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unerwiederte Liebe hat meine Jugendzeit verwirkt

D

DerDido

Gast
Hallo liebe Community,

ich habe ein Problem, über das ich dringend reden muss bzw. auch nicht weiß, wem ich es erzählen sollte und wer es verstehen würde.
Erst mal zum Hintergrund: Es war vor mittlerweile knapp 7 Jahren (unfassbar, schon so viel Zeit vergangen ist). Ich war 18 und hatte im Grunde genommen mich selbst entdeckt und wie ich mit Frauen umgehe bzw. Frauen für sich erobern lassen. Wie das mit 17, 18 liegt die ganze Welt noch vor einem, alles ist möglich, man fühlt sich grenzenlos frei. Ich hatte ein sehr gesundes Selbstbewusstsein und plötzlich ein tolles Mädl kennen gelernt. Wir haben uns auf dem Abschlussball kennen gelernt. Sie war nicht von meiner Schule. Wir scherzten viel umher und hatten wahnsinnig viel Spaß. Sie war einfach ein ganz eigener Typ Mensch. So herrlich frech, zynisch und aufgeweckt. Es war einfach toll mit ihr zu spaßen und zu reden. Und noch dazu wahnsinnig hübsch... ich hatte mich total in sie verliebt und war einfach nur begeistert von ihrer Persönlichkeit. Wir schrieben uns Seitenlangen Mails in denen wir uns gegenseitig aufzogen und uns gegenseitig "herausforderten". Es hat einfach Spaß gemacht. Vor allem aber hatte ich stets das Gefühl sie erobern zu können. Sie war eine harte Nuss aber ich war überzeugt davon, sie mit viel Charme und Humor erobern zu können. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern.
Wir hatten uns verabredet und sind ins Kino gegangen. Es war ein toller Tag, aber ich hatte mich nicht getraut sie zu küssen oder einen Schritt weiter zu gehen. Ich war mir noch zu unsicher und wusste nicht wie sie reagieren würde. Ob ich sie "so schnell" nicht so gar abschrecken würde. Ich wollte erst noch ein bisschen abwarten und sie mehr kennen lernen.
Am nächsten Tag hatte sie sich gleich bei mir gemeldet und fragte nach einem weiteren Treffen.
Ich kann mich noch wahnsinnig gut daran erinnern. Dieser Moment an dem ich dachte, wow ich kann sie tatsächlich erobern. So ein tolles Mädchen. Ich war so stolz und so voller Hoffnung. Ich fühlte mich so stark und glücklich und einfach nur frei. Nachdem ich davor in meinen jungen Jahren einige Enttäuschungen erfahren hatte, wie ein Befreiungsschlag, endlich die richtige Richtung eingeschlagen zu haben. Gleichzeitig so überglücklich, dass meine Zuneigung von ihr erwiedern werden würde. In dem Moment wie als würde ein wahrer Traum wahr werden.
Kurz danach war sie aber 2 Wochen weg und ich gleich anschließend danach ebenfalls 3 Wochen, was dem ganzen iwie einen erheblichen Cut gab. Wir trafen uns danach noch einmal zu einem Ausflug. Wir hatten einen tollen Tag, aber ich hatte mich wieder nicht getraut Sie zu küssen... stattdessen schenkte ich ihr am Ende unseres Ausflugs ein Ü-EI das ich davor geöffnet hatte und im inneren (dem gelben), statt spielzeug, 2 Kinofreikarten für einen witzigen Film den wir sehen wollten und 2 rote Herzen darauf.
Ich erhielt erst mal keine Antwort mehr ...
Eine knappe Woche später schrieb sie mir, sie wäre geschockt gewesen ... ich war total überfragt und konnte iwie die Reaktion selbst nicht so richtig ernst nehmen. Ich versuchte es auf ein weiteres Treffen einzulenken, aber zu dem kam es nie ...
danach hatte ich immer wieder versucht, sie irgendwie zu erobern. Ich wollte sie soooo sehr. Ich war so begeistert von ihr und so überzeugt, dass wir richtig gut zueinander passen würden. Ich hatte es nie geschafft.

Daraufhin plagten mich furchtbare Schuldgefühle und Gewissensbisse. Alle um mich herum bekamen nach und nach ihre erste Freundin und erste große Liebe. Aber ich ging leer aus ... ich hatte knapp ein halbes Jahr nach den "Geschehnissen" die Möglichkeit auf eine Beziehung gehabt, aber ich wollte sie nicht, weil ich SIE wollte. Ich konnte mich einfach nie davon lösen. Immer wieder wollte ich es versuchen. Wollte nichts unversucht lassen, geschweige mir denn eingestehen zu wollen, ich hätte es nicht geschafft sie zu erobern, andere aber schon.
Es ging mir furchtbar. Es hat mich (mit ein paar anderen Umständen) in eine Depression befördert. Ich überlegte Stunden und Tage lang, ununterbrochen, was ich hätte anders machen können, was hätte ich tun können, was könnte ich tun um das Blatt zu wenden. Es war ein endloser Gedankenkreis. Es war mir nicht möglich mich auf den "Moment" zu konzentrieren, im Jetzt zu leben, einfach das zu genießen was da war. Es war immer da. Mein Bewusstsein, hat es gecheckt, dass ich sie einfach nicht bekommen habe. Auch dass ich Sie wollte (wirklich wollte) und keine andere. Die meisten anderen Mädls erschienen mir dahingehend langweilig. Ich hatte nie das Gefühl eine konnte ihr das Wasser reichen. Es war einfach nicht das selbe.
Ich hatte mich schließlich verändert. Meine Lockerheit, meine verspielte, humorvolle und charmante Art wurden immer mehr vergraben. Es ging regelrecht verloren. Ich hatte so viel Mühe und Energie investiert. So viel Hoffnung und Gefühle darin gesetzt. Es hinterlies einfach ein großes Loch. Und war für mich ein herber Schlag fürs Selbstbewusstsein. Ich kam in eine Art Abwärtsspirale. Ich war unzufrieden und unglücklich mit dem Verlauf meines Liebesleben. War komplett verunsichert und verwirrt. Ich wusste nicht was richtig war und was falsch, wo ich erst so überzeugt und selbstbewusst war. Diese unzufriedenheit und unsicherheit merkten die Mädls natürlich auch. So war es immer schwieriger für mich ein passendes Mädchen zu finden. Schließlich vergangen 3 Jahre in denen ich keine Beziehung hatte, keine Affäre oder ähnliches. Ich war nur noch verzweifelt und zweifelte an mir selbst. Ich hatte einfach den glauben an mich selbst und an die ehrliche Liebe verloren. Ich dachte Liebe wäre nur eine Illusion und existiert nicht. Meine Romantik hatte ich komplett begraben.

Schließlich fing ich an Sport zu machen und lernte irgendwann doch wieder ein Mädchen kennen, mit der sich eine kleine Affäre entwickelte. Es gab mir den Glauben an mich selbst zurück und ein Stück weit mein Selbstvertrauen wieder. Es war aber dennoch nicht das selbe. Auch war ich nicht 100% überzeugt von ihr. Sie tat mir gut aber, dass ich mehr wollen würde von ihr als eine Affäre... war einfach nicht drin. Tatsächlich lernte ich wieder ein tolles Mädchen kennen, bei dem ich ähnliche Gefühle hatte wie damals. Ich war überglücklich und es sah ganz gut aus, dass danach mehr werden könnte... meine Unsicherheit war aber dennoch noch so groß, dass ich nicht so genau wusste ich herangehen sollte. Ich hatte zu große Angst etwas falsch zu machen, so verspielte ich schließlich meine Chancen ... gelinde gesagt hab ich mich einfach zu sehr angestellt.
Das ähnliche Spiel ging wieder von vorne los. Und ich machte mir erst recht wieder Vorwürfe.
Ein ähnlicher Strudel begann erneut. Wieder eine ziemlich schlimme Depression.
Ich glaube die Zeit war so ziemlich die schlimmste. Ich war echt am Boden zerstört.

Mitlerweile habe ich seit 2 Jahren eine Beziehung. Ich liebe Sie und bin froh sie zu haben. Sie gab mir so viel wieder, was ich verloren hatte. Vorallem aber meinen Sinn für Romantik. Trotzdem würde ich nicht sagen sie "Die Liebe meines Lebens" und denke, dass das noch nicht alles war.

Nichtsdestotrotz - und jetzt kommt der eigentliche Punkt auf den ich hinaus will. Ich denke nach wie vor oft an das Vergangene und male mir verschiedene Szenarien aus. Ich denke daran was wohl anders gewesen wäre, wenn das damals vor 7 Jahren geklappt hätte. Ich hätte mir so viel Leid und Schwierigkeiten erspart. Hätte meine ursprüngliche Persönlichkeit, mein Selbstvertraun und meinen Sinn für Romantik behalten. Ich hätte womöglich ein ausgefüllteres Liebesleben gehabt. So blicke ich zurück auf meine Jugendzeit und denke daran, dass es nie sowas für mich gab wie "Eine erste große Liebe". Eine tolle Schwärmerei oder Sommerliebe in der Jugendzeit. Ich denke, ich hatte ziemlich viel verpasst und meine Jugendzeit, was das Thema Liebe angeht, ein Stück weit verwirkt. Es ist einfach traurig, wenn ich daran denke und frage mich warum die DInge so verlaufen sind wie sie verlaufen sind. Auch denke ich mir, dass ich deutlich mehr aus meiner Jugendzeit beim Thema Liebe hätte machen können, hätte vielleicht machen sollen.
Mir ist bewusst, dass ich mich damals nicht so hätte "reinsteigern" sollen. Vielleicht etwas rationaler und realistischer denken hätte sollen. Mir war immer bewusst, dass es mal so kommen könnte. Ich wollte auf jeden Fall vermeiden, dass ich mir dort später einmal Vorwürfe machen muss oder mir denke ich hätte etwas verpasst. So kam es nun aber doch.
Ich hätte irgendwie versuchen sollen anders bzw. lockerer damit umzugehen. Ich hatte viel zu viel investiert. War zu ungeduldig, hab zu wenig im Jetzt geliebt und meine damalige Freiheit zu schätzen gewusst. Ich hätte mich nicht darauf versteifen dürfen das ist mir natürlich klar.

So oder so man kann sagen was man will. Dieses Gefühl oder diese Gedanken sind real. Sie sind da und haben Ihren berechtigten Grund. Wenn man jetzt sagt "es bringt nichts darüber nachzudenken und zu philosophieren", kann man sagen, ja mag sein. Aber trotzdem wird das eigentliche Problem nicht verschwinden. Mein Bewusstsein weiß das.

Ich hoffe nur, dass ich irgendwann wieder zu meiner früheren "Stärke" zurück finde. Das selbe Selbstbewusstsein und Vertrauen in die Liebe wieder bekomme. Ich würde mich gerne wieder so frei und unbefangen fühlen wie damals. Ich hätte gerne wieder meine Lockerheit, meinen Optimismus und meine Zuversicht von damals. Ich hätte gerne wieder das Gefühl zu 100% im Jetzt leben zu können und 100% mit meinem Leben glücklich sein. Aber die Gedanken daran trüben mich. Es ist doch nach wie vor zu viel hängen geblieben.

Was ich jetzt brauche ist einen neuen Denkansatz oder einfach eine Meinung oder Erfahrung dazu.

Ich danke euch schon mal fürs durchlesen und antworten.
 

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G

Gast

Gast
Mir ist bewusst, dass ich mich damals nicht so hätte "reinsteigern" sollen.
Welche Gründe könnte es für die Reinsteigerung geben?

Zum Beispiel: Manchmal wurde man in gewisser Hinsicht durch die Familie krank gemacht (wie durch sprachliche und körperliche Gewaltanwendungen der Mutter und Schwester z. B.) und setzte dann zuviel Hoffnung in die Liebe. Ohne jetzt Familie komplett abzulehnen wie irgendwelche Ideologen oder ihr die komplette Schuld zu geben.
 
G

Gast

Gast
Ich möchte nicht alles unterschreiben, was Pepita vor mir gesagt hat, aber in einem hat sie sicherlich Recht:

Du hast deinen Wert von dem Wert, den sie dir zuschreibt abhängig gemacht.

Es wäre sicherlich sinnvoll, dir deinen Selbstwert klar zu machen, Selbstbewusstsein aufzubauen usw.

Wahre Liebe kann nur finden, wer sich selbst liebt, heißt es öfter.

Vielleicht kann dir eine psychologische Beratungsstelle oder eine Psychotherapie helfen, dir deiner Stärken und deines Werts wieder bewusst zu werden und auch gegen die Depressionen wäre das ein angemessener Schritt.

Außerdem solltest du dich fragen, ob deine aktuelle Beziehung wirklich so wertlos ist oder du da zu hohe Erwartungen hast.
Allgemein aufhören, andere zu bewerten und dich bewerten zu lassen.

Werte werden sowieso völlig überbewertet. ?
Allein der Wert, den du für dich selbst empfindest, dein SELSTBEWUSSTSEIN zählt.
Und über andere solltest du gar nicht so viel nachdenken.
Vielleicht eher lernen, dass jeder Mensch auf eigene Art wertvoll und nicht mit anderen vergleichbar ist. ?
 
G

GirlOnFire

Gast
Was ich aus deinem Eingangspost heraus lese, lieber TE, dass du dich scheinbar nur dann wertvoll fühlst, wenn andere dir das Gefühl geben wertvoll zu sein.
Damit begibst du dich in eine Abhängigkeit, aus der es gilt auszubrechen, wenn möglich auch (wie hier bereits angeraten wurde) mit professioneller Hilfe.
Mit der Selbstliebe ist es so eine Sache... Man muss hart an sich arbeiten, um eine solche zu entwickeln. Niemand sollte dafür verantwortlich sein, dir Selbstvertrauen zu geben. Denn du SELBST bist es, der dies in sich finden muss.
 
Versuch und Irrtum, Versuch und Irrtum! Genau dafür ist die Jugendzeit da! Sich verlieben, Liebeskummer haben, sich neu verlieben, wieder Liebeskummer.... und sich jedes Mal reinsteigern wie Romeo und Julia. Aber man wird erwachsener und selbst in der Liebe hält die Realität Einzug.

Die Zeit des Erwachsen-werdens ist genau dazu da Fehler zu machen und daraus zu lernen. Du hast also ganz normale Erlebnisse!

Und hätte, hätte, hätte ist verkehrt! Hätte ich mit 25 gewusst, was ich nun weiß, hätte ich einiges anders gemacht. Vielleicht wäre mein Leben anders gelaufen, aber auf jeden Fall hätte ich andere Erfahrungen gemacht und wäre vielleicht nicht der Mensch, der ich heute bin. Hätte ich mir dann gefallen?

Hätte ist Quatsch! Fehler sind da aus ihnen zu lernen, damit es in Zukunft besser läuft, Fehler müssen auch gemacht werden, woran willst du sonst wachsen? Hat sowieso keinen Sinn darüber nachzudenken, das Leben geht schließlich nur in Richtung vorwärts, es hat (gottseidank) keinen Rückwärtsgang. Vergangenheit und vorbei, da kannste noch so jammern, es gibt kein zurück. Du musst dein jetziges Leben machen. Die Tür hinter dir ist zu!
 
G

Gast

Gast
Hallo,
Du hängst zu sehr an Deiner Vergangenheit.
Und machst Deine unerwiderte Liebe für Deine Jugendzeit verantwortlich.

Lebe mehr im Hier und Jetzt und löse Dich innerlich von Deiner unerwiderten Liebe
und lass Dir davon nicht weiter Dein Leben bestimmen. Lenke Dich ab von Deinen Gedankengängen, die
Dich wieder in die Vergangenheit bringen. Vergangenes ist vergangen und läßt sich nicht wieder zurückholen.
Komm heraus aus Deinen Vergangenheitsträumen und dem, was wäre wenn...... das ist nur eine Endlosschleife
sich nicht erfüllender Gedanken.

Lebe selber verantwortlich für Dein Leben und trage selber die Verantwortung für Deine unerwirkte Jugendzeit.

Einzig und alleine Du bist für Dein Leben verantwortlich und sonst niemand.
Es liegt an Dir selber, ob Du wieder mehr Humor hast oder nicht und nicht an Deiner unerwiderten Liebe.
Es scheint für Dich selbstverständlich zu sein, jemand im Außen für das verantwortlich zu machen, was nun
mal nicht gewesen ist.

alles Liebe
gaestin
 

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