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Soll ich oder soll ich nicht ? Vater vor zwei Tagen gestorben

G

Gast

Gast
Hallo
am Freitag morgen wurde ich von einem Anruf geweckt bei dem mir mitgeteilt wurde das mein Vater plötzlich gestorben ist. Hab dann aich geweint und sind dann zur Kripo und da erzählte man mir es sei warscheinlich ein Herzinfarkt gewesen. Ich als nächste angehorige muss auch alles mit Beerdigung und so regeln . Meine mutter hilft mir aber (sind seit 15 jahren gechieden ). Und momentan gehts mir eigentlich recht hzt aber das liegt daran das ich mich weigere das zu Akzeprierwn das er tot ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen das er für immer tot ist und ich ihn nie wieder sehe, er nicht atmet ,denkt oder fühlt. Das liegt eingach alles außerhalb meiner Vorstellungskraft. Jetzt steht die frage im Raum ob ich mich von seinem Leichnam verabschieden soll im zu realisieren das er wirklich tot ist aber meine Mutter meint ich solle das nicht tun und ihn lieber in Erinnerung behalten wie er lebendig aussah . Was würdet ihr machen ? habt ihr sowas erlebt ? Richtig komisch das ich jetzt ein Halbweisenkind sein soll. Ich bin erst 19 das ist soch viel zu jung um seinen Vater (54) zu beerdigen .
Danke schon mal im Voraus
 

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marut

Aktives Mitglied
hallo und erstmal mein herzliches beileid :/
in vielen kulturen geht man davon aus, dass mit dem tod nicht gleich alles vorbei ist, sondern dass es sozusagen einen rückzug der seele aus dem körper gibt, der sich ein paar stunden bis tage hinzieht. die angehörigen spüren dann noch nicht den tod sondern immer noch eine gewisse präsenz des verstorbenen. das könnte bei dir ähnlich sein. es wäre deshalb eine gute idee, sich von dieser präsenz zu verabschieden, die durchaus in der nähe seines körpers am grössten sein kann. direkt nur von seinem leichnam aber würde ich mich nicht verabschieden, sondern wie gesagt eher von seiner seele. dann ist es glaube auch leichter ihn nochmal zu sehen.
alles gute dir und viel kraft und mut!
marut
 

pecky-sue

Aktives Mitglied
Mein herzliches Beileid.
Ich empfinde das ähnlich wie Marut es beschreibt.
Und ich würde mich auch nicht vor der Realität verschliessen. Ich würde mich von ihm verabschieden wollen. Ich würde mir liebe Worte für ihn zurecht legen und sie ihm sagen.

Ich weiß nicht, ob du das kannst, du hast eben nur einmal die Möglichkeit dich ein letztes Mal so zu verabschieden.

Liebe Grüße Pecky
 
G

Gast

Gast
Lieber TE, entscheide das so, wie es sich für dich gut anfühlt.
Ich wollte meinen Vater sehen.
Aber man kann sich natürlich auch anders verabschieden.

(Warum musstest du eigentlich zur Kripo? Verstehe ich nicht. War doch ein Herzinfarkt. Ein plötzlicher Tod ist "besser" als ein Dahinsiechen, das ist vielleicht wenigstens ein wenig tröstend).

Ich möchte dir mein Beileid aussprechen und hoffe, dass deine Mutter jetzt für dich da ist und dich entlastet.
 

Mehr Liebe

Mitglied
Auch von meiner Seite mein herzlichstes Beileid.

Ich war Anfang des Jahres in einer ähnlichen Situation wie du. Damals wurde uns von den Polizeibeamten eindringlich abgeraten, nochmal zum Leichnam zu gehen. Ein „Ratschlag“, den ich im Nachhinein absolut nicht nachvollziehen kann und den ich inzwischen für gefährlich halte. Jeder muss es nun mal für sich selbst entscheiden! Ich wollte meinen Vater trotzdem nochmal sehen. Ich denke es war gut so, weil ich mich so überzeugen konnte, dass er im Schlaf, also aller Wahrscheinlichkeit friedlich verstorben ist. Und, dass es endgültig ist.

Dieses Bild hat sich bei mir „eingebrannt“ – aber so war das in vielen Situationen, die ich an diesem Tag und den folgenden Wochen erlebt habe. Ich habe meinen Vater lebendig in Erinnerung, aber auch tot – und der Tod gehört nun mal zu seinem – zu unser allen Leben – dazu.

Das Akzeptiren dieser Tatsache ist aber eh nochmal ein neues Kapitel in deiner Trauerbewältigung. Ich wünsche dir viel Kraft!
 

dauni

Aktives Mitglied
Hallo,

also ich durfte nicht. Und ich bereute es so sehr. Ich sah alles außer ihr Gesicht. Wenn ich nochmal die Wahl hätte, dann würde ich mich verabschieden, so voll und ganz. Aber da gehen die Meinungen einfach auseinander.
Ich rate Dir, höre auf Dein Gefühl, lasse alle anderen Meinungen weg. Tu was Du für richtig hälst. Viel Kraft wünsche ich Dir!
 

Nachtfalke12

Mitglied
Hallo,


zunächst mal tut es mir sehr leid, dass dein Vater gestorben ist! So etwas ist ein wirklicher Schlag, egal, wie man zu den Eltern stand.

Ich habe meinen Vater damals im Sarg gesehen und muss sagen, ich bin sehr froh drum. Der Verstorbene wird ja auch vom Beerdigungsinstitut etwas hergerichtet, da muss man sich vor dem Anblick eigentlich nicht fürchten - er sah aus als ob er schlief.
Als meine Mutter kürzlich starb hatte ich nicht mehr die Gelegenheit, sie nochmal zu sehen, das war sehr schwer für mich. Aber gehe einfach nach deinem Gefühl, was andere denken und meinen ist nicht so wichtig wie das Gefühl tief in dir drin.
 
I

It'sMe

Gast
Hallo!

Es tut mir schrecklich leid! Ich kenne das Gefühl nur zu gut und ich weiß, dass all diese Beileidswünsche einen an die Tatsache erinnern und man genau das nicht mag. Sich daran erinnern, dass man einen der wichtigsten Menschen verloren hat.

Ich bin 20 Jahre und werde morgen 21. Ich habe meine Mama vor 567 Tagen verloren. Die Zeit rast und es kommt mir vor als wäre es gestern.

Ich weiß wie sehr all das an den Nerven zerrt. Man will stark sein, anderen Halt geben, dem Liebsten die letzte Ehre erweisen. Alle um dich herum reden auf dich ein. "Hör auf dein Herz" sagen sie, aber kaum einer versteht, dass das Herz vor lauter Schock taub geworden ist. Der Kopf versucht zu denken, aber die Wunden schmerzen zu laut.
Ich habe meine Mama verloren, als ich 19 war. Sie wäre in 2 Monaten danach 44 geworden. Ich habe gesehen, wie sich ihr Leben langsam aus ihrem Körper quält. Ich weiß, dass es kein schöner Anblick ist. Der Moment, wenn der Brustkorb sich nicht mehr hebt und man sich erschrickt, weil man aus Gewohnheit denkt, dass er sich doch bewegt hat oder wenn man keinen Puls fühlt. Das fühlt sich kalt und leer an. Aber zugleich gibt einen diese letzte Nähe Kraft. Die/der Liebste hat keine Schmerzen mehr.
Ich muss zugeben, dass ich nicht wusste, ob ich Mama so sehen mag. Ich wusste es würde hart werden. Und das war es auch. Aber ich habe mich dafür entschieden. Ich hatte Angst es zu bereuen. Ich mag es immer noch nicht glauben, dass sie weg ist, aber sie so still zu sehen hat mir geholfen es nach und nach zu sehen. Ich denke, wenn ich das nicht gemacht hätte, dann würde ich immer noch denken, dass sie noch irgendwo ist, irgendwo lebendig.
Ich weiß nicht, wie nah ihr euch standet, aber ganz egal wie nah, entscheide dich auch nicht aus Liebe zu deinem Vater dazu. Er mag, dass es dir gut geht, denn ganz egal ob und wo er ist, ihm geht es gut.

Entscheidest du dich dafür seinen Körper leblos zu sehen, wird es schwer, weil du siehst wie grau und kalt er ist. Aber selbst dann kannst du ihn bei dir spüren - auf eine ganz andere, schöne Art. Ich habe meiner Mama zum Beispiel einen Brief geschrieben und ihn ihr vorgelesen, weil ich nicht ohne Worte neben ihr sitzen wollte. Ich wollte ihr ein letztes mal etwas ins gesicht sagen. Der Brief ist nun mit ihr zusammen unter der Erde. Egal wie dein Papa jetzt aussieht, diese Bilder bleiben in deinem Kopf. Aber das bedeutet nicht, dass all die anderen Bilder mit seinem lebendem Körper verschwinden. Ich kann mich noch an alles erinnern und das wirst du sicher auch.

Entscheidest du dich dafür deinen Papa "nur" so in Erinnerung zu behalten, wie du ihn kennst, dann kannst du sicher sein, keinen eventuellen Schock seines jetzigen Anblicks zu bekommen. Du kannst dich verabschieden, wie du magst, denn die Erinnerungen sind das einzige, was Trost spendet.

Keiner kann dir sagen, was für dich richtig oder falsch ist. Du kannst es auch ganz spontan machen. Oder wenn du jemanden kennst, der definitiv zu ihm geht, kannst du ja fragen, ob die vielleicht für dich fotos machen, damit du dir das irgendwann mal ansehen kannst, sobald du dich bereit dafür fühlst UND du es willst. Keiner der Wege ist falsch. Dein Herz mag gebrochen sein und dein Kopf nicht im Stande zu denken, aber dein Bauchgefühl wird dir zu hundert Prozent sagen können, ob du ihn in diesem Moment sehen magst oder nicht.

Liebe Grüße...
 
G

Gast

Gast
Hallo, also erst einmal mein herzliches Beileid.. ich weiss was du gerade durch machst. Genau das gleiche ist bei mir auch am 01.04.2015 passiert.. meine eltern sind auch 15 jahre geschieden ich bin die nächste angehörige von papa. Mein Papa ist auch an einem Herzinfakt gestorben ( so sagt es zumindest die Kripo) Papa war gesund und erst 54 jahre.. ich kann dir nur empfehlen dich von Papa zu verabschieden, mir hat es geholfen zu realisieren das papa wirklich nicht mehr wieder kommt. Aber bei mir war es so das ich ihn tot sitzend auf dem Sofa vorgefunden habe ( das war ein schreckliches bild) und als ich papa dann 1 woche später noch mal gesehen hab hat man ihm natürlich angesehen das er tot ist. Ich war noch etwas mit ihm alleine und hab ihm noch ein paar worte gesagt. Ich weiss der beitrag ist schon etwas älter..aber ich hoffe du hast ihn nochmal gesehen und dir geht es etwas besser. Mein papa fehlt mir wirklich seeeehr und der schmerz nimmt einfach nicht ab..im gegenteil es schmerzt jeden tag mehr :( ich wünsche dir ganz viel kraft
 

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