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Verzweiflung wegen Ausbildung

Keksbaum

Neues Mitglied
Hallo zusammen,
Ich verfolge das Forum schon seit längerer Zeit und nun hab ich selbst den Mut gefunden mein Thema zu posten. Ich bin schon etwas älter und stecke momentan im 3 Ausbildungsjahr zum Fachinformatiker zum Anwendungsentwickler. Bin aber sehr verzweifelt. Ich habe vorher schon andere Hilfsjobs ausgeführt. Eines Tages dachte ich mir: "Ne, ich kann nicht mein Leben lang Hilfsjobs ausführen und Berufe machen, die mir keinen spaß machen." Also habe ich mir damals überlegt, was mir spaßt machen könnte und was ich gerne mache.
Ich habe mich zurückerinnert, dass ich als Kind unheimlich gerne PC gespielt habe und es faszinierend fande, in andere Welten einzutauchen. Hab mich etwas informiert und dachte : "Super, ich könnte Programmierer werden!" gesagt, getan. Ich hatte das Glück eine Ausbildungsstelle zu bekommen und bin da jetzt seit 3 Jahren drin. Ein Fehler wie sich so langsam rausstellt und dafür hasse ich mich abgrundtief!!
So langsam stellt sich raus, was ich damals tatsächlich wollte. Ich bin ein unheimlich kreativer Mensch. Meine Mutter wurde damals in der Schule sogar von meiner Mutter angesprochen, dass ich so kreativ sei und was draus machen solle. Alle meine Freunde und Bekannte belächeln mich immer für meine kreativen Einfälle.
Damals war auch die Überlegung, ob ich eine Ausbildung zum Mediengestalter mache. Aber ich dachte mir, ich kann nicht Zeichnen, also lass ich es. Das war ein Fehler!!
Am schlimmsten ist, dass ich in meiner jetzigen Ausbildung nichts! wirklich gar nichts beigebracht bekomme. Alles was ich kann, habe ich mir selbst beigebracht! Das macht mir natürlich Angst, später keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben.
Ich bin gerade dabei ein paar Websiten zu gestalten und das macht mir sooooo unsagbar viel spaß. Aber dan lese ich, dass Websiten programmieren eher nicht das Berufsbild eines Fachinformatikers ist.
Gestern habe ich mir mal den Rahmenlehrplan für Mediengestalter Digital und Print angeschaut und dort geht es viel um Websitenprogrammieren, das war wie ein schlag in die Magengrube....
Hab gestern noch etwas gelesen aber wollte mal hier im Forum nach Meinungen fragen. Anscheinend gibt es die Möglichkeit an einer externen Abschlussprüfung bei der IHK für Mediengestalter Teilzunehmen, auch wenn man die Ausbildung nicht gemacht hat. Voraussetzung ist ein gewisser Nachweis von Kenntnissen die für den Beruf sind. Ich denke den hab ich, weil mein Rahmenlehrgang mit dem Rahmenlehrgang des Mediangestalter Digital und Print zu 70% übereinstimmt. Oder gibt es die Möglichkeit vlt doch noch die Ausbildung im letzten Jahr zu wechseln, aber ich möchte nicht noch mal 3 Jahre verschwenden. Wäre gut, wenn ich quasi nur noch 1 Jahr Lernen müsste.
Ich weiß echt nicht weiter und bin mega Verzweifelt.....
 

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G

Gelöscht 88259

Gast
Hallo,

schade, dass dir deine aktuelle Ausbildung keinen Spaß macht! Mir geht bzw. ging es ganz genau so wie dir. Ich kenne das, wenn einem Talente auffallen, während man etwas ganz anderes macht. Ich habe eine Ausbildung im Büromanagement angefangen, weil ich dachte, dass ich etwas anderes nicht könne - obwohl ich schon immer gerne designed und mit Fotografie zu tun hatte. Ich habe mir aber auch immer eingeredet, dass ich nicht kreativ genug sei und viele haben mir gesagt, wenn man nicht kontaktfreudig ist, könne man das eh vergessen. Also, habe ich mich dann für etwas anderes entschieden. Aber so richtig zufrieden bin ich damit nicht.

Ich studiere aktuell etwas, was mit Gestaltung überhaupt nichts zu tun hat - trotzdem habe ich immer wieder damit zu tun. Ich gestalte meine Präsentationen sehr anschaulich und habe ein gutes Auge für Ästhetik, was natürlich auch auffällt. Es ist schön, dafür Anerkennung zu bekommen - doch leider wird das immer nur ein Hobby bleiben.

Nichtsdestotrotz würde ich dir raten, deine jetzige Ausbildung abzuschließen. Meine Ausbildung damals war auch grauenhaft, aber im habe sie letztendlich doch abgeschlossen. Dieses eine Jahr reißt es jetzt auch nicht raus und du bist am Ende dann doch froh, wenn du einen Schein in der Hand hast.

Du kannst dir ja überlegen, danach eine Ausbildung zum Mediengestalter zu machen? Das Ding ist nur - und das ist bei allen kreativen Berufen so -, dass du natürlich auch schon etwas vorweisen können solltest. Viele wollen ein Portfolio oder eine Mappe mit Arbeiten, an denen man sein Grad an Talent zeigen kann.

Du solltest wissen, dass die Medien- und Designbranche total überlaufen ist und es einfach viel zu viel Menschen gibt, die von sich selbst denken, sie seien kreativ und "Designer". Das ist ein oft falsch verstandener Beruf. Design ist sehr technisch, da geht es nicht darum, irgendwas zu machen, so völlig frei - sondern, es ist ein Handwerk, dass man beherrschen muss. Es hat seine eigenen Regeln und Linien. Ich kenne Mediengestalter, die mit ihrem Beruf nicht so ganz zufrieden sind, weil sie a. schlecht bezahlt werden und/oder b. sich ihren Beruf bisschen anders vorgestellt haben. Vieles ist an Vorgaben gebunden. Man hat oft gar nicht so den großen Spielraum, den man sich bei diesem Beruf vorstellt.

Gerade deswegen sollte man schauen, dass man sich von der Masse abhebt und sich möglichst viel Handwerk beibringt. Sprich: Zeichnen (du musst kein Picasso sein, aber Grundkenntnisse sollten vorhanden sein), Illustration, Grafikdesign etc. Webdesign ist nochmal etwas anderes. Das kannst du nicht mit Print vergleichen. Da muss man dann auf andere Elemente achten.

Du solltest einen Stift in der Hand halten können und eine gewisse Motorik haben. Du solltest auch in der Lage sein (und das wird eben oft vernachlässigt), Ideen und Anregungen, Wünsche und Bedürfnisse deines Kunden in Design umzuwandeln. Mediengestalter müssen gut kommunizieren können. Du bist da nicht einer, der ganz hinten vor dem Bildschirm sitzt und den ganzen Tag Formen zeichnet - du musst schon Ideen konkret umsetzen können! Allein "kreativ sein" reicht nicht.

Es ist wichtig, dass du dich gründlich über diesen Beruf informierst. Bei deinem aktuellen Beruf hat es ja schon nicht so ganz geklappt mit der Intuition und "Ich hab' mal früher was gemacht und das fand ich voll interessant" scheint ja - wie man bei dir sieht - kein aussagekräftiges Argument zu sein, diesen einen Beruf zu lernen.
 

bocksrogger

Aktives Mitglied
Ein Wechsel der Berufsausbildung ist grundsätzlich selten bzw gar nicht vorgesehen. Ggf kann man mit Zustimmung der IHK im 2. Ausbildungsjahr anfangen, aber dafür gehen die Berufe zu weit auseinander.

Das geht in der Regel nur wenn man z.b. vom Industriemechaniker zum Mechatroniker wechselt und umgekehrt und da geht es maximal um 1 Jahr.

Es muss ohnehin die IHK zustimmen, ohne die geht gar nix enn man nix verlieren will.

Ich würde raten die Ausbildung zu Ende zu bringen und dann eine neue anzufangnen.

Die Möglichkeit zur Externenprüfung gibt es immer, kostet allerdings.
 
G

Gasst

Gast
Hallo,

ich habe vor einigen Jahren ebenfalls eine Ausbildung als Fachinformatiker Anwendungsentwicklung gemacht. Danach habe ich mich dann doch nicht in der IT beworben, bin aber trotzdem ganz froh die Ausbildung im letzten Jahr nicht mehr abgebrochen zu haben. Eine Ausbildung abzubrechen macht sich halt einfach nicht sooo toll, weißte selber :)
Auch nicht fürs eigene Selbstbewusstsein, mal so nebenbei.
Komm schon die paar Monate. Beiß dich da einfach durch.
Außer du hältst es echt gar nicht mehr aus, aber das hoffe ich jetzt mal nicht.

Aber dan lese ich, dass Websiten programmieren eher nicht das Berufsbild eines Fachinformatikers ist.
Der Satz wundert mich aber irgendwie. Wie gesagt ich habe mich dann doch nicht in der IT beworben, aber vom Gefühl her würde ich schon sagen, dass so eine Ausbildung nicht der schlechteste Einstieg ist, wenn man in der Web Entwicklung Fuß fassen will.
Ich würde eher sagen es kommt darauf an auf was für Stellen du dich dann konkret bewirbst.
Denke schon, dass eine Firma die Websiten für ihre Kunden erstellt jetzt nicht uninteressiert an dir ist wenn du fit in Web Technologien wie HTML, CSS, PHP, JavaScript oder ASP.NET, Datenbanken etc. pp. bist.

Dieses Website Zeug teilt sich halt in Front End Entwickler, Backend Entwickler und Webdesigner auf oder?
In der Praxis machst du dann wahrscheinlich sowieso alles selbst :)
Und dann gibt's ja glaub ich auch noch den Full Stack Entwickler, dessen Beschreibung liest sich wie so eine Art Gott ;)
 

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