Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Unerträgliche Arbeitsüberlastung macht mich kaputt !

Obse

Mitglied
Wenn du in deinem Vertrag 40 Wochenstunden stehen hast, was passiert mit den 20 Überstunden, wenn du 60 Stunden in der Woche arbeitest? (ich hoffe ich habe es nicht überlesen)

An deiner Stelle würde ich ab jetzt nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Da werden dann einige Themen liegen bleiben die dann schnell bis zum Chef nach oben eskalieren.
Dann kannst du auf deinen Arbeitsvertrag hinweisen. Wenn dann keine Einsicht durch die Chefs besteht, dann ab zum Arzt, Situation schildern und entsprechend krank schreiben lassen.
 

Anzeige(7)

Zitronentorte

Aktives Mitglied
Hallo Bojangles,
die Situation, in der du dich befindest, ist nicht die alleinige Schuld deines Arbeitgebers.
Du hast die Latte selbst so hoch gelegt über die Jahre. In dem du immer mehr und mehr geleistet hast und immer alles geschafft hast, hat sich dein Chef (bequemerweise) daran gewöhnt, dass du so ein Arbeitstier bist. Auch wenn du den Job wechseln solltest, musst du auf dich aufpassen, dass dir das nicht wieder passiert.
Ich sage dir das aus eigener Erfahrung. Ich habe jahrelang geschuftet, auch sonntags den Rechner angemacht und Montag morgen war ich die Erste im Büro. Nur um alles zu schaffen. Und ich dachte immer, der Chef muss doch endlich mal merken, dass es zu viel ist. Nein, muss er nicht. Das liegt ganz allein in meiner und deiner Verantwortung, das habe ich vor ein paar Jahren verstanden.
Wenn du bleiben willst: bitte deinen Chef nochmal um ein Gespräch. Sage ihm, dass du ab jetzt keine Überstunden mehr leisten kannst und wirst. Und dann lass die Arbeit liegen, wenn dein Arbeitstag um ist. Da liegt es aber an deiner Disziplin, das wirklich durchzuziehen.
Wenn du nicht bleiben willst: bewirb dich sofort und verlasse so schnell wie möglich diesen für dich so ungesunden Posten.
Mein Chef hat erst erkannt, was er an mir hatte, als ich gekündigt habe (leider zu spät). Er wollte mich dann unbedingt behalten und wäre auf alle Bedingungen eingegangen. Und er musste dann 2 Leute einstellen, die meine Arbeit machen ;-)
Das Krankschreiben ist natürlich eine Möglichkeit, die ich aber als letzten Ausweg sehen würde. Als absolut wichtig für dich sehe ich auch die Erkenntnis an, dass du selbst etwas an deinem Verhalten ändern musst, sonst kommst du beim nächsten AG vom Regen in die Traufe.
Und glaube an dich: wenn du das meiste Geld in der Firma einbringst, dann bist du wirklich gut. Nicht einfach nur fleißig. Daraus lässt sich mit Sicherheit etwas machen. Und vielleicht verfügst du, wenn du genau hinschaust, auch über ein paar gute Kontakte durch dein jetziges Arbeitsumfeld. Nutze dieses Netzwerk, was du in 20 Jahren aufgebaut hast.
Alles Gute!
 
Zuletzt bearbeitet:

tonytomate

Aktives Mitglied
Ich würde mir zudem einen Termin bei einem Anwalt für Arbeitsrecht machen, der schon mal vorab klärt, was rechtlich möglich ist, damit Du Deinen Frieden findest. Auch wie hoch die Abfindung wäre, würdest Du ausscheiden, würde ich mir schon mal ausrechnen lassen. Das da geht nicht mehr lange gut.
 

kasiopaja

Sehr aktives Mitglied
Das würde ich nicht tun.
Ein Anwalt ist ein Organ der Rechtspflege. Er kann also nur rechtliche Sachverhalte klären.
Daneben gibt es noch Ärzte. Diese sind auf psychische und körperliche Belange spezialisiert.
Warum kann man nicht beide kontaktieren.
Und was immer wieder vergessen wird - der AG hat - per Gesetz - eine Fürsorgepflicht.
Das vergessen alle Beteiligte mal gerne.
Und auch Überstunden haben - per Gesetzt - Grenzen.
 

kasiopaja

Sehr aktives Mitglied
Oder: was er muss.
ZB einen Abdruck des Arbeitszeitgesetzes aufhängen oder dem TE aushändigen ( § 16 ArbZG )
Der AN muss keiner unbezahlten oder nicht durch Freizeit ausgeglichenen Arbeitszeit zustimmen und landet so bei 40 Stunden - oder bei maximal 48 Stunden im Schnitt, was schon mal 12 Stunden weniger als 60 Stunden ausmacht.

@ Bojangles:
Liest Du unseren Argumenten-Austausch noch mit oder .... hast Du grad zu tun?
Jedenfalls gibt es ein Gesetz dazu. Man muss es nur einfordern.
 
M

MoinMoin88

Gast
Hey Bojangles,

mal was grundsätzliches:

Wenn jemand zu Dir kommen würde, und Dir genau die Geschichte erzählen würde die Du hier niedergeschrieben hast, was würdest Du ihm raten ..?

Deine Loyalität und Dein Einsatz ehren Dich, aber für die meisten Unternehmen heutzutage ist übermäßiger Einsatz und Belastbarkeit der Anpfiff, Dich als gewinnmaximierenden Packesel bis an die Grenze auszunutzen. Zumindest in den kapitalistischen, globalisierten Staaten des Westens.

Und Du gehörst noch zu einer Generation, der das „Malochertum“ und Leistung zu bringen, als etwas Ehrenwertes und Unabdingbares vermittelt wurde.

Denk dran, das eine Menge Leute nicht imstande wären Deine Leistung zu bringen und dann ausgestiegen wären. Es ist also keine Schande, wenn Du jetzt nicht mehr kannst. Dein Körper versucht Dir außerdem mitzuteilen, das es 5 vor 12 ist. Für Deine Gesundheit bekommst Du nicht unendliche Chancen.

Ich würde mich auch krank schreiben lassen und dann erst mal „klar kommen“. Sprich auch mit dem Hausarzt, wie am besten aus medizinischer Sicht weiter zu verfahren wäre, damit es nicht zum totalen Zusammenbruch kommt.

Und wegen der staatlichen Rente muss ich hier jemandem Recht geben. Ich kenne 2 gut ausgebildete Menschen über 65, die seit der frühen Jugend fast bis zum Renteneintrittsalter gebuckelt haben.

Beide erkrankten durch die Arbeit aber vor Renteneintritt und das Ergebnis war, das die Rente unter fadenscheinigen Rechtfertigungen einfach gekürzt wurde. Und was übrig blieb, reicht nicht um ein Leben ohne Sorgen zu führen.
Zwar gingen die in die „Gegenwehr“, aber staatliche Institutionen lassen sich nicht einfach die (geklaute) Butter vom Brot nehmen ...

Also: Dein Chef gewinnt, aber Du hast momentan noch mehr zu verlieren, was man mit seinem Gewinn nicht aufwiegen kann.
 

Bojangles

Neues Mitglied
Hallo liebe Forenteilnehmer,

nachdem inzwischen einige Tage vergangen sind seit meinem Post, möchte ich mich zunächst bei Euch /bei Ihnen für Eure Beiträge, Antworten, Reaktionen bedanken. Es bedeutet mir sehr viel ! Dass es Menschen gibt, die sich in diesen turbulenten Zeiten „das offene Ohr“ bewahrt haben für Probleme anderer und diesen Aufmerksamkeit und immerhin auch Teil ihrer Zeit widmen, ist dieser Tage alles andere als selbstverständlich. Und wirklich jeder Beitrag von Euch hat mir gezeigt, dass ich nicht so ganz alleine da stehe mit diesem meinem Problem !

Kurze Wasserstandsmeldung: Zwischenzeitlich hatte ich mich für gut 2 Wochen krank schreiben lassen, um im Groben zurück zu mir selbst zu finden und die Herrschaft über meine Gedanken zurück zu gewinnen, die sich zuletzt doch nur noch um die fristgerechte Ablieferung von geschäftlichen Ergebnissen drehten und nicht mehr im Entferntesten um mich und meine Psyche ! Mit diesem Abstand ist meiner Meinung nach ganz sicher kein einziges meiner Probleme gelöst, aber die Auszeit hat mir Freiraum verschafft zu entscheiden, was denn jetzt für mich selbst hier und jetzt das wichtigste ist, nicht für meinen Job, nicht für meine Kunden, nicht für meine Chefs. Tatsächlich habe ich beschlossen, in meiner derzeitgen Firma die Reissleine zu ziehen. Wenn sich in 20 Jahren nichts geändert hat unter ständigem Bitten, Flehen, mit Krisengesprächen etc., meiner Bitte für vielleicht 2...3 Wochen Folge geleistet wurde um dann doch wieder in den alten Trott zu verfallen, warum sollte es sich dann im 21. Jahr plötzlich ändern ? Ganz klar, es wird sich nie ändern, es sei denn ich falle tot um. Dann ist Ruhe. Ich will aber nicht. Also Wechsel, ganz klar – nicht durch Kündigung sondern durch eine konsequente Neuorientierung, an deren Ende dann irgendwann ein Stellenwechsel möglicherweise in einem ganz anderen Berufsfeld steht, keine Ahnung wie das aussehen könnte. Egal. Dass ich dies zum jetzigen Zeitpunkt noch als sehr grosses existenzielles Risiko sehe, ist, so glaube ich erkannt zu haben, zugleich ein grosser Teil meines persönlichen gedanklichen Problems, das ich schon so lange Jahre vor mir hergeschleppt habe und das mich zum sehr grossen Teil erst in diese Situation geführt hat.

So habe ich beschlossen, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, erste Termine lassen noch auf sich warten, aber zur Überbrückung bis dahin steht in wenigen Tagen ein 2-wöchiger Urlaub an. Auch da ist mir bewusst, dass ich mich nicht erholen werde, das kenne ich bereits aus verschiedenen Urlauben der letzten vielen Jahre – keine Erholung sondern Aufschieben der Probleme, oft mit Panikattacken kurz vor Urlaubsende, wo man doch eigentlich erholt sein sollte. Aber ich gewinne m.E. Zeit zum Fassen neuer Gedankenansätze, für die mir mein derzeitiges berufliches Wirken unter stets gefordertem vollem Einsatz keine Zeit ließ und lässt – meinem Bewusstsein nach.

Ich sehe mich sehr sehr weit entfernt von einer entspannten Lebenssituation, stehe allenfalls am Anfang einer möglichen Veränderung. Ich danke aber zunächst Euch allen für Eure Kommentare/Ratschläge, konnte ich doch jedem einzelnen Kommentar wertvolle Botschaft entnehmen. Und Danke für Eure Aufmerksamkeit im Lesen meiner erschöpfenden Ausführungen.

Vielen Dank erst mal von Herzen an Euch alle !
 
F

Fafnir

Gast
Wenn sich in 20 Jahren nichts geändert hat unter ständigem Bitten, Flehen, mit Krisengesprächen etc., meiner Bitte für vielleicht 2...3 Wochen Folge geleistet wurde um dann doch wieder in den alten Trott zu verfallen, warum sollte es sich dann im 21. Jahr plötzlich ändern ? Ganz klar, es wird sich nie ändern, es sei denn ich falle tot um.
Die Lösung ist doch ganz einfach und wurde hier schon mehrfach genannt: Lasse einfach den Stift nach der vereinbarten vertraglichen Arbeitszeit fallen. Erst dann wird man in der Firma feststellen, dass es so nicht weiter gehen kann. Die Firma muss es spüren! Reden bringt nichts, da bin ich ganz bei dir. Aber solange sie merken, dass es jemanden gibt, der trotz vieler Beschwerden doch immer wieder die ganze Arbeit abfängt, kann es ja doch nicht so schlimm sein. Es ist also auch mit dein Verschulden, dass die Firma in den alten Trott verfällt. Es gibt immerhin zwei Seiten der Medaille: Derjenige, der Druck ausübt und derjenige, der sich unter Druck setzen lässt. Das heißt, dass die Firma so lange Druck auf dich ausüben wird, solange du es zulässt ;)
Frage dich lieber mal, warum du nicht einfach nach einem 8h Arbeitstag den Stift fallen lassen kannst. Wenn du nicht auch an dir arbeitest, dann kann es sein, dass dich auch andere Arbeitgeber ganz schnell ausnutzen. Und dann könnte es passieren, dass du beim nächsten Job dasselbe Problem hast.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!

    Anzeige (2)

    Oben