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Therapeutin nimmt mich nicht ernst

ghostspaces

Mitglied
Hallo, vielleicht sind ja ein paar Therapieerfahrene hier, die mir einen Rat geben können.

Ich mache seit ein paar Wochen eine Verhaltenstherapie und habe bislang das Gefühl, dass mir das ganze eher wenig bringt. Der Grund dafür liegt meiner Ansicht nach darin, dass meine Therapeutin und ich unterschiedliche Ideen davon haben, warum ich diese Therapie mache und was mein eigentliches Problem ist.

Im Grunde bin ich inzwischen der Ansicht, dass ich einfach eine Essstörung habe und dass das den Großteil des Problems ausmacht. Aber immer wenn ich versuche, das anzusprechen, habe ich das Gefühl, dass meine Therapeutin mich nicht ernst nimmt und meint, ich würde vom eigentlichen Thema ablenken. Dadurch fühle ich mich komplett invalidiert und habe es weitgehend aufgegeben, das Thema anzusprechen. Weil ich immer das Gefühl habe, zu übertreiben und mich damit lächerlich zu machen.
Ich weiß nicht, was diese Therapie bringen soll, wenn ich mich nicht ernstgenommen fühle?

Fühlt sich in etwa so an, als würde ich meiner Therapeutin erklären, dass ich permanent das Gefühl habe, zu ertrinken, weil ich nicht schwimmen kann. Und sie reagiert darauf, indem sie mir sagt, dass ich sehr wohl schwimmen könne und mir nur einrede, das Wasser sei tief, und ich würde nur davon ablenken, dass ich eigentlich Angst vor Fischen hätte. So in der Art. Während ich eindeutig merke, dass ich immer öfter untergehe und kaum noch Luft bekomme.

Ich sehe den Sinn darin nicht. Habe aber gleichzeitig Zweifel, denn sie ist therapeutisch geschult und vielleicht hat sie recht und es gehört zu meinem Problem, dass ich das nicht erkenne?!
 

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G

Gelöscht 118178

Gast
Wieviele Stunden hattest du denn schon?
Seid ihr noch bei der Diagnosefindung?

Mir wurde bei einigen Therapeuten in der Anfangszeit schon recht deutlich gesagt, dass wir zu dem Zeitpunkt keine Zeit für "mein" Thema haben, weil noch andere Themen anstehen. Man also erstmal nach Schema F die Diagnose findet und dann einen Therapieplan bei der KK stellen und begründen muss. Erst wenn sicher ist, wie lange und wie oft die Therapiestunden stattfinden kann der Therapeut planen wann er welche Themen in Angriff nimmt.

Hast du sie mal direkt gefragt, warum sie dich so abwimmelt? Hast du ihr gesagt, wie du dich damit fühlst?
 

blackstone

Mitglied
Sprich es an! Denn es können 2 Dinge sein:
Entweder du hast Recht, oder du verstehst ihren Therapieansatz nicht.
Vielleicht sieht sie etwas, das du nicht siehst.

Ich habe mich mal genauso gefühlt und es direkt angesprochen. Ich sagte, dass ich denke das führe zu nichts und sie solle mir erklären, was sie vor hat und was sie mit ihrer Gestaltung der Therapie zu erreichen versucht.
Sie sagte zwar, dass sie das normalerweise nicht mit den Patienten bespreche (weil diese ja keine Therapeuten seien und den Ansatz möglicherweise gar nicht verstehen würden). Ich dachte drüber nach und verstand in etwa, was sie meinte. Auch dachte ich darüber nach, dass das Wissen darüber, worauf sie hinaus will, schon beeinflussen könnte, wie ich zukünftig drauf reagiere und somit auch dafür sorgen könnte, dass genau dieser Therapieansatz nicht mehr wirkt.

Auf der anderen Seite kann es durchaus sein, dass ihre Erfahrung ihr sagt, dass mehr dahintersteckt, als du sagst und als du vielleicht auch weißt. Du kannst nicht einfach wegen einer Essstörung in Therapie gehen und erwarten, dass nur die Essstörung das Thema ist. Verhalten hat Ursachen. Ursachen liegen oft tiefer vergraben, als man es sich vorstellen kann. Im Unterbewusstsein. Das ist nichts logisches, das ist kein Denkbereich, auf den man Zugriff hat. Das muss "herausgekitzelt" werden. Oft fängt Therapie weit entfernt vom eigentlichen vermeintlichen Problem an.

Ich würde sie wie gesagt drauf ansprechen, dass du dich nicht ernst genommen fühlst und vor allem auch WARUM. Dann kann dir deine Therapeutin sagen, warum sie diesen Weg geht. Bei mir hat sie es dann gemacht, jedenfalls so grob, dass ich folgen konnte. Du bist ja noch nicht lange dabei. Vertrauen muss sich auch erst aufbauen. Aber du musst von dem Gedanken weg kommen, dass du besser weißt was dein Problem ausmacht. Denn wenn es so wäre, dann könntest du deine Probleme auch ohne Therapie angehen.
 

Skyma

Aktives Mitglied
Oft ist es wirklich so, dass psychische Störungen nur von einem ganz anderen Thema ablenken wollen. Der Thera hat da einfach einen frische Blick drauf.
 

ghostspaces

Mitglied
Wieviele Stunden hattest du denn schon?
Seid ihr noch bei der Diagnosefindung?

Mir wurde bei einigen Therapeuten in der Anfangszeit schon recht deutlich gesagt, dass wir zu dem Zeitpunkt keine Zeit für "mein" Thema haben, weil noch andere Themen anstehen. Man also erstmal nach Schema F die Diagnose findet und dann einen Therapieplan bei der KK stellen und begründen muss. Erst wenn sicher ist, wie lange und wie oft die Therapiestunden stattfinden kann der Therapeut planen wann er welche Themen in Angriff nimmt.

Hast du sie mal direkt gefragt, warum sie dich so abwimmelt? Hast du ihr gesagt, wie du dich damit fühlst?
Ich war jetzt viermal da (plus Erstgespräch) und das, was du berichtest, ist mir alles komplett neu. Also bzgl. Diagnose und Therapieplan einreichen. Ich weiß nicht mal, ob sie mir etwas diagnostiziert hat oder es überhaupt versucht. Wenn ja, hat sie es mir nicht gesagt. Meine Psychiater in hat jedenfalls eine Impulskontrollstörung diagnostiziert.
Ich habe nicht weiter gefragt, weil ich mir blöd vorkomme und mich nicht lächerlich machen will, indem ich darauf beharre, es besser zu wissen.

Sprich es an! Denn es können 2 Dinge sein:
Entweder du hast Recht, oder du verstehst ihren Therapieansatz nicht.
Vielleicht sieht sie etwas, das du nicht siehst.

Ich habe mich mal genauso gefühlt und es direkt angesprochen. Ich sagte, dass ich denke das führe zu nichts und sie solle mir erklären, was sie vor hat und was sie mit ihrer Gestaltung der Therapie zu erreichen versucht.
Sie sagte zwar, dass sie das normalerweise nicht mit den Patienten bespreche (weil diese ja keine Therapeuten seien und den Ansatz möglicherweise gar nicht verstehen würden). Ich dachte drüber nach und verstand in etwa, was sie meinte. Auch dachte ich darüber nach, dass das Wissen darüber, worauf sie hinaus will, schon beeinflussen könnte, wie ich zukünftig drauf reagiere und somit auch dafür sorgen könnte, dass genau dieser Therapieansatz nicht mehr wirkt.

Auf der anderen Seite kann es durchaus sein, dass ihre Erfahrung ihr sagt, dass mehr dahintersteckt, als du sagst und als du vielleicht auch weißt. Du kannst nicht einfach wegen einer Essstörung in Therapie gehen und erwarten, dass nur die Essstörung das Thema ist. Verhalten hat Ursachen. Ursachen liegen oft tiefer vergraben, als man es sich vorstellen kann. Im Unterbewusstsein. Das ist nichts logisches, das ist kein Denkbereich, auf den man Zugriff hat. Das muss "herausgekitzelt" werden. Oft fängt Therapie weit entfernt vom eigentlichen vermeintlichen Problem an.

Ich würde sie wie gesagt drauf ansprechen, dass du dich nicht ernst genommen fühlst und vor allem auch WARUM. Dann kann dir deine Therapeutin sagen, warum sie diesen Weg geht. Bei mir hat sie es dann gemacht, jedenfalls so grob, dass ich folgen konnte. Du bist ja noch nicht lange dabei. Vertrauen muss sich auch erst aufbauen. Aber du musst von dem Gedanken weg kommen, dass du besser weißt was dein Problem ausmacht. Denn wenn es so wäre, dann könntest du deine Probleme auch ohne Therapie angehen.
Ich habe das Gefühl, dass sie sich auf irgendetwas versteift hat. Ich habe auch eine Theorie, was das ist. Aber ich will es nicht ansprechen, weil ich dann vielleicht falsch liege und ich mich noch mehr lächerlich mache.
Es ist einfach entmutigend, wenn man sich endlich dazu überwindet, ein Thema anzugehen, und dann gesagt bekommt, man würde dem Thema zu viel Raum geben und solle nicht so viel darüber nachdenken.

Oft ist es wirklich so, dass psychische Störungen nur von einem ganz anderen Thema ablenken wollen. Der Thera hat da einfach einen frische Blick drauf.
Was bringt es denn, wenn mein Gesprächsbedarf in der Therapie nicht erfüllt wird?
 

blackstone

Mitglied
Da haben wir schon mal etwas, das du abstellen solltest.
Keine Fragen zu stellen kann nur Nachteile haben. Wissen ist Macht. Wissen über einen selbst gibt einem auch die Macht an sich selbst zu arbeiten und seine inneren Ängste zu überstimmen.

Wieso sollte ein Psychiater oder ein Therapeut schlecht von dir denken, wenn du nicht weißt, was sie dir für ein Fachchinesisch ausdrucken/erklären? Etwas nicht zu wissen ist keine Schande. Und schlecht fühlen braucht man sich nicht. Woher soll man denn alles wissen?
 

Lebens-Erfahrene

Aktives Mitglied
Hallo Ghostspaces,
ich stimme insbesondere @blackstone zu (deswegen das der Like-Button ;)). Rede mit Deiner Therapeutin über das, was Dich (hier) so in Bezug auf die Therapie beschäftigt. Wenn Du nachher - nachdem Du noch einige Stunden Therapie in Anspruch genommen hast - dann immer noch das Gefühl hast, den falschen Therapeuten zu haben, dann steht es Dir frei, Dir einen anderen Therapeuten zu suchen.

Das schreibe ich Dir, weil ich das auch erlebt habe, denn es gab da ein Thema, das ich aufarbeiten (auflösen) wollte und die Heilpraktikerin für Psychotherapie, die ich mir dazu ausgesucht hatte, war nur am Anfang sehr hilfreich und konnte einiges bewirken/aufdecken. Dann versteifte sie sich auf eine Therapie-Methode, die ich innerlich ablehnte und die ich nicht als hilfreich empfand. Ich redete mit ihr, aber es änderte sich nichts. Ich beendete schließlich die Therapie bei ihr und ging andere Wege, nämlich die, die ich als hilfreich empfand. Es brauchte noch drei Therapie-Methoden, aber für mich persönlich war es der richtige Weg und meine Seele wurde dadurch in diesem Bereich vollständig geheilt.

Nur rede erstmal mit Deiner Therapeutin (habe ich auch gemacht) und versuche es noch ein paar Mal mit ihr. Du hast da ja nichts zu verlieren ;) Aber am Ende entscheidest Du, welchen Weg Du einschlagen wirst. Es gibt viele Therapie-Methoden und eine davon, ist die Richtige. Aber welche, das weiß man erst, wenn man sich eine Weile darauf eingelassen hat.

Viel Erfolg... LE
 
N

Nachteulchen

Gast
Hallo ghostspaces

Ich fände es merkwürdig, wenn mein Therapeut mir nicht sagen würde, wie er mit mir arbeiten will und welche (Zwischen-)Ziele auf dem Plan stehen. Das war in Etwa das Erste, was ich jeweils mit der Fachperson gemacht habe.
ABER:
Bei mir hat sich ebenfalls eine Essstörung gezeigt (ging in Richtung Bingeeating), und diese wurde durch eine Impulskontrollstörung ausgelöst/begünstigt!
Wir haben daher damals auch nicht am Essen gearbeitet, sondern an der Imoulskontrolle. Aber das hat sie mir auch erklärt, und ohne diese Erklärung hätte ich wohl auch irgendwann geschmissen, denn wenn man kein Ziel hat, auf das man gemeinsam blicken kann, wie soll man dann vernünftig arbeiten?

Mein Tipp: rede unbedingt mit deiner Fachperson darüber, dass du im Moment nicht erkennst, ob eure Arbeit zielführend sei. Und dass du Redebedarf hast bezüglich des Essverhaltens.
Letztlich bezahlst du die Person, da darfst du auch fordern, dass du angehört und ernst genommen wirst.
 

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