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Verstehst Du die Lösung gesellschaftlicher Probleme aus Sicht des Islam?

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Ich bezweifle, daß in der Bibel (AT) eine entsprechende Stelle zu finden ist, da das AT von Juden gemacht und für Juden bestimmt war, bei denen Gottgläubigkeit und Kenntnis der Thora grundsätzlich vorausgesetzt wurde. Das Konvertieren von Andersgläubigen war gar nicht vorgesehen, da ja (üblicherweise) nicht von jüdischer Abstammung, ergo war es völlig witzlos, Andersgläubigen der "Schwerhörigkeit" in Bezug auf jüdische Glaubensgrundsätze oder Gottesvorstellungen zu bezichtigen. Man hielt einfach Distanz zu den Andersgläubigen, und das war´s, das reichte völlig.

Lieber Daoga,

doch, im Alten Testament gibt es Stellen, die Anlass geben darüber nachzudenken, ob auch bezüglich des Begriffes „Schwerhörigkeit“ Parallelen zum Koran bestehen. Ich denke, ja.

In 2. Mose 6, 3 lese ich: „Als Gott, der Gewaltige, bin ich Abraham, Isaak und Jakob erschienen; aber unter meinem Namen <der Herr> habe ich mich noch nicht zu erkennen gegeben.

Und in der Fortsetzung, in 2. Mose 7, 3 ist zu lesen: „Ich werde jedoch den Pharao starrsinnig machen, damit ich umso mehr meine Macht durch Staunen erregende Wundertaten erweisen kann.“

Hinsichtlich des Menschen Pharao kann ich Gott nicht verstehen. Wo bleibt da seine Liebe, auch diesen Menschen zu retten? Kann es sein, dass Pharao bereits ein Mensch war, der sich nie hätte retten lassen wollen und der für sich beschlossen hatte, sich der Liebe Gottes nie zu öffnen? Ich werde es evt. nie erfahren…. Diese Erzählung ist eine der Stellen, mit der ich meine Probleme habe. Jedoch ist es für mich schon erschreckend zu lesen, dass Gott durchaus einem Menschen Starrsinnigkeit „schenkt“.

Aber auch hier geschieht dies nicht ohne gute Absicht. Es geht Gott darum, dem Volk, welchem Er sich noch nicht zu erkennen gegeben hat, sich als „der Herr“ zu erkennen zu geben. Gott möchte, dass das Volk erfährt, dass Er nicht eine von Menschen gemachte beliebige Gottheit ist, sondern der Gott, der tatsächlich nachvollziehbar so mächtig ist, dass auch der mächtigste Herrscher, Pharao, sich ihm nicht widersetzen kann. Gott möchte, dass wir Menschen uns an Ihm orientieren und wir sollen wissen, dass wir damit auf Seiten des Mächtigsten sind …. Und deshalb keine Angst (z.B. vor Menschen) haben müssen.

Da sehe ich einen Unterschied zum Koran. In Sure 17 58 ff lesen wir z.B. in Vers 59: „…Und wir senden nur Zeichen mit, um (den Zeitgenossen) Angst zu machen. …“


LG, Nordrheiner
 
Was sagt denn der Koran dazu, wie dann mit den "Schwerhörigen" zu verfahren ist?

Zwecks Beantwortung gebe ich nachfolgend Stellen an, die sowohl Bestrafung als auch Belohnung beschreiben.


Im Koran werden Belohnung und Bestrafung immer wieder – zum Teil recht detailliert – beschrieben.

Bestrafung:
Sure 56, 51 ff: „Hierauf werdet ihr, die ihr irregeht und (die göttliche Botschaft) für Lüge erklärt, (Früchte) vom Saqqum-Baum essen und euch den Bauch damit füllen. Und obendrein werdet ihr heißes Wasser trinken so gierig wie Kamele, die die Saufkrankheit haben. Das ist ihr Quartier am Tage des Gerichts.“

Hinweis: Saqqum-Baum, bei uns Rosenlorbeer oder Oleander genannt.

Sure 44, 43 ff: „Der Saqqum-Baum ist (in der Hölle) die Speise des Sünders. Er ist mit seinen Früchten wie flüssiges Metall und kocht im Bauch (der Sünder, die davon gegessen haben) wie heisses Wasser kocht. Den Höllenwärtern wird zugerufen: Greift ihn (d.h. den zur Höllenstrafe Verdammten) und befördert ihn mitten in den Höllenbrand! Hierauf gießet ihm zur Strafe heißes Wasser über den Kopf mit den Worten: Jetzt bekommst Du es zu spüren.“

Sure 92, 14+15: Feuer das lodert und in dem schmoren wird, der zur Unglücklichkeit verdammt ist. (auch Sure 83, 16).
…und im großen Feuer schmoren und dann darin weder sterben noch (wirklich) leben wird (aus Sure 87, 12+13)


Zum Thema Belohnung wird beschrieben

„Sie (die Gläubigen) werden in einem Zustand der Wonne behaglich auf ihren Ruhebetten liegen und versiegelten edlen Wein trinken“ (aus Sure 83, 22+23+34). „und die Gläubigen lachen über die Ungläubigen“ Und aus Sure 3, 136: „…deren Lohn besteht in Vergebung von ihrem Herrn und in Gärten, in deren Niederungen Bäche fließen, und in denen sie (ewig weilen) werden. (…dazu gereinigte Gattinnen Sure 3, 15). Welch‘ trefflicher Lohn für die, die (im Guten) tätig sind!“ Irdische und himmliche Belohnung ist nachzulesen z.B. in Sure 17, 21: „Schau, wie wir die einen vor den anderen (mit Gütern dieser Welt) ausgezeichnet haben! Aber im Jenseits gibt es höhere Einstufungen und Auszeichnungen.“

Sure 76, 12 ff: Und er vergalt ihnen dafür, dass sie so geduldig waren, mit einem Garten und Kleidern aus Seide, …die Schatten des Gartens reichen tief herab und seine Früchte sind ganz leicht zu greifen, Gefäße aus Silber…Mischwasser mit Ingwer gewürzt, …Ewig junge Knaben machen unter ihnen die Runde. Wenn Du sie siehst, meinst Du, sie seien ausgestreute (der ungefasste) Perlen…die Seeligen haben grüne Gewänder aus Sundusbrokat übergezogen und andere aus Istabraqbrokat und sind mit Armbänder aus Silber geschmückt.

Und aus Sure 52, 20 ff: „…Und wir geben ihnen großäugige Huris als Gattinnen…versorgen sie reichlich mit (köstlichen) Früchten und Fleisch, (allem möglichen) wonach sie Lust haben.“ Aus Sure 55, 56 ff: Darin (d.h. in den Gärten) befinden sich auch, die Augen sittsam niedergeschlagen, weibliche Wesen, die vor ihnen (d.h. vor den männlichen Insassen), denen sie nunmehr als Gattinnen zugewiesen werden, weder Mensch noch Dschinn entjungfert hat. Sie sind so strahlend schön, wie wenn sie aus Hyazinth und Korallen wären.

Sure 64, 9: Denen, die an Gott glauben und tun was recht ist, tilgt er dann ihre schlechten Taten.

Nachtrag zum Stichwort Prädestination:
Sure 64, 11: Kein Unglück trifft ein, es sei denn mit Gottes Erlaubnis.

Gibt es dazu Fragen oder Beiträge?

LG, Nordrheiner
 
Zuletzt bearbeitet:
Liebe Neverland,

weil Du nach der Geschichte und Glaubwürdigkeit der Bibel fragst – im Vergleich zum Koran, informiere ich nach meiner Kenntnis wie folgt.

Der Koran wurde nur von einer Person, Mohammed, übermittelt. Wie Du richtig schreibst, Dauerte die Übermittlung der göttlichen Botschaft ca. 20 Jahre. Mohammed konnte vermutlich nicht schreiben. Insofern war Rezitation erforderlich. Andererseits war man zu seiner Zeit gegenüber schriftlichen Mitteilungen skeptisch und vertraute eher mündlichen Überlieferungen. Dies änderte sich nach dem Tode Mohammeds.

Im Gegenzug besteht die Bibel aus 66 Büchern. Das AT enthält 39 Bücher. Die Bücher des AT waren zuerst in Hebräisch und Aramäisch geschrieben, die alten Sprachen Israels. Viele dieser Schriften sind so alt, daß wir über ihren Ursprung nur noch sehr wenig wissen. Von Zeit zu Zeit fertigten israelitische Schreiber Abschriften an. Doch im Klima überdauern Schriftstücke nicht sehr lange. Daher gibt es auch nur noch wenige alte Abschriften des AT. Bis 1947 stammten die ältesten hebräischen Schriften des AT aus dem 9. Und 10. Jahrhundert n.Chr. Es waren die ersten fünf Bücher Mose, auch der Pentateuch genannt. 1947 wurden dann die Schriftrollen am Toten Meer entdeckt. Sie gehörten zur Bibliothek der jüdischen Sekte von Qumran, die ihre Blütezeit zur Zeit Jesu hatten. Diese Handschriften sind ca. 1.000 Jahre älter als die aus dem 9. Jahrhundert. Unter ihnen befinden sich Abschriften aller Bücher des AT, außer Ester.

Diese Qumran-Manuskripte sind von großer Bedeutung, weil sie im wesentlichen den selben Text haben, wie die Handschriften aus dem 9. Jahrhundert. Der Text des AT hat sich also in tausend Jahren nur geringfügig verändert. Die sorgfältigen Abschreiber haben sich also nur selten vertan. Es gibt einige Stellen, an denen unterschiedliche Ausdrücke gebraucht werden und manchmal ist es unmöglich herauszufinden, was die hebräischen Ausdrücke genau bedeuten. Wissenschaftler gehen davon aus, dass wir sicher sein können, dass das AT, wie es uns heute vorliegt, im wesentlichen immer noch so ist, wie es vor vielen Jahrhunderten von seinen Verfassern geschrieben wurde.

Der Text des AT ist uns auch aus anderen früheren Übersetzungen bekannt. Sie stimmen zum großen Teil mit dem uns vorliegenden hebräischen Text des AT überein.

Eine der wichtigsten Übersetzungen ist die griechische Version des AT, die Septuaginta. In den ersten Jahrhunderten wurde sie von griechisch sprechenden Juden und von vielen Christen benutzt. Der Aristea-Brief geht davon aus, dass die Septuaginta zwischen 285 und 246 vor Chr. in Ägypten für die dort lebenden Juden übersetzt wurde. Manchmal können unverständliche Stellen im hebräischen Text durch Vergleich mit der Septuaginta geklärt werden, doch manchmal ist sie ebenso ungenau. Ferner gibt es darüberhinaus koptische oder lateinische (Vulgata), syrische (Peschitta) Übersetzungen, die zur Klärung „was ist gemeint“ gelegentlich herangezogen werden konnten.

Es ist erwiesen, daß die hebräische Heilige Schrift z.Z. Jesu aus den 39 Büchern bestand, die wir heute als das AT kennen. Fast alle Bücher des AT werden hier und da im NT zitiert. Das lässt darauf schließen, daß Jesus und seinen Nachfolgern mit dem AT vertraut waren, welches wir auch kennen.

LG, Nordrheiner
 

-
Naja......
Meine persönliche Meinung, es lief dabei auch nicht besser als bei der Bibel....-
Welchen Text auch immer ich mir nehme..
Ich kann heute nicht mehr sagen, wie viel "Stille Post" er aus welchem wie auch immer gearteten Grunde enthält.
Und darum bleibe ich weiterhin auch der Auffassung, das ich mir einfach nur "die gute Essenz" eines guten, rechtschaffenden, liebevoll, mitfühlenden, vergebenden, annehmenden, hilfsbereiten usw. Verhalten meinen Mitmenschen gegenüber herausnehme. Und genau DAS versuche, so gut ich immer gerade kann, mich zu bemühen das zu leben. DAS kann dann doch nun nicht so verkehrt sein.

Wenn man unterstellt, dass alle "Fingerzeige auf Gott" in der Bibel (AT oder NT) mit stiller Post oder mit fehlerhaften Übersetzungen oder mit "stiller Post" zusammenhängen, dann kann ich Dein Herauspicken von dem, was Dir gut erscheint, verstehen.

Auch richtig erscheint mir: Wenn Du aber Dir herauspickst, was Dir gut erscheint und zu diesem Textstück nicht wissen kannst, ob es sich nicht gerade bei diesem Textstück um etwas aus dem Bereich "stille Post" oder "Ungenaue Übersetzung" handelt, dann erscheint mir Deine Methode als eine unsichere.

Ich denke schon, dass manchmal - wenn wir uns nur auf unseren Verstand stützen - Irrtümer entstehen, die wir eigentlich durch Nutzung unseres Verstandes vermeiden wollten.

Mir fällt dazu ein: Römer 1, 21, 22: Obwohl sie Gott kannten, ehrten sie ihn nicht und dankten ihm nicht. Ihre Gedanken liefen ins Leere und in ihren unverständigen Herzen wurde es finster. Sie gaben sich für besonders gescheit aus und wurden dabei zu Narren.

Ich denke, liebe Neverland, dass in dem "Gott ehren und ihm danken" ein Geheimnis liegt, welches dem erläutert wird, der eben das tut, was Jesus sagte: Wenn ihr bei dem bleibt, was ich euch gesagt habe, und euer Leben darauf gründet, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen." (Joh. 8, 31+32). Und in Joh. 12, 50 sagt Jesus: Und ich weiß, dass das, was er (Gott) mir aufgetragen hat, euch ewiges Leben bringt. Für alle meine Worte gilt also: Ich sage euch genau das, was der Vater mir gesagt hat.

Wieviele Worte Jesu will man aus dem NT ausschneiden und "als hinzugedichtet" oder als "stille Post" verwerfen? Wer kann heute rückwirkend zu einer Textstelle im NT mit Wissen behaupten "das aber hat Jesus nicht gesagt"?

Ob aber eine Textstelle im NT den Sinn bzw. den genauen Wortlaut der Rede Jesu widergibt, dass - liebe Neverland - sollte jeder für sich herausfinden. Und nach meiner Erkenntnis ist unser menschlicher Verstand nicht ausreichend.
Ich verweise wieder auf die o.g. Stelle im Römerbrief.

LG, Nordrheiner
 
Hinzu kommt ja auch noch die Überlegung:

Ja genau...das soll er gesagt haben..
Du sprichst hier von Jesus Christus, denk ich mal.

Und? Was umfassen die Gebote?

Letztlich ist das "Zehnwort" (wie es hebräisch heisst)
eine Art Einleitung zu einer Reihe von Anweisungen, die im Grunde nur ein Verhaltenskonzept dar stellt.

Also etwa eine Art "Anleitung zu einem guten und rechtschaffenden Leben".
ja, so kann man es ausdrücken.

Und wenn ich mir die Bergpredigt dazu noch ansehe, wiederholt Rabbi Yeshua ha Maschiach (Jesus Christus) genau diese. Und gibt noch zusätzlich einige Anweisungen, bzw. Erklärungen ab. Wie bspw. das man nicht nur nicht töten sollte, sondern auch keinen "Rufmord" begehen, andere nicht beschimpfen, verunglimpfen ect. sollte.

Und so weiter...
Und was ist es anderes, als Ansätze dazu, das wir "gut" miteinander umgehen sollen?

Ich folge Deinen Worten, möchte Dich auf folgenden Aspekt aufmerksam machen.

Die 10 Gebote fangen damit an, dass Gott zu lieben und zu ehren ist. (2. Mose 20)
Und Jesus sagte (in Matth. 22, 35 ff): Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, stellte Jesus eine Falle. Er fragte ihn: "Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot des Gesetzes?"
Jesus antwortete: Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit deinem ganzen Verstand! Dies ist das größte und wichtigste Gebot. Aber gleich wichtig ist ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern."

Es geht also sowohl im AT als auch im NT um Verhaltensweisen, um Gestaltung unserer Beziehungen a) zu Gott und b) zu unseren Mitmenschen. Ich sehe keinen Grund, den Punkt a auszuklammern, im Gegenteil.

LG, Nordrheiner
 
Wenn ich jetzt nur nach der Überschrift gehe, kann der Islam auch zum Frieden führen. Es kommt halt immer nur darauf an ob die Anhänger damit verantwortungsvoll umgehen und das gilt für jede Weltanschauung. Damit ist nicht nur der Islam gemeint.
 
Die 10 Gebote fangen damit an, dass Gott zu lieben und zu ehren ist. (2. Mose 20)
Und Jesus sagte (in Matth. 22, 35 ff): Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, stellte Jesus eine Falle. Er fragte ihn: "Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot des Gesetzes?"
Jesus antwortete: Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit deinem ganzen Verstand! Dies ist das größte und wichtigste Gebot. Aber gleich wichtig ist ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst. In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern."

Es geht also sowohl im AT als auch im NT um Verhaltensweisen, um Gestaltung unserer Beziehungen a) zu Gott und b) zu unseren Mitmenschen. Ich sehe keinen Grund, den Punkt a auszuklammern, im Gegenteil.

Lieber Nordrheiner,
dann möchte ich Dich fragen, was Du ganz persönlich, ohne das was Dir irgendwer darüber erzählt hat, rein nur Du, unter Punkt a) Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit deinem ganzen Verstand! Dies ist das größte und wichtigste Gebot. - verstehst?
Wie lebst Du das? Wie drückst Du es aus?
 
Verstehst Du die Lösung gesellschaftlicher Probleme aus Sicht des Islam?
Nein. Nur das der islam massive Problem schaft, nicht daran interessiert scheint nur ansatzweise unser abendländischen Porobleme zu lösen. Warum auch.

Ich versuche zu verstehen, was die Lösung gesellschaftlicher Probleme aus Sicht des Islam bzw. des Korans sein könnte.

Zunächst stelle ich fest, dass die westliche Welt aus islamischer Sicht zwiespältig gesehen wird. So wird "unsere" sexualmoralische Ansicht und Verhaltensweise sehr negativ beurteilt. Ich denke nicht, dass wir die Sexualethik aus dem Islam hier übernehmen sollten. Diese Sexualethik habe ich in diesem Faden noch nicht thematisiert. Jedoch habe ich den Eindruck, dass hier eine ausführliche Diskussion von beiden Seiten für das jeweilige Für und Wider der auf beiden Seiten unterschiedlichen Vorstellung beiden Seiten, Deutschen wie Migranten, gut tun würde.

Auch wenn "unser" Unglaube als negativ gesehen wird, wird er jedoch i.d.R. nicht thematisiert. Zum Thema wird der Unglaube oder auch der christliche Glaube dann, wenn Ex-Muslime dem Koran den Rücken kehren und sich dem christlichen Glauben anschliessen. Da wird immer wieder von Gewalt berichtet, die Ex-Muslime hier in Deutschland aus diesem Grund erleben müssen. Insofern haben wir in Deutschland zunehmend auch ein Problem mit der Akzeptanz unserer Religionsfreiheit.

Auf der anderen Seite wird unser Land auf Grund der politischen und sozialen Situation als annähernd vorbildlich empfunden, daher auch der Zustrom der Migranten.

Wenn ich an die koranische Prädestinationslehre denke, sehe ich darin schon ein Hindernis, eigene und damit gesellschaftliche Probleme zu lösen.

Als hinderlich des koranischen Glaubens sehe ich das aus meiner Sicht dort vermittelte "Übermaß an Angst vor Strafe". Angst halte ich als Motivationsfaktor für positive Veränderungen für wenig geeignet. Mir ist bekannt, dass ca. 80% der Menschen tun was sie tun, weil sie negative Folgen vermeiden wollen. Und es geht in unserer Gesellschaft um weit mehr als nur darum, unangenehme Folgen zu vermeiden.

20% Menschen - so lernte ich - tun was sie tun weil sie positive Ziele haben und verfolgen. Dies kann ich mit dem verbinden, was ich als eine Lehre der Bibel entnehme. Es ist für mich das Prinzip Hoffnung. Auf gut Deutsch kennt man den Spruch: "Hilf Dir selbst dann hilft Dir Gott".

Nicht als Vorwurf, jedoch als meine Erkenntnis meiner Erlebnisse mit Migranten habe ich den nachhaltigen Eindruck, dass Selbstverantwortung für eine positive Zukunft nicht jedem Migranten unterstellt werden darf. Nicht wenige sind mit der sozialen Unterstützung zufrieden, die sie hier erhalten. So werden gesellschaftliche Probleme nicht gelöst sondern eher konserviert. Aber es gilt hier - wie auch an anderen Stellen: Muslim ist nicht Muslim.

LG; Nordrheiner
 
Ich lege auch nur lediglich meine eigenen Gedankengänge dar.

Insofern schließe ich mich dem Gedanken an:

Die Religion an sich, ist nicht das Problem.
Und auch Gott, wie auch immer wir ihn/sie/es sehen wollten, ist nicht das Problem.
Sondern der Mensch und „sein“Verhalten..-

Darum denke ich eben, das es nicht unbedingt zu mehr Verständnis füreinander führt, wenn wir hergehen und uns gegenseitig unsere Religionen, Glauben oder Unglauben und Sichtweisen erklären.

Sondern sich erst dann etwas ändert in Bezug auf mehr Verständnis, wenn „der Mensch“ anfängt, sein Verhalten zu verändern.

Liege ich mit dieser Vermutung denn so sehr daneben?

Liebe Neverland,

Deine Frage kann ich nicht mit einem einfachen "ja" oder "nein" beantworten.

Zunächst halte ich es schon für wichtig, z.B. Dich zu verstehen und dann jeden anderen Menschen, mit dem ich ins Gespräch komme. Du bist mir wichtig und mein Nächster, dem ich ggf. nachher begegne, ebenfalls.

Aus meiner Sicht verlangt die Liebe zum Nächsten, dass wir ihn verstehen, so gut es uns unter den jeweiligen Umständen möglich ist. Und deswegen halte ich es auch für wichtig, mich auch mit religiösen Grundlagen und Ansichten, Wertvorstellungen und Zielen vertraut zu machen, denen ich begegne. Soviel zu meinem Verhalten.

Religionen sehe ich generell sehr kritisch. Viel zu oft sehe ich in der Geschichte, was z.B. Menschen aus dem an sich friedfertigen christlichen Glauben machen. Es ging vielen Menschen, die sich auch noch Christen nannten, um Macht- und Besitzerweiterung. Es wurden Regeln für das unchristliche Verhalten entworfen. Ich denke da z.B. an die Verhaltensweise der kath. Kirche, die den dunkelhäutigen Menschen zum Tier erklärte um somit Sklaverei zu fördern. Immer dort, wo Menschen Regeln erfinden, die sich gegen Menschen richten und die die Grundlage des (christlichen) Glaubens verlassen, ist Religion schädlich. Und weil dies anscheinend in der Natur von Religionen liegt, sehe ich Religion auch als (mögliches) Problem.

Ich stimme Dir voll zu, dass die Probleme im menschlichen Verhalten liegen. Lediglich verweise ich auf die obigen Absätze, die zwei Negativfaktoren (von etlichen anderen) aufzeigen, die zu Problemen führen: Unverständnis und religiös-motivierte menschenfeindliche Regeln. Und zu ggf. menschenfeindlichen Verhaltensweisen, die wir in unserer Kultur haben, kommen auch "jetzt" die hinzu, die sich aufgrund islamischen Kulturen gebildet haben. Hier ist nach meiner Meinung in beiden Richtungen nicht nur nach dem jeweils schlechten Verhalten zu blicken, sondern auch nach Lösungen.

Wenn Du auf Besserung des Verhaltens durch menschliche Einsicht setzt, ist Verständnis erforderlich für die Frage: Warum tun Menschen was sie tun?

LG, Nordrheiner
 
Wenn ich jetzt nur nach der Überschrift gehe, kann der Islam auch zum Frieden führen. Es kommt halt immer nur darauf an ob die Anhänger damit verantwortungsvoll umgehen und das gilt für jede Weltanschauung. Damit ist nicht nur der Islam gemeint.

Liebe Kareena,

ich denke nicht, dass wir dem Islam oder dem Koran gerecht werden, wenn wir nur nach der Überschrift gehen.
So kann man den übersetzten Begriff "Unterwerfung" mit Bezug auf Gott recht unterschiedlich verstehen. Wenn wir verstehen wollen, was der Andere unter Verantwortung und Unterwerfung verstehen, hilft uns a) ein Blick auf sein Gottesbild und b) auf sein Verhalten.

Anmerkung: Das Gottesbild im Koran und das Gottesbild in der Bibel weichen deutlich voneinander ab. Dazu später gerne mehr.

Zum Thema Verantwortung:

Was bedeutet Verantwortung? Dieser Begriff wird ggf. sehr unterschiedlich verstanden. Siehe dazu auch folgendem Link:

Wien: Vernichtendes Zeugnis für Islam-Kindergärten - Experten warnen - Österreich - krone.at

Ich zitiere aus diesem Link wie folgt:
Das Ergebnis der neuen, jetzt umfassenden Studie von Univ.- Prof. Ednan Aslan über Wiens 150 islamische Kindergärten ist alarmierend: Auf den 178 Seiten wird dokumentiert, wie muslimische Kindergartenbetreiber die Buben und Mädchen einschüchtern, wie sie die Scharia preisen und die westliche Lebensart ablehnen. Und: Die Kontrolle durch die Stadt Wien "reicht nicht aus und ist nicht zufriedenstellend".

So waren die wenigen Kontrollen von Wehselys Magistratsabteilung unzureichend und laut Studie "hauptsächlich auf Formalien" reduziert. Zitat: "Eine Überprüfung der pädagogischen Qualität findet jedoch fast nicht statt. Nicht bzw. marginal werden die theologischen Grundlagen der Träger überprüft."

Und das hätte dramatische Folgen: So seien bei dem Betreiber von gleich mehreren Kindergärten und Kindergruppen "deutliche Anhaltspunkte für die Grundlagen des intellektuellen Salafismus gegeben". Auch die bekannte Muslimbruderschaft führt in Wien Kindergärten.
Die Buben und Mädchen in den Islam- Kindergärten würden deshalb
- mit einem strafenden Gottesbild massiv eingeschüchtert und müssten dementsprechende Suren auswendig lernen,
- und man wäre bemüht, sie vor den "schlechten moralischen Einflüssen der Mehrheitsgesellschaft zu schützen".

Kritik: Pädagoginnen können kaum Deutsch
Außerdem halten Betreiber der Kindergärten die "Mehrehe für unumgänglich und nötig" oder meinen: "Europa, wie wir es kennen, wird in einigen Jahren aufhören zu existieren."
Zusätzlich wird in der Studie klar kritisiert: Die Pädagoginnen können nur schlecht Deutsch und sind ausschließlich praktizierende Muslimas.
 
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