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Viele Freunde sind ein Griff ins Klo

Hallo, ich gebe auch mal meinen Senf dazu, wenn das in Ordnung ist.

Also, ich kann dich echt gut verstehen, da ich eine ganz ähnliche Denkweise habe.

Zum Thema Freundschaft habe ich auch ein seltsames Verhältnis. Ich hatte nämlich nie die Erfahrung gemacht, Freundschaft richtig zu erleben. Ich hatte bisher immer nur so zeitlich befristete Zweckfreundschaften, die über Schule, Ausbildung oder Studium nicht hinausgingen. Selten ergaben sich auch mal so Überraschungsmomente, wo man sich auf Anhieb mit einer fremden Person super toll seelenverwandt-mäßig verstanden hat, bis die Person dann einfach verschwunden ist. Aus den Augen aus dem Sinn.

Klingt jetzt blöd, aber: soziale Kompetenz muss man einfach lernen, das muss einem beigebracht werden. Und wenn das einem als Kind nicht beigebracht wird, dann wirst du immer ein gestörtes Verhältnis dazu haben. Ich habe mühselig versucht, irgendwie normal zu sein, den Sinn hinter Freundschaft und Soziale Interaktion zu verstehen, aber so richtig schlau bin ich nie geworden. Ich hatte nie bei einer Person das Gefühl, dass das etwas total Tiefgründiges ist.

Ich bin aber auch ein Mensch, der daran gewöhnt ist, alleine zu sein bzw. viele Dinge alleine zu tun. Vielleicht hat sich das in meinem Kopf so abgespeichert, dass ich keinen zwangsläufig brauche. Aber dieser Prozess hat laaaange gedauert. Früher war mir das peinlich, dass ich nur mich hatte. Erst später mit dem Erwachsenwerden habe ich gelernt, mir selbst zu genügen. Das ist etwas, was ich total wichtig finde. Wenn du dir selbst genügst, dann bist du auch zufrieden mit dir und strahlst das aus. Dann bist du auch nicht so unter gesellschaftlichem Druck, dass du nie alleine sein darfst.

Und du solltest akzeptieren, dass, wenn du ein Introvertierter bist, das auch irgendwo immer bleiben wirst. Also versuch erst gar nicht, deine Persönlichkeit zu ändern. Du wirst nie ein überdrehter Klassenclown werden. Du kannst vielleicht mehr aus dir rauskommen, aber intro bleibst du immer überwiegend. Das ist etwas, was die Gesellschaft noch nicht so begriffen hat. Man kann das nicht ändern.

Es hat aber auch seine Schattenseiten. Du bist dann halt echt alleine. Auch in Zeiten, in denen es dir sehr schlecht geht oder du auf einmal einen großen Redebedarf hast. Damit musst du dann umgehen können.

So, jetzt kommt noch etwas, was man vielleicht beherzigen sollte:

Es gibt FREUNDE und es gibt KUMPEL und es gibt KONTAKTE.

Letzteres sollte man schon irgendwie haben. Es ist auch nicht schlimm, wenn man sich mal mit jemandem unverbindlich unterhalten kann, ab und zu mal chattet, sich austauscht oder mal zu etwas trifft. Unverbindlich. Nichts Regelmäßiges. Ansonsten musst du einen Ausgleich finden, damit du nicht total eingehst. Jeder Mensch, auch Introvertierte, brauchen irgendwie soziale Interaktion.
 

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G

Gelöscht 118418

Gast
In meinem Leben hatten Freunde lange einen sehr hohen Stellenwert, was am schwierigen Verhältnis zu meiner Ursprungsfamilie lag. Sie hatten bei mir die höchste Priorität und waren mir wichtiger als Beruf, Hobbys und Familie. Das habe ich irgendwann bitter bereut. Weil ich festgestellt habe, dass die Freundschaft diesen Menschen weitaus weniger bedeutet hat als mir und ich beruflich viel mehr hätte erreichen können, wenn ich mich stärker auf die Arbeit konzentriert und den Freundschaften weniger Beachtung geschenkt hätte.

Bei mir war es schon immer so, dass ich als Frau viel mehr männliche als weibliche Freunde hatte. Meine Interessen sind für eine Frau eher untypisch. Trotzdem waren mir die Freundschaften mit Frauen sehr wichtig. Meistens ist es auseinander gegangen, wenn die anderen Frauen neue Partner hatten. Leider habe ich bei vielen Frauen den Eindruck, dass sie Frauen-Freundschaften nur pflegen, um ihre Singlephasen zu überbrücken. Kaum gibt es einen neuen Mann im Leben, werden die Freundinnen uninteressant.

Männer vernachlässigen ihre Kumpels eher nicht, wenn sie in Beziehungen stecken. Aber die Konstellation platonische-Mann-Frau-Freundschaft ist schwierig. Es kam schon mehrmals vor, dass ich mit irgendwelchen Männern befreundet war (rein platonisch) und es dann schwierig wurde, als die Männer nach einigen Jahren Partnerinnen hatten. Die Frauen wollten nicht, dass sich ihre Partner mit mir alleine trafen und stressten rum, usw. So kam es, dass ich einige langjährige Freunde verlor, weil ihre Partnerinnen eifersüchtig waren und die Männer am Ende lieber auf unsere Freundschaft verzichteten als auf die Beziehung.

Seit einigen Jahren bin ich selbst vergeben. Mein Partner hat auch Frauen in seinem Freundeskreis, aber die Freundschaften sind nicht so eng. Er fühlt sich eher männlichen Freunden verbunden. Für mich wäre das aber sicher kein Problem, wenn er mit einer platonischen Freundin alleine was unternehmen würde.
 
Du bist dann halt echt alleine. Auch in Zeiten, in denen es dir sehr schlecht geht oder du auf einmal einen großen Redebedarf hast.
Ich würde da mal einhaken.
Mache nämlich auch die Erfahrung, dass ich zwar Kontakte habe, mit denen man alle paar Wochen mal schreibt. Man unterhält sich, wenn man sich mal über den Weg läuft und geht dann vielleicht zusammen spazieren.
Aber wenn ich dann allein in der Wohnung bin und merke, dass negative Gedanken ankommen, über die ich sprechen möchte, wird mir bewusst, dass ich in diesem Moment allein bin. Ein Einzelkämpfer, ich gegen meine negativen Gedanken und Probleme. Man fühlt sich da sehr angreifbar und verletzbar. Und halt sehr allein. Ich habe aber bemerkt, dass es nur zum Teil so ist. Es kommt einem so vor, weil man räumlich allein ist. Es gibt jedoch viele weitere Menschen, denen es ähnlich geht. Die auch das Gefühl haben, niemanden zum Reden zu haben. Mir hilft dann, zumindest online, mich an die Orte zu begeben, an denen sich solche Menschen austauschen. Foren, Online-Gesprächsangebote der Umgebung z. B. Auch online über Probleme schreiben, kann schon helfen und das Gefühl verschaffen, eben doch nicht allein zu sein oder der/die Einzige zu sein, dem/der es so geht. natürlich kann das auf Dauer keine richtigen Freundschaften ersetzen, aber es kann an einem schwierigen Abend helfen, sich nicht von den negativen Gedanken überrennen zu lassen.
 

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