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Vertrauen, reden, zuhören, pausen machen

littleNina

Aktives Mitglied
Hallo :)

Eckdaten: 36, Orientierungskrise, weiblich, künstlerisch aktiv, philosophisch interessiert....

Ich suche jemandem zum ab und zu schreiben. Ob eine Freundschaft daraus jemals wird, vorübergehend oder gänzlich bis zum Tod ist wirklich dem Schicksal überlassen. Würdest Du Eckdaten von mir abfragen wäre ich Dir vielleicht sehr skurril. Bist Du ein Typ Mensch der gerne den Menschen sieht wie er ist können wir uns gut unterhalten. Willst Du mich psychologisch zersetzen statt ins Gespräch zu kommen, lass mich in Ruhe. Ich bin weiblich. Ich suche keinen Freund und keine schnellen Treffen, kein whatsapp usw.. und keine Unterhaltung über Sex. Ich suche Vertrauen. Ich weiß nicht ich glaube es ist wie ein kleines oder großes Wunder - wie mit Liebe und Freundschaft auch - das passiert oder nicht. Und wir sind hier auf einem Planeten voller Leid. Und voller Sünden - egal ob man es relativ sieht oder nicht, religiös sieht oder nicht, spirituell sieht oder nur psychologisch oder garnichts von dem. Ich suche kein Small talk. Ausser ab und zu. Ich suche keine Nervensäge die mich im Alltag auf whatsapp nervt. Ich suche niemanden der mit mir flirten will. Ich suche Respekt. Ich suche auch niemandem der zuerst Seitenlange narzisstische Texte schreibt (dass es Narzissmus ist erkennt man erst später) wie man sich am besten unterhält und miteinander umgeht um dann plötzlich, etwas über meine Beziehung erfahren gehabt, den Respekt zu verlieren und zu versuchen mir zu diktieren ich solle mich doch trennen. Das nur als Beispiel an Vertrauensvorschussmissbrauch den ich hier schon erlebt habe in diesem Forum. Was bringt mir hier theoretisch zu schreiben was ich suche, wenn es doch nur Narzissten anzieht. Ja ich bin nicht perfekt denn ich bin aus Fleisch und Blut. Aber worum es bei einem Gespräch eigentlich geht, dass sollte Deine Seele in sich verinnerlicht haben :) Was auch immer das ist. Es ist nicht Schleimen, es ist nicht Respektlosigkeit, es ist nicht sich biegen müssen, nein ich möchte ich selbst sein und frei und auch direkt sein dürfen, aber es geht nicht darum einander zu bewerten und zu verletzen, zumindest nicht absichtlich. Ich bin ich selbst, und wenn Du nicht damit klarkommst kannst Du wieder gehen. Und ich werde mich auch politisch nicht biegen. Aus persönlichen Gründen habe ich eine tiefe Abneigung gegen den Islam und wünsche daher keine Kontakte mit Moslems, analog dazu wie Aussteiger von Scientology keinen Kontakt mehr zu Scientology suchen. Und ich werde auch nicht politisch korrekt hier posten ich hätte nichts mit Pegida zu tun oder AfD. obwohl es sogar stimmt. Ich sehe die Dinge anders. Wer ein Problem damit hat möge mir bitte nicht schreiben. Dankeschön :) Ich verliere nicht den Respekt vor Menschen nur weil sie ehrlich oder tiefgründig sind.

Das nur als Vorwarnung. Das schließt sich aus.
Belehrungen dazu interessieren mich nicht. Ich bin erwachsen :)
Fragen dazu lassen mich kalt.
Kommentare zu diesem Thema, am Threadziel vorbei werde ich ignorieren. Und wenn es zu viele sind melden. Ich bin ich. :)

Ich möchte gerne zum Thema Vertrauen was posten. Ich habe erst angefangen mir Gedanken darüber zu machen. Ich ahne das ist wieder etwas wo große Denker erst ansetzen mussten, weil "der Mensch" den Pfad dahin schon längst verloren hat.

Den Text habe ich von einer Webseite. Da mein Post nicht mainstream ist möchte ich den Link nicht hier angeben. Ist nicht wichtig. Vielleicht magst Du ja Dich mit jemandem mal unterhalten können, bin chronisch krank also absolut unzuverlässig und antworte in unregelmäßigen Abständen usw... FREIHEIT ist Dir ein Begriff und frei Atmen können, bitte melde Dich! . Und ich bin absolut uncool und unentspannt aber ich will niemandem seine Psyche angreifen, schädigen, stressen usw. Ich stehe auf angenehme Unterhaltung. Bei Stress - no answer.

Immanuel Kant (1797):
Freundschaft und Vertrauen

Moralische Freundschaft ist das völlige Vertrauen zweier Personen in wechselseitiger Eröffnung ihrer geheimen Urteile und Empfindungen, so weit sie mit beiderseitiger Achtung gegen einander bestehen kann.

Der Mensch ist ein für die Gesellschaft bestimmtes (obzwar doch auch ungeselliges) Wesen, und in der Kultur des gesellschaftlichen Zustandes fühlt er mächtig das Bedürfnis, sich anderen zu eröffnen (selbst ohne etwas dabei zu beabsichtigen); andererseits aber auch durch die Furcht vor dem Mißbrauch, den andere von dieser Aufdeckung seiner Gedanken machen dürften, beengt und gewarnt sieht er sich genötigt, einen guten Teil seiner Urteile (vornehmlich über andere Menschen) in sich selbst zu verschließen. Er möchte sich gern darüber mit irgend jemand unterhalten, wie er über die Menschen, mit denen er umgeht, wie er über die Regierung, Religion u.s.w. denkt; aber er darf es nicht wagen: teils weil der andere, der sein Urteil behutsam zurückhält, davon zu seinem Schaden Gebrauch machen, teils, was die Eröffnung seiner ei- genen Fehler betrifft, der andere die seinigen verhehlen, und er so in der Achtung dieselbe einbüßen würde, wenn er sich ganz offenherzig gegen ihn darstellete.

Findet er also einen, der Verstand hat, bei dem er in Ansehung jener Gefahr gar nicht besorgt sein darf, sondern dem er sich mit völligem Vertrauen eröffnen kann, der überdem auch eine mit der seinigen übereinstimmende Art, die Dinge zu beurteilen, an sich hat, so kann er seinen Gedanken Luft machen; er ist mit seinen Gedanken nicht völlig allein, wie im Gefängnis, und genießt eine Freiheit, der er in dem großen Haufen entbehrt, wo er sich in sich selbst verschließen muß. Ein jeder Mensch hat Geheimnisse und darf sich nicht blindlings anderen anvertrauen; teils wegen der unedlen Denkungsart der meisten, davon einen ihm nachteiligen Gebrauch zu machen, teils wegen des Unverstandes mancher in der Beurteilung und Unterscheidung dessen, was sich nachsagen läßt, oder nicht (der Indiskretion), welche Eigenschaften zusammen in einem Subjekt anzutreffen selten ist; zumal da die engeste Freundschaft es verlangt, daß dieser verständige und vertraute Freund zugleich verbunden ist, ebendasselbe ihm anvertraute Geheimnis einem anderen, für eben so zuverlässig gehaltenen, ohne des ersteren ausdrückliche Erlaubnis nicht mitzuteilen.



Rainer Maria Rilke:
Urvertrauen

Wenn ich die Kunst als eine Lebensanschauung bezeichne, meine ich damit nichts Ersonnenes. Lebensanschauung will hier aufgefaßt sein in dem Sinne: Art zu sein. Also kein Sich-Beherrschen und - Beschränken um bestimmter Zwecke willen, sondern ein sorgloses Sich-Loslassen, im Vertrauen auf ein sicheres Ziel. Keine Vorsicht, sondern eine weise Blindheit, die ohne Furcht einem geliebten Führer folgt. Kein Erwerben eines stillen, langsam wachsenden Besitzes, sondern ein fortwährendes Vergeuden aller wandelbaren Werte. Man erkennt: diese Art zu sein hat etwas Naives und Unwillkürliches und ähnelt jener Zeit des Unbewußten an, deren bestes Merkmal ein freudiges Vertrauen ist: der Kindheit. Die Kindheit ist das Reich der großen Gerechtigkeit und der tiefen Liebe. Kein Ding ist wichtiger als ein anderes in den Händen des Kindes. Es spielt mit einer goldenen Brosche oder mit einer weißen Wiesenblume. Es wird in der Ermüdung beide gleich achtlos fallen lassen und vergessen, wie beide ihm gleich glänzend schienen in dem Lichte seiner Freude. Es hat nicht die Angst des Verlustes. Die Welt ist ihm noch die schöne Schale, darin nichts verloren geht. Und es empfindet als sein Eigentum Alles, was es einmal gesehen, gefühlt oder gehört hat. Alles, was ihm einmal begegnet ist. Er zwingt die Dinge nicht, sich anzusiedeln. Eine Schar dunkler Nomaden wandern sie durch seine heiligen Hände wie durch ein Triumphtor. Werden eine Weile licht in seiner Liebe und verdämmern wieder dahinter; aber sie müssen Alle durch diese Liebe durch. Und was einmal in der Liebe aufleuchtete, das bleibt darin im Bilde und läßt sich nie mehr verlieren. Und das Bild ist Besitz. Darum sind Kinder so reich.
[Eingangspost in Absprache mit der TE von der Moderation leicht verändert]
 
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littleNina

Aktives Mitglied
PS: Bitte nur positiv ins Auge blickende Menschen :) Und ja gerne in meinem Alter oder mindestens 34+ oder älter. Mit jüngeren komme ich nicht gut klar. Danke für die Aufmerksamkeit :) Toi Toi Toi
 

Schroti

Namhaftes Mitglied
Zu der Rubrik "Partnersuche" gibt es seitens der Moderation eine kluge Vorbemerkung.
Wichtig Hinweise für Leser und Threadersteller dieses Forums
Es ist nicht in Ordnung, eine TE hier anzugehen. Just my 50 cents.
 
A

Alböguhl

Gast
Es ist so schön, wenn dir jemand seine Hand reicht, lächelt und sagt: "Ich bin so froh, daß es dich gibt und du bist, wie du bist.“
Die wahre Zuneigung besteht nicht aus zwei perfekten Menschen, sondern aus zwei Personen, mit dem ein oder anderen Fehler, die sich gegenseitig ergänzen.
Dieser Moment, wenn man zum ersten Mal den anderen anguckt und merkt: „Kraß, dich will ich behalten.“
Für einander da zu sein bedeutet, wenn kämpfen immer noch einfacher ist als aufzugeben.
Ich deins. Du meins. Wir eins.
 

littleNina

Aktives Mitglied
Es ist so schön, wenn dir jemand seine Hand reicht, lächelt und sagt: "Ich bin so froh, daß es dich gibt und du bist, wie du bist.“
Die wahre Zuneigung besteht nicht aus zwei perfekten Menschen, sondern aus zwei Personen, mit dem ein oder anderen Fehler, die sich gegenseitig ergänzen.
Dieser Moment, wenn man zum ersten Mal den anderen anguckt und merkt: „Kraß, dich will ich behalten.“
Für einander da zu sein bedeutet, wenn kämpfen immer noch einfacher ist als aufzugeben.
Ich deins. Du meins. Wir eins.
Das ist ein sehr schöner Beitrag. Hört sich nach Liebe an :)
 
A

Alböguhl

Gast
Bin durch meine Erkrankung nicht immer so gut drauf.
Manchmal geht es mit mir durch:

Man soll eher vielen als nur einem Glauben schenken.
Plinius der Jüngere
 
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littleNina

Aktives Mitglied
Das tut mir leid dass Du krank bist..... geht es Dir wenigstens ab und zu ganz gut? Worauf Du mit dem Zitat hinaus willst weiß ich nicht :). Aber Du kannst ruhig ehrlich sein und es sagen.
 
A

Alböguhl

Gast
Das tut mir leid dass Du krank bist..... geht es Dir wenigstens ab und zu ganz gut? Worauf Du mit dem Zitat hinaus willst weiß ich nicht :). Aber Du kannst ruhig ehrlich sein und es sagen.
Heißt, nicht nur auf >einen< verlassen.
Das wenn die meisten eine gleiche Meinung zu etwas haben, das es ( meist ) die Richtige Lösung ist.
Aber Entscheiden werden wir ja immer selbst, und wie das Ergebnis ist, zeigt sich erst danach.
Ps;
  • Ich würde eher eine falsche Entscheidung treffen als gar keine.
 

littleNina

Aktives Mitglied
@Alböguhl ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Besserung. Entscheidungen treffe ich bei so schwierigen Themen nicht so leicht. Ich bin aber so ein Mensch der auf Gefahren achtet, ist auch schwierig zu erklären dafür muss man mich gut kennen ;). Ich bin auch in einem Viertel voller Moslems aufgewachsen und hatte keine Probleme. Es ist einfach grundfalsch irgendwas zu projizieren nur weil man eine Religion nicht mag. Und wenn man was böses darin gefunden hat ist das normal dass man es so stark ablehnt. Geht sicher einigen auch nicht anders mit dem Christentum. Deswegen projiziere ich aber nicht auf Satanisten oder Atheisten usw.... Esoteriker irgendeinen Müll ;)
 

momo28

Moderator
Teammitglied
Hallo :)

Eckdaten: 36, Orientierungskrise, weiblich, künstlerisch aktiv, philosophisch interessiert....

Ich suche jemandem zum ab und zu schreiben. Ob eine Freundschaft daraus jemals wird, vorübergehend oder gänzlich bis zum Tod ist wirklich dem Schicksal überlassen. Würdest Du Eckdaten von mir abfragen wäre ich Dir vielleicht sehr skurril. Bist Du ein Typ Mensch der gerne den Menschen sieht wie er ist können wir uns gut unterhalten. Willst Du mich psychologisch zersetzen statt ins Gespräch zu kommen, lass mich in Ruhe. Ich bin weiblich. Ich suche keinen Freund und keine schnellen Treffen, kein whatsapp usw.. und keine Unterhaltung über Sex. Ich suche Vertrauen. Ich weiß nicht ich glaube es ist wie ein kleines oder großes Wunder - wie mit Liebe und Freundschaft auch - das passiert oder nicht. Und wir sind hier auf einem Planeten voller Leid. Und voller Sünden - egal ob man es relativ sieht oder nicht, religiös sieht oder nicht, spirituell sieht oder nur psychologisch oder garnichts von dem. Ich suche kein Small talk. Ausser ab und zu. Ich suche keine Nervensäge die mich im Alltag auf whatsapp nervt. Ich suche niemanden der mit mir flirten will. Ich suche Respekt. Ich suche auch niemandem der zuerst Seitenlange narzisstische Texte schreibt (dass es Narzissmus ist erkennt man erst später) wie man sich am besten unterhält und miteinander umgeht um dann plötzlich, etwas über meine Beziehung erfahren gehabt, den Respekt zu verlieren und zu versuchen mir zu diktieren ich solle mich doch trennen. Das nur als Beispiel an Vertrauensvorschussmissbrauch den ich hier schon erlebt habe in diesem Forum. Was bringt mir hier theoretisch zu schreiben was ich suche, wenn es doch nur Narzissten anzieht. Ja ich bin nicht perfekt denn ich bin aus Fleisch und Blut. Aber worum es bei einem Gespräch eigentlich geht, dass sollte Deine Seele in sich verinnerlicht haben :) Was auch immer das ist. Es ist nicht Schleimen, es ist nicht Respektlosigkeit, es ist nicht sich biegen müssen, nein ich möchte ich selbst sein und frei und auch direkt sein dürfen, aber es geht nicht darum einander zu bewerten und zu verletzen, zumindest nicht absichtlich. Ich bin ich selbst, und wenn Du nicht damit klarkommst kannst Du wieder gehen. Und ich werde mich auch politisch nicht biegen. Aus persönlichen Gründen habe ich eine tiefe Abneigung gegen den Islam und wünsche daher keine Kontakte mit Moslems, analog dazu wie Aussteiger von Scientology keinen Kontakt mehr zu Scientology suchen. Und ich werde auch nicht politisch korrekt hier posten ich hätte nichts mit Pegida zu tun oder AfD. obwohl es sogar stimmt. Ich sehe die Dinge anders. Wer ein Problem damit hat möge mir bitte nicht schreiben. Ich verliere nicht den Respekt vor Menschen nur weil sie ehrlich oder tiefgründig sind. Ich hasse den Islam. Und nein hör auf mit mir darüber pseudo-tiefsinnige Diskussionen zu führen. So viel zur Politik.

Das nur als Vorwarnung. Das schließt sich aus.
Belehrungen dazu interessieren mich nicht. Ich bin erwachsen :)
Fragen dazu lassen mich kalt.
Kommentare zu diesem Thema, am Threadziel vorbei werde ich ignorieren. Und wenn es zu viele sind melden. Ich bin ich. :)

Ich möchte gerne zum Thema Vertrauen was posten. Ich habe erst angefangen mir Gedanken darüber zu machen. Ich ahne das ist wieder etwas wo große Denker erst ansetzen mussten, weil "der Mensch" den Pfad dahin schon längst verloren hat.

Den Text habe ich von einer Webseite. Da mein Post nicht mainstream ist möchte ich den Link nicht hier angeben. Ist nicht wichtig. Vielleicht magst Du ja Dich mit jemandem mal unterhalten können, bin chronisch krank also absolut unzuverlässig und antworte in unregelmäßigen Abständen usw... FREIHEIT ist Dir ein Begriff und frei Atmen können, bitte melde Dich! . Und ich bin absolut uncool und unentspannt aber ich will niemandem seine Psyche angreifen, schädigen, stressen usw. Ich stehe auf angenehme Unterhaltung. Bei Stress - no answer.

Immanuel Kant (1797):
Freundschaft und Vertrauen

Moralische Freundschaft ist das völlige Vertrauen zweier Personen in wechselseitiger Eröffnung ihrer geheimen Urteile und Empfindungen, so weit sie mit beiderseitiger Achtung gegen einander bestehen kann.

Der Mensch ist ein für die Gesellschaft bestimmtes (obzwar doch auch ungeselliges) Wesen, und in der Kultur des gesellschaftlichen Zustandes fühlt er mächtig das Bedürfnis, sich anderen zu eröffnen (selbst ohne etwas dabei zu beabsichtigen); andererseits aber auch durch die Furcht vor dem Mißbrauch, den andere von dieser Aufdeckung seiner Gedanken machen dürften, beengt und gewarnt sieht er sich genötigt, einen guten Teil seiner Urteile (vornehmlich über andere Menschen) in sich selbst zu verschließen. Er möchte sich gern darüber mit irgend jemand unterhalten, wie er über die Menschen, mit denen er umgeht, wie er über die Regierung, Religion u.s.w. denkt; aber er darf es nicht wagen: teils weil der andere, der sein Urteil behutsam zurückhält, davon zu seinem Schaden Gebrauch machen, teils, was die Eröffnung seiner ei- genen Fehler betrifft, der andere die seinigen verhehlen, und er so in der Achtung dieselbe einbüßen würde, wenn er sich ganz offenherzig gegen ihn darstellete.

Findet er also einen, der Verstand hat, bei dem er in Ansehung jener Gefahr gar nicht besorgt sein darf, sondern dem er sich mit völligem Vertrauen eröffnen kann, der überdem auch eine mit der seinigen übereinstimmende Art, die Dinge zu beurteilen, an sich hat, so kann er seinen Gedanken Luft machen; er ist mit seinen Gedanken nicht völlig allein, wie im Gefängnis, und genießt eine Freiheit, der er in dem großen Haufen entbehrt, wo er sich in sich selbst verschließen muß. Ein jeder Mensch hat Geheimnisse und darf sich nicht blindlings anderen anvertrauen; teils wegen der unedlen Denkungsart der meisten, davon einen ihm nachteiligen Gebrauch zu machen, teils wegen des Unverstandes mancher in der Beurteilung und Unterscheidung dessen, was sich nachsagen läßt, oder nicht (der Indiskretion), welche Eigenschaften zusammen in einem Subjekt anzutreffen selten ist; zumal da die engeste Freundschaft es verlangt, daß dieser verständige und vertraute Freund zugleich verbunden ist, ebendasselbe ihm anvertraute Geheimnis einem anderen, für eben so zuverlässig gehaltenen, ohne des ersteren ausdrückliche Erlaubnis nicht mitzuteilen.



Rainer Maria Rilke:
Urvertrauen

Wenn ich die Kunst als eine Lebensanschauung bezeichne, meine ich damit nichts Ersonnenes. Lebensanschauung will hier aufgefaßt sein in dem Sinne: Art zu sein. Also kein Sich-Beherrschen und - Beschränken um bestimmter Zwecke willen, sondern ein sorgloses Sich-Loslassen, im Vertrauen auf ein sicheres Ziel. Keine Vorsicht, sondern eine weise Blindheit, die ohne Furcht einem geliebten Führer folgt. Kein Erwerben eines stillen, langsam wachsenden Besitzes, sondern ein fortwährendes Vergeuden aller wandelbaren Werte. Man erkennt: diese Art zu sein hat etwas Naives und Unwillkürliches und ähnelt jener Zeit des Unbewußten an, deren bestes Merkmal ein freudiges Vertrauen ist: der Kindheit. Die Kindheit ist das Reich der großen Gerechtigkeit und der tiefen Liebe. Kein Ding ist wichtiger als ein anderes in den Händen des Kindes. Es spielt mit einer goldenen Brosche oder mit einer weißen Wiesenblume. Es wird in der Ermüdung beide gleich achtlos fallen lassen und vergessen, wie beide ihm gleich glänzend schienen in dem Lichte seiner Freude. Es hat nicht die Angst des Verlustes. Die Welt ist ihm noch die schöne Schale, darin nichts verloren geht. Und es empfindet als sein Eigentum Alles, was es einmal gesehen, gefühlt oder gehört hat. Alles, was ihm einmal begegnet ist. Er zwingt die Dinge nicht, sich anzusiedeln. Eine Schar dunkler Nomaden wandern sie durch seine heiligen Hände wie durch ein Triumphtor. Werden eine Weile licht in seiner Liebe und verdämmern wieder dahinter; aber sie müssen Alle durch diese Liebe durch. Und was einmal in der Liebe aufleuchtete, das bleibt darin im Bilde und läßt sich nie mehr verlieren. Und das Bild ist Besitz. Darum sind Kinder so reich.

Bitte beachtet hier das Anliegen der TE, das im Forum "Sie sucht" steht.

Wenn ihr diskutieren wollt, dann bitte in einem anderen Thread.
 
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