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Überfordert mit dem Leben/Angst vor Kontakten/Süchtig nach Liebe

G

Gast Dark Waters

Gast
Ich(26m) weiß nicht so recht wo ich anfangen soll oder ob es überhaupt etwas bringt hier zu schreiben...
Aber im Moment sitze ich einfach ein wenig fest mit meinem Leben und weiß nicht so recht weiter...

Problem 1
Ich bin unglaublich schlecht im Umgang mit Menschen.
Ich habe von klein auf andere bis keine Interessen und habe keinen Interesse daran gehabt mit Mitschülern
oder anderen Personen zu reden. Es gab immer wenige, einzelne Ausnahmen jedoch mussten diese durch viele
Umzüge in meiner Kindheit immer wieder neu "gefunden" werden.

Auf andere Leute wirke ich dadurch immer unfreundlich, unnahbar oder einfach nur komisch und es kommt oft
zu Missverständnissen oder Hänseleien und Mobbing.

Ich bin auf keinen Fall eine Person die weniger Gefühle hat als andere, keinen Spaß am Leben oder irgendjemandem
etwas schlechtes will. Ich habe einfach nicht das Gefühl oder den Drang diese Auszudrücken wie es andere Personen tun.
Ich bin an sich ein Lebensfröhlicher Mensch. Ich freue mich über Kleinigkeiten. Eine schöne Aussicht, etwas gutes zu Essen,
gut verarbeitete Kunst, ein Lied das mir gut gefällt oder einfach ruhige, schöne Momente...

Ich verhalte mich wenn ich eine Person lange genug kenne oft albern, mache Witze und bin spontan.
Praktisch eine komplett andere Person. Bis dieses Vertrauen in eine Person jedoch aufgebaut ist vergehen
Jahre und ich brauche permanenten Kontakt mit diesen Menschen. Wenn dies nicht so ist habe ich einfach nicht
das Gefühl oder den Drang mich auf irgendeine Art und Weise so zu äußern.

Mit der Zeit und Erfahrung hat sich das ganze jedoch in eine Abneigung gegenüber anderen Menschen entwickelt
da ich oft (zu mindest meiner Meinung nach) schlecht behandelt wurde. Leute machen sich über einen lustig, man wird
auf öffentlicher Straße gedemütigt, beleidigt oder man wird mit Sachen beworfen.
Das ganze ging dann soweit das ich angefangen habe Blickkontankte zu meiden, Gespräche so kurz wie möglich zu halten
und auf Kommentare und darauf das ich angesprochen werde schon garnicht mehr zu reagieren.
Das ganze verlieft langsam und mit der Zeit und soweit ich mich zurückerinnern kann ist das ganze zu einer Art Phobie
geworden. Man sucht die dunkelsten Gassen aus um zum Zielpunkt zu kommen, geht nurnoch Nachts aus dem Haus, versteckt sich hinter Klamotten und langen Haaren... (Was natürlich alles nicht zu meinem Gesamtbild für andere Leute beiträgt :p)

Der Punkt ist das ich kein Problem mit mir habe. Ich fühle mich gut so wie ich bin, ich habe noch nie gern mit Leuten geredet,
habe schon immer mein eigenes Bild von allem gemacht statt auf irgendjemanden zu hören der sein Wissen auch nur von anderen Personen oder Büchern hatte. Ich bin davon überzeugt das so wie ich bin auch sein will. Das ich mich so wohl fühle.
Aber die Angewohnheiten und der Drang andere Leute zu meiden macht es mir unmöglich im Alltag zu leben und ich merke
das ich da alleine nicht mehr raus komme. Ganz zu schweigen davon das ich davor schon nicht im Alltag klargekommen bin
weil ich immer irgendwo mit Leuten aneinander geraten bin obwohl ich niemandem etwas getan habe(bzw weil ich niemandem etwas tue)

Problem 2
In der Schule war es eine Sache so zu sein da ich nicht mit Leuten reden musste oder irgendwo hingehen musste um unter
Leuten zu sein. Nach Ende der Schule habe ich jedoch auch den Kontakt zu Leuten verloren mit denen man sich in der Schule verstanden hat soweit es ging. Das hatte mich zu diesem Zeitpunkt auch nicht weiter gestört und Kontakte über Internet haben komplett ausgereicht bis zu dem Zeitpunkt an dem ich mich Online in eine Person mit dem selben Problem verliebt habe.
Zu diesem Zeitpunkt war ich 17, und bis dahin hatte ich weder einen Schwarm noch den Drang dazu gehabt eine Beziehung zu führen. Ich wusste in dem Sinne nicht was andere Leute an dem anderen Geschlecht finden bzw allgemein an Liebe Gefühlen.

Da wir beide ähnliche Probleme hatten haben wir wenig mit anderen Leuten zutun gehabt und uns mehr umeinander gekümmert
und es kam schnell zu großem Vertrauen ineinander und zu einer Beziehung. Die Beziehung hielt 3 Jahre in denen ich komplett neue Gefühle kennengelernt habe. Die Beziehung bestand aus komplettem Vertrauen und Hingabe ineinander und noch nie
habe ich mich so frei und Sorgenlos gefühlt wie in dieser Zeit.
Die Beziehung ging auf Grund der großen Entfernung und der geringen Zeit die wir uns sehen konnten jedoch in die Brüche und
die Zeit nach der Beziehung würde ich am ehesten mit einem Drogensüchtigen vergleichen der kurz vorm zusammenbruch steht weil er seinen Stoff nicht bekommen hat.

Ich bin praktisch süchtig nach Nähe (Liebe?). Ich wüsste nicht einmal ob das eine Sache ist.
Der schock der Trennung warf mein ganzes Leben durcheinander. Das letzte Jahr der Ausbildung in der ich war ging schief
und ich musste abbrechen und meine Konzentration war total verschwunden.
Ich hatte all diese neuen Gefühle von Vertrauen, Zuneigung und dem Drang mit jemandem reden zu wollen und Zeit mit
ihm verbringen zu wollen. Ich hatte nie Ziele im Leben oder den Drang irgendetwas zu machen. All das hatte ich während der
Beziehung und auf einmal saß ich wieder ohne das alles da. Keine Lebensziele mehr und keine Gefühle.

Ohne Schule hatte ich dann jedoch auch keinen Kontakt mehr zu anderen Leuten und im Grunde hab ich nur Zeit abgesessen und mich selbst dafür bemittleidet das die Beziehung vorbei ist. 1 Jahr lang habe ich bei meinen Eltern gewohnt und wusste nicht wohin oder was ich mit mir anfangen sollte. Im Internet versucht das wiederzufinden was ich mit der Beziehung verloren habe. Kontakte hielten nie wirklich lange und waren auch nicht wirklich befriedigend. Ich habe mich in Online Beziehungen überstürzt und versucht Gefühle zu erzwingen alles ohne Erfolg bis ich eine Person kennengelernt hatte die mir helfen wollte und ein paar Interessen mit mir geteilt hatte. Nach einer Weile fing Sie an Gefühle für mich zu entwickeln und ich habe versucht das ganze zu erwidern. Nach ca. 1nem Jahr haben wir uns mehr kennengelernt und ich fing an die selben Gefühle und das Vertrauen von damals zu entwickeln und es kam zu einer Beziehung die knappe 4 Jahre angehalten hat.

Sie wollte für ihre Ausbildung weiter weg ziehen und wir sind zusammengezogen um uns öfter zu sehen und damit ich
Sie bei ihrer Ausbildung unterstützen kann.
Sie hatte im Gegensatz zu mir jedoch keine Probleme mit anderen Menschen und man hat schnell gemerkt das die ganze
Nähe die ich gebraucht hab für Sie zu viel wurde und Sie mit der Zeit schlechter gelaunt war und sich immer mehr entfernt hat.

Als ihre Ausbildung vorbei war entschließ Sie sich dazu wieder zu ihren Eltern zu ziehen und die Beziehung zu beenden da Sie nicht mehr genug Kraft hätte um mir all die Nähe und Zeit zu geben die ich bräuchte und wieder mehr Kontakt mit anderen
Menschen zu haben. (Den ich ihr nie verboten oder schlecht gemacht habe, Sie meinte jedoch sie würde sich schlecht damit fühlen solange Sie mit mir zusammen wäre)

Nun sitze ich seit knapp einem halben Jahr wieder auf der Stelle. Wohne im Moment wieder bei meinen Eltern und weiß nicht weiter. Ich habe das Gefühl mein Leben ist nicht komplett ohne diese Gefühle der Nähe und des Vertrauens. Aber ich kann auch niemanden kennenlernen oder mich in jemanden verlieben wenn ich nur Zuhause bin und kein Vertrauen zu Leuten aufbauen kann. Ganz zu schweigen will ich keine Leute kennenlernen oder Vertrauen zu irgendwem aufbauen...

Ich denke nicht das es falsch ist wie ich bin. Ich will einfach sein wer ich bin ohne das jemand über mich richtet oder
mich ändern will. Ich will ich sein zusammen mit jemandem der genauso oder ähnlich denkt wie ich, der die Welt und alles
rings herum egal ist solange man beieinander ist. Der genausoviel Nähe braucht und geben kann wie ich und träume, Gefühle und Gedanken teilt.
Das ganze klingt wenn ich es so schreibe selbstsüchtig kindisch und dumm. Aber das ist womit ich mich wohl fühle.


Nur jetzt kommt einfach alles zusammen.
Ich habe keine Kontakte mehr nach all den Jahren, ich habe keine Hobbys, Interessen, Dränge dazu irgendetwas zu
tun oder zu fühlen und eine Phobie durch die ich selbst wenn ich wollte nichtmal jemanden ansprechen kann.
Ich habe keine Ausbildung, Arbeit oder Idee wie es weitergehen könnte.

Mir geht es nicht gut. Ich will meinen Eltern nicht zur Last fallen und genauso brauch ich meinen Platz für mich.
Ich komme nicht mit anderen Menschen und dem Alltag klar und habe keine Ahnung wie ich auch nur zu Arbeit oder
einer neuen Ausbildung kommen soll in dem Zustand+neu gewonnene Ängste.
Und dann dieses verdammte Gefühl das die ganze Welt leer und tot ist ohne das Gefühl jemanden zu haben den man
beschützen, lieben und umsorgen kann und mit dem man sich gleichzeitig austauschen kann und der sich für jemanden
interessiert.
Ich sitze seit einem halbem Jahr im Fall Management der Arg für Arbeit. Die mich dabei Unterstütz eine Wohnung zu finden und eine Therapie zu starten. Aber alles geht so langsam voran und ständig wird man hin und her geschickt, Sachen fangen von vorne an, man wird Abgewiesen, Erklärungen müssen wiederholt werden.. Ich fühle mich ausgelaugt und leer... Als hätte ich keine Kraft mehr für das Leben und Personen darin..

Ich merke wie ich immer weiter absinke in Depression, Selbst- und Menschenhass. Und ich weiß nicht weiter, was richtig
oder falsch ist, oder was ich von mir und der Welt denken soll...
Was muss ich machen um wieder klarzukommen? Ich weiß das der Text vieeeel zu lang ist und wahrscheinlich kann mir hier niemand helfen und das einzige was mir hier gesagt werden kann ist "such dir Hilfe".

Aber das versuche ich seit langer Zeit. Ich weiß nicht mehr wo vorne und hinten ist. Irgendjemand der vielleicht in einer ähnlichen Situation saß oder irgendwie ähnlich fühlt/gefühlt hat?
 

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