Liebe Carmelona,
ich verstehe, daß das alles echt schwierig ist und Du gar nicht mehr weißt, was richtig und was falsch ist, was hilfreich und was nicht. Darauf gibt es wohl auch keine allgemeingültige Antwort.
Ich würde mich daher vielleicht darauf konzentrieren, Dir Unterstützung zu holen, wie Du als Mutter besser mit der Situation umgehen kannst und zu schauen, ob und wenn ja welche Muster aus Deiner Herkunftsfamilie sich vielleicht wiederholen, welche Dynamik in Eurer Familie, Deiner Partnerschaft , Deinem Mutter-Tochter- und Eurem Eltern-Kind-Verhältnis herrscht. Sicher hast Du wenig Möglichkeiten, die Tochter gegen ihren Willen in eine Therapie zu zwingen bzw. ist der Erfolg fraglich. Ich würde daher eher für Dich nach Unterstützung suchen, die Dich stärken kann und die Dir hilft, wie Du gut mit all dem umgehen kannst. Und die Dir vielleicht hilft, zu analysieren, neue Impulse gibt und hilft eure aktuelle Dynamik zu durchbrechen.
Ich habe gelernt, wenn sich ein Teil eines Gefüges ändert, ändert sich auch das Ganze. Vielleicht ist es ja ein Ansatzpunkt, mehr Deine Bedürfnisse in den Blick zu nehmen, anstatt zu versuchen, die Tochter zu ändern und zu therapieren. Mir ist in einem Deiner Beiträge aufgefallen, daß du erwähntest, sehr schnell zu versuchen, sie wieder aufzubauen und daß Du Dich von ihr manipuliert fühlst. Das wirkt fast so, als hätten Deine Bedürfnisse plötzlich keinen Raum mehr. Du bist doch die Bestohlene. Du bist doch sehr traurig. So als müßten Deine Gefühle zurücktreten, damit möglichst wieder Harmonie einkehren kann. Ich vermute, daß Deine Lebensgeschichte und Deine Herkunftsfamilie unter der Oberfläche eine große Rolle daran haben, wie Du mit der Situation umgehst. Vielleicht kannst Du da für Dich Unterstützung finden.
Das wünsche ich Dir sehr.