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Tiefes Loch ohne Rand

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Gast

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Hallo liebes Forum
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Wenn mein Leben eine Farbe wäre, wär es seit einiger Zeit schon nichts als Grau. Nicht mal weiß oder schwarz, nur grau. Das gilt leider nicht nur für ein, zwei Bereiche, sondern alles kommt mir so vor. Seit einem knappen Jahr mach ich ‘ne Ausbildung im Büro. dabei bin ich niemand der für andere Leute Interessen am Schreibtisch sitzen will. Meine Arbeit mache ich gut und habe in der Berufsschule neben anderen Schülern Bestnoten, aber es ist halt nichts was mein Herz erfüllt. Ich stehe morgens nicht voller Freude auf. Sicher, es gibt auch schöne Momente, aber allgemein habe ich das Gefühl meine Zeit könnte besser genutzt sein.

Seit fast 6 Monaten habe ich eine Freundin die mich über alles liebt, und wie viele Jahre verbrachte ich damit mir sowas zu wünschen! Jetzt da sie da ist.. erfüllt auch das mich nur selten. Eigentlich bin ich ein so liebevoller Mensch und es gab Zeiten da hätte ich mich als perfekten Freund bezeichnet, aber seit Monaten zeige ich kaum noch Liebe und das nagt natürlich heftig an ihr. Ich kann mich aber auch zu nichts anderem bewegen.

Seit einem Monat lebe ich in Berlin, die Firma bezahlt die Wohnung. Ich müsste doch schreien vor Glück. Ich weiß das alles auch zu schätzen, Privilegien die ich genießen darf. Aber nichts macht mich glücklich.

Einige Jahre lang hatte ich den Traum zu schreiben. Ich liebe es eigentlich nur mit Worten neue Szenen und Welten zu erschaffen, inspirierend zu sein. Bis auf ganz viel Tagebuch und einiger kleiner Texte kam dabei aber nichts herum. Mittlerweile habe ich das Gefühl diese Ader in mir ist ausgetrocknet. Keine Inspiration, keine Motivation. Selbst wenn ich Tagebuch schreibe kommen dabei nur noch einige Zeilen pro Eintrag heraus, in denen ich mich dann beschwere dass ich sonst nichts mehr zu Papier bringe. In den letzten zwei Wochen war es so dass ich nicht mal mehr Lust zu Essen hatte, es blieb dann bei einer Mahlzeit pro Tag. (das hat sich wieder gebessert)

Freizeitaktivitäten gibt es nicht viele, meist bin ich froh wenn ich meine Ruhe habe, mich bei ‘nem guten Film verkriechen kann und so tue als gäb‘s mich nicht.

Schon als ich für ein Jahr bei der Marine war nahm ich mir vor dort viel Schönes zu schreiben, eine Grundlage zu schaffen auf der sich nach dem Ende des Jahres aufbauen lässt. Das ist mittlerweile 21 Monate her – nichts.
Nichts erfüllt mich, nichts bewegt mich. Um überhaupt irgendwas zu fühlen rauche ich dann viel zu viel obwohl ich’s eigentlich gar nicht brauche.

Normalerweise würde ich das Ganze einfach beenden, mich auf den Weg in die nächste Daseinsstufe nach dieser irdischen machen. Ich hätte kein Problem damit, keine Angst, und würde das bisschen Mut wohl noch zusammenkriegen. Allerdings berührt das in höchstem Maße die Zukunft meiner Familie und besagter Freundin. Es gibt Leute die werden mit sowas ein Leben lang nicht mehr fertig. Das kann ich noch nicht auf mich laden.

Mittlerweile ist eine ganze Seite gefüllt und ich habe noch absolut nichts gesagt. Möchte trotzdem jemand antworten? Schönen Dank schonmal für’s Lesen.
 

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Julie13

Gast
Halloooo :)

Ich kann deine Situation gut nachvollziehen…
Ich bin 3 Jahre in so nen Loch gesessen! Genau in dieser Zeit hatte ich auch noch eine finstere kleine Kellerwohnung (meine erste eigene Wohnung Oo) die nicht gerade ein Vorteil für meine pyschischen Belastungen war… ich bin nicht mal einen Schritt zur Haustür raus (nicht mal zur Mülltonne) glaub mir, das war der Tiefpunkt meines Lebens! Ich hab mir zum schluss schon Pappteller und Besteck gekauft weil ich nicht mehr in der lage war mein geschirr zu spülen!!!

Jetzt (5Jahre) später kann ich nur mehr drüber schmunzeln… mir gehts endlich wieder gut und schreibe bzw rede gern über meine Vergangengeit

Dann hab ich noch 2 Jahre psychotherapie gemacht

Und diese Kellerbude bin ich auch los juhuuu!! !!

Heute kann ich wieder lachen und mein Leben genießen ((;

Ich wünsch dir alles Gute und lass dein Köpfchen nicht hängen (;
 
G

Gast

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Vielen Dank für die Antwort :)
Kam das einfach irgendwann von selbst? Das mit den Papptellern kann ich vollkommen verstehen, auch wenn es bei mir noch nicht ganz so weit ist. Aber sowas ist doch nicht von einem auf den nächsten Tag weg? Und ohne Grund bzw ohne äußerliche Veränderung ist doch auch jeden Tag ein kleines bisschen Besserung unwahrscheinlich oder? Der Werdegang interessiert mich da mal....
 

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