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Versicherung:

K

König_der_Löwen

Gast
Eine Frage zu Krankenkassen! Ich bin vor einem Jahr nach Deutschland gezogen und habe damals die Frist verpasst, in der ich mich hier versichern lassen kann. Ich wusste damals nicht, dass ich nicht mehr über die Schweiz versichert sein werde, denn die haben mir gekündigt, als ich umgezogen bin und das habe ich recht spät erfahren.Jetzt kann ich mich hier nicht gesetzlich versichern lassen. Also werde ich mich nun privat versichern lassen - ich möchte hier in Deutschland gerne eine Psychotherapie machen und es kann offenbar sein, dass die mir dann kündigen, wenn ich zu teuer bin. Das ist ja echt doof. Ich habe kein Einkommen und bin auf eine Krankenkasse, die das übernimmt angewiesen - eine gesetzliche liegt nicht drin und die privaten sind sehr wählerisch. Meine Ärztin meinte, ich solle ein halbes Jahr warten, ehe sie mich überweist, weil das ansonsten halt die Krankenkasse nicht so cool findet - das will ich aber eigentlich nicht... Habe ich denn keine Möglichkeiten als Verbraucher?
 

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bird on the wire

Aktives Mitglied
Es gibt in der privaten Krankenversicherungen sog. Wartezeiten nach Neuabschluß des Vertrages. Für Behandlungen in den ersten Monaten nach Abschluß des Vertrages werden keine Kosten übernommen. Bei vielen Krankenkassen sind das 6 - 8 Monaten bei Psychotherapie.

Außerdem muß man bei Abschluß des Vertrages Gesundheitsfragen beantworten. Wenn eine Behandlung zu erwarten ist oder kurz bevor steht, also schon Krankheit vorliegt, dann kann sein, daß die Krankenkasse genau die Kostenerstattung für diese Krankheit ausschließt oder Dich ganz ablehnt. Erkundige Dich da bitte ganz genau. Fragen nicht oder falsch beantworten, macht auch keinen Sinn, denn die Krankenkasse kann dann nachträglich die Kosten der Behandlung verweigern.

Außerdem bist Du in der privaten Krankenkasse normalerweise insbesondere was Psychotherapie angeht, deutlich schlechter gestellt als in der gesetzlichen Krankenkasse. Die gesetzliche übernimmt die Kosten insgesamt. Die privaten Versicherungen haben alle unterschiedliche, spezielle Klauseln.
Wenn Du weißt, daß eine Psychotherapie ansteht, dann schau bei jedem Angebot einer Krankenkasse ganz besonders auf diese Bedingungen. Eine Sitzung beim Psychotherapeuten kostet je nach Art der Therapie als Privatpatient 80 - 100 €. Da läppern sich also ganz schöne Kosten zusammen. Meine Krankenkasse z.B. übernimmt nur 20 Behandlungen im Jahr. Für weitere Behandlungen zahlt sie nur einen geringen Zuschuß. Da aber eine Therapie i.d.R. wöchentlich stattfindet, kommt man eigentlich immer über die 20 bezahlten Sitzungen im Jahr hinaus. Allerdings zählen zu den erstattungsfähigen 20 Behandlungen nicht nur Psychotherapie sondern auch diverse andere Behandlungen. Wenn also in einem Jahr mehrere Erkrankungen zusammenkommen - bei mir damals Rücken und Psyche - und einerseits eine Psychotherapie mit mehr als 20 Terminen im Jahr ansteht und andererseits im Rahmen einer Nachbehandlung Rückenop diverse Anwendungen, die auch unter den Psychokatalog fallen, dann sind mal locker fast 1000 € im Jahr selbst zu tragen. Was die gesetzliche Krankenkasse unproblematisch bezahlt hätte.

Es gibt übrigens auch private Krankenkassen, die die Kosten nur für Psychotherapien bei Ärzten übernehmen, aber nicht für Psychotherapeuten, die nicht gleichzeitig auch Arzt sind. Dadurch hat man es viel schwerer einen Platz zu bekommen, weil viele Psychotherapeuten für die Kostenerstattung gar nicht in Betracht kommen.

Deswegen gerade bei privaten Krankenkassen ganz genau die Bedingungen vergleichen.

Schau bitte zusätzlich, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu kommen.


P.S. Wie willst Du denn eigentlich ohne Einkommen die private Krankenkasse bezahlen????
 
Zuletzt bearbeitet:
K

König_der_Löwen

Gast
Es gibt in der privaten Krankenversicherungen sog. Wartezeiten nach Neuabschluß des Vertrages. Für Behandlungen in den ersten Monaten nach Abschluß des Vertrages werden keine Kosten übernommen. Bei vielen Krankenkassen sind das 6 - 8 Monaten bei Psychotherapie.


Außerdem muß man bei Abschluß des Vertrages Gesundheitsfragen beantworten. Wenn eine Behandlung zu erwarten ist oder kurz bevor steht, also schon Krankheit vorliegt, dann kann sein, daß die Krankenkasse genau die Kostenerstattung für diese Krankheit ausschließt oder Dich ganz ablehnt. Erkundige Dich da bitte ganz genau. Fragen nicht oder falsch beantworten, macht auch keinen Sinn, denn die Krankenkasse kann dann nachträglich die Kosten der Behandlung verweigern.


Außerdem bist Du in der privaten Krankenkasse normalerweise insbesondere was Psychotherapie angeht, deutlich schlechter gestellt als in der gesetzlichen Krankenkasse. Die gesetzliche übernimmt die Kosten insgesamt. Die privaten Versicherungen haben alle unterschiedliche, spezielle Klauseln.
Wenn Du weißt, daß eine Psychotherapie ansteht, dann schau bei jedem Angebot einer Krankenkasse ganz besonders auf diese Bedingungen. Eine Sitzung beim Psychotherapeuten kostet je nach Art der Therapie als Privatpatient 80 - 100 €. Da läppern sich also ganz schöne Kosten zusammen. Meine Krankenkasse z.B. übernimmt nur 20 Behandlungen im Jahr. Für weitere Behandlungen zahlt sie nur einen geringen Zuschuß. Da aber eine Therapie i.d.R. wöchentlich stattfindet, kommt man eigentlich immer über die 20 bezahlten Sitzungen im Jahr hinaus. Allerdings zählen zu den erstattungsfähigen 20 Behandlungen nicht nur Psychotherapie sondern auch diverse andere Behandlungen. Wenn also in einem Jahr mehrere Erkrankungen zusammenkommen - bei mir damals Rücken und Psyche - und einerseits eine Psychotherapie mit mehr als 20 Terminen im Jahr ansteht und andererseits im Rahmen einer Nachbehandlung Rückenop diverse Anwendungen, die auch unter den Psychokatalog fallen, dann sind mal locker fast 1000 € im Jahr selbst zu tragen. Was die gesetzliche Krankenkasse unproblematisch bezahlt hätte.


Es gibt übrigens auch private Krankenkassen, die die Kosten nur für Psychotherapien bei Ärzten übernehmen, aber nicht für Psychotherapeuten, die nicht gleichzeitig auch Arzt sind. Dadurch hat man es viel schwerer einen Platz zu bekommen, weil viele Psychotherapeuten für die Kostenerstattung gar nicht in Betracht kommen.


Deswegen gerade bei privaten Krankenkassen ganz genau die Bedingungen vergleichen.


Schau bitte zusätzlich, ob es irgendeine Möglichkeit gibt, wieder in die gesetzliche Krankenkasse zu kommen.




P.S. Wie willst Du denn eigentlich ohne Einkommen die private Krankenkasse bezahlen????

Ich lebe vom Unterhalt meines Vaters. Es reicht gut, um hier zu leben, zumindest als Student. Die Frage ist halt, wie komme ich wieder wieder in eine Gesetzliche? Private Krankenkassen sind ja höchst unsympathisch, wenn die mir einfach kündigen können. Beh~
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Ich kann Dir nur aufzeigen, auf welche Fallstricke Du bei der Auswahl der privaten Krankenversicherung insbesondere im Hinblick auf eine anstehende Psychotherapie achten soltest.

Ob und wie Du wieder zurück in die schweizer oder in die deutsche gesetzliche Krankenversicherung kommst, weiß ich leider nicht.

Vielleicht hat da einer der anderen user Infos und Ideen.

Ich wünsche Dir viel Glück, daß hier noch die richtige Antwort für Dich kommt.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, König der Löwen,

in Deutschland kommst Du in die gesetzliche Krankenkasse automatisch, wenn Du hier arbeitest und arbeitslos wirst.
Dann meldet Dich das Jobcenter bzw. die Leistungsabteilung in der gesetzlichen Krankenkasse an. Ich empfehle, die BKK vor Ort auszuwählen.

Da Du Student zu sein scheinst, dann geh doch den Umweg und suche Dir für 2-3 Monate einen Job. Und im Anschluß daran meldest Du Dich arbeitssuchend.

Auch würde ich mich an der Uni bzw. bei der Asta erkundigen. Dein Problem ist sicher nicht das erste dieser Art und die Kommilitonen wissen oft Bescheid, wie man das Problem am besten löst.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass man in die Familienversicherung aufgenommen wird. Dazu ist es erforderlich, dass Deine Eltern (und wenn man verheiratet ist der Ehepartner) in einer gesetzlichen Krankenkasse Mitglied ist.

Sofern Deine Eltern (Dein Vater) nicht in Deutschland sondern z.B: in der Schweiz tätig und krankenversichert sind, würde ich mich erkundigen, ob es dort ähnlich funktioniert wie in Deutschland.

Viel Erfolg,
Nordrheiner
 
K

König_der_Löwen

Gast
Ich habe mich nun bei einem Amt gemeldet, die mir geraten haben, es bei der AoK zu versuchen und die nehmen mich ab Oktober nun auf. Keine Ahnung, was meine Krankenkasse zuvor für Probleme mit irgendwelcher Fristen hatte... :confused:
 

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