Trauerbegleitung, Therapeutin oder nichts für meine Kinder?

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Liebe Trauerperle,

ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen (habe meinen Vater mit 9 Jahren verloren), dass ich dir in jedem Fall zu einer professionellen Begleitung raten würde.
Wahrscheinlich schon am besten während des unmittelbaren Sterbeprozesses, der für Kinder wahrscheinlich unerträglich ist (ich musste es zum Glück nicht erleben, war ein Unfall). Auf jeden Fall aber danach.

Du machst das sicher unglaublich toll. Die Unterstützung durch die eigenen Eltern ist das allerwichtigste in so einer Situation. Aber du bist auch extrem involviert und es braucht in jedem Fall jemanden von außen. Jemand der selbst Abstand zu der Situation hat und gleichzeitig auch Erfahrung.

Wichtig ist, dass du auf dich selbst nicht vergisst. Ich habe gelesen, dass du professionelle Hilfe hast, das ist sehr gut.

Ich selbst hätte nach dem Tod meines Vaters professionelle Hilfe gebraucht. Jetzt kämpfe ich noch 23 Jahre später mit den Folgen.

Ich wünsche euch alles, alles Gute.
 
Zuletzt bearbeitet:

trauerperle

Mitglied
Trauerperle wird im Moment nicht die Zeit haben, um die Frage zu beantworten. Sie hat schon einmal etwas gepostet, die Antworten auf die Fragen findet man im ersten Post. https://www.hilferuf.de/forum/traue...m-sterben-trotzdem-in-den-urlaub-fliegen.html
Die Mutter wohnt in Gehweite und kommt mehrmals täglich oder es sind alle bei der Mutter.
Danke für deinen Kommentar, bis eben hab ich gar nicht gesehen, das hier auch noch geschrieben wurde. Mein Kopf war/ist nicht so bei der Sache. Danke dir und an alle, die dann für mich die Fragen beantworten, wenn es möglich ist. Ist echt lieb. :)
 

trauerperle

Mitglied
Es gibt Trauerbegleitungen, die auf Kinder spezialisiert sind. Frag da mal besonders bei kirchlichen Trägern an - ich hatte einen Kollegen, der war auf Trauer- und Sterbegegleitung für Kinder spezialisiert.

Viel wichtiger als eine Trauerbegleitung fände ich für euch eine Sterbebegleitung. Das ist etwas anderes. Die Sterbebegleitung begleitet einen durchs Sterben. Kümmert sich auch teilweise um unangenehme Fragen oder Aufgaben, für die die Angehörigen oder die Betroffenen verständlicherweise keinen Kopf haben in dieser Zeit. Abschied und Trauer ist ein Prozess - das ist ganz wichtig, dass man das als Prozess wahrnimmt und durchlebt und nicht ab einem gewissen Punkt dann, wenn deine Schwester gestorben ist, plötzlich ansetzt. Da ist eine Kombination aus Sterbe- und Trauerbegleitung (oft haben Fachleute beide Qualifikationen) oft sehr wichtig und hilfreich.

Es geht ja auch darum: was wollen deine Kinder deiner Schwester vielleicht noch sagen? Oder sie euch? Hat sie Wünsche? Hat sie Ängste? Es gibt Sterbende, die haben große Ängste oder auch unangenehme Fragen. Trauen sich aber nicht, diese mit der Familie und den Angehörigen zu thematisieren, weil diese zu dicht dran sind oder weil die Sterbenden Angst haben, dass sie ihre Familie und Angehörigen verletzen oder sie noch trauriger machen. Auch ein Sterbender sollte als Prozess im Idealfall abschließen und loslassen können. Und da sind oft geschulte, außenstehende Personen gefragt, wenn gerade ein junger Mensch oder allgemein jemand sehr dramatisch aus dem Leben scheidet.
Ich danke dir für deinen Beitrag, ich habe mir alles durchgelesen, und wir haben bzw. meine Schwester bekommt von einer lieben Therapeutin unterstützung und kann alles sagen.

Ich kann jetzt nicht auf alles eingehen, weil ich körperlich und psychisch grade zu müde bin, aber ich hane alles durchgelesen. :)
 
C

Catley

Gast
Liebe Catley,

ich kann dir nur aus eigener Erfahrung sagen (habe meinen Vater mit 9 Jahren verloren), dass ich dir in jedem Fall zu einer professionellen Begleitung raten würde.
Wahrscheinlich schon am besten während des unmittelbaren Sterbeprozesses, der für Kinder wahrscheinlich unerträglich ist (ich musste es zum Glück nicht erleben, war ein Unfall). Auf jeden Fall aber danach.

Du machst das sicher unglaublich toll. Die Unterstützung durch die eigenen Eltern ist das allerwichtigste in so einer Situation. Aber du bist auch extrem involviert und es braucht in jedem Fall jemanden von außen. Jemand der selbst Abstand zu der Situation hat und gleichzeitig auch Erfahrung.

Wichtig ist, dass du auf dich selbst nicht vergisst. Ich habe gelesen, dass du professionelle Hilfe hast, das ist sehr gut.

Ich selbst hätte nach dem Tod meines Vaters professionelle Hilfe gebraucht. Jetzt kämpfe ich noch 23 Jahre später mit den Folgen.

Ich wünsche euch alles, alles Gute.

Sorry, aber das ist nicht MEIN thread, sondern der von trauerperle!!!! Da ist irgendwas schief gelaufen!
 
Zuletzt bearbeitet:

Feenora

Mitglied
Liebe Trauerperle,

habe deinen anderen Thread gelesen und mir kamen die Tränen. Ich finde es so schön und stark von dir, deine Schwester zu begleiten.

Was eine Trauertherapie angeht, da sind alle Kinder anders Meist kommen sie sehr gut mit dem Tod zurecht, anders als wir Erwachsene.

Mal ein Beispiel von mir (weil Deine Kinder in einem ähnlichen Alter sind). Meine Jüngsten sind jetzt 5 und 8 Jahre alt. Zwei Beispiele. Als mein Bruder Suizid beging, kam mein zweijähriger dazu. Er sah, wie mein Vater ihm rechts und links an die Wangen schlug, in der Hoffnung, eine Reaktion zu bekommen. Das war schlimm für ihn. Er hörte auf zu sprechen und hatte nur böse Wörter für meinen Vater übrig. Er sah die Schuld bei ihm, weil sen geliebter Onkel (verstorben mit 29 Jahren) nicht mehr kommt. Er war auch bei der Beerdigung dabei und hat alles ohne Trauerbegleitung verarbeitet. Nach der Beerdigung sprach er wieder und das Thema war für ihn durch. (Jedoch war er noch einige Wochen sauer auf meinen Vater).

Jetzt im März lag mein Vater im Sterben. Hier passt das Alter meiner 5jährigen. Wir machten daraus kein Geheimnis. Mein Sohn nahm es so hin, aber er hat sowieso ein gespaltenes Verhältnis zu meinem Vater (nicht nur wegen der o.g. Geschichte). Meine Tochter meinte nur, wenn Opa tot ist, dann schaut er vom Himmel aus zu, was wir machen und beschützt uns. Damit war auch für sie das Thema durch. Nach zwei Monaten kam er jetzt wieder nach Hause zurück, trotz aller Vorbereitungen seines Todes von Ärzten uns gegenüber.

Nur Du kannst Deine Kleinen einschätzen, wie sie damit umgehen können.

Alles Liebe und Gute für Dich und Deine Familie.
 

trauerperle

Mitglied
Liebe Trauerperle,

habe deinen anderen Thread gelesen und mir kamen die Tränen. Ich finde es so schön und stark von dir, deine Schwester zu begleiten.

Was eine Trauertherapie angeht, da sind alle Kinder anders Meist kommen sie sehr gut mit dem Tod zurecht, anders als wir Erwachsene.

Mal ein Beispiel von mir (weil Deine Kinder in einem ähnlichen Alter sind). Meine Jüngsten sind jetzt 5 und 8 Jahre alt. Zwei Beispiele. Als mein Bruder Suizid beging, kam mein zweijähriger dazu. Er sah, wie mein Vater ihm rechts und links an die Wangen schlug, in der Hoffnung, eine Reaktion zu bekommen. Das war schlimm für ihn. Er hörte auf zu sprechen und hatte nur böse Wörter für meinen Vater übrig. Er sah die Schuld bei ihm, weil sen geliebter Onkel (verstorben mit 29 Jahren) nicht mehr kommt. Er war auch bei der Beerdigung dabei und hat alles ohne Trauerbegleitung verarbeitet. Nach der Beerdigung sprach er wieder und das Thema war für ihn durch. (Jedoch war er noch einige Wochen sauer auf meinen Vater).

Jetzt im März lag mein Vater im Sterben. Hier passt das Alter meiner 5jährigen. Wir machten daraus kein Geheimnis. Mein Sohn nahm es so hin, aber er hat sowieso ein gespaltenes Verhältnis zu meinem Vater (nicht nur wegen der o.g. Geschichte). Meine Tochter meinte nur, wenn Opa tot ist, dann schaut er vom Himmel aus zu, was wir machen und beschützt uns. Damit war auch für sie das Thema durch. Nach zwei Monaten kam er jetzt wieder nach Hause zurück, trotz aller Vorbereitungen seines Todes von Ärzten uns gegenüber.

Nur Du kannst Deine Kleinen einschätzen, wie sie damit umgehen können.

Alles Liebe und Gute für Dich und Deine Familie.
Hey, habe deine Frage gar nicht mehr gesehen. Meine Schwester ist vor 2 Tagen verstorben und teilweise bin ich erstaunt, wie meine Kinder mit dem Tod umgehen und manchmal tut es mir extrem weh, sie verwirrt und Leiden zu sehen.

Aber ich bin zubersichtlich, dass sie das nach und nach gut wegstecken. Hoffe ich zumindest.

Danke für deine Antwort. :)
 

pecky-sue

Namhaftes Mitglied
Hallo Liebe Trauerperle,
Vielleicht erinnerst du dich noch, ich hatte dir mal von meiner Oma erzählt.
In meinem Egoismus (nicht negativ gemeint) sie zu lieben und mein kindlicher Anteil der so an ihr klammerte und sie nicht loslassen wollte, hab ich zwar mit meinem erwachsenen Bewußtsein wahrgenommen, das der Tod für meine Oma eine Erlösung, aber ich konnte und wollte nicht loslassen.
Ich habe mich auch insgeheim deswegen geschimpft, aber ich konnte nicht drüber stehen. Das war so.

Naja und wenn ich da so drüber nachdenke, meine Seele hat es einfach gebraucht an ihr festzuhalten.
Deine Kinder werden bestimmt halbwegs gut drüber wegkommen, du bist es die seelische Unterstützung braucht.

ZB. Meine Oma hatte schlimmste Schmerzen und für sie war der Tod eine Erlösung davon. Ich konnte das nicht so sehen, weil ich meine Oma bei mir haben wollte.
Nun musste ich mich arrangieren, musste begreifen, das Leben aus Kommen und Gehen besteht. Das tat weh, gekoppelt mit dem Schmerz, sie lebend in meiner Nähe zu haben zu wollen, fühlte es sich so schmerzvoll an.

Ich wünsche dir, das du einen guten Weg findest deine Trauer zu verarbeiten, und deinen Kindern zu zeigen wie man mit sowas umgeht.
Es ist wichtig zu weinen, und auch zu sprechen und zu erinnern, halt von allem nicht zuviel. Jetzt so in der Anfangszeit, ist alles erlaubt finde ich. Weinen, schreien, toben, traurig da sitzen, Alles was den Gefühlen ein Ventil gibt.

Denn ich bin mir sicher meine Oma ZB. hätte nicht gewollt das ich so unglücklich bin wie ich Jahre lang war.

Ich könnte mir vorstellen, dass es deiner Schwester ähnlich ging, sie hat sich sicher auch gewünscht das ihr nach ihrem Weggehen, wieder zu eurer Freude findet, nicht jetzt sofort aber eben bald, schätze ich das richtig ein.?

Es gibt sicher therapeutische Angebote, "Trauern mit Kindern um einen geliebten Menschen". Für mich war es sehr schwer vor meinen Kindern mit meiner Trauer umzugehen. Ich wollte aber, das sie merken und wissen, warum Mama dauernd weint. Darum habe ich mit ihnen darüber gesprochen.

Wie du es machen möchtest, ob du lieber viel oder weniger mit deinen Kindern darüber sprechen willst, solltest du nach Bedarf anpassen.

Nach zwei Jahr zum Beispiel, fand ich es unpassend dauernd deswegen weinend gesehen zu werden. Bei mir passierte das immer noch, das weinen, aber ich wollte auch meine Kinder nicht mit hineinziehen und vermied es sie an meinem dauernden Weinen teilhaben zu lassen. Ich glaube das war auch gut und richtig. Nach 2 Jahren ist bei Kinder der akute Verarbeitungsprozess schon abgeschlossen, eigentlich schon nach ein paar Monaten. Ja Kinder gehen, wenn sie frei damit umgehen können, längst nicht so klammerig mit Trauer um, zumindest meine Kinder.

Ich möchte dir Mut machen, weint und trauert was das Zeug hält gemeinsam miteinander die erste Zeit, das wird euch gut tun und stärkt euer Familiengefühl. Du als Erwachsene hast sozusagen die Aufsicht und kannst das beeinflussen damit die Trauer im Rahmen des Erträglichen bleibt.

Aber an der Stelle seid ihr ja noch nicht, es ist alles noch so frisch.
Ganz liebe Gedanken und viel Kraft für dich, Trauerperle:blume:
 

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