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Steuer ich auf eine Depression zu?

SkunkApe

Mitglied
Hallo zusammen,
Ich schreibe, weil ich das Gefühl habe auf eine Katastrophe zuzusteuern.
Kurz zu meinem Problem.
Ich war früher, trotz nicht ganz so guter Lebensumstände, immer gut gelaunt. Ich war immer die Frohnatur in meiner Familie.
Ich hatte einen tollen Freundeskreis während der Schule und habe mich oft mit denen getroffen.

Doch nun bin ich 26, meine Freunde sehe ich nur sehr sehr selten (Ich glaube ich kann sie schon gar nicht mehr Freunde nennen) und bin in eine neue Gegend gezogen in der Ich niemanden kenne.
Die fehlenden Freunde merke ich mittlerweile sehr gut, besonders an Tagen wie diesen. Wir haben Weihnachten und es fühlt sich einfach nicht mehr so an wie früher. Meine Geschwister haben ein eigenes Leben, lediglich meine Zwillingsschwester, zu der ich eine sehr gute Beziehung habe, und ich waren Gestern zu Heiligabend bei meinem Vater aber es war nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Als ich meine Schwester wieder nachhause gefahren habe musste ich auf dem Rückweg weinen. Warum? Ich habe mir immer gewünscht Weihnachten so zu feiern wie in den schönsten Weihnachtsfilmen. Groß mit der ganzen Familie, doch es war sehr klein, nicht Weihnachtlich in der kleinen Wohnung von meinem Vater.

Ich denke zudem auch in letzter Zeit immer wieder an meine Jugend. Ich habe das Gefühl meine Jugend nicht richtig genutzt zu haben, zu wenig gefeiert zu haben, zu wenig geliebt zu haben. Allgemein zu wenig Spaß gehabt zu haben. Ich hatte noch nie eine Freundin obwohl ich das Gefühl Liebe kenne. Dieses Gefühl wurde bisher aber leider nicht erwidert.
In meiner Jugend hatte ich auch damit zu kämpfen, dass wir kaum Geld hatten. Mein Vater war Alleinerziehend mit 3 Kindern und einem Haus das abbezahlt werden musste. Dieses Haus haben wir schließlich verloren, da mein Vater Arbeitslos wurde und anschließend Arbeitsunfähig. Zudem wurde meine Oma, die ebenfalls bei uns lebte, Pflegebedürftig als ich 18 war. Mein Vater hatte sich dann um Sie gekümmert. Meiner Oma ging es immer schlechter und wir beschlossen Sie in ein Pflegeheim zu bringen. Die Kosten konnten wir uns aber nicht leisten und so kam es, dass meine Oma bei uns vor meinen und den Augen meines Vaters verstarb. Mich hat es, so hart es jetzt klingt, kaum mitgenommen, weil ich ihren Tod eher als Erlösung ansah so schlecht wie es ihr ging.

Heute schaue ich auf mein Leben und habe das Gefühl es ist nicht das Leben was ich führen will. Ich muss ständig weinen wenn ich darüber nachdenke wie mein Leben aussehen könnte. Beruflich läuft es bei mir bis jetzt ganz gut und ich habe auch vor mich weiterzubilden. Allerdings frage ich mich immer wie meine Zukunft aussehen wird, wie wird meine Hochzeit wohl aussehen wenn ich denn mal die Richtige finde. Mit wem werde ich meinen Junggesellenabschied feiern wenn ich doch keine Freunde habe, wer wird überhaupt zu der Hochzeit erscheinen?
Werde ich in meinem beruflichen Leben erfolgreich sein? Werde ich ein Haus haben? All das sind Fragen die mich mit Angst in meine Zukunft blicken lassen und die mich zudem traurig machen, weil ich glaube all das nie zu bekommen.

Irgendwann im vergangenen Jahr fing das alles an. Dieses negative Denken. Ich kann mich davon auch nicht lösen. Ich habe versucht mich mit anderen Sachen zu beschäftigen. Ich mache in letzter Zeit sehr viel Sport um attraktiver zu werden. Zudem Begeistere ich mich für viele Dinge. Ich fahre leidenschaftlich Snowboard und Skateboard. Ich interessiere mich für Fotografie und habe mit dem Mixen von Cocktails angefangen (warum auch immer). Aber all das mache ich glaube ich aus dem falschen Grund. Ich weiß noch als ich mit dem snowboarden angefangen habe wollte ich es nur machen um cool zu sein. Mittlerweile ist es mein absolutes Lieblingshobby geworden. Mit den anderen Sachen ist es genauso, zu mindestens habe ich so das Gefühl das ich mich nur für Dinge interessiere die mich besser da stehen lassen, die mich "cooler" machen.

Ich habe wirklich Angst, dass es schlimmer wird und ich in eine Depression falle. Das alles war vielleicht ein bisschen unstrukturiert, aber ich wollte mich mal ausschreiben. Ich sollte doch eigentlich Glücklich sein, aber warum bin ich es nicht?
 

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Larissa

Aktives Mitglied
Hallo, ist doch klasse, was du schon alles erreicht hast. Du solltest dir nicht so viele Gedanken um die Zukunft machen. Lebe mehr im hier und jetzt. Wenn dir deine Hobbys Spass machen, bleibe einfach dabei. Und du hast eine Zwillingsschwester, mit der du dich bestimmt über deine Sorgen austauschen kannst. Nach Corona wird alles gut.
 
O

Osmosieker

Gast
Ich denke zudem auch in letzter Zeit immer wieder an meine Jugend. Ich habe das Gefühl meine Jugend nicht richtig genutzt zu haben, zu wenig gefeiert zu haben, zu wenig geliebt zu haben.
Ich sollte doch eigentlich Glücklich sein, aber warum bin ich es nicht?
Welche Vergangenheit, welch Jugend, das Leben geschieht im ( heute ).
Was nennst du denn Glück, das zu tun oder gehabt zu haben was >andre dafür halten?
Das Glück erkennt man nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen.
Glücklich sein heißt nicht, das Beste von allem zu haben, sondern das Beste aus allem zu machen.
Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
Søren Kierkegaard,
 

trigital

Aktives Mitglied
Hallo SkunkApe,

ich finde deine Reaktion überhaupt nicht falsch. In Gedanken, da finde ich deine Verarbeitung noch etwas nicht so weit durchdacht. Aber vielleicht kommt ja auch da deine Unzufriedenheit her. So genau weiß man das nie. Weil du arbeitest doch gerne mit dem Kopf und all deine Gedanken und Lösungsstrategien machen den Weg nicht besser. Ich denke, dass das meist ein großes Problem in der Gefühlswelt sind, wenn man nicht in eine Zukunft blicken kann, die einem gefällt. Und wenn du träumst, dann träumst du bestimmt sehr selbstbezogen... fantasiebehaftet... was ja nicht schlimm ist. Aber wenn man die Gefühle zu sehr drauf fixiert, weil man es damit Lösen möchte, was ich bei dir den Eindruck kurz hatte, dann wird aus dem Bild mehr, wie nur eine Lösungsmöglichkeit, die es nur in der Zukunft geben kann. Und wenn du merkst, dass es nicht so richtig hilft, dann musst du denke ich versuchen andere Ideen zu finden, die dich auf deinem Lebensweg besser motivieren könnten.
Du begegnest der Welt und vergleichst sie mit deiner Alten. Und du bist unzufrieden und frustriert denke ich irgendwie. Aber ich denke, dass die bewusste Aufgabe darin besteht, dass man erkennen soll, was das Leben lebenswert macht und wie es sich lohnt zu leben. Damit man die Zukunft besser gestalten kann und sich so motiviert und nicht durch die Veränderung demotivieren lässt.
Veränderungen sind oft gut, um erkennen zu können, was von dem guten, wie gut war und warum etwas anderes schwierig ist. Und in solchen Situationen kann man dann verstehen, warum das Leben gut war und wie man sich die Zukunft vorstellen könnte, die jedoch anders sein wird, als die Vergangenheit.
Ich hoffe, dass ich mit meinen Deutungen deiner Gefühle halbwegs richtig lag und dass meine Gedanken und Analysen für dich Sinn ergeben?!
Oft und vielleicht geht es darum in deiner jetzigen Lebensphase?, gilt es darum die Zeit zu erleben und wenn man es fühlt, dann ist es immer besser, wie wenn nicht. Weil dann hat man mehr Informationen und man kann davon ausgehen, dass man mehr von Leben versteht, wie man in einem Buch lesen kann. Und ich finde es tut gut, wenn man die Dinge richtiger bewerten kann.
Ich wünsch dir schöne Tage und freue mich auf deine Reaktion!
lg
 

SkunkApe

Mitglied
Du begegnest der Welt und vergleichst sie mit deiner Alten. Und du bist unzufrieden und frustriert denke ich irgendwie.
Ja ich denke oft über meine Vergangenheit nach und manchmal wünsche ich mir mehr erlebt zu haben. Aber wenn ich genau drüber nachdenke bin ich eigentlich froh dort zu sein wo ich gerade bin.
Ich bin, zumindest physisch, gesund. Habe einen Job und eine Wohnung.
Allerdings weiß ich nicht warum ich mich so schlecht fühle in letzter Zeit. Ist es die Einsamkeit? Das Fehlen von anderen Menschen in meinem Leben?
Mitleid mit meinem Vater? Er macht auf mich den Eindruck als wäre er sehr unglücklich. Mit ihm darüber geredet habe ich noch nicht, weil er auch in der Vergangenheit nicht der Typ war der über seine Gefühle geredet hat.
Ich weiß es einfach nicht und ich weiß nicht was ich dagegen tun kann.

LG
 

trigital

Aktives Mitglied
Ja ich denke oft über meine Vergangenheit nach und manchmal wünsche ich mir mehr erlebt zu haben. Aber wenn ich genau drüber nachdenke bin ich eigentlich froh dort zu sein wo ich gerade bin.
Ich bin, zumindest physisch, gesund. Habe einen Job und eine Wohnung.
Allerdings weiß ich nicht warum ich mich so schlecht fühle in letzter Zeit. Ist es die Einsamkeit? Das Fehlen von anderen Menschen in meinem Leben?
Mitleid mit meinem Vater? Er macht auf mich den Eindruck als wäre er sehr unglücklich. Mit ihm darüber geredet habe ich noch nicht, weil er auch in der Vergangenheit nicht der Typ war der über seine Gefühle geredet hat.
Ich weiß es einfach nicht und ich weiß nicht was ich dagegen tun kann.

LG
Jemanden finden, der deine Einseinkeint in Zweisamkeit umwandelt und dass dann jemand da ist der einem das Gefühlt nimmt jemand würde fehlen?
Jemand, wo man kein Mitleid mit dir haben müsste, weil wenn man mit derjenigen über Gefühle redet, dass man auch verstanden wird?
Versuchen Frauen zu verstehen, damit mein ein Gefühl dafür entwickelt, welche deine Gefühlswelt besser erhellen kann?
Ich denke, dass dein Problem nicht das ist, dass du die Probleme sehen kannst. Sondern dass du keine Impulse findest, wie du damit umgehen kannst. Ich hab so ein bisschen den Eindruck, dass du deiner eigenen Welt ausgeliefert bist und dann vor dem schwarzen Fazit deiner Vergangenheitsanalyse stehst. Wenn du aber damit weiter machst und versuchst abzuwägen, dann könntest du besser sehen, wie es besser laufe könnte.
Du hast Job, du kannst zufrieden mit dir sein! Du kommst nur nicht voran!
lg
 

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