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Stehe mir selbst im Weg

plankton

Mitglied
In der Kategorie Liebe schrieb ich ja schon über die momentanen Probleme in meiner Beziehung. Mittlerweile ist mir jedoch stark aufgefallen, dass es zwar in der Tat ein paar Dinge gibt, die sich in unserer Beziehung ändern könnten, ich selbst aber eigentlich das größere Problem bin.
Mein Freund hat mit seinem neuen Hobby begonnen und seitdem gibts bei uns einiges an Diskussionen. Klar das Hobby wird viel Zeit in Anspruch nehmen, aber ich denke das ist noch nicht einmal das Problem. Bin der Ansicht, dass sich jeder innerhalb der Beziehung entwickeln kann und soll. Man ist ja trotzdem noch sein eigener Mensch. Aber ich selbst bekomm es irgendwie nicht hin, diese Schritte für mich zu tun. Mein Freund sucht sich Vergnügen außerhalb der Beziehung und "verlangt" von unserer Beziehung, dass sie das aushält. Ich aber nehm immer Rücksicht auf ihn. Deshalb bin ich momentan auch ehrlich gesagt neidisch (so blöd es sich anhört) auf ihn, dass er diesen Schritt gegangen ist.
Scheine wohl recht abhängig von ihm zu sein (bzw. mich sehr abhängig gemacht zu haben, denn am Anfang wars ganz anders).

Ich weiß genau, dass auch ich mir Dinge für mich suchen muss, die mir Spaß machen, dass ich aus mir selbst heraus Stärke ziehen muss. Momentan mach ich eher einen schwachen Eindruck und wirke ja somit auch nicht besonders attraktiv. Ich bin mir sicher, dass ich so (wieder) mehr Selbstbewusstsein bekäme und das würde sich ja letztlich auch positiv auf die Beziehung auswirken.
Nur wie gehe ich diesen Schritt??? Irgendwie stehe ich mir selbst im Weg.

Bin es unendlich leid, immer aus Rücksicht auf die Beziehung Dinge sein zu lassen, während er immer macht (so wie es ja auch richtig ist).

Im Moment habe ich auch Semesterferien und bis auf zwei Mal arbeiten in der Woche (halbtags) ist da nicht wirklich viel, das zieht mich natürlich auch nochmal runter:-(

Hat jemand eine Idee, bzw. befindet sich in einer ähnlichen Situation?
LG
 

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ithink

Aktives Mitglied
Ist ja durchaus verständlich, dass du gerne mit deinem Partner zusammen sein möchtest. Wenn der andere dann jemand ist, bei dem das Bedürfnis nicht so stark ausgeprägt ist, ist man leider immer der Leidende. Primär stellt sich jetzt erst einmal die Frage, will ich lieber bei ihm mitmachen, oder suche ich mir etwas Eigenes.

Da du offensichtlich nicht so recht weißt, was du selbst auf die Beine stellen sollst, es vielleicht auch gar nicht unbedingt willst, wäre es sinnvoll, eine Lösung für dein Soziophobieproblem zu finden. Manchmal hilft ja die Methode "Augen-zu-und-durch", denn die Erfahrung zeigt, dass es mit jedem Mal einfacher wird, da man die anwesenden Personen immer besser kennenlernt und sich irgendwann auch nicht mehr fremd vorkommt. Eventuell solltest du mit deinem Problem dann auch recht offensiv umgehen und jedem der versucht, Kontakt mit dir aufzunehmen, halt auch zu sagen, dass du sehr schüchtern bist und er sich nichts dabei denken soll, wenn du erstmal nicht viel von dir gibst.

Weiss nicht ob dich das weiterbringt, aber auf jeden Fall alles Gute.

Ithink
 
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plankton

Mitglied
Paradoxerweise ist es so, dass ich noch nicht einmal Probleme habe auf Leute zuzugehen. Ist auch für mich kein Thema in der "Kennenlernphase" über belangloses zu reden, aber meist hört es dann auf. Ich finde irgendwie selten Themen über die man sich intensiver unterhalten könnte.
Ganz anders ist es mit einer Arbeitskollegin von mir: wir haben uns von der ersten Sekunde an total gut verstanden und sobald wir uns sehen sind wir nur noch am quasseln. Wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten und können so ziemlich über alles reden und uns unterhalten.
Also einerseits ist da schon eine Sozialphobie, aber andererseits bin ich ein sprudelnder, quicklebendiger Mensch. Hab auch festgestellt, dass ich besser mit Männern kann. Bin da irgendwie viel natürlicher (war neun Jahre auf einer Mädchenschule, glaube da hab ich die ein oder andere Phobie Frauen gegenüber entwickelt)

Prinzipiell möchte mein Partner mich ja schon ständig um sich haben, aber bei SEINEN Sachen. Die Bereitschaft was nur mir zuliebe zu machen ist gering.
Gut, das liegt auch sicherlich mit daran, dass ich ihn vielleicht einfach mal antreiben müsste, aber ich treibe nicht gerne an. Dann denke ich, wenn es ihm nicht gefällt... und ich möchte ihn ja nicht zwingen. Denke ich müsste mehr die Initiative ergreifen, aber genau das ist der Punkt der mir unerklärlicher Weise Probleme bereitet.
Primär stellt sich jetzt erst einmal die Frage, will ich lieber bei ihm mitmachen, oder suche ich mir etwas Eigenes.
Hätte schon gern was eigenes, denn sonst fühl ich mich doch nur wie sein Anhängsel.
 

whitewine

Aktives Mitglied
Also ich persönlich finde es sehr wichtig, dass man in der Beziehung nicht alles zusammen macht. Für mich ist es wichtig, dass ich auch als "Einzelperson" existiere und meine Interessen habe und nicht nur in Symbiose mit meinem Partner daherkomme... Aber das muss jeder selbst wissen!

Warum fängst du nicht einfach mal ein paar Sachen an? Kannst ja Töpferkurse besuchen, Gesangsunterricht nehmen, Unisport, Schwimmverein, Literaturkreis - was auch immer... Irgendwann wirst du schon was finden, das dir gefällt und wo du mit den Leuten umgehen kannst.

Vielleicht kannst du ja mit deiner Arbeitskollegin zusammen was auf die Beine stellen, wenn du dich so gut mit ihr verstehst. So wäre es schonmal einfacher als alleine!
 

plankton

Mitglied
Also ich persönlich finde es sehr wichtig, dass man in der Beziehung nicht alles zusammen macht. Für mich ist es wichtig, dass ich auch als "Einzelperson" existiere und meine Interessen habe und nicht nur in Symbiose mit meinem Partner daherkomme... Aber das muss jeder selbst wissen!
Also normalerweise ist genau das meine Einstellung! Anfangs war ich auch so, aber da hat mein Freund sich oft beschwert (nicht böse gemeint), dass er mich gerne öfter sehen würde. Vor sieben Jahren als wir beide Abi gemacht haben, hingen wir wie Kletten aufeinander. Ihm gefiel es, mir wurde es irgendwann zuviel. Hab wohl die ganze Zeit über immer mehr von meinem eigenen Leben der Beziehung zuliebe aufgegeben. Ich geh eigentlich auch ganz gerne weg, er sitzt lieber auf der Couch und jedes Mal der Kommentar: "wir brauchen doch nur uns beide, um glücklich zu sein."

Als ich ins Ausland wollte (und nie gemacht habe) hat er geweint. Als sein Auslandssemester beschlossene Sache war (ohne mich zu fragen, ob ich mitkommen will) und ich geweint habe, fing er an zu maulen und konnte es nicht verstehen.
Oh und was hat er für ein Theater gemacht, weil ich eine! Woche mit vier Freundinnen nach dem Abi in Urlaub geflogen bin (war schon vor seiner Zeit geplant).

Ich ärgere mich so, dass es soweit gekommen ist, dass ich so gehemmt bin, allein was zu machen. Es ist ja nicht so, dass ich keine Einladungen zu Parties usw. bekomme, aber ich hab dann irgendwie Mitleid mit ihm bzw. denke, es gefällt ihm nicht, wenn ich mit anderen Männern was mache und lasse es.
Dabei wäre es sicherlich von Vorteil, würde er mal wieder etwas eifersüchtig sein. (Ist zwar blöd sowas, aber ich denke es hilft).

Tatsache ist, dass ich was ändern muss. Letzte Woche als ich mich noch im Schulpraktikum befand, war ich ein ganz anderer Mensch.
 

ithink

Aktives Mitglied
Jetzt hab ich es kapiert. Es hat also ein Seitentausch stattgefunden. Was ist er doch für ein egoistisches kleines A....lo...

Ok, Tatsache ist, du weißt, dass du es kannst, er hat dich mit seiner Heulerei nur aus dem Konzept gebracht. Wie wärs denn zum Anfang mit einem Kurzurlaub mit Freunden. So als Initialzündung. Wenn er dann wieder angemosert kommt, dann klare Ansage: "Du machst dein Ding und zwar so, dass ich da keinen Bock drauf hab, und so mache ich meins, du willst es ja schließlich so! Kannst ja mitkommen, wenn du willst". Und dann mosern und heulen lassen.

Tja und so bischen Eifersucht erzeugen wäre sicherlich auch nicht schlecht, aber Vorsicht - NEBENWIRKUNGEN sind nicht zu vernachlässigen. Was meinst du was der Probleme mit seinem Segeldings bekommt, wenn er sich ständig Sorgen machen muß, mit welchen netten jungen Männern du denn gerade dieses oder jenes unternimmst. Er scheint sich deiner ein bischen zu sicher zu sein.
Da muß man was gegen unternehmen. Also gib Gas.
 

plankton

Mitglied
Hey, dankeschön ithink! Hast mir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert:)

Stimmt, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen: das mit dem Seitentausch triffts genau, da bin ich bislang auch noch nicht drauf gekommen.
Das er sich meiner zu sicher ist, das weiß ich (meine momentane Schwäche beweist es ihm ja auch noch so schön). Hab in letzter Zeit eh den Eindruck, dass er denkt,"och wir sind jetzt lang genug zusammen, die hab ich sicher". Er denkt nicht im Entferntesten daran, das was schief gehen könnte in unserer Beziehung, für ihn läuft ja auch alles bestens. Manchmal fühle ich mich, wie ein von ihm angeschaffter Alltagsgegenstand: Auto, Kaffemaschine, Freundin, Fahrrad...Ist natürlich schon fies, was ich ihm damit unterstelle und ich glaube auch nicht, das er dies alles bewusst macht. Immerhin hätte ich ja früher schon gegenlenken können. Und selbstverständlich gönne ich ihm auch sein Hobby bzw. das sein Traum in Erfüllung geht.
Was hälst Du eigentlich von folgender Situation: war letztes Jahr so und ich glaube dieses Jahr wirds auch wieder so sein. Es ist wieder ein Ferienfliegen geplant (letztes Jahr Modellflugferienfliegen) und er sagt immer zuerst, "nein ohne Dich fahr ich nicht hin, ich lieb dich ja und will mich bei mir haben" und letztes Jahr ist er aber doch alleine gefahren (im Verein sind einige abgesprungen, da wollte er nicht auch noch nein sagen, wegen der Loyalität des Vereins gegenüber, was aber ist mit der Loyalität mir gegenüber??) und ich denke dieses Jahr wirds auch darauf hinauslaufen. Hab damit kein Problem, das er alleine fährt, aber dann soll er anfangs nicht sagen, dass er keinesfalls ohne mich fährt, da komm ich mir nämlich gelinde gesagt veräppelt vor.
Dieses Jahr ist es nämlich so, dass ich in der Zeit des Ferienfliegens für Klausuren lernen muss. Seiner Meinung nach kann ich das auch aufm Flugplatz!!!!!

Meine Arbeitskollegin fragte mich auch ob ich im Mai mit in den Urlaub (was mein Freund dazu sagt ist bei Interesse in meinem anderen Thread nachzulesen;-) ) will, blöd ist nur, dass ich ihr wegen Uni noch nicht sicher Bescheid geben kann.
Aber Gas werd ich auf jeden Fall geben, das ist mir mein Leben wert!

P.S. Natürlich ist es nicht die feine Art den Partner eifersüchtig zu machen, aber ich denke ein bißchen davon kann er vertragen;-) Denn so wie die Frauen/ Freundinnen die mit den ganzen Beziehungskrüppeln (sorry ist aber nun mal so) von anderen Vereinsmitgliedern zusammen sind, will ich nicht werden/enden. Da kann er sich ne andere blöde suchen.
 
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ithink

Aktives Mitglied
Das mit dem Anbieten und dann nicht wirklich ernst meinen ist einfach nur ein Teil seiner Masche. Ich meine, damit sorgt er ja dafür, dass nämlich DU die Entscheidung treffen musst und da die Sachen, die für dich existentiell wichtig sind, nun einmal vorgehen, hast du gleich wieder ein schlechtes Gewissen und somit den schwarzen Peter.

Würde mich nicht wundern wenn dieses gesamte Verhaltenskonzept in seiner Familie in ähnlicher Form anzutreffen ist.

- im Prinzip immer das machen was man will
- wenn jemand nicht damit einverstanden ist, rumjammern, auf die Liebe rekurieren, solange bis der/die jenige einknickt
- wenn jemand etwas wichtig ist, dieses schlechtmachen, um sich selbst wichtiger fühlen zu können
- dem anderen scheinbar großzügige/partnerschaftliche Angebote machen, von denen man ganz genau weiss, dass er/sie nicht annehmen kann oder will, um ihn/sie in die Position des Ablehnenden, sprich Schuldigen zu bringen.

Mach bloß den Urlaub und dann verkrümmel dich irgendwo, wo er dich nicht nerven kann, für deine Klausuren.

Und wenn's dir dann wieder gut geht, dann kannst du ihm ja einmal erklären, warum seine Masche einfach dämlich ist.:p:D
 
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plankton

Mitglied
Mit deinem letzten Satz haste mich jetzt zum Lachen gebracht:D

Eben ist mir noch eingefallen, was er letztens meinte: je mehr ich mich im Flugverein integriere, desto leichter wird es für uns! Ist das nicht ein Hammer Spruch?! Klar für ihn wirds leichter.
Und noch so ein Spruch, der mir einfiel: klar kannst Du auch Sachen alleine machen, nur nicht zu oft, sonst belastet das die Beziehung!!!
Werd mir mal über seine Familie Gedanken machen. Seine Mutter hängt oft übel rum, weil seinem Vater die Ehe nicht wichtig ist. (Glaube deswegen hat seine Mutter auch mal versucht sich das Leben zu nehmen).
Sie spricht mich auch oft drauf an, ob es mir nichts ausmacht, dass ich oft alleine bin und sie sagt ihm auch oft diesbezüglich die Meinung. Erst letzten Samstag kam sie unter dem Vorwand mir Kaffestückchen zu bringen rüber und wollte wissen wie es mir geht....
 

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