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trennung, alleinerziehend, pubertät, depri

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Gast

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Hallo zusammen,

ich möchte mal hier in die Runde fragen, ob ihr vielleicht einen Rat habt... Mir geht es schon seit einiger Zeit nicht so gut und kenne leider niemanden der ähnliche Erfahrungen gemacht hat... Und schon mal sorry für den Text...;-)

Ich bin 31 Jahre alt und habe eine elfjährige Tochter, die gerade in die Pubertät kommt... Vor ca. 6 Jarhen habe ich mich von ihrem Vater getrennt.. War ein jahrelanger "Rosenkrieg".. Insgesamt waren wir 10 Jahre zusammen, davon haben wir uns die letzten 4 Jahre "getrennt".. Mit ALLEN Übelkeiten die man sich nur vorstellen kann...Wir konnten einfach nicht mehr mit und nicht ohne einander.. Diese Jahre waren der Horror.. Das schlimmste was ich je erlebt habe.. Gleichzeitig habe ich noch eine Ausbildung durchgezogen, den Haushalt geschmissen und mich noch liebevoll um meine Tochter gekümmert. Jede Energie, die ich hatte, habe ich in sie investiert. Seit ich 19 war, steckte ich alle meine Interessen zur Seite, da ich ein sehr starkes Pflichtgefühl ihr gegenüber entwickelt hatte und für Hobbys oder weiteres Studium einfach keine Zeit mehr war.. Einen neuen Partner habe ich seit der Zeit auch nicht mehr gehabt. Ich habe schon mal etwas ausprobiert, aber ich konnte mich nicht öffnen. Habe jedesmal Schluss gemacht. Erst jetzt in den letzten zwei Jahren möchte ich mich wieder auf jemanden einlassen, aber seit dem klappt überhaupt nichts mehr. Ich muss wahrscheinlich mittlerweile ne richtig ätzende Ausstrahlung haben...Obwohl ich mich sonst als recht sehr attraktiv einstufen würde. Dadurch leidet mein Selbstwertgefühl momentan ziemlich und schürt meine depressiven Verstimmungen.

Die ganzen Jahre seit ich 19 bin, habe ich mich immer weniger mit mir selbst beschäftigt. Ich habe heute das Problem, dass ich nicht mehr weiß was ich will, was ich kann, nichts macht mir wirklich Spaß, alles ist immer so kompliziert zu organisieren, alles fällt mir so schwer! Ich gehe Vollzeit arbeiten, dann meine pubertierende Tochter, die keine Lust mehr hat mit mir etwas zu unternehmen.. Für mich ist das sehr schlimm, jetzt habe ich langsam das Gefühl, ich habe gar keine Familie mehr. (Vater tot, kein gutes Verhältnis zur Mutter, Schwester wohnt 900 km entfernt, keinen Partner) Gott sei Dank habe ich Freunde!! Ich weiß meine Tochter ist pubertierend, aber ich fühle mich so einsam.. Es ist alles so sinnlos geworden, sie interessiert es irgendwie nicht mehr, was ich mache. Sie ist ständig nur in ihrem Zimmer, nur mit sich selbst beschäftigt und will nichts unternehmen. Sie besucht schon ab und an Freunde, aber mit mir will sie nichts mehr wirklich machen. Und da mir eh gerade alles so schwerfällt, seh ich auch irgendwie nicht ein, mir was für Ausflüge o.ä. anstrengend zu überlegen, wenn sie dann eh keinen Bock darauf hat. Wir leben quasi aneinander vorbei... Und mein Leben besteht gefühlt nur aus Pflichten! Ich habe nicht mal mehr Lust meine Wohnung schön zu machen.... Erlebt jemand etwas Ähnliches? Ich weiß, ich bin die Einzige, die an dieser Situation etwas ändern kann, aber ich habe irgendwie keine Kraft mehr.. Danke schon mal... Viele Grüße
 

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Zebaothling

Sehr aktives Mitglied
Na ein wirkliches Rezept habe ich auch nicht, aber es ist immer gut sich selbst zu reflektieren, um vielleicht einige Hintergründe zu erkennen.

Also die Trennung ist an Dir und auch an Deiner Tochter ja nicht spurlos vorrübergegangen, vielleicht gab es da einige einschneidende Momente, wo Deine Tochter Dich gebraucht hätte , Du aber abschalten musstest weil Du sonst Deine Pflichten nicht erfüllen hättest können. Nicht falsch verstehen, aber ich kann mir halt nicht vorstellen, dass man völlig unbelastet ist und ein Kind das nicht mitkriegt das die Mama da was beschäftigt , ihr auf der Seele drückt , sie vereinnahmt, was sie abgrundtief scheiße findet.

Das muß noch nicht eimal bewußt sein sonder so wie Kinder unbewußt bestimmte Verhaltensweisen über nehmen , wie sie husten , wie sie manche Wörter sagen , wie sie bestimmte Gestik besitzen , die genauso ist wie die der Eltern, so übernehmen sie im Grunde manchmal auch Stimmungen. Das tun sie mit Sicherheit, nur weiß ich ja nicht wie seinerzeit Eure Stimmung war.

Was ich aber heraushöre ist Du willst Dich wieder an Deine Tochter annähren , hast das Gefühl sie zu verlieren , das Gefühl alleine gelassen zu sein, ich denke Du hast sicher scon eimal darüber nachgedacht , warum man sagt Kinder sind der Spiegel ihrer Eltern , hast Du ?

Ich bin der festen Überzeugung , für das Verhalten ist nicht die Pubertät verantwortlich , sondern die Pubertät bringt das Verhalten in die Offensive in die öffentliche Haltung Dir gegenüber , sie traut sich nun, Dir das Verhalten zu zeigen was eigentlich schon die ganze Zeit in ihr ist.


Es ist ein langer Weg , der der Annährung, aber über Ultimaten , über Vorschriften , über Pflichten , über Maßregelungen , über vernünftige Gespräche , über den Verstand , so denke ich kommst Du nicht an sie heran .

Über Deine eigene Hilflosigkeit auch nicht , da das das Erfolgsrezept ihrer unbewußten Handlung darstellt , früher war sie hilflos der Trennung gegenüber, jetzt bist Du die Hilflose.

Der Spiegel tut seine Arbeit.

Wirft das verinnerlichte Bild zurück , was sich im Unbewußten des Kindes eingebrannt hat , über Jahre .

Die Annärung findet änlich statt , über das Gefühl , über den Goodwil, über das was der Spiegelung den Wind aus den Segeln nimmt.

Für mich ist klar , auch eine elfjährige oder zwälfjährige hat Bedürfnisse, das mit sich Auseinandersetzen , das entdecken der Welt um sich herum , das erkennen der eigenen Wurzeln , das sich finden in der Sexualität und den ganz intimen Dingen, gehört dazu, da stört jede Mutter und auch jeder Vater...das war bei Dir nicht anders , oder ?

Die Freiheit solltest Du ihr zugestehen, aber es gibt sicher Konzerte , die sie besuchen will , wenn sie auf Musik steht, nen Style oder Schinkkurs den sie machen will wenn sie auf sowas steht , jeder Mensch ist ja anders , ich kenne Deine Tochter nicht , aber Du kennst sie und Du kennst auch ihre Vorlieben ihre Neigungen, vielleicht mag sie Autorennen oder Brautkleidermessen , Märchen oder Fantasy , vielleicht steht sie auf Metal oder Schlager , und was ganz klar ist , ihrePersönlichkeitsfrindung ist noch lange nicht abgeschlossen ...heute noch Tierärztin , morgen Müllfrau alles ist möglich , gönn ihr die Freiheit ein eigenständiger Mensch zu werden, bekunde aber ständig Dein Interesse , das wird später belohnt, in den wichtigen Momenten ihres Lebens.

Spiegelt sich dann, genau wie jetzt, die letzten 11 Jahre ....

vielleicht hilft Dir diese Sichtweise etwas .

Du hast aber auch Dich selbst vergessen ,Deine Bedürfnisse zurückgesteckt , Deine Pflichten erfüllt , Du sagst , Du hast verloren zu wissen was Du willst, genau das ist der Punkt , wie soll deine Tochter es finden , was sie will, wenn Du es ihr nicht zeigst, das DU weißt, was Du willst ?

Der goldene Mittelweg , nach einer langen schmerzhaften Trennung wird der richtige sein , das Maß an Selbstbestätigung und an Zuwendung für das Kind, keines der beiden Dinge zu vernachlässigen und keines der beiden Dinge zu überfluten .....

Mit Wahrheit , Liebe , Offenheit , Zuwendung und gesundem Egoismus kommst Du weiter als mit Depression und Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Frag Dich mal ob Du die ganze Beziehung , die Trennung , die ganzen schlechten Momente , das was Du Horror nennst , lieber wegwischen würdest oder es annimmst und es unter Lebenserfahrung "so what" verbuchen kannst.

Ich denke Du brauchst jemanden, mit dem Du Dich über die Thematik austauschen kannst, so das Du in der Lage bist neuen Lebensmut zu schöpfen und Lebensfreude zu empfinden, die Du dann weitergeben kannst, ohne die Nachlässigkeit Deine Tochter nicht zu beachten. Nicht weil sie Dir nichts wert ist ,sondern weil sie sich entfernt und Dir zeigt Deine Beachtung ist mir schnuppe.

Da die Unterscheidung zu treffen , was ist Spiegelreflex unbewußter Art in der Vergangenheitbegründet und was ist gesunde Selbstfindung ihrerseits , das ist sicher keine leichte Kost für Deinen Kopf und die Gradwanderung zwischen Pflichterfüllung , endlich aufatmen können, selbst geliebt zu werden und zu lieben , es zulassen zu können, sich zu öffnen und der richtigen Entscheidung im Umgang mit dem Kind , das ist dreifach, nein vierfach , mehrfach schwere Kost......

aber ganz am Anfang steht der Wunsch nach Eurem Glück nach sexueller Erfüllung Deinerseits und endlich ausleben können, was Du Dir abgespart hast , die besten Jahre ...weg....und dafür jetzt den Schlag ins Gesicht , des Alleineseins ...zeig mir mal eine , die dabei keine Anflüge von Depris kriegt ....

die gibt es nicht.
 
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