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Therapie ohne Vergangenheitsaufarbeitung

G

Gast

Gast
Hallo,
komme gerade von der Therapeutin die nicht mehr mit mir arbeiten will, da sie sich zu angestrengt fühlt und für sich keinerlei persönliche Erfolge verbuchen kann.
Ich würde immer wieder dasselbe aus der Vergangenheit hochbringen, Stimmt, genau das tu ich. Aber genau da liegt auch mein Problem. In der Vergangenheit sind so viele Dinge in meiner Beziehung geschehen, die mich verletzt haben. Aber die Therapeutin will das nicht hören und ich soll im jetzt arbeiten. Nur funktioniert das so nicht, die Vergangenheit kommt immer wieder hoch. Leider geht sie auch kein bisschen auf dieses Thema ein und will es einfach nur nicht mehr hören. Das funktioniert aber bei mir nicht. Ohne dass ich die Vergangenheit aufarbeite und da auch mal jemand auch nur ein bisschen Verständnis zeigt, komme ich nicht weiter. Sie muss es ja nicht gut finden, wie ich mich verhalten habe, sie hatte halt ein anderes Leben mit viel Geld im Hintergrund, ich hatte nichts, nur vier Kinder für die ich auch eine Verantwortung hatte. Aber sie kann doch mal mit mir und meinem Partner darüber sprechen warum die Dinge so gelaufen sind wie sie waren. Nein, das lehnt sie ab, da sieht sie nicht ihren Auftrag. Wenn mein Partner zugibt Fehler gemacht zu haben, sagt sie er soll sich nicht so klein machen. Dabei habe ich gekämpft all die Jahre, nur mein Mann hat gar nicht verstanden oder verstehen wollen, was ich möchte. Er liess nur seine Meinung gelten. Natürlich hätte ich ihn verlassen können, aber wohin mit vier Kindern und ohne Einkommen? Ausserdem liebe ich ihn ja und möchte die Ehe weiterführen. Nur eben anders. Und dazu gehört, dass die Fehler der Vergangenheit aufgearbeitet werden.
Denke ich falsch? Bin ich blöd, weil das kein Therapeut kapiert? Oder gibt es wirklich so viele Therapeuten die keine Ahnung haben? Warum gehe ich denn hin? Wenn ich einfach nur fröhlich in die Zukunft schauen könnte, bräuchte ich keine Hilfe.
 

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FlotteLotte

Mitglied
Gibt doch noch die Möglichkeit von Familien- oder Paartherapien. Schon mal versucht da jemanden zu finden?
Wenn deine Therapeutin darüber nicht reden möchte, was für dich wichtig ist, dann hat sie ihren Beruf verfehlt. Such dir schleunigst jemand neuen...

Liebe Grüße und ganz viel Zuversicht
FlotteLotte
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Um was für eine Therapie geht es?

So wie Du es beschreibst, wendet sich die Therapeutin ja direkt an Deinen Ehemann und sagt ihm, er solle sich Dir gegenüber nicht so klein machen, wenn er vermeintliche Fehler zugibt.

Ist das eine Einzelpsychotherapie? Seine oder Deine? Bei der der jeweilige Ehepartner irgendwie mit einbezogen ist?

Ist das eine Eheberatung oder Paartherapie?

Welchen Auftrag hat denn die Therapeutin?
 
G

Gast

Gast
Danke!

Also das Ganze ist eine Paartherapie die wir selber zahlen.
Wir haben in der Vergangenheit ziemliche Probleme gehabt, die wir einfach zusammen nicht klären können. Daher brauchen wir jemanden, der das mit uns durchgeht und moderiert. Aber das möchte die Therapeutin nicht, sie übergeht das immer. Da sind so viele Verletzungen und Kränkungen, die bei mir eben immer wieder hochkommen. Ich würde das gern mit meinem Mann klären, warum halt manche Dinge so waren. Natürlich habe ich Mitschuld, da ich es zugelassen habe. Aber ich habe mich gewehrt,nur hat mein Mann meine Meinung und Wünsche nie gelten lassen. Alles wusste er besser. Die einzige Möglichkeit für mich wäre zu gehen gewesen. Das wollte ich aber nicht, wegen der Kinder und weil ich ihn ja liebe. Ich wollte nur das sich was ändert. Es war jetzt aber auch nicht so, dass es nicht auszuhalten war, ich war nur unglücklich. Aber nun war es einfach mal genug.
Die momentane Situation ist so lala geklärt, aber die Vergangenheit kommt eben immer wieder hoch. Mein Mann sieht ja auch ein, dass er Fehler gemacht hat, aber das darf er nicht sagen. Nein, ich bin das Problem, mir wird immer alles um die Ohren gehauen, da ich die Vergangenheit nicht ruhen lasse. Dabei war das viele Jahre lang genau das Problem meines Mannes. Aber das ist in Ordnung. Da bekommt er immer nur Rückhalt. Ich soll in zwei Monaten alles verarbeiten und ruhen lassen. Aber das schaffe ich nicht allein, ich möchte darüber reden.
Aber die Therapeutin hört mir nicht zu, mein Mann bekommt für alles was er getan hat einen Freibrief, das kann er selbst nicht verstehen. Mein Mann hat Fehler gemacht, das weiss er, warum darf er das nicht zugeben? Warum macht er sich damit klein und ich bin die Schuldige?
Aber gut, das ist ja gar nicht das Thema, sondern dass sie nicht auf das eingeht, was mir wichtig ist. Im Grunde benimmt sie sich so, wie mein Mann die ganzen Jahre.
Was ich auch merkwürdig finde, dass sie sich beschwert hat, dass sie für sich persönlich keine Fortschritte sieht. Ich mache doch die Therapie nicht für ihre persönlichen Erfolge.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Natürlich habe ich Mitschuld, da ich es zugelassen habe. Aber ich habe mich gewehrt,nur hat mein Mann meine Meinung und Wünsche nie gelten lassen. Alles wusste er besser. Die einzige Möglichkeit für mich wäre zu gehen gewesen. Das wollte ich aber nicht, wegen der Kinder und weil ich ihn ja liebe. Ich wollte nur das sich was ändert. Es war jetzt aber auch nicht so, dass es nicht auszuhalten war, ich war nur unglücklich. Aber nun war es einfach mal genug.
Die momentane Situation ist so lala geklärt, aber die Vergangenheit kommt eben immer wieder hoch. Mein Mann sieht ja auch ein, dass er Fehler gemacht hat, aber das darf er nicht sagen. Nein, ich bin das Problem, mir wird immer alles um die Ohren gehauen, da ich die Vergangenheit nicht ruhen lasse. Dabei war das viele Jahre lang genau das Problem meines Mannes. Aber das ist in Ordnung. Da bekommt er immer nur Rückhalt. Ich soll in zwei Monaten alles verarbeiten und ruhen lassen. Aber das schaffe ich nicht allein, ich möchte darüber reden.

Aber die Therapeutin hört mir nicht zu, mein Mann bekommt für alles was er getan hat einen Freibrief, das kann er selbst nicht verstehen. Mein Mann hat Fehler gemacht, das weiss er, warum darf er das nicht zugeben? Warum macht er sich damit klein und ich bin die Schuldige?

Aber gut, das ist ja gar nicht das Thema, sondern dass sie nicht auf das eingeht, was mir wichtig ist. Im Grunde benimmt sie sich so, wie mein Mann die ganzen Jahre.

Was ich auch merkwürdig finde, dass sie sich beschwert hat, dass sie für sich persönlich keine Fortschritte sieht. Ich mache doch die Therapie nicht für ihre persönlichen Erfolge.
Liebe Gastschreiberin,

auch wenn ich das Verhalten deiner Therapeutin nicht nachvollziehen kann, so halte ich es doch für richtig, dass sie persönliche Erfolge anstrebt. Ich verstehe unter "persönlicher Erfolg" das Anstreben eines bestimmten Zieles. Wenn ich Euer Therapeut wäre, würde ich ein Ziel definieren wollen und es dann anstreben. Sehe ich, dass das Ziel nicht erreichbar ist, wäre für mich ein Abbruch bzw. ein Verweis an andere Therapeuten naheliegend.

Die Frage lautet aus meiner Sicht: Wie heisst das Therapieziel?

Eine andere Frage, die sich mir stellt: Was aus der Vergangenheit kommt bei Dir immer hoch? Ist für Dich klar, warum hochkommt was hochkommt? Holst Du die Vergangenheit hervor - oder stellt sich die Vergangenheit automatisch bei Dir ein? Nur bei Dir?

Im übrigen stimme ich Dir zu, dass es hilfreich ist, wenn Schuld erkannt und auch benannt wird. So kann man sie am besten aus dem Weg räumen bzw. verzeihen. Jedoch halte ich die Überlegung wichtig, was Schuld bzw. schuldhaftes Verhalten überhaupt ist. Vielleicht kannst Du Dein Verständnis dazu mitteilen und auch mitteilen, wie Du und Dein Mann mit Schuld umgehen?

LG, Nordrheiner
 
G

Gast

Gast
Ja, vielleicht brauche ich das für meinen Seelenfrieden. Kein Mitleid aber Verständnis auch für mich. Mit jedenfalls einmal erzählen und die Therapeutin sagt nichts dazu ist es nicht getan. Da kann ich es auch gleich der Wand erzählen, das ist billiger. Wir sind zur Therapie gegangen weil wir mit der Vergangenheit nicht umgehen können, ganz besonders ich. Mein Mann hat ja bis vor 4 Wochen nicht mal das Problem gesehen. Und mein Mann muss schon auch seine Fehler sehen, damit wir was ändern kömnen. Daher finden wir es schon beide wichtig über die Vergangenheit zu reden und die Probleme zu klären. Wo waren die wirklichen Ursachen?
Wenn nun die Therapeutin bei meinem Mann alles runterspielt ist das nicht besonders hilfreich für uns. Das sagt er sogar selbst.
Ich brauche keine Schuldanerkenntnisse, sondern Einsicht von ihm. Und wenn er die hat,macht die Therapeutin mich nieder ob ich nicht Mitleid hätte? Nein dafür gibt es keinen Grund. Wenn er Probleme hat muss er sie selbst lösen und kann sie nicht auf mich abwälzen. Genau das hat er aber gemacht. Dafür bin ich nicht da. Ich kann ihm dabei helfen, aber dass ich ganz allein seine Probleme übernehme geht gar nicht. Warum sollte ich für so ein Verhalten noch Mitleid haben.

Die Therapeutin legt im Vorfeld einfach fest, was sie mit uns machen möchte, egal ob das zu unserer momentanen Situation passt oder nicht. Und wenn wir dann ein anderes Problem haben und ihr Spielchen so nicht mitmachen ist sie genervt. Sie meint, ich würde jede Stunde dasselbe sagen. Warum wohl? Weil es mein Problem ist. Sollte sie dann nicht mal darauf eingehen, auch mal was dazu sagen? Denn genau dafür bin ich dort.

Wir denken, dass sie überhaupt keine Ahnung von dem hat was sie tut. Sie ist auch keine ausgebildete Therapeutin.
Sie hat mit dem Abbrechen gedroht weil sie nichts mehr über die Vergangenheit hören will, weil sie offenbar damit überfordert ist. Wenn ich das wegließe könnten wir bei ihr weitermachen. Das brauche ich aber nicht, wenn ich da nicht meine Probleme ansprechen kann die ich habe, sondern nur was der Therapeutin angenehm ist.
 
G

Gast

Gast
Was willst du den ändern, dein denken oder dein tun, dein gesamtes Leben?
Wenn du weißt was du willst, mach es doch einfach, wer hindert dich?
Eine Therapeut kann dir nicht deine ( Zukunft Therapieren ) oder anordnen, was du zu tun oder zu lassen hast..
Nur was in der Vergangenheit passiert ist, analysieren und aufarbeiten.
Und da auch nur Hilfestellung geben, wollen und machen mußt du eh selber.
Was du willst, gibt es bei keiner Therapie, das Versprechen nur Sekten....dieses Seelenheil ohne Änderung deines Verhaltens, die geben dir erst mal recht aber dann ??
 
G

Gast

Gast
Hallo HeyDu,
Also warum sollte ich Mitleid mit meinem Mann haben wenn er mir seine Probleme aufdrückt, die ich nicht annehmen möchte, und er damit auch keineswegs meine Bedürfnisse berücksichtigt. Mitleid für etwas was er mir angetan hat? Hast Du Mitleid mit dem Mann der Dich schlägt? Das ist jetzt nicht das Problem, sondern nur ein Beispiel. Das hat doch auch keiner. Mir ging es mit dieser Sache überhaupt nicht gut. Warum hat denn keiner Mitleid mit mir? Wieso haben alle nur Mitleid mit dem Täter? Ja, da sehe ich mich durchaus als Opfer. Das bedeutet ja nicht, dass ich nie Mitleid mit ihm hätte. Da gibt es durchaus auch Dinge. Aber wenn jemand Probleme hat, nicht gewillt ist sie selbst zu lösen und sie dann jemandem anderen aufdrückt, dann sehe ich keine Basis für Mitleid. Ich sollte sein Problem lösen, aber das ist nicht meine Aufgabe. Zumal er das auch nicht offen gesagt hat, sondern mir nur ganz hinterhältig aufgedrückt hat. Das hat er übrigens selbst so formuliert.

Wenn mein Mann bei der Therapie sein Fehlverhalten einsieht spielt es die Therapeutin runter, so als ob alles in Ordnung war was er getan hat. So das er seine Fehler gar nicht reflektieren kann. Und wenn ich mich dann nicht massiv wehre, dann bleibt das so stehen. Wenn ich mich wehre übrigens auch. Da die Therapeutin auf mich gar nicht eingeht. Aber es war auch nur ein einziges Mal, das mein Mann was eingesehen hatte. Alle anderen Kränkungen die unter anderem auch daraus resultierten sind nie angesprochen wurden, da die Therapeutin sich weigert. Aber ich spreche die eben immer wieder an, nur sie mag nicht zuhören.

Wie kann ich denn seine Einsicht annehmen wenn die Therapeutin dazwischen geht und sagt, er brauche gar keine Einsicht zu haben?

Natürlich sind seine Fehler auch mein Problem, ich leide ja auch darunter. Die Therapeutin sollte aber auch zulassen, dass er sie einsieht. Und seine Fehler nicht mir um die Ohren hauen als ob ich sie gemacht hätte. So arg, dass mein Mann mich schon verteidigen musste. Das kann es doch nicht sein?

Aber genau wegen der Klärung sind wir dort. Es gab jede Menge Missverstämdnisse zwischen uns, das muss doch geklärt werden. Wie kann ich eine Zukunft aufbauen ohne die Vergangenheit geklärt zu haben? Dann geht es doch so weiter. Wir beide schaffen es nicht untereinander diese Dinge zu klären. Deswegen haben wir uns Menschen gesucht, die das Ganze moderieren. Aber wenn man nicht darüber reden kann, hat es keinen Sinn.
Es ist nun mal für mich wichtig das Ganze noch mal anzusprechen. Auch wenn das andere nicht nachvollziehen können. Ich brauch es einfach.
 
G

Gast

Gast
Was willst du den ändern, dein denken oder dein tun, dein gesamtes Leben?
Wenn du weißt was du willst, mach es doch einfach, wer hindert dich?
Eine Therapeut kann dir nicht deine ( Zukunft Therapieren ) oder anordnen, was du zu tun oder zu lassen hast..
Nur was in der Vergangenheit passiert ist, analysieren und aufarbeiten.
Und da auch nur Hilfestellung geben, wollen und machen mußt du eh selber.
Was du willst, gibt es bei keiner Therapie, das Versprechen nur Sekten....dieses Seelenheil ohne Änderung deines Verhaltens, die geben dir erst mal recht aber dann ??
Genau das möchte ich, die Vergabgenheit analysieren und aufarbeiten. Aber genau das verweigert die Therapeutin.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Wenn die Therapeutin verweigert, die Vergangenheit mit Dir aufzuarbeiten, warum suchst Du Dir nicht dann woanders Hilfe?

Vielleicht hat die Therapeutin mit dem Thema "Aufarbeitung der Vergangenheit" ihre Schwierigkeiten.


Meine Empfehlung: Suche Dir speziell für Dein Anliegen andernorts kompetente Hilfe.

LG, Nordrheiner
 

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