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Unangenehme Stille - Deine Erfahrungen & Strategien

Raisinolia

Neues Mitglied
Guten Abend,

das Gefühl unangenehmer Stille wirst du bestimmt schon einmal gespürt haben, von dem Drang gefolgt, etwas sagen zu müssen oder dringend zu wollen. Ich finde das Thema recht spannend, da ich dieses Gefühl auch hin und wieder habe, es aber nicht häufig in meinem sozialen Umfeld (trotz dieser Präsenz!) angesprochen wird/wurde.

Warum empfinden wir diese Stille im Gespräch mit anderen teilweise so unangenehm?
Verknüpfen wir vielleicht "die Güte der Beziehung" mit einem fließenden Gesprächsverlauf und wenn's dann doch mal stockt, entsteht die Sorge, dass man vielleicht doch nicht so kompatibel mit der anderen Person ist, die man aber im Grunde sympathisch finden und eigentlich nicht "verlieren" möchte. Ich fürchte, darin liegen meine Gedanken begründet.

Aber nun bin ich gespannt, von deinen Erfahrungen zu hören. Vor allem würde mich auch interessieren, ob du dir Strategien (praktisch/mental etc. ...) überlegt hast, um dich in einer solchen Situation besser zu fühlen.

Vielen Dank für die Impulse!

Grüße

Florian
 
Hallo,

ich denke, dass bei vielen die Erwartungshaltung besteht - besonders, wenn man sich neu kennenlernt - dass man munter miteinander redet und das Gespräch entspannt fließt, fast ohne Pausen. Pausen werden dann oft assoziiert damit, dass der andere nichts mehr zu sagen hat, weil er vielleicht nicht viel erlebt oder nicht gerne redet oder nicht viele Interessen hat. Diese Gedanken könnten einem dann durch den Kopf gehen und so macht man sich auch selbst den Stress und erwartet von sich und anderen, dass Gespräche fließen sollen.

Bei manchen Menschen ist das der Fall, dann fügt sich eins ins andere und man hat viele Themen und oft auch tiefere Gespräche. Besonders auch bei Menschen, die generell sehr gerne und viel reden bzw. gerne über sich reden. Mit anderen Menschen zieht man mühselig Wort für Wort und Gedanke für Gedanke aus ihnen heraus, weil sie vielleicht wortkarg sind oder nicht gut reden können oder wollen. Da kommt es natürlich auch immer darauf an, was man selbst an sich und andere für einen Anspruch hat.

Ich denke, dass auch diese Stille oder diese unangenehmen Pausen bei manchen den Gedanken assoziieren, dass der andere langweilig ist oder ein langweiliges Leben hat, wenn er nicht viel zu erzählen hat. Das mag vielleicht - ich weiß es nicht, vermute es nur - gerade bei jüngeren Menschen der Fall sein oder denen, die sehr durch soziale Medien beeinflusst sind. Durch Menschen oder Influencer, die immer ganz tolle Dinge tun, überall rumkommen, von allem ein wahnsinnig superschönes Bild posten und so unglaubig toll und interessant sind (bzw. sein wollen).
Manche haben dieses Bild von anderen oder sich und meinen, sie müssten dem genügen. Oft ist das alles aber nur Schein und hohl.

Wie ist das bei Dir? Bei welchen Menschen passiert Dir das, dass Du das Gefühl von "unangenehmer Stille" erlebst? Du könntest natürlich das selbst thematisieren und sagen, dass Dir im Moment kein Thema einfällt.

Was Du auch machen kannst: Es gibt im Internet etliche Seiten (bzw. auch Bücher bei Amazon),
wo etliche Fragen stehen, die man beim Kennenlernen stellen kann - manche witzig oder tiefsinnig oder interessant - manche natürlich nicht.
Hier z.B.:

Da könntest Du Dir ein paar Fragen merken, die Du in Gesprächspausen anbringen könntest. Du könntest Dir auch vorab ein paar Themen überlegen, die Du anbringen möchtest z.B. eine Sendung, Diskussion, Doku, die Du gesehen hast, ein Buch, was Du gelesen hast, einen Podcast, einen Film, eine Ausstellung etc.
Wenn Du generell das Gefühl hast, nicht gut zu wissen, worüber Du reden solltest, kannst Du gezielt daran arbeiten und Deinen Alltag interessanter machen, indem Du verschiedene Dinge unternimmst, an Veranstaltungen teilnimmst, mal einen Vortrag hörst - VHS oder online. Bücher liest, gute Sendungen siehst.

Die Mediatheken bzw. Youtube sind voll von interessenten Sendungen und themen. Es gibt z.B. Blinkist, wo man Bücher, die auf ca. 15 min. zusammengefasst wurden, lesen kann. Es gibt Zeitschriften etc. etc., wo man interessante Dinge lesen kann.

Dies als Tipps, wenn es Dir um allgemeine gesellschaftspolitische oder auch psychologische Themen etc. geht. Wenn es mehr um persönliche Dinge gehen soll, was ja beim Kennenlernen der Fall ist, dann kannst Du Dir Fragen überlegen, die Du Deinem Gegenüber stellen kannst. Bzw. überlegen, was Du gerne von Dir erzählen möchtest - welche Interessen Du hast, Urlaube, Beziehungen, Ziele, was Du gerne so machst in Deiner Freizeit.
 
Mich stört an Deinem ganzen Post das "wir".
Und Dein Post ist irgendwie, wie soll ich sagen, wie eine Aufgabe formuliert. Irgendwie kommt es mir so vor. Sei's drum....

Mir begegnet das nicht, weil ich sehr gut mit Menschen im Alltag umgehen kann und, noch wichtiger, mich verabschieden kann.
 
Aber nun bin ich gespannt, von deinen Erfahrungen zu hören. Vor allem würde mich auch interessieren, ob du dir Strategien (praktisch/mental etc. ...) überlegt hast, um dich in einer solchen Situation besser zu fühlen
Ich habe mich in einzelnen Situationen, die letzten paar Monate betreffend, bewusst entschieden, mich nicht (alleine) zuständig zu fühlen, Phasen des Schweigens aktiv zu vermeiden.

Ich halte den Moment/die Zeitspanne dann einfach mal aus und gehe ggf. auch mal in die Beobachterposition und schaue, was passiert...
 
Es gibt zwei Arten von Stille.

Die zwischen meiner besten Freundin und mir, wenn wir nach einem Tag voller Erlebnisse im Stadtpark sitzen, die nackten Füße aufs Gras stellen und es nichts mehr zu sagen gibt außer einem stillschweigenden "Hab dich lieb, beste Freundin".

Und die zwischen zwei Menschen, bei denen es kommunikativ einfach nicht passt. Da hab ich mich jahrelang für das Vermeiden dieser Stille verantwortlich gefühlt, tu ich nun nicht mehr. Ich halt das aus, und überlege mir nachher dann, ob das Kontakt so passt oder nicht.
 
Wenn jemand brüllt das ist schlimm aber Stille,sich anschweigen,
das ist die Hölle.
Da werde ich spätestens nach 20-30 Sekunden panisch,fange
hektisch an zu reden weil ich das nicht aushalte.
Da ist sofort der Horror wenn meine Eltern sich nach einem
Streit tagelang eisig und hasserfüllt anschwiegen wieder da.
 

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