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Unaushaltbare Schmerzen (Psychisch bedingt?)

jessire

Neues Mitglied
Guten Abend,
ich bin eine 16-Jährige Schülerin.
Damit man mein Problem versteht, muss ich am "Anfang" starten; schon mein ganzes Leben lang habe ich keine Ruhe, was körperliche Beschwerden angeht. Als Kind hatte ich oft Bauchschmerzen und andere Symptome. Beim Arzt kam jedoch immer heraus, dass "alles okay" sei und man quasi nichts machen kann. Ich war mit meinen Schmerzen alleine. Ich wollte nicht zur Schule gehen, weil das für mich nur Leid bedeutete (Schmerzen in der Schule sind immerhin deutlich schlimmer als Zuhause, wo man sich entspannen kann). Ich hatte immer viele Freunde, daran lag es also nicht.
Als ich dann in die Realschule kam, setzte sich mein Verhalten fort. Dann brauchte ich ein Attest vom Arzt, weil sonst der Verdacht bestand, ich würde lediglich schwänzen. Der Arzt aber untersuchte mich nicht einmal, sondern fragte mich stattdessen, ob ich gemobbt werden würde, ob ich Freunde hätte und sonstiges... Da fühlte ich mich sowas von nicht ernst genommen und abgewiesen.

Als ich in der siebten Klasse war, hatte ich kurzzeitig eine kleine Pause... ich war beschwerdenfrei. Dann aber entwickelte ich eine Emetophobie, die mir die Schulzeit wieder zur Hölle machte. Ständige Angst, ständige Übelkeit (pure Einbildung), Bauchschmerzen, Panikattacken, Unverständnis. Meine Freunde zogen mich damit auf, dass ich oft fehlte. Ich klagte oft über Übelkeit, sodass es mir kurzerhand niemand mehr abnahm.
Ich bekämpfte die Phobie allmählich und alles normalisierte sich wieder weitestgehend.
Dann aber beschloss ich, mich nach meinem Realschulabschluss an einem Gymnasium zu bewerben. Meine beste Freundin und ich wurden angenommen. Ich freute mich extrem und war am ersten Schultag unheimlich aufgeregt.
Da hatte ich dann das erste Mal diese extremen, unaushaltbaren Bauchschmerzen. Ich dachte mir noch nichts dabei und schob das auf die starke Aufregung. Sobald ich Zuhause war, war ja auch alles wieder gut.
Diese Schmerzen kamen aber ausnahmslos jeden Tag wieder. Wenn ich bis um halb Fünf Schule habe (Was drei Mal die Woche der Fall ist), werden sie so unerträglich, dass ich mich nicht mehr bewegen kann und es sich so anfühlt, als würde mir jemand im Minutentakt ein Messer in den Bauch rammen. Ein Mal habe ich mich vor lauter Schmerz sogar übergeben müssen. Manchmal sind sie auch so stark, dass ich befürchte, jeden Moment bewusstlos zu werden.
Ich weiß schon morgens, dass die Schmerzen wieder kommen... die Frage ist nicht mehr, ob sie kommen, sondern wann sie kommen und wie stark sie sein werden.
Jedes Mal, wenn ich wieder einmal fehle, ist meine beste Freundin ein wenig sauer auf mich, was es mir nicht leichter macht. Ich fühle mich tagtäglich schlecht. Ich stehe jedes Mal wieder zwischen der Entscheidung, ob ich zur Schule gehe und mich quäle, oder zuhause bleibe und meine Freundin maßlos enttäusche...

Ich war damit auch schon wieder mehrmals beim Arzt, der aber absolut ratlos ist. Ich habe einige Bluttests durch, die allesamt "perfeke" Ergebnisse lieferten, Unverträglichkeiten sind auch keine da... Da meinte der Arzt, das könnte am Wachstum liegen und gab mir Tabletten gegen die Krämpfe, die aber bisher nichts gebracht haben.
Es steht noch eine Magenspiegelung bevor, aber ich bin ganz sicher, dass dabei auch nichts rumkommt. Ich weiß, dass es nur eine psychische Ursache haben kann, immerhin habe ich, wenn ich Zuhause (und damit vollkommen entspannt) bin, keinerlei Beschwerden.

Ich bin unglaublich verzweifelt und weiß nicht, wie ich die anstehenden zwei Schuljahre meistern soll. Ich möchte doch nur beschwerdenfrei leben... und meine Jugend genießen, wie alle anderen auch.
 

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Blaumeise

Aktives Mitglied
Das klingt recht eindeutig nach einem psychosomatischen Problem. Und hier kann am besten ein ambulanter Psychotherapeut (Fachrichtung Verhaltenstherapie) weiter helfen. Eventuell wäre auch der Aufenthalt in einer Psychosomatischen Klinik ratsam. Das wird ein langer Weg, das kann ich dir jetzt schon sagen. Therapie bedeutet Arbeit und die Symptome werden auch nicht von heute auf morgen verschwinden, wie bei der Einnahme eines Medikaments.
Sprich mit deinem Hausarzt darüber. Der kann dir entsprechende Therapeuten empfehlen. Du kannst dich auch an deine Krankenkasse wenden. Die geben dir auch die nötigen Adressen.
 

RainUniverse

Mitglied
hallo,
wenn du schon so viele Ärtze aufgesucht hast und die alle nichts finden können, würde ich eher darauf tippen, dass es psychisch bedingt ist. Vielleicht macht dir etwas Sorgen was du selbst nicht wahrhaben willst und dein Unterbewusstsein bildet dann als Ausgleich diese Schmerzen. Ich kenne mich damit aber nicht aus, daher kann man natürlich nie ausschließen, dass es nicht auch körperlich bedingt ist. Ich würde dir raten, dir mal eine etwas längere Auszeit von allem zu nehmen und einfach deine innerere Ruhe zu finden, vielleicht mit einer Kur, oder einfach in den Urlaub fahren, oder wenn das auch nicht geht dann einfach zuhause bleiben. Deine Gesundheit geht vor, dafür sollte deine Freundin verständnis haben. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute :)
 

nichtabgeholt

Aktives Mitglied
In jungen Jahren hatte ich oft starke Magenkrämpfe, wenn ich Dinge tun musste, die ich nicht wollte.
Zum Beispiel am Sonntagnachmittag mit der Bahn zum Studienort fahren.

Das einzige was geholfen hatte, war eine Tinktur aus Mohnsaft. Ich weiß nicht mehr, wie das Mittel hieß. Das war noch in der DDR. Heute ist ja alles verschreibungspflichtig, weil Mohn ein Opiat ist.

Die leichte Variante wäre Goldmohn Tinktur. Diese ist aus Kalifornischem Mohn und frei verkäuflich.
Das wäre vielleicht eine Hilfe für dich.

Wenn es nichts bringt, bliebe noch eine Opiumtinktur, die der Arzt verschreiben kann.
 

Schroti

Sehr aktives Mitglied
Die Symptome treten auf, damit du dich aus einer Situation herausbewegen kannst, die dir eigentlich nicht behagt.
Du hast aber nicht den Mut oder die Kraft, dies offen anzugehen und zu verändern.
Also bekommt dein Körper "Bauchweh" und entzieht dich so der Situation.
Wenn du nichts dagegen unternimmst, verlierst du deine Schulfreundin (denn es ist sehr nervig, immer wieder allein gelassen zu werden) und schaffst weder Abi, noch Studium.
Da du bereits unter Attestpflicht standest und der Arzt dir sagte, es sei psychosomatisch, würde ich DA ansetzen.
Rede dir bei einem Therapeuten von der seele, was dich belastet und lerne so, Situationen aktiv zu gestalten und nicht wiederholt zu meiden.
 

Muir

Aktives Mitglied
Hallo,

Ich würde, wenn dich die Übelkeit und die Schmerzen überfallen mal
Autogenes Training machen oder auch Progressive Muskelentspannung.

Wenn du das perfekt beherrschst, kannst du das auch 10 Minuten in der Pause auf der Toilette machen.
Es entspannt wirklich. Doch es Bedarf der Übung, bis man sich
in kürzester Zeit in solch eine Entspannung versetzen kann.
Denn ausser Zuhause, wo du über viel Zeit verfügst,
hast du diese ja nicht immer im Alltag.

Viele Grüße und alles Gute,
Muir

P.S.
Die anderen User haben dir ja schon wertvolle Hinweise geschrieben. Unsinn sie noch einmal zu wiederholen.
 
A

Alböguhl

Gast
Das mit dem Unwohlsein, Übelkeit , Bauchschmerzen und Krämpfen kenn ich auch.
Ist Teil einer Angst Symptomatik.
In unserem Bauch verbirgt sich eine Schaltzentrale: ein Nervensystem, das aufgebaut ist wie das Gehirn in unserem Kopf.
Daß es zwischen Psyche und Verdauungstrakt eine physiologische Verbindung gibt, daran besteht längst kein Zweifel mehr.
Die Gehirne kommunizieren miteinander über die sogenannte Darm-Hirn-Achse.
Das Bauchgehirn übermittelt zum Beispiel, ob wir satt sind oder hungrig.
Auch Schmerzen und Unregelmäßigkeiten im Verdauungstrakt werden nach oben gemeldet:
Die meisten Informationen fließen jedoch unterschwellig, so daß wir nichts davon mitbekommen. Übrigens hat der Bauch dem Kopf mehr zu sagen als umgekehrt, rund 90 Prozent aller Infos gehen von unten nach oben.
Vieles davon gelangt über den Vagusnerv in die Hirnregionen, die für Emotionen zuständig sind, das sogenannte limbische System.
So könnte unser Bauchgehirn auch unser Wohlbefinden beeinflussen – und darüber vielleicht sogar unsere Entscheidungen.
Hier mehr dazu: https://nutrimmun.de/de/anwendungsbereiche/bauchhirn/
 
G

Gelöscht 5176

Gast
Liebe TE,
ich habe wirklich Mitgefühl mit dir.
Dir ist bereits selbst bewusst, dass psychische Ursachen der Grund deiner Bauchschmerzen sind, denn zu Hause unter Entspannung gehts dir besser.
Meine Frage: leidest du unter Verdauungsbeschwerden, Blähungen und verdrückst du dir dies in der Schule? Das wäre für mich dann eventuell eine Möglichkeit, wo man ansetzen könnte.
Vor 25 Jahren hatte meine kleine Tochter, wegen falscher Stuhlhygiene wie es die Ärzte bezeichnen, wahnsinnige Probleme.
Hätte mir vorher jemand, die Ursachen, Auswirkungen und das zu Grunde liegende psychische Problem erklärt, ich hätte mich an die Stirn getippt.

Während ihres Studiums gingen dann die Sorgen um unser Kind nochmals los.
Wir bekamen es lange Zeit nicht mit, machten uns noch über ihre "Marotten" lustig - bis uns irgendwann ihr Freund verzweifelt anrief.
"Sprechblockade", nannten es die Ärzte.
Der Ehrgeiz immer die Beste sein zu wollen, immer unter Strom zu stehen, ihre starke Disziplin - wurden ihr zum Verhängnis.
Studenten sollten das Leben auch genießen, Partys feiern - so war es zu meiner Zeit.
Bei unserer Tochter gab es nur Lernen, Lernen und wieder Lernen - da blieb weder Platz noch Zeit für ein unbeschwertes Leben.
Wir Eltern waren nicht glücklich über diesen Zustand. Jugend sollte unbeschwert und sorglos sein.
Irgendwann entwickelte unsere Tochter eigenartige Verhaltensmuster. Sie wollte keine Telefongespräche mehr annehmen, wir sollten für sie Termine absprechen.
Als wir dann bemerkten, dass sie sich nicht mehr allein in den angrenzenden Wald bei unserem Haus traute, wurde uns Angst und Bange.

Wie ich heute weiß, treten körperliche Beschwerden bei sehr pflichtbewussten, ehrgeizigen jungen Menschen auf. Vor allem, ist ihnen die Meinung der anderen Mitmenschen sehr wichtig, sie wollen nicht auffallen, nicht unangenehm anecken.
Wenn du dich hier wiedererkennst, dann musst du mit einer Verhaltenstherapie lernen, weniger auf andere zu geben, dich nicht von deren Meinung abhängig zu machen.
Das ist ein hartes Stück Arbeit.
Verwechsele aber bitte nicht Gesprächstherapie mit Verhaltenstherapie.

Früher kannte ich den Unterschied nicht. Seid wir tausende von Euros für unsinnige Gesprächstherapien ausgegeben haben, weiß ich es.
Gesprächstherapien sind easy - du erzählst dem Therapeuten aus deinem Leben.
Wenn es die richtige Therapie ist - ist es schon ok. wenn....
Eine Verhaltenstherpaie, ist anstrengend und am Anfang wirst du eventuell den Sinn nicht erkennen.

Ich gebe dir ein Beispiel: Unsere Tochter musste mitten auf einem großen Platz in ihrer Studentenstadt atock über irgend ein Thema sprechen.
Jederzeit konnte ein anderer Mitstudent vorbeikommen und sich dabei die Hosen volllachen über sie.
Das ist aber Sinn der Sache: Ihr musste es gleichgültig werden was andere über sie denken.

Glaube mir, dass ist ein hartes stück Arbeit. Aber so überwindet man seine krankmachenden Störenfriede.
Das A und O ist einen guten Therapeuten zu finden. Wirklich Gute gibt es sehr wenige und wenn dann behandeln die nicht unbedingt auf Krankenschein.

Ich wünsche dir ganz viel Glück in der Auswahl der Ärzte und hoffe, dass deine Eltern dich dahingehend unterstützen.
Handel jetzt und schlängel dich nicht weiter durch, sonst werden deine Beschwerden immer schlimmer.
Sei gedrückt.
 

dr.superman

Aktives Mitglied
n ihrer Studentenstadt atock über irgend ein Thema sprechen.

was meinst Du damit,
´spontan`, ´aus dem Augenblick`, also "ad hoc"? (hic, haec, hoc = dieser, diese, dieses)
Wie ist die Therapeutin vorgegangen?
 

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