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Verstehst Du die Lösung gesellschaftlicher Probleme aus Sicht des Islam?

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Hallo Nordrheiner, kurze Frage aus Neugier: wie reagieren eigentlich Muslime darauf, wenn du so etwas äußerst?

Gefühlvoll bis betroffen. Unangenehme Textstellen bzw. Fragen dazu werden möglichst ignoriert.
Als Koran-Lehrer fungiere ich auch nicht. Trotzdem ist mir schon passiert, dass ich von muslimischer Seite gefragt wurde "was steht dazu im Koran?" oder "worin besteht der Unterschied zwischen Koran und Bibel?" Auf Salafisten bin ich noch nicht getroffen. Jedoch habe ich bisher vorwiegend den Eindruck, dass es etliche Muslime gibt, die sich bisher selbst schwer tun, den Koran zu verstehen - aber gerne mehr über den Koran wissen wollen.

Als das größte Hindernis für ein Gespräch über Religionen sehe ich hier wie dort fehlendes Wissen über den Koran bzw. über die Bibel. Viele Religionsanhänger sind völlig überrascht, wenn sie erfahren, was im Koran bzw. in der Bibel steht. Über das für sie neue Wissen müssen sie erst mal nachdenken. Insbesondere sind Muslime überwiegend nicht gewohnt und noch weniger geübt, koranische Aussagen oder Aussagen im Hadit (überlieferte Worte und Handlungen Mohammeds) kritisch zu überdenken. Der Hang zum unbedingten Gehorsam ist riesengroß. Der Hang, lasche Muslime (die z.B. Schweinefleisch essen) wieder in Reih' und Glied einzuordnen, ist unverkennbar und auch - soweit ich das erfahre - mit Gewaltbereitschaft verbunden. Nichts ist wichtiger als Gehorsam.

Daher ist mir gegenseitige Verstehen besonders wichtig: Warum tust Du was Du tust?

Das Diskutieren nimmt nur einen wirklich minimalen Bereich bisheriger Gespräche ein.

LG, Nordrheiner
 
Fortsetzung:

Sure 34 „Saba“ V. 22-23:
Nur wenn Gott es befürwortet, befürworten würde, kann es eine Fürsprache geben. Doch weder in der Sure 34 sowie nirgends im Koran ist ausdrücklich die Errettung der Sünder vor der Höllenstrafe erwähnt. Entscheidend für das Schicksal bleibt es, ob ein Mensch gute oder böse Taten vorzuweisen hat. In demütiger Haltung warten die Auferstandenen (eines Tages) den Richterspruch ab. Die Engel oder die übrigen Menschen, deren Aburteilung noch bevorsteht, fragen, was Gott ihnen mitgeteilt hat. Die volle Wahrheit über alle Einzelheiten ist es gewesen, die sie von ihrem Schöpfer erfahren haben.

Gewiß ist oft vom gnädigen, barmherzigen Gott die Rede, der bereit ist zu verzeihen. Doch wird in den Abschnitten, in denen vom Endgericht die Rede ist, keinerlei Zweifel an der strengen Gerechtigkeit des göttlichen Urteils zugelassen. In dem Bemühen um sein Heil bleibt der Mensch ganz auf sich allein gelassen. Niemand kann ihm helfen.

Die Hoffnung auf die Fürsprache Mohammeds wird als Verflachung der koranischen Botschaft betrachtet (Arabist Prof. Tilmann Nagel). Je mehr sich der Prophet zum Lenker des Gemeinwesens entwickelt, je mehr wird von Mohammed die Auffassung vertreten, dass die Gedanken des Menschen sich nicht ständig um die damalige Naherwartung des Gottes Gerichts kreisen sollen. Die Gedanken der Menschen sollen sich auf die Aufgabe richten, Gottes Gesetz in dieser Welt zu verwirklichen. Daher kann es durchaus dazu kommen, dass die Zugehörigkeit zum Gemeinwesen, welches die göttliche Ordnung verwirklicht, als entscheidend für das Heil betrachtet wird.

Die im Koran zurückgewiesene Sippensolidarität kann sich letzten Endes auf einer höheren Ebene wieder zur Geltung bringen: Nicht die von den Stammesahnen ererbte Würde, sondern die auf den Propheten zurückgeführte Würde, ein Muslim zu sein, mildert Gottes Richterspruch.

In diesem Punkt „Verflachung der ursprünglichen Botschaft“ sehe ich eine Parallele zum Christentum. Auch hier scheint es mir oft so zu sein, dass die Zugehörigkeit zu einer Kirche als entscheidendes Kriterium für das Bestehen vor Gott gesehen wird.

Damit möchte ich dieses Kapitel „der richtende Gott“ im Islam abschließen.
Gibt es hierzu Beiträge oder Fragen?
 
Danke für die Antwort.
Ich meine: du hast ja im Eröffnungsbeitrag bereits klar gestellt, dass du den Anspruch des Korans, Gottes Wort zu sein, ablehnst. Und in dem, was ich in meinem Beitrag #164 von dir zitiert habe machst du erst recht deutlich, dass der Koran (für dich) nicht Gottes Wort, sondern (genauso wie für Muslime eigentlich nur die überlieferten Ahadith) einzig Mohammeds Wort ist. Tust du das Muslimen gegenüber auch? So nach dem Motto "Mohammed sagt im Koran..."? Denn eigentlich sagt der selber ja kein Wort da drin.
 
Danke für die Antwort.
Ich meine: du hast ja im Eröffnungsbeitrag bereits klar gestellt, dass du den Anspruch des Korans, Gottes Wort zu sein, ablehnst. Und in dem, was ich in meinem Beitrag #164 von dir zitiert habe machst du erst recht deutlich, dass der Koran (für dich) nicht Gottes Wort, sondern (genauso wie für Muslime eigentlich nur die überlieferten Ahadith) einzig Mohammeds Wort ist. Tust du das Muslimen gegenüber auch? So nach dem Motto "Mohammed sagt im Koran..."? Denn eigentlich sagt der selber ja kein Wort da drin.


Danke für die kritische Frage. Da ich nicht dabei war, als der Koran "geboren" wurde, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, dass er lediglich dem Verstand Mohammeds entsprang oder ob nicht vielleicht andere Quellen zutreffen.

Im AT (2. Mose 19, 24) wird berichtet, dass Mose und Aaron den Berg betraten. Und in 2. Mose 20 V. 18 wird von Posaunenschall und Blitzen, Donner für alle sicht- und hörbar gesprochen. Insofern gab es da wohl Zeugen .... eines göttlichen Geschehens.

Die Kenntnisse, die man über seine nicht bekannte (eher nicht vorhandene) Schulbildung hat, legt die Schlußfolgerung nahe, dass Mohammed selbst weder schreiben noch lesen konnte. Also blieben ihm nur das Auswendiglernen, Rezitieren oder alternativ seine Gedanken. Es kann also schon sein, dass es eine Quelle gab, die Mohammed mit Engel bezeichnete. Ob es ein Engel war, kann ich nicht bestätigen... noch widerlegen. Jedoch sind die Grundaussagen des Korans in wichtigen Punkten dermaßen vom NT abweichend, dass die Frage nahe liegt: Handelt es sich bei der koranischen Botschaft um eine göttliche Offenbarung...? oder handelt es sich um eine nicht-göttliche Quelle ggf. "überirdischer Herkunft" ? oder haben wir es im NT bzw. im Koran mit zwei verschiedenen Göttern zu tun?

Aus meiner Sicht setzt sich Mohammed sehr stark mit den Gruppen auseinander, auf die er damals traf. Auf mich wirkt der Koran daher auch wie die Widergabe von Diskussionen und Erlebnissen von Mohammed mit Anders- oder Nicht-Gläubigen. Das machte Jesus auch. Lediglich die Gewichtung solcher Abgrenzungen ist im Koran deutlich stärker.

Bisher habe ich die Formulierung "Mohammed sagt im Koran..." noch nicht verwendet. Ich könnte sie verwenden. Bisher formulierte ich eher so: "im Koran steht...." Ich werde darüber nachdenken, welche Formulierung die für mich bessere ist.

LG; Nordrheiner
 
Bei der Geburt der Bibel waren wir auch nicht persönlich anwesend nicht wahr?

Aber dem Einen glauben wir dem anderen nicht?

Gott werden wir nie belegen/ beweisen können.
Wir können an Gott glauben (wie auch immer wir Gott sehen oder verstehen) oder eben nicht...-

-
P.S. ich bin angenehm überrascht, das meine Befürchtung von vorhin nicht eingetroffen ist bisher.
-
 
Nordrheiner;3120751 : "Sage mir was "Du" (nicht) glaubst und ich sage "Dir" meinte:
Woher willst Du wissen, was mir als Atheisten wichtig und unwichtig ist??????? Langsam wird Deine Arroganz unerträglich!!
Wer oder was gibt Dir das Recht über andere Menschen zu urteilen?-----Dein Glaube------Dein Wissen-------Göttliche Eingaben----?
 
PENG! ...Entschuldige...habe ich es jetzt doch angezogen....?

Jippi! Beweis für die "Hermetischen Gesetze der Anziehung!" ;-) (Spaß...obwohl...wer weiß)

Biddi: Genau DAS hatte ich befürchtet...denn genauso kann man das verstehen....

Nordrheiner, die "richtigen Worte" zu finden, für das was man ausdrücken will ist natürlich nicht immer leicht.

Meinst Du die Sätze so, wie Biddi sie fühlt? Und ich muss zugeben, dass das auch mein erster Gedanke in etwa war. Ob Du das echt so meinst, als hättest Du die Weisheit darüber, anhand dessen ob einer etwas glaubt oder nicht glaubt, ihn/sie zu beurteilen?

Ich hoffe das es nicht so gemeint war...-
 
Denk mal lieber über diesen Satz nach: Betrachte alle Behauptungen als unwahr, ehe sie bewiesen sind.

Meine Meinung: Situativ ist dieser Satz durchaus gut. Aber nicht durchgängig für die Praxis empfehlenswert.
- Wir hören die Behauptung, dass das Ansteigen der Durchschnittstemperatur zum Kollaps führt.
- Mit dem Tod ist alles aus
- Es gibt keinen Gott
- wenn "ich" heirate, macht mich mein Partner glücklich

Manchmal ist Skepsis hilfreich, manchmal die Annahme, dass die Behauptung zutreffend ist. Wenn wir vor unserem Tun immer erst Beweise haben wollen, bleiben wir zu oft auf der Stelle stehen, auch wenn Bewegung wichtig ist.
 
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