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Soziale Phobie und bald 40

roman12

Namhaftes Mitglied
Durch Corona flammte wieder mehr auf, was lange gedeckelt war: Die SP.
In meinen Zwanzigern ging es mir lange richtig mies, denn ich hatte noch die Depression (die wohl auch bis heute besteht, aber gedeckelt ist). Vorteil damals war, dass ich jünger war, und mit der SP vielleicht nicht so ganz auffiel, obwohl die noch stärker war als heute.
Ich kann mich niemandem öffnen außer meiner Frau, weil ich das Gefühl habe, dass eine SP in meinem Alter doppelt stigamtisierend ist. Man hat in meinem Alter keine ausgerpägte Angst zu haben. Punkt. So denke ich. Die Denke kann falsch sein, ist sie wahrscheinlich auch. Aber sie ist sehr präsent. Und sie lässt mich zusätzlich leiden. Denn natürlich habe ich die üblichen Gedanken ("Ich störe.", "Ich irritiere die anderen." etc.). Auch diese Gedanken sind wohl tendenziell verzerrt, weiß ich, aber sie sind da.
In der Gemeinde hätte ich Ansprechpartner, und auch sonst ein paar Menschen, abgesehen von meiner Frau. Aber ich bringe es nur fertig, mich letzterer zu öffnen. Wäre ich jünger, könnte ich mich besser öffnen. So aber schäme ich mich.
Ja, um Therapie habe ich mich gekümmert. Erst Psychoanalyse, aber nach zwei Terminen habe ich geschmissen, weil der Therapeut partout nichts erzählen wollte, wie er vorzugehen gedenkt (dazu wäre ja eines dieser probatorischen Gespräche ja da, aber er hat nur ausweichend oder gar nicht geantwortet).
Jetzt war gestern der erste Termin beim Verhaltentherapeuten. Er konnte und wollte mir auch etwas erklären. Wirkt schlüssig und ganz überwiedend kongruent. Ich nehme das in Angriff! Er hat mir schon einen Ansatz genannt: Meine Atmung findet fast nur in der Brust statt. Also startet die Therapie schon nächste Woche so richtig. Kann es kaum erwarten. Chakka.

Ich merke aber gerade, wie erschöpft ich bin. Dazu trägt bei, dass ich auf der Arbeit gerade eine etwas gleichförmige Phase habe, dass es den Großeltern meiner Frau mies geht, und dass auch meine eigene Mutter in meiner alten Heimat im Krankenhaus liegt.

Naja, wie der Titel sagt, hardere ich damit, in meinem 'fortgeschrittenen' Alter noch eine SP zu haben. Ich sollte gnädiger mit mir sein, denn es ist nun mal so. Außerdem hatte ich in all den Jahren auch andere Baustellen und Herausforderungen (positive wie negative), und wer widmet sich denn nur dem Problemfeldern? Lange Zeit ging es ja auch gut. Und natürlich ist Corona nicht förderlich, um eine SP klein zu halten.
Aber: Ich schaffe es nicht recht, gnädig zu mir selbst zu sein. Trotz der Gedanken im oberen Absatz, mit denen ich mich animieren will, gnädiger zu mir zu sein: Die haben kein Gewicht.

Wer kennt diese Problematik: SP im fortschreitenden Alter?
Ganz lieben Dank.
 

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chaoskrieger

Mitglied
gedeckelt? klein zu halten?... hört sich für mich eher so an, als ob du verdrängst.. aber andererseits hast du mit der VT doch jetzt schon einen wichtigen schritt gemacht, glückwunsch. ansonsten solltest du dich vll einfach mehr entspannen, dich in gelassenheit üben.. denn wenn überhaupt ist das doch das, was das alter so mit sich bringt..^^ (wobei 40 jetzt auch noch nicht soo das alter ist..)
 

kasiopaja

Namhaftes Mitglied
Aber immerhin ist ja Deine Frau da, der Du Dich öffnen kannst.

Das bedeutet , Du kannst Dich öffnen.

Und was ist so schlimm zu den Schwächen zu stehen?

Man nimmt viel Druck raus, indem man von vornherein dazu steht und sie nicht versteckt.

Man kann alles verstecken oder von vorherein kommunizieren.

Dann macht es das für sich und andere sehr viel leichter.

Schwächen einzugestehen ist keine Schwäche, sondern Stärke.
 
A

Alböguhl

Gast
Wäre, hätte, wenn, vielleicht, bald, morgen; das solltest du aus deinem Wortschatz streichen.
Wenn was zu ändern geht, mach es Sofort!
Sobald ich in einer Situation bin, läuft es oft, die Angst davor ist das Problem,
Bin jetzt 67 hab das schon seit 35 Jahren, als Angststörung.
3 Rehas , 3 Berufe seit dem durchgezogen, EU Rente und nun Altersrente.
Immer noch Gesprächs und Verhaltenstherapie beim Psychologen.
Das geht nicht weg, damit mußt du Leben Lernen.
#Mir hilft mein Humor, der aber oft in Sarkasmus entgleitet.
Ist ein Schutz-Mechanismus, um ( andre ) abzuwehren, nicht zu dicht an mich ranzulassen.
Oder gar still und zurückhaltend , das wird dann als Überheblichkeit, Einbildung, Eitelkeit, Hochnäsigkeit gewertet.
Das macht es nicht grade leicht im Umgang mit Fremden.
Die mich kennen nehmen mich wie ich bin.
Nicht jeder muß mich mögen, es reicht, wenn es die Richtigen tun.
 

roman12

Namhaftes Mitglied
gedeckelt? klein zu halten?... hört sich für mich eher so an, als ob du verdrängst.. aber andererseits hast du mit der VT doch jetzt schon einen wichtigen schritt gemacht, glückwunsch. ansonsten solltest du dich vll einfach mehr entspannen, dich in gelassenheit üben.. denn wenn überhaupt ist das doch das, was das alter so mit sich bringt..^^ (wobei 40 jetzt auch noch nicht soo das alter ist..)
Da man nicht davon ausgehen kann, dass man Depressionen oder SP komplett loswird, schrieb ich von Deckeln bzw. klein halten. Wobei man vllt. auch symptomfrei werden kann.

Gelassen werden, logo. Nur wie?

Sicher bin ich noch nicht alt, ich bin ja unter dem Durchschnittsmedian (46,5 Jahre, auf DE bezogen). Aber ich bin jetzt in einem Alter, wo 'die Gesellschaft' einen 'gestandenen Mann' erwartet. Wenn man übeersteigerte Angst hat, ist es egal, was man erreicht hat und gegen was man sich gestemmt hat, man wird nicht ernst genommen. So mein Gefühl.


Hast Du das Bedürfnis dich zu öffnen?
Ich lese diesen Begriff im Zusammenhang nur mit der Sozialphobie.
Im Prinzip schon, aber ich habe auch viele schelchte Erfahrungen damit gemacht. Ebenso manche gute, aber Öffnen ist sehr diffizil.

Aber immerhin ist ja Deine Frau da, der Du Dich öffnen kannst.

Das bedeutet , Du kannst Dich öffnen.

Und was ist so schlimm zu den Schwächen zu stehen?

Man nimmt viel Druck raus, indem man von vornherein dazu steht und sie nicht versteckt.

Man kann alles verstecken oder von vorherein kommunizieren.

Dann macht es das für sich und andere sehr viel leichter.

Schwächen einzugestehen ist keine Schwäche, sondern Stärke.
Rhetorische Frage: Wärest Du gerne der einzige Mensch, mit dem Dein Mann/Partner über so ein heikles Thema reden kann? Was die Lebensqualität, und auch die Qualität der Beziehung einschränken kann?
Meine Frau ist offen und hilfsbereit, aber stets wird von allen Seiten geraten, nicht nur den Partner ins Boot zu holen. Sicher, Therapie geht bald los. Naja, trotzdem.....

Oft sind die Menschen irritiert, wenn man sich ihnen öffnet.
Recht kann man es ihnen in vielen Fällen nicht machen. Ich habe schon oft im Zusammenhang der Gehbehinderung erlebt, dass jemand verunsichert ist. Erzählt man dann davon, damit sie nicht mehr verunsichert sein mögen, bekommt man mit einiger Wahrscheinlichtkeit so was zurück wie 'Warum erzählst Du mir das?' - in einem bestürzten oder zumidest irrtierten Tonfall. Und ich rede nicht von Fremden, wohlgemerkt. Denen erzähle ich das nicht. Ganz ehrlich, dann hält man doch lieber hinter dem Berg. Wenn viele Leute irritiert sind, sich aber nicht trauen, zu fragen, und man es ihnen erleichtern will, dann aber damit rechnen muss, eine verbale Watsche zu bekommen, ist es kein Wunder, dass ich da extrem vorsichtig bin.
Und bei psychischen Sachen ist das noch diffiziler als bei körperlichen Malaisen. Wenn ich schon mit der Gehbehinderung so schlechte Erfahrungen mache....

Auch im christlichen Milieu (nein, ich bin in keiner Sekte, sondern in einer Gemeinde, die der EKD nahesteht, der evangelischen Allianz angehört, und Ökumene lebt) ist das so eine Sache: Da sind geschlechtsspezifische Klischees oft noch sehr verbreitet. Als Mann mit Ängsten muss man damit rechnen, nicht ernst genommen zu werden.
Dass viele VIPs in der Bibel auch Angst hatten, vereinzelt gar übersteigerte, ist zwar bekannt, würde ich sagen. Trotzdem sind diese Klischees stark. Ich war vor Jahren eher in einem links-alternativen Umfeld unterwegs, dort hat man es mit Phobien leichter, so meine Erfahrungen. Soviel Halt, wie ich auch erfahre, ein christliches Milieu hat nicht nur Vorteile. Tja, es menschelt überall....
Seelsorge? - Habe ich mal wegen der Depression gemacht. Hat geholfen. Aber ich möchte auch nicht, dass die Leute zu viel wissen. Wenn wieder Seeelsorge, dann woanders.....

Wäre, hätte, wenn, vielleicht, bald, morgen; das solltest du aus deinem Wortschatz streichen.
Wenn was zu ändern geht, mach es Sofort!
Amen!

Sobald ich in einer Situation bin, läuft es oft, die Angst davor ist das Problem,
Bin jetzt 67 hab das schon seit 35 Jahren, als Angststörung.
3 Rehas , 3 Berufe seit dem durchgezogen, EU Rente und nun Altersrente.
Immer noch Gesprächs und Verhaltenstherapie beim Psychologen.
Das geht nicht weg, damit mußt du Leben Lernen.
Danke für Deine Offenheit. Ja, ich fürchte auch, dass so etwas nicht ganz weggeht. Vielleicht kann man - zumindest zeitweise - symptomfrei werden. Aber in Krisenzeiten.....

#Mir hilft mein Humor, der aber oft in Sarkasmus entgleitet.
Mir auch. Wobei meiner eher westfälisch-trocken ist. Zum Glück bin ich nicht all zu weit in den Süden gezogen, also versteht man ihn meist noch.^^

Danke Dir auch für den Link!
 

grisou

Namhaftes Mitglied
Durch Corona flammte wieder mehr auf, was lange gedeckelt war: Die SP.
das geht mir auch so. ich hatte die angststörung so gut schon hinter mir gelassen und war da so schnell wieder drin. erstaunlich.

meine ergothera hat mal zu mir gesagt, jeder mensch hat seinen breakingpoint und wenn stress kommt, etwas, womit man nicht einfach fertig wird, dann bricht die psyche an dem punkt. bei mir wird es immer die angststörung sein.

ich konnte davor völlig unbelastet die wohnung verlassen, musste mir nicht mehr jeden einzelnen schritt erarbeiten und zack, hänge ich wieder in der schleife. weil da draußen plötzlich alles neu definiert wird, überall gibt es neue regeln und ich weiß nicht, wie ich mich anpassen soll, ob ich das kapiere, ob ich nicht alles falsch mache.

Ich kann mich niemandem öffnen außer meiner Frau, weil ich das Gefühl habe, dass eine SP in meinem Alter doppelt stigamtisierend ist.
ich habe in der klinik ambulant ein angsttraining gemacht, also eine therapie zugeschnitten direkt auf angstpatienten und da waren die meisten älter. in der gruppe war der größere teil über 40.

Man hat in meinem Alter keine ausgerpägte Angst zu haben.
mh, ich denke, wenn man jung ist, noch nicht so die erfahrung, wie das leben läuft, was alles schief gehen kann, wie sehr man abstürzen kann, dann kann man eher unbelastet und optimistisch sein. je mehr erfahrungen man sammelt, hat man dann nicht gerade erst ein anrecht auf seine ängste?

Punkt. So denke ich. Die Denke kann falsch sein, ist sie wahrscheinlich auch. Aber sie ist sehr präsent.
das kann ich sehr gut nachvollziehen, so eine denke das sind angstgedanken. und was du da schreibst, macht wenigstens noch sinn. meine angst plappert manchmal dinge, wo ich nicht mit dem verstand nachkomme, trotzdem werden meine gefühle davon beherrscht.

kennst du vielleicht auch, im laden das gefühl zu haben, die schauen jetzt alle auf mich, die beobachten mich und wehe ich mache was falsch. kann man rational nicht nachvollziehen, aber das gefühl von beobachtet und beurteilt werden vereinnahmt mich.


Und sie lässt mich zusätzlich leiden. Denn natürlich habe ich die üblichen Gedanken ("Ich störe.", "Ich irritiere die anderen." etc.). Auch diese Gedanken sind wohl tendenziell verzerrt, weiß ich, aber sie sind da.
diese gedanken sind bei einer angststörung normal. wir haben das so im angsttraining gelernt. gefühle bedingen gedanken und gedanken bedingen gefühle. man hängt in einer schleife. es ist eine unglaubliche arbeit, gegen diese gedanken anzukommen.


In der Gemeinde hätte ich Ansprechpartner, und auch sonst ein paar Menschen, abgesehen von meiner Frau. Aber ich bringe es nur fertig, mich letzterer zu öffnen. Wäre ich jünger, könnte ich mich besser öffnen. So aber schäme ich mich.
du kannst dich deiner frau öffnen, und du öffnest dich hier. das ist schon mal ein großer schritt.

du weißt, in der gemeinde gibt es möglichkeiten, leute, an die du dich wenden kannst. auch schon mal eine gute voraussetzung. du hast schon mal boden unter den füßen 👍 und klar, der ist sehr wackelig. aber die ersten schritte hast du gemacht und kein anderer. und das ist schon mal ein guter anfang.

auch die scham gehört zur angst dazu. "ich störe", "ich mache alles falsch", "ich bin ein loser" ... das sind gedanken, die entstehen aus der angst heraus. sorry, wenn ich das so deutlich sage, aber du bist da gar nicht so besonders 😊. ich kenne das von mir, ich kenne das aus der gruppe. ich habe unterlagen aus der therapie, wo das schwarz auf weiß steht. all das gehört zusammen.


Ja, um Therapie habe ich mich gekümmert. Erst Psychoanalyse, aber nach zwei Terminen habe ich geschmissen, weil der Therapeut partout nichts erzählen wollte, wie er vorzugehen gedenkt (dazu wäre ja eines dieser probatorischen Gespräche ja da, aber er hat nur ausweichend oder gar nicht geantwortet).
sehr sehr cool. ganz viele gehen in so eine therapie und wissen nicht, was sie wollen, sind erst mal ganz auf den therapeut angewiesen. und du hast eine klare vorstellung und stehst für dich ein. eine tolle ressource die du hast!

und auch das ist wichtig, schau nicht nur auf die angst, sondern auch auf das, was du erreicht hast.

Jetzt war gestern der erste Termin beim Verhaltentherapeuten. Er konnte und wollte mir auch etwas erklären. Wirkt schlüssig und ganz überwiedend kongruent. Ich nehme das in Angriff! Er hat mir schon einen Ansatz genannt: Meine Atmung findet fast nur in der Brust statt. Also startet die Therapie schon nächste Woche so richtig. Kann es kaum erwarten. Chakka.
das klingt sehr gut. 👍

das erste was ich im angsttraining gelernt habe ist atmen. tatsächlich ist es heute so, wenn ich merke, die angst kommt hoch, atme ich tief in den bauch und sie löst sich auf. es ist also ein wirklcih guter ansatz - nach meiner erfahrung.

man lernt mit der zeit die angst frühzeitig zu lokalisiseren und merkt, wenn sie sich meldet. und dann kann man auch früh eingreifen. am anfang hat man eher das gefühl, eine angstattacke kommt aus dem nichts und man ist ausgeliefert. ich weiß nicht, ob es dir auch so geht. also falls ja, man kann das lernen und die atmung war für mich ein erfolgreicher ansatz.

Ich merke aber gerade, wie erschöpft ich bin. Dazu trägt bei, dass ich auf der Arbeit gerade eine etwas gleichförmige Phase habe, dass es den Großeltern meiner Frau mies geht, und dass auch meine eigene Mutter in meiner alten Heimat im Krankenhaus liegt.
das tut mir sehr leid und ich wünsche dir, dass all deine lieben es bald wieder besser geht.

etwas, was ich lernen musste und ich bin immer noch dabei, es zu lernen. angst kostet ganz viel energie. es ist ein enormer kraftaufwand und die erschöpfung ist normal. für mich war das lange zeit sehr schwer zu akzeptieren und ich habe mich immer gefragt, warum bin ich so müde, so erschöpft, ich mache doch nichts. aber ich mache wenig, weil ich häufig erschöpft bin und die erschöpfung kommt von der arbeit, die meine psyche leistet.

Lange Zeit ging es ja auch gut. Und natürlich ist Corona nicht förderlich, um eine SP klein zu halten.
mein ansatz war irgendwann mich mit der angst auszusöhnen. sie ist meine wegbegleiterin. sie zeigt mir gefahren auf. und da ist sie leider echt hyperaktiv. wie so eine alte tante, die dauernd sagt, oh kind, pass auf, das ist gefährlich, zieh einen schal an, mach das besser nicht...

mittlerweile darf sie das auch. wenn ich spüre, die angst rumort in meinem magen, dann sage ich ihr, hey du, danke für den hinweis, ich schaue mich um und ich schaue, wo du die gefahr wahrnimmst. und sie hat auch immer einen grund. nur habe ich mittlerweile gelernt, ich bin nicht hilflos und ausgeliefert, sondern ich kann handeln.

also bei corona, für mich war das irre schwer das erste mal einkaufen gehen. plötzlich abstandsanzeigen, dieses komische plastik an der kasse, maske tragen. ganz tief in meinem bauch war diese angst, ich mache was falsch. also habe ich geübt. erst mal maske zuhause tragen. schauen, komme ich klar damit, um sicher zu stellen, ich kriege nicht mitten im supermarkt eine attacke. dann bin ich erst mal nur so für eine kleinigkeit in den supermarkt, habe mir das angeschaut, wie stehen die leute jetzt an der kasse an, wie sieht das plastikdings aus (konnte ich mir nicht vorstellen), wie reagieren die anderen leute auf die maske. und ich habe gemerkt, da sind alle irgendwie unsicher und keiner weiß genau, wie es läuft. irgendwann habe ich mitbekommen, meine einzelbetreuerin ist auch sehr unsicher, weiß nicht wie es funktioniert. die kann nur souveräner damit umgehen. und all das hat mir geholfen.

meine angst war nur deshalb so stark, weil ich ganz lange in meinem leben immer nur reagiert habe, weil ich mich nicht wehren konnte, nicht auf mich aufpassen konnte, also hat sie das übernommen. weißt du, so wie ein aggressiver hund, der meint, er muss die gruppe beschützen und eigentlich ist er damit überfordert. und jetzt habe ich die zügel in der hand. die angst ist nur noch ein begleiter.


Aber: Ich schaffe es nicht recht, gnädig zu mir selbst zu sein. Trotz der Gedanken im oberen Absatz, mit denen ich mich animieren will, gnädiger zu mir zu sein: Die haben kein Gewicht.
die haben das gewicht, das du ihnen gibst. auch wenn die angst immer wieder dazwischen quatscht und meint, sie weiß es besser.

wir haben im angsttraining gelernt, wie wichtig es ist, STOPP zu sagen. und zwar laut (wenigstens laut im kopf, noch besser laut auch im außen, wo es halt geht). wenn die gedanken kommen, STOPP sagen. manchmal am anfang alle drei sekunden. und sofort überflutet das gehirn einen wieder mit diesen gedanken und wieder muss man dagegen gehen. anstrengend, aber eine gute übung. es wird leichter, die abstände länger und länger.


Wer kennt diese Problematik: SP im fortschreitenden Alter?
Ganz lieben Dank.
mehr menschen als du glaubst, wie gesagt, eher halte ich die angststörung für ein problem, das mit der zeit größer wird. so kenne ich das jedenfalls aus den gruppen. und vielleicht kann dir das auch helfen? eine selbsthilfegruppe für Angst- und Panikstörungen? um zu sehen, was du fühlst und denkst ist ziemlich normal. das geht den meisten so mit dieser erkrankung.
 

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