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Verzweifelt

Darkday

Mitglied
Wie einige vielleicht schon gelesen haben, hatte ich gerade heute morgen meinen ersten termin bei der psychologin. heute morgen war ich echt noch zuversichtlich, aber mittlerweile ist alles weg. ich hatte heute morgen irgendwie das gefühl es wirklich schaffen zu können, mit dem ritzen aufzuhören. das das nicht einfach werden würde, habe ich nie gedacht. habe schließlich oft genug versucht aufzuhören. eben gerade war mal wieder der moment da, wo es einfach sein musste. ich saß in meinem zimmer, fühlte mich aufeinmal unglaublich leer, traurig, irgendwie wütend auf alles und dieser innerliche drang war wieder da. ich dachte an die worte meiner psychologin, die sagte, ich sollte analysieren, was ich genau fühle. das habe ich versucht, aber als ich mich auf dieses gefühl konzentrierte und versuchte es zu beschreiben, ist es immer stärker geworden und ich habe mich wieder geritzt, bis es geblutet hat. das war vor ein paar minuten... jetzt geht es mir irgendwie besser, aber ich fühle mich schlecht, weil ich es wieder getan habe... kann mir irgendjemand erklären, wie ich dieses gefühl analysieren soll, ohne dass es noch intensiver wird und ich es einfach tun muss??? ich bin gerade echt verzweifelt...
 

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polgara

Aktives Mitglied
Hallo Darkday,

wenn dich die Gefühle so runter ziehen musst du das deiner Psychologin sagen. Es wird sicher auch nicht von heute auf morgen gut.

Überlege mal zurück: Gab es denn irgendwann schon mal eine Situation, in der du es geschafft hast dich vom Ritzen abzuhalten?

Erzähle mal wie du das gemacht hast? Was war da anders als eben, als es nicht geklappt hat?
 

Darkday

Mitglied
Um ehrlich zu sein, hat es noch nie geklappt... ich habe es noch nie geschafft es zu lassen. das macht es für mich noch schlimmer, habe in der hinsicht nicht mal einen erfolg, worauf ich stolz sein könnte. ich dachte ich hätte heute einen großen schritt gemacht, indem ich mir hilfe hole, aber anscheinend ist das ja nicht so... :(
oh man, ich komme mir so erbärmlich und jämmerlich vor, bin ich wahrscheinlich auch, aber ich komme im moment einfach nicht mehr weiter. ich weiß, dass es so nicht weiter gehen kann, aber ich kann es irgendwie auch nicht ändern. :mad:
 

polgara

Aktives Mitglied
Um ehrlich zu sein, hat es noch nie geklappt... ich habe es noch nie geschafft es zu lassen. das macht es für mich noch schlimmer, habe in der hinsicht nicht mal einen erfolg, worauf ich stolz sein könnte. ich dachte ich hätte heute einen großen schritt gemacht, indem ich mir hilfe hole, aber anscheinend ist das ja nicht so... :(
oh man, ich komme mir so erbärmlich und jämmerlich vor, bin ich wahrscheinlich auch, aber ich komme im moment einfach nicht mehr weiter. ich weiß, dass es so nicht weiter gehen kann, aber ich kann es irgendwie auch nicht ändern. :mad:

Hey Darkday,
wenn es dir blendend ginge, wärst du wahrscheinlich an meiner Stelle und würdest versuchen anderen zu helfen.:)
Aber so bist du die jenige, die Hilfe braucht und ich finde es sehr gut, wie weit du schon gekommen bist.
Hattest du denn schon mal ein anderes Problem, das du lösen konntest? Und erzähle mir jetzt nicht, dass du noch nie in deinem leben irgendwas gelöst hast...:)
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Um ehrlich zu sein, hat es noch nie geklappt... ich habe es noch nie geschafft es zu lassen.
Sorry, Darkday, ich muss dich mal daran erinnern, dass du bestimmt als kleines Kind noch nicht diesen Weg der emotionalen Entlastung gewählt hattest ... irgend etwas hast du früher anders gemacht, bevor du damit anfingst.

Darüber würde es sich vielleicht lohnen, ein wenig nachzudenken.

Und wenn das "die Gefühle analysieren" nicht funktioniert, hör auf damit und versuche etwas anderes. Gerade zu Beginn einer Therapie muss die Therapeutin antesten, welche Übung oder welche Methodik bei dir anschlägt - wenn es schlimmer wird, ist es eher ein Zeichen, dass es nicht passt.

Gruß, Werner
 

Darkday

Mitglied
Oh man, jetzt haste mich zum grinsen gebracht. Danke :)

Doch, es gab schon probleme, die ich selber gelöst habe. Ich habe zum beispiel einen ziemlich großen streit mit meinem vater wieder in den griff bekommen. habe als das mit meinem ex vorbei war irgendwie versucht alles hinzubekommen, damit fertig zu werden. größtenteils hat es auch geklappt. habe eine erfolgreiche ausbildung abgeschlossen, mit anschließender übernahme. eigentlich könnte alles toll sein, aber ich fühl mich irgendwie als versagerin, weil ich dieses problem seit jahren nicht hinbekomme.

würde so gerne mit meiner mum darüber sprechen und ihr von dem termin heute erzählen und dass ich jetzt eine therapie anfange um mein komisches essverhalten und das mit dem ritzen in den griff zu kriegen. doch irgendwie kann ich nicht mit ihr darüber sprechen, weil ich mal ihre reaktion auf das ritzen mitbekommen habe. diese war sehr abwertend. fühle mich in der hinsicht auch als tochter als versagerin... weil ich es nicht richtig schaffe, mein leben auf die reihe zu kriegen. mein bruder (fast 18) macht auch nur mist und nichts aus seinem leben. ist arbeitslos und genießt das auch noch. auch etwas, was ich nicht verstehen kann... in der hinsicht auf meinen bruder bin ich aber irgendwie gefühlskalt geworden. die psychologin meinte, dass das daran liegt, weil ich das alles nicht verarbeiten kann und mein körper einen schutzmechanismus einschlägt, so nach dem motto "augen zu und durch". ich könnte gar nicht mit all den emotionen und gefühlen umgehen, daher diese kälte...
 

Darkday

Mitglied
Sorry, Darkday, ich muss dich mal daran erinnern, dass du bestimmt als kleines Kind noch nicht diesen Weg der emotionalen Entlastung gewählt hattest ... irgend etwas hast du früher anders gemacht, bevor du damit anfingst.

Darüber würde es sich vielleicht lohnen, ein wenig nachzudenken.

Und wenn das "die Gefühle analysieren" nicht funktioniert, hör auf damit und versuche etwas anderes. Gerade zu Beginn einer Therapie muss die Therapeutin antesten, welche Übung oder welche Methodik bei dir anschlägt - wenn es schlimmer wird, ist es eher ein Zeichen, dass es nicht passt.

Gruß, Werner

Hallo Werner,

ich weiß nicht, was ich damals anders gemacht habe... ich war 12, als ich damit angefangen habe. aber es stimmt, davor die jahre war es ja auch anders. ich werde mir mal gedanken darüber machen. die psychologin erwähnte eventuell autogenes training. vielleicht hilft das ja :confused:
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
aber es stimmt, davor die jahre war es ja auch anders. ich werde mir mal gedanken darüber machen.
Das sind sicher fruchtbare Gedanken! Denn das heißt ja, du hattest schon mal ein Rezept oder mehrere und hast es vielleicht einfach nur vergessen - geht einem ja oft so, wenn man was wie selbstverständlich macht.

Hast du jemand, der dir von der Zeit vor 12 erzählen kann - einfach neutral und über deinen Alltag? Vielleicht kommst du dann plötzlich drauf, was den Unterschied ausmacht und welche Kompetenzen du damals noch genutzt hast, die heute vielleicht auf dem Dachboden deiner Seele verstauben :)

Letztlich glaube ich dass du mit dem Ritzen ein Ziel erreichst, das dir wichtig ist und du dafür einen ziemlich "blutigen Preis" bezahlst währen du früher dieses Ziel auf anderem Weg erreicht hast. Schlaf mal drüber und sei neugierig, was dir in den nächsten Tagen so einfällt!

Alles Gute!
Werner
 

polgara

Aktives Mitglied
Das mit dem Ginsen höre ich gerne...:D. Das zeigt, dass sich irgendwo in Darkday ein Brightlight versteckt hat und nur darauf wartert aus der Dunkelheit raus zu treten.


Also hast du in deinem Leben schon mal Probleme gemeistert und zum Positiven gewendet.
Ich weiß ja nicht, wie oft oder wie tief du dich ritzt, aber es wäre vielleicht schon ein Fortschritt, wenn du dich auf eine ungefährlichere Weise verletzt oder forderst (in meinem Fall wäre das Modern Talking Platten hören:)).
Wie wäre es wenn du dir ein Holz hinlegst und das Holz ritzt, oder ein Stofftier, oder um Adrenalin abzubauen fünf Mal wie eine Irre um den Block rennst.... was gäbe es sonst für Ideen? Ich möchte dass du jetzt jedes Mal, wenn du dich ritzen willst daran denkst, dass du dich auch vor einem Spiegel mit Gummibärchen bewerfen könntest. Oder denke dir etwas Ähnliches Lächerliches aus.


. diese war sehr abwertend. fühle mich in der hinsicht auch als tochter als versagerin... weil ich es nicht richtig schaffe, mein leben auf die reihe zu kriegen.

Vielleicht sind deine Erwartungen an dich als Tochter einfach zu groß. Würdest du dich, wenn DU deine Mutter wärst denn auch als Versagerin sehen?
 

dunkleseele2

Aktives Mitglied
hallo darkday,

ich kenne das problem auch mit dem ritzen. den 1. und schwierigsten schritt bist du schon gegaNGEN. du hast dir hilfe geholt. mach dir keinen druck. bei mir hat es auch sehr lange gedauert bis ich dem ritzen etwas entgegen zu setzen hatte. und da hatte ich schon mehrere jahre therapie hinter mir. du brauchst ja erstmal strategien um anders mit dem druck und den gefühlen umgehen zu können. um das richtige für dich zu finden musst du erstmal einiges ausprobieren. mir hat es immer sehr geholfen mich körperlich bis zum ende meiner kräfte auszupowern. oder hast du es schon mal mit skills versucht ? "einfach" einen gegenreiz setzen. etwas scharfes essen, wie chilichoten oder ein kühlpack auf die haut legen. wichtig ist einfach nur, das du dich nicht noch zusätzlich unter druck setzt. du bist erst am anfang der therapie. es ist machbar damit aufzuhören, doch es braucht seine zeit. finde erstmal mit deiner psychologin heraus, was die auslöser sind und wie du damit anders umgehen kannst. ein jahrelanges verhalten kann nicht von einen tag auf den anderen abgelegt werden. esv ist kein leichter weg, doch du kannst es schaffen. nur mut !

ich wünsche dir ganz viel kraft dafür.

liebe grüße dunkleseele
 

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