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Soll ich gehen, oder soll ich weiter zweifeln?

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Gast

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Hallo. Ich quäle mich seit Studienbeginn mit den gleichen Gedanken. Ich habe versucht mein Problem einigermaßen objektiv zu beschreiben. Vielleicht kann mir jemand Gedanken dazu geben? Ich wäre dafür sehr dankbar.

Also:

2010: Zum Studieren in eine Großstadt gezogen, 300 Kilometer entfernt meiner Heimatstadt. Das Studienfach und die Universität gezielt ausgesucht und bewusst dafür entschieden.

2010-2011:
1. Viele Monate voller Trauer wegen Beziehungsende. Diese Trauer hat alles überdeckt.
2. In der neuen Stadt kam ich in all den Monaten nicht zurecht. Ich hatte mich schließlich damit abgefunden.
3. Mein Studienfach hat mich nicht überzeugt. Ich wollte dennoch meine Prüfungen schreiben und min. 2 Semester als Probe geben.
4. Pkt. 2+3 ergeben: Studienabbruch nach 2 Semestern.
5. Ortswechsel: Von Studienstadt A mit sehr gutem Angebot in meinem Fachgebiet probeweise nach Studienstadt B mit sehr gutem Angebot in meinem Fachgebiet gewechselt.
6. Ich fühle mich dort wieder nicht wohl.
--> Ich möchte ambitioniert studieren.
--> Ich brauche dazu einen Rückzugsort und Rückhalt durch Familie, Freunde, Arbeit. (!)
--> Ich bin sehr früh von zuhause ausgezogen. Verdiene mein Geld bisher immer selbst - meine Arbeit ist für mich als "Ausgleich" sehr wichtig/ich möchte kein Befög beantragen müssen oder von meinen Eltern unterstützt werden. War bisher für mich selbstverantwortlich und selbstständig.
--> Ich fühle mich dennoch oft verloren.
--> Überlegung: Zurück nach Hause ziehen. Ich "lebe" immer dort wo ich wohne. Da ich bei meinen Eltern seit meiner Pubertät kein Zimmer mehr habe kann ich in den Semesterferien nicht einfach nach Hause fahren. Ich brauche aber einen Rückzugsraum. Weil ich oft keine Kraft mehr aufbringen kann und teilweise tiefverzweifelt bin.
--> Ich wollte immer auswärts studieren. Ich wollte nie zuhause bleiben. Danach wollte ich im Ausland leben und später in meine Heimat zurückkommen.
--> Ich habe auswärts studiert und werde meine wenigen engen neuen Freundschaften auch weiterhin pflegen. Nach Studienstadt A fahre ich alle paar Wochen auf Besuch. Das genügt mir auch vollauf, ich bereue es nicht übermäßig mich gegen die Stadt, die Uni sowie das Fach entschieden zu haben.
--> Wenn ich wieder "nach Hause" ziehen sollte: In den Semesterferien kann ich mit einem Wohnwagen auf Tour gehen. Mein bester Freund wohnt wegen des Studiums gefühlt am anderen Ende der Welt. Auch wegen ihm werde ich demnach weit herumkommen.
--> Ich hätte wieder eine Wohnung, in der ich mich erholen kann. In meiner alten Arbeit werde ich bei besonderen Anlässen sowieso eingesetzt, ich kann mir dazu aber auch ein neues "Berufsfeld" anschauen und dort mein Geld verdienen.
--> Das Studium nimmt den Teil des Tages ein der ihm zusteht. Der andere gehört mir und ich werde ihn nutzen. Bisher habe ich oft einen Großteil des Tages verschlafen. Und mein Leben verkommen lassen.
--> Aber ich habe eine Angst: Dass ich bereuen werde zurückzukommen. Die andere Lösung wäre eine Flucht nach vorne: In der aktuellen Kleinstadt B studieren, dort Arbeit suchen und meine Herkunft quasi "ersetzten". Ich weiß nur nicht, ob allein der Wunsch, dort zu "studieren" mir genügend Kraft geben kann.
--> Denn ich habe mir wahrscheinlich eingestehen müssen, dass allein ein Studium für mich kein Grund ist durchzuhalten und ich gewissermaßen kontinuierlich meine "Herkunft" verliere. Nun muss ich entscheiden was mir wertvoller sein dürfte.

Fragen über Fragen :). Bin wenigstens froh, dass ich all diese widersprüchlichen Empfindungen mal ordnen konnte.
 

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