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vergangenheit holt mich ein

dunkleseele2

Aktives Mitglied
ich kann nicht mehr. immer wieder holen mich die bilder von früher ein. meine kindheit war die hölle gewesen. nachdem meine leibliche mutter sich nicht mehr um uns kümmern konnte sind mein bruder und ich in eine pflegefamilie gekommen. dort war es anfangs auch sehr schön gewesen. bis dann meine leibliche mutter sich das leben nahm und mein pflegevater starb. danach fing die hölle an. meine pflegemutter lernte meinen jetztigen stiefvater kennen. er hatte ein starkes problem mit alkohol und war ziemlich gewaltätig. jede nacht hatte ich angst , wenn er aus der kneipe zurück kam. sehe die bilder noch heute vor mir. jede nacht habe ich angst. halte mich noch heute an alle seine regeln, weil die angst so tief sitzt. träume jede nacht von ihm. stelle mir jeden tag die frage, wie man das seinen kindern antun kann. warum hat mir meine mutter nie geholfen ? sie hat nur zu gesehen, wie er uns schlug oder aus der wohnung schmiss. klar, sie hatte wahrscheinlich auch einfach angst, doch wir waren noch kinder. sie hätte uns beschützen müssen. ich hasse meine mutter dafür, das sie bei allen weg gesehen hat. sie hat alles gewußt, alles ! doch sie hat so getan als wäre nichts gewesen. sie hat sich gegen uns kinder entschieden und ist bei ihm geblieben. es hat mich sehr verletzt, als sie noch zu mir meinte, sie hätte nur alles erduldet, da sie wußte das ich keinen streit mag. sie hat mich in stich gelassen und das tut weh. trotzdem vermisse ich sie sehr und mache mir sorgen um sie, weil sie noch mit diesen mann zusammen ist. kann man einen menschen gleichzeitig lieben und hassen ? zur zeit besteht zu meiner mutter kein kontakt mehr. der letzte kontakt war, als meine therapeutin aus der einrichtung in der ich leben, dort angerufen hat, um sie zu bitten zu einen elterngespäch zu kommen. meinte mutter hat abgelehnt und meinte nur ich hätte sie zu seht enttäuscht und sie leben ihr leben und ich solle mein leben leben. wie kann sie sich von mir abwenden und bei diesen mann bleiben, der nicht gut zu ihr ist ? ich wünsche diesen mann den tod, denn er hat meine kindheit zerstört. er hat einfach alles kaputt gemacht und mir meine familie genommen. fühle mich so haltlos. habe nun keine familie mehr. vermisse meine mutter so. andererseits verachte ich sie, denn sie hat mich für diesen mann alleine gelassen. sowas macht doch keine mutter ? warum lassen mich alleine immer alleine ? meine leibliche mutter hat mich auch schon alleine gelassen. was mache ich nur falsch ?

musste es einfach mal irgendwo loswerden.
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
warum hat mir meine mutter nie geholfen ?

kann man einen menschen gleichzeitig lieben und hassen ?

was mache ich nur falsch ?

Hallo dunkleseele,
Mütter sind keine Göttinnen, auch wenn Kinder das lange von ihnen denken - sie sind Menschen mit Grenzen, Fehlern und einer Menge Problemen, die sie zu lösen versuchen. Mütter geben ihr Bestes - auch wenn das manchmal nicht viel und für die Kinder viel zu wenig ist.

Dass man so eine Mutter gleichzeitig liebt und hasst scheint mir normal. Sie hat ja nicht alles falsch gemacht und hat sicher auch Seiten, die liebenswert sind - und sie hat dich zur Welt gebracht und dir die erste Nahrung und die erste Zuwendung gegeben. Da ist Liebe eine natürlich Reaktion. Wenn du Hass gegen sie spürst, hängt das auch mit der Relation zwischen deiner Erwartung und dem, was sie gegeben hat, zusammen. Ich habe irgendwann zu meinen Eltern (die da schon lange nicht mehr lebten) gesagt: Ihr habt euer bestes gegeben, dafür danke ich euch - den Rest mache ich selbst oder mit Hilfe anderer Menschen. Seitdem geht es mir gut, auch wenn ich an weniger schöne Dinge in meiner Kindheit denke.

Ich glaube nicht, dass du etwas falsch machst - aber so wie du über deine Kindheit und deine Mutter denkst, hat das bestimmte Auswirkungen auf dich, die dir offenbar nicht gut tun. Aber du kannst auch anders denken.

Gruß, Werner
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

ich komme aus einer ähnlichen Problematik wie du. Mein Vater war gewalttätig und meine Mutter hatte es ebenfalls unterlassen uns Kids zu schützen..im Gegenteil..sie hat die Gewalt unseres Vaters als "Erziehungsmittel" benutzt. Und als wir sie anflehten sich zu trennen damit wir gehen konnten uns 3 Kinder/Jugendliche mit Selbstmorddrohung zum Bleiben gezwungen.

Ich habe diesen Konflikt dann zum Glück im Alter von 13.14 Jahren ein wenig entschärfen können indem ich meinen Vater angriff und ihn dazu zwang keine Gewalt mehr an zu wenden.

Ich habe mein Elternhaus früh verlassen an sich bereits innerlich direkt ab der Pubertät...Es ist total wichtig sich innerlich zu lösen. Du haftest noch an...hast die (unrealistische) Hoffnung dass deine Mutter Einsicht zeigt und sich für das was sie dir antat bei dir entschuldigt. Das wird leider nicht funktionieren. Weil Menschen anders funktionieren. Ich denke deine Mutter hat sicherlich Schuldgefühle, nur kann sie diese nicht zeigen, da damit ihre Lebenslüge ans Licht käme, ihre Mitschuld und Verantwortungslosigkeit und das könnte sie ggf. nicht ertragen und daher leugnet sie vehement..wie meine Mutter bis heute. Allerdings erkennt man dennoch dass sie im Grunde um ihr Versagen weiss...ihr schlechtes Gewissen ist deutlich aus ihrer ganzen Haltung erkennbar.

Ich habe heute kaum noch Kontakt zu meinen Eltern, und wenn dann nur zu geschäftlichen Angelegenheiten. Meine Eltern haben auf gewisse Weise Buße getan durch großzügige Geldgeschenke oder Überschreibung von Immobilien etc. Damit ist die Angelegenheit für mich an sich erledigt.
Sie war bereits damals schon ab der Pubertät für mich erledigt, da ich erkannte: bei meinen Eltern ist nicht viel zu erwarten in Hinsicht auf Liebe, Achtung, Anerkennung..also guck ich mich mal lieber woanders um...und das tat ich...erfolgreich. Ich hatte meinen Job als Reitlehrerin, meinen kleinen Reitstall, Freunde und Freundinnen mit denen ich viel unterwegs war und Spass hatte. Meinen Sport, meine Kunst...Irgendwo muss man anfangen los zu lassen und sich auf sein Leben zu konzentrieren. Wenn man Eltern hatte die nicht so dolle sind auf ein Leben ohne Eltern...Seine Eltern kann man sich ja leider nicht aussuchen.
Es war natürlich schmerzlich erkennen zu müssen dass die Eltern scheisse drauf waren, der Vater ein ungerechter Terrordespot, die Mutter eine hysterische egoistische Kuh die die nur an sich und nicht an die Kinder denkt und sie nicht schützt. Aber so ist es nun einmal, damit muss man sich abfinden. Du solltest also eines auf gar keinen Fall tun: versuchen deine Mutter zu erziehen oder Einsicht zu erzwingen versuchen. Sie lebt in ihrer eigenen Welt und Realität und da hast du an sich nix verloren, denn in ihrer Welt wirst du immer zu kurz kommen und dich das nur weiter unnötig frustrieren.

Abgrenzung ist wichtig, also zu erkennen dass du nicht deine Eltern bist und du nur eines machen musst in deinem Leben: einfach besser...das reicht an sich. Damit beschämst du deine Mutter am meisten.

Meine mittlere Schwester hatte vor einigen Jahren einen psychischen Zusammenbruch, sie erzählte dass sie ebenfalls sehr viel Angst hatte...ich hatte die zwar auch manchmal aber offenbar durch mein frühes Loslassen (und meine Beschäftigungstherapie, Reiten, Freunde, etc.) mehr Selbstbewusstsein und Abstand was die Angst weitgehend nahm.
Ich kann dir nur raten los zu lassen und dich voll und ganz auf deine Zukunft zu konzentrieren. Kein Mensch - auch deine Mutter nicht hat die Macht zu verhindern dass du mal glücklich wirst und eine viel bessere Zukunft hast. Es liegt ganz bei dir.
Deine Mutter hat in Hinsicht auf ihre Verantwortung sich gut um dich zu kümmern versagt....du solltest das nicht nachmachen und dich selbst gut um dich kümmern. Das habe ich ebenfalls stets getan...damals ab der Pubertät wo ich erkannte dass meine Mutter es nicht bringt...ich jedoch schon ;) Selbst ist die Frau und der Grundstein eines erfolgreichen Lebens ist Selbstvertrauen, dass man sich stets als unerschütterlichen Fels in der Brandung hat auf den man zählen kann.
Dazu ist natürlich harte Arbeit an sich selbst erforderlich. Durch Gewalt erleidet das Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl einigen Schaden und man muss Ausgleichen...Kampfsport ist gut, Sport allgemein oder auch Therapie, Verhaltenstherapie. Du machst ja bereits was in der Hinsicht, aber ich weiss aus eigener Erfahrung dass Therapie allein nicht ausreicht. Dazu sollte kommen viele Sozialkontakte zu pflegen, Freunde, Vertraute haben, Beruf, sinnvolle Beschäftigungen..irgendwas was, was du kannst (jeder hat irgendwo Talente und kann diese ausbauen..auch du!) dir ständig Anerkennung, Lob und Achtung einbringt. Sowas ist wichtig zum Ausgleich für die Demütigungen die man durch Gewalt erlebt hat.

Also kontinuierliche Aufbauarbeit bis deine Mitte wieder einigermaßen im Lot ist.

Wie auch im Vorbeitrag bereits angesprochen stimme ich zu dass die Denkweise wichtig ist..die Erwartungshaltung. Du haftest da immer noch zu sehr an unrealistischen und daher frustrierenden Erwartungen an...Las also deine Mutter los...du brauchst sie im Grunde nicht mehr....also weg damit!
Hass ist Anhaften...damit hat deine Mutter viel zu viel Macht über dich..weil du sie ihr durch deinen anhaftenden Hass giebst.

Ich hatte damals in der Ablösungsphase auch Wutphasen und ansatzweise sowas wie Hass gespürt...mir jedoch verboten..da ich erkannte dass meine Eltern damit zu viel Macht über mich hatten, Macht die ich ihnen nicht gönnen wollte und die ich lieber für mich selbst haben wollte. Meine Wut, meinen Ärger habe ich per Kunst und Sport gut abbauen können...das hat mich ruhig und gelassen gemacht und so wurde sehr schnell eher Verachtung und Mitleid aus der Wut ggü meinen Eltern. Irgendwann steht man über sowas und sagt sich: das also sind meine Eltern im leiblichen Sinne, weil sie mich gezeugt haben, aber ansonsten sind sie eher Fremde mit denen ich nicht mehr viel am Hut habe.

Ich hoffe du kommst irgendwann auch an diesen Punkt. Ich bin ja nun schon über 40 Jahre (verdammt...wo ist die Zeit geblieben?? :eek:) alt aber ich erinnere mich wenn ich an meine Kindheit/Jugend zurückdenke v.a. an die schönen Momente. Da ich in meiner Jugend kaum noch zu Hause war (nur zum Essen, Hausaufgaben machen schlafen) waren auch hauptsächlich andere Erlebnisse, die Action in Wald und Wiesen und mit den Pferden etc. irgendwo prägender. Ich denke um Zeit blendet man auch viele Negativereignisse aus..ich kann mich jedoch sehr gut an sehr ängstigende schlimme Situationen erinnern..allerdings ohne Angst oder Schmerz und so wie man auf einen Film guckt. Über solche Ereignisse oft mit Freunden oder Vertrauten (oder auch einem Therapeuten) reden ist da glaube ich sehr wichtig...denn damit gewinnt man immer mehr inneren Abstand dazu...Es berührt einen zwar immer noch, haut einen aber nicht mehr um...soweit muss man glaube ich kommen und zwar relativ rasch wenn möglich...sonst versaut einem das nachhaltig die Lebensqualität.

Ich bin ein Genussmensch und habe daher keine Mühen gescheut diese Verarbeitung radikal durch zu führen.....damit die Lust aufs Leben stets den Vorrang hatte.

Ich hoffe sehr für dich, dass du ebenfalls deine Lebenslust niemals verlierst und falls zwischenzeitlich doch ein wenig ins Hintertreffen geraten bald wieder findest.

Tyra

was mir auch noch ein wenig geholfen hat war mein Analysetick..womit ich geborene Wissenschaftlerin bin auch beruflich geworden bin...ich habe mir die Dinge immer unerschrocken sachlich angeguckt...und seziert und dahinter geguckt...auch mein Leben...damit hatte ich dann Erklärungen nach dem Wie und Warum....sowas bringt auch Ruhe in die Seele..man gewinnt auch damit Abstand. In deiner Therapie läuft ja gerade sowas ab...eine Reflexion und Analyse...nutze die gut für dich, mach da mit denn da kannst du viel Nutzen für dich raus ziehen.
 

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