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Unzufrieden mit allem und jedem

A

Alexandra1981

Gast
Hallo,
ich lese öfter auf der Seite und hoffe, vielleicht selbst Hilfe oder ein paar Tipps zu bekommen, weil ich nicht weiß, wo mein Problem herkommt.
Zu meiner Situation: Ich habe vor 8 Jahren geheiratet und einen Sohn bekommen, vor vier Jahren geschieden (mein Sohn lebt bei mir), dann drei Jahre ohne Partner und nun habe ich seit einem Jahr einen Freund, den ich aber schon seit meiner Jugendzeit kenne. Da wir fast 40 sind, haben wir uns bewusst für ein gemeinsames Kind schon nach einem Jahr Beziehung entschieden (er hat noch keine Kinder, aber wünscht sich welche und ich wollte auch noch eins). Ich bin jetzt frisch schwanger und leider IMMER unzufrieden. In meiner Ehe war ich das, alleinerziehend und wo ich frisch verliebt in meinen jetzigen Freund war, da hat mich gestört, dass alles so unsicher war. Mit der Verbindlichkeit und Schwangerschaft stört mich auf einmal sein Verhalten (Schusseligkeit, dass er manchmal nicht richtig zuhört etc.), dabei hat er viele tolle Eigenschaften (er macht viel im Haushalt und mit meinem Sohn, er liebt mich bedingungslos etc.). Bis zu meiner Schwangerschaft habe ich ihn abgöttisch geliebt, fand aber die Situation blöd. Ich habe sogar letztens meinen Exmann gefragt, warum er mich damals verlassen hat und er meinte u.a., weil ich soviel an ihm rumgemeckert habe. Aber ich kann nun mal nicht damit leben, wenn jemand so viele Macken hat, die mich stören. Und irgendwie merke ich das immer erst später (damals nach der Hochzeit bzw. jetzt, wo ich schwanger bin).
Ich bin aber auch in anderen Bereichen unzufrieden. Meine Freunde finde ich oft dumm, obwohl sie auch alle studiert haben. Ich hasse meine Nachbarn, mein Nachhilfeschüler nervt mich, mein Beruf hat mich zwei Jahre total begeistert, aber mittlerweile nervt mich die Digitalisierung (habe u.a. viel mit Instagram zu tun). Die Leute und Themen im Social Media Bereich kann ich nicht mehr sehen. Bei meinen Eltern nervt mich bestimmtes Verhalten immer wieder.
Wenn ich Zeit für mich habe, wäre ich gern kreativ und würde gern einfach mal ins blaue ein Bild malen, aber ich habe immer ein schlechtes Gewissen, weil es noch soviel zu erledigen gibt. Ich würde unsere Wohnung schon als sauber bezeichnen, aber ich hätte es gern perfekt sauber und bin dann damit auch unzufrieden. Wir gehen auch gerade das Thema Haus mieten / kaufen an und ich wünsche mir sehnlichst einen Garten. Aber ich weiß schon jetzt, dass mich das auch nicht glücklich machen wird. Finanziell sieht es bei mir durch ein Erbe mehr als gut aus, aber selbst das weiß ich nicht zu schätzen. Der einzige, der mich nicht nervt und Gott sei Dank so smart ist wie ich, ist mein Sohn. Das soll nicht überheblich klingen, obwohl es das vermutlich ist, aber ich denke immer, alle sind dumm, nur ich mache alles richtig, aber anscheinend ist das ja nicht so, denn sonst würde ich hier nicht schreiben.
Zwei Therapien habe ich schon probiert, leider mit dem Ergebnis, dass ich denke, dass die beiden Psychologinnen dumm sind und nur Geld machen wollen.
Vielleicht erkennt jemand, wo das Problem liegt? Oder geht / ging es jemandem ähnlich? Wie habt Ihr das Problem gelöst?
A. (w, 39)
 

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Bodenschatz

Aktives Mitglied
Wird Dir nicht wirklich helfen:
Ich hab mich mit Wissen und Wollen entschieden, in einer WG zu leben. Hierdurch wechseln Mitbewohner - wenn auch nicht allzu oft.
Ich merke natürlich, dass mich manches "nervt", aber ich möchte das so.

Was ich nicht will ist, dass ich in einer selbstbestimmten Welt nur noch eigenen Gesetzen folge und dadurch "sonderlich" werde.
Ich beobachte dies halt bei etlichen Leuten, die eher oberflächliche soziale Kontakte haben und versuche oft, mich selbst zu prüfen, ob ich richtig reagiere.
Da ich auf die Art ziemlich stressfrei geworden bin, spiegelt sich dies auch in meiner grundsätzlichen Zufriedenheit wieder und ich rege mich nicht mehr viel auf.
 
G

Gelöscht 114884

Gast
Aber ich weiß schon jetzt, dass mich das auch nicht glücklich machen wird.
Gut erkannt. Von all deinen Aufzählungen sehe ich nicht darin die Gründe deiner Unzufriedenheit. Du bist durch eine innere unzufriedenheit schneller gereizt und genervt von allem. Daher erkennst du "Macken" auch erst später, weil sie dich unter normalen Umständen nicht gestört und unzufrieden gemacht haben, sondern erst wenn deine eigentliche Unzufriedenheit wieder gestiegen ist. Es ist schwer einen Menschen glücklich zu machen, der eine innere Unzufriedenheit hat, denn meistens hilft gar nichts von den eigentlichen Wünschen der Person .

Ich sehe dich in einem Kreislauf gefangen. Du erledigst all deine Pflichten und Aufgaben, aber bist für dich selbst unproduktiv und somit unerfüllt. Deine Unzufriedenheit deswegen erschöpft dich mehr als dich zu stärken und eigentlich zu handeln. Diese Erschöpfung vermittelt dir das Gefühl für Nichts Zeit und Kraft zu haben, obwohl du sie hättest und dir nehmen könntest. Da es ein Kreis ist in dem man regelrecht gefangen ist, ist es schwer dabei raus zu kommen. Daher sollte man nicht an den offensichtlichsten Stellen anfangen, sondern tiefer in der Persönlichkeit - nach dem Motto "
Die ganze Welt ist eine Bühne und wir alle bloß Spieler." seine Persönlichkeit erstmal gedanklich wie in einem Drehbuch neu kreativ gestalten und sich selbst Stück für Stück ändern, bevor man versuchst die Umstände zu ändern.
 
A

Alexandra1981

Gast
Dankeschön für die bisherigen Antworten!!!!
Beide helfen mir und ich habe mich gefreut, Lösungsansätze zu finden.
An Bodenschatz: Das ist echt eine gute Idee, in Deinem Fall in einer WG zu wohnen. Ich nehme daraus mit, wieder mehr unter Leute zu gehen, mich mit ihnen auseinanderzusetzen und nicht abzukapseln, um nicht zu sonderbar zu werden. Vielen Dank!!!!
An Joergii: Das mit dem Kreislauf leuchtet mir ein und ja, so erschöpft fühle ich mich, und jetzt habe ich eine Ahnung warum. Dieses Stück für Stück an der Persönlichkeit arbeiten gehe ich jetzt an. Tausend Dank!!!!
 

Uri

Aktives Mitglied
Hallo,
sehr wahrscheinlich bist Du ein unabhängiger Typ und einfach für mehr Alleinsein gemacht.
Ein Zusammenleben mit Anderen ist nur erträglich, wenn Du die Regeln festlegst.

Dir fällt es schwer dauerhaft Kompromisse einzugehen.
Dass Du Dich mit Deinem Sohn blendend verstehst ist insofern kein Widerspruch, weil ihr beide Euch (Kind und Mutter) nicht auf Augenhöhe begegnet. Kinder passen sich an und sind kein gleichberechtigter Gegenpart im Sozialleben.

Dass Dir störende Eigenschaften der Anderen erst später (nach Heirat, Schwangerschaft etc.) auffallen, liegt daran, dass Du vorher noch unabhängig warst.
Erst wenn eine Sache in trockenen Tüchern ist und entsprechende Abhängigkeiten entstehen, werden die Eigenschaften der Menschen mit denen Du einen Teil abhängig geworden bist "störend".

Man könnte meinen, wenn Du Dir einen devoten Beziehungspartner suchst, wäre alles in Butter.
Leider wäre der auch unter Deinem Niveau. Er würde dich nicht fordern.

Du hast 2 Therapeuten hinter Dir.
Deshalb meine eher direkte "Diagnose".
 

Sarnade

Aktives Mitglied
Nicht jeder fühlt sich auf Dauer in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen oder einem Partner wohl. Manchen geht es besser, wenn sie allein leben und sich nur mit Freunden und Bekannten treffen, wenn ihnen danach ist. Das perfekte Leben gibt es sowieso nicht, und die Unzufriedenheit vieler rührt daher, dass die Menschen oft so tun, als ob es ihnen allen supergut ginge. Probleme und Schwächen werden verschwiegen. Zu viele machen ihren Mitmenschen vor, sie hätten im Leben das große Los gezogen.

Es gibt auch nicht den perfekten Partner. Und wie man trotz Schwangerschaft permanent unzufrieden sein kann, ist für mich auch nur schwer nachvollziehbar. Was sollen erst Frauen sagen, bei denen sich trotz Kinderwunsches eigene Kinder mangels passendem Partner einfach nicht ergeben haben und die sich zeitlebens von bestimmten Frauen mit Kindern stichelnde Bemerkungen anhören müssen, weil sie keine eigene Familie haben?

Manchmal merkt man erst, wie gut man es hatte, wenn einen ein schwerer Schicksalsschlag (lebensbedrohende Krankheit, früher Tod eines lieben Familienangehörigen oder drgl.) trifft. Und vielleicht ein bisschen weniger Rosamunde Pilcher im TV sehen.

Ich meine es nicht böse, aber ehrlich gesagt, habe ich den Eindruck, dass es dir im Leben bisher immer zu gut gegangen und dir alles zu leicht gemacht worden ist: Heirat, ein Kind, nach der Scheidung gerade mal drei Jährchen allein (wie schnell gehen die vorbei!), dann wieder den nächsten Partner, Heirat, schwanger, Eltern leben noch, eigenes Haus mit Garten durchaus im Rahmen des Erreichbaren, keine finanziellen Sorgen durch Erbe, also ohne was dafür getan zu haben: Wirkliche Probleme scheinst du nie gehabt zu haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
A

Alexandra1981

Gast
Hm....

An Uri: Danke für den sehr direkten Kommentar. Leider bin ich ja allein auch unzufrieden. Ich wünsche mir einen Ansatz zu finden, der nicht im Alleinsein endet. Vermutlich muss ich flexibler werden.

An Sarnade: Ja genau, das ist das, was ich nicht verstehe. Ich müsste eigentlich glücklich sein. Allein schon in Europa zu leben, sollte einen glücklich machen und dann noch all die wunderbaren Dinge, die in meinem Leben sind. Nicht um den Eindruck zu erwecken, ich sei ein Glückskind: Auch ich habe in der Kindheit eine schwere Krankheit gehabt und auch in meiner Familie sind liebe Menschen gestorben, ich wurde schon gemobbt, und eine gescheiterte Ehe (und alleinerziehend zu sein) ist auch erstmal zu verkraften. Aber ich weiß, dass ich überweigend Glück habe. Ich denke auch, dass ich alle Tiefen gut gemeistert habe. Deshalb frage ich mich, warum bin ich immer unzufrieden? Leider hilft es mir nicht langfristig zu wissen, dass ich zufrieden sein müsste. Nachdem ich das gelesen habe, wurde mir mein Glück wieder bewusst, doch leider sitze ich nach kurzen Momenten der Freude wieder hier traurig da.
 

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