auch nicht immer alles richtig machen...
Schwierig ist es finde ich nur, wenn man unausgeglichen wird oder anderen Menschen Probleme damit macht, weil man sie mit seinem Auftreten und Agieren verwirrt oder verletzt.
So hoffe ich, dass dein Problem eher theoretischer Natur ist und dich dein Selbstbild verwirrt. Da kannst du im hoffentlich besten Sinn nur über dich staunen, dass man als Mensch so sein kann. Obwohl es dir unschlüssig erscheint.
Aber im Laufe der Jahre kannst du dich damit hoffentlich mit Erfolg lernen auseinander zu setzten und dich vielleicht Situationsbezogen analysieren und deinen Charakter so formen, wie es dir für richtig und gut erscheint.
Ich wünsch dir viele gute Schlüsselsituationen und hoffe, dass deine Lebenslage dich auf den Beinen hält.
lg t
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Sei gut zu dir und zerfleische dich nicht in Grübeleien zur eigenen Person. Lerne dich immer besser kennen, aber sanft und in Zusammenhängen, die dir gut tun.
Wie alt bist du ungefähr?
In manchen Entwicklungsphasen ist diese Polarität einfach auch "dran".
Ich kann nicht gleichzeitig hilfsbereit, zuvorkommend, rücksichtsvoll und empathisch sein, und überheblich, ich-bezogen, hochmütig und nervig.
Also, ich kann das prima. :)
 

Jascha

Mitglied
Vielen Dank für eure Rückmeldungen!

Ich leide leider sehr unter diesem unschlüssigen Weltbild. An manchen Tagen finde ich mich richtig gut, dann wieder denke ich, was für ein arroganter W****** bist du eigentlich, dass du ständig darüber nachdenkst, wie toll du bist? Dann schlägt das positive Bild schnell in komplette Selbstabwertung um.
Machen andere sich auch so viele Gedanken und bewerten permanent ihr eigenes Handeln?

Ich bin 26.
Diese Zweifel und Bewertung kam erst relativ spät. Bis vor fünf Jahren ca. hatte ich ein recht stabiles Selbstbild.
 

Styx.85

Aktives Mitglied
Gehe ich richtig in der Annahme, dass diese Einschätzungen alle von dir selber kommen? Sie dir quasi niemals nahegelegt oder von anderen Personen gespiegelt wurden?

Wenn dem so ist, wäre es das Vernünftigste, eine vertraute Person (Geschwister, bester Freund, sehr guten Kollegen) um Feedback zu bitten.
Ehrliches Feedback!

Sich selbst realistisch einzuschätzen ist sehr sehr schwierig, je emotionaler einer Person ist, desto schwieriger fällt es ihr.

Dein Input gleich zu Beginn deines Textes in welchem du beschreibst, dass du dich zwischen Extremen bewegst ist für mich der einzig valide und rational ehrliche Teil deines Beitrags und lässt auf einen sehr emotionalen Menschen schließen. Alle anderen Attribute die du dir gibst können, müssen aber nicht zutreffen.

Vergiss das Grübeln und verschaffe dir Gewissheit über ehrliches Feedback eines Außenstehenden.
 

BlueShepherd

Aktives Mitglied
@Jascha
wie nehmen dich denn andere Menschen wahr? Manövrierst du dich oft in Konflikte?
Wertest du nur dich selbst ab oder auch andere?
Welche Rückmeldung bekommst du von anderen Menschen ?
 
G

Gelöscht 94095

Gast
Machen andere sich auch so viele Gedanken und bewerten permanent ihr eigenes Handeln?
Ja, viele. Ich weis es aber vor allem von sehr sensiblen Personen, dass sie sich immer Gedanken machen. Sie arbeiten daran sich selbst zu mögen (z.B in der Therapie) und wenn sie sich dann mal mögen, dann kommt das so rüber als wären sie egoistisch und dann machen sie einen Rückzieher und finden sich so überheblich, dass sie sich nicht mehr gut finden (können).

Bis vor fünf Jahren ca. hatte ich ein recht stabiles Selbstbild.
Und wie war das?

Diese Zweifel und Bewertung kam erst relativ spät. Bis vor fünf Jahren ca
Was ist denn zu der Zeit passiert, was hat sich geändert?

Denn ein wahrhaft ... empathischer und rücksichtsvoller Mensch würde wahrscheinlich nicht überheblicherweise darüber nachdenken, dass er diese Eigenschaften besitzt, oder?
Warum nicht?
Wieso darf ich als sensibler, rücksichtsvoller Mensch nicht darüber nachdenken, dass ich diese Eigenschaften habe?? Das sind welche meiner besten (allerdings auch anstrengendsten), wieso sollte ich nicht darüber nachdenken dürfen wer und wie ich bin?
Würdest du mir das auch nicht erlauben, oder nur dir nicht?

Interessant finde ich, dass du es als "überheblich" wertest. Wo hast du das denn her?

Du darfst nachdenken worüber du willst, und musst das nicht als überheblich werten.

Überheblich bedeutet, du hältst dich für was besseres als andere, du schaust auf andere herab, hälst sie für weniger wert...machst du das?

Auch ein empatischer Mensch kann in einer bestimmten kurzen Situation unsensibel sein oder reagieren, kann schon mal passieren. Allerdings sind empatische Menschen in der Regel sehr viel weniger unsensibel als der Durchschnitt. Heißt nicht, dass sie es garnicht sein können.

Man darf sich auch mal toll finden ohne sich deswegen schlecht zu fühlen.
 

Jascha

Mitglied
Gehe ich richtig in der Annahme, dass diese Einschätzungen alle von dir selber kommen? Sie dir quasi niemals nahegelegt oder von anderen Personen gespiegelt wurden?

Wenn dem so ist, wäre es das Vernünftigste, eine vertraute Person (Geschwister, bester Freund, sehr guten Kollegen) um Feedback zu bitten.
Ehrliches Feedback!

Sich selbst realistisch einzuschätzen ist sehr sehr schwierig, je emotionaler einer Person ist, desto schwieriger fällt es ihr.

Dein Input gleich zu Beginn deines Textes in welchem du beschreibst, dass du dich zwischen Extremen bewegst ist für mich der einzig valide und rational ehrliche Teil deines Beitrags und lässt auf einen sehr emotionalen Menschen schließen. Alle anderen Attribute die du dir gibst können, müssen aber nicht zutreffen.

Vergiss das Grübeln und verschaffe dir Gewissheit über ehrliches Feedback eines Außenstehenden.
Zu 95% bekomme ich positive Rückmeldungen und habe grundsätzlich das Gefühl, gemocht zu werden. Deshalb trifft es mich um so härter, wenn die Reaktion mal negativ ausfällt, jemand genervt von mir ist oder enttäuscht.

Immer, wenn ich mich sicher fühle und von mir überzeugt bin, sage oder tue ich etwas unbedachtes, handle mir eine negative Reaktion ein und dann lässt mich das lange nicht mehr los und mein Selbstbild ist erstmal hinüber.

@Jascha
wie nehmen dich denn andere Menschen wahr? Manövrierst du dich oft in Konflikte?
Wertest du nur dich selbst ab oder auch andere?
Welche Rückmeldung bekommst du von anderen Menschen ?
Konflikte habe ich extrem selten. Ich bin sehr harmoniebedürftig. Ich ecke nur selten mal irgendwo an.

Ja, viele. Ich weis es aber vor allem von sehr sensiblen Personen, dass sie sich immer Gedanken machen. Sie arbeiten daran sich selbst zu mögen (z.B in der Therapie) und wenn sie sich dann mal mögen, dann kommt das so rüber als wären sie egoistisch und dann machen sie einen Rückzieher und finden sich so überheblich, dass sie sich nicht mehr gut finden (können).


Und wie war das?


Was ist denn zu der Zeit passiert, was hat sich geändert?


Warum nicht?
Wieso darf ich als sensibler, rücksichtsvoller Mensch nicht darüber nachdenken, dass ich diese Eigenschaften habe?? Das sind welche meiner besten (allerdings auch anstrengendsten), wieso sollte ich nicht darüber nachdenken dürfen wer und wie ich bin?
Würdest du mir das auch nicht erlauben, oder nur dir nicht?

Interessant finde ich, dass du es als "überheblich" wertest. Wo hast du das denn her?

Du darfst nachdenken worüber du willst, und musst das nicht als überheblich werten.

Überheblich bedeutet, du hältst dich für was besseres als andere, du schaust auf andere herab, hälst sie für weniger wert...machst du das?

Auch ein empatischer Mensch kann in einer bestimmten kurzen Situation unsensibel sein oder reagieren, kann schon mal passieren. Allerdings sind empatische Menschen in der Regel sehr viel weniger unsensibel als der Durchschnitt. Heißt nicht, dass sie es garnicht sein können.

Man darf sich auch mal toll finden ohne sich deswegen schlecht zu fühlen.
Früher war ich sehr von mir selbst überzeugt. Ich hielt mich für einen grundsätzlich guten, sympathischen, angenehmen Menschen. Dann haben sich innerhalb relativ kurzer Zeit mehrere mir wichtige Menschen von mir abgewandt und das hat mich sehr getroffen. Es ist einfach unwahrscheinlich, dass das Zufall war.

Ich befürchte einfach, dass ich ein potenziell sehr manipulater Mensch sein könnte. Jemand, der zwar positiv, nett und hilfsbereit erscheint, aber im tiefsten Inneren aus niederen Motiven heraus agiert. Mir scheint, nichts was ich tue, ist jemals komplett uneigennützig.


Entschuldigung, ich kriege es mit dem Zitieren auf dem Handy nicht gut hin. Ich hoffe, man kann alles halbwegs lesen.
 

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