Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Situation im Pflegeheim

G

Gast

Gast
Theorethisch kann man das bezahlen, denn Pflege- bzw. Altenheime sind auch nicht so nicht so billig.
Die Kosten für das Pflegeheim betragen im Bundesdurchschnitt knapp 3.300 Euro pro Monat;
Aber auch hier gilt: Die Kosten bestimmt letztendlich die Preisliste der gewählten Pflegeeinrichtung.
 

Ostergesetz

Aktives Mitglied
Häusliche Pflege scheidet aus.
Ich habe vom 6ten bis 19ten Lebensjahr allein mit meiner Mutter gelebt und sie versorgt. Ich muss aber auch dafür sorgen, dass ich mein eigenes Leben auf die Reihe bekomme. Im Sommer fange ich meinen Master im Ausland an, eine nicht-familiäre häusliche Pflege kann ich mir als Student nicht leisten. Ich zahle das Heim auch nicht selbst, da ich noch kein Einkommen habe, sondern das Sozialamt.
Und wie gesagt, es geht nicht darum "Alte" abzuschieben. Meine Mutter ist Mitte 50, aber eben schwer an MS erkrankt.

Ich werde ihr sagen, dass sie damit zum Arzt soll...ich weiß nur nicht wie ich es schaffe, dass sie das auch wirklich tut :confused:
Ich finde es auch etwas merkwürdig, dass die vom Heim da nicht für sorgen, dass zumindest der "heimeigene" Arzt da mal drauf guckt...wahrscheinlich weil es immer nach 1,2 Tagen wieder vorbei ist.
 
K

kasiopaja

Gast
Wie immer gehts nur ums Geld, bis der alte Sack begraben ist. :);)

Theorethisch kann man das bezahlen, denn Pflege- bzw. Altenheime sind auch nicht so billig.
Natürlich kann man alles theoretisch bezahlen. Auch die häusliche Pflege.

Wir werden das auch tun.

Nur ist es nicht mit Geld getan.

Es ist eine unglaubliche Belastung, die man auch aushalten können muss.

Hast Du schon mal jemanden jahrelang zuhause gepflegt?

Häusliche Pflege ist toll - das sagt sich immer so einfach, so lange man niemanden zuhause hat , den es betrifft.
 
K

kasiopaja

Gast
Ne, ist zuvor an ihrem eigenen Blut in meinen Armen erstickt.
Dann kannst Du leider nicht beurteilen, was das bedeutet.

Es bedeutet , dass man nicht weiß, was derjenige als nächstes tut. Ob er versucht zu kochen und dabei das Haus in Brand steckt oder spazieren gehen will und das in der Unterhose und Socken tut , weil er nicht weiss, was er anziehen muss und dass es Sommer oder Winter ist und dass der Demenzkranke leider unterwegs vergisst , wo er wohnt .

Es bedeutet, dass der Kranke nicht weiß, wann und ob er essen oder trinken muss und ob er sich waschen muss , geschweige denn , wie er es technisch anstellen soll sich zu waschen.

Es bedeutet , dass der Kranke nicht weiß, wann er welche Medikamente zu welcher Zeit nehmen soll und muss und dass nie sicher ist , ob er statt den vorbereiteten Tabletten nicht eventuell beschließt die ganze angefangene Schachtel einer Sorte Tabletten zu schlucken.

So in etwa sieht der Alltag dann aus. Jeden Tag. Jahrelang.

Das bedeutet für die Angehörigen , sie müssen für eine Totalüberwachung sorgen, Tag und Nacht.

Könntest Du das?
 
E

Edy

Gast
Dann kannst Du leider nicht beurteilen, was das bedeutet.

Es bedeutet , dass man nicht weiß, was derjenige als nächstes tut. Ob er versucht zu kochen und dabei das Haus in Brand steckt oder spazieren gehen will und das in der Unterhose und Socken tut , weil er nicht weiss, was er anziehen muss und dass es Sommer oder Winter ist und dass der Demenzkranke leider unterwegs vergisst , wo er wohnt .

Es bedeutet, dass der Kranke nicht weiß, wann und ob er essen oder trinken muss und ob er sich waschen muss , geschweige denn , wie er es technisch anstellen soll sich zu waschen.

Es bedeutet , dass der Kranke nicht weiß, wann er welche Medikamente zu welcher Zeit nehmen soll und muss und dass nie sicher ist , ob er statt den vorbereiteten Tabletten nicht eventuell beschließt die ganze angefangene Schachtel einer Sorte Tabletten zu schlucken.

So in etwa sieht der Alltag dann aus. Jeden Tag. Jahrelang.

Das bedeutet für die Angehörigen , sie müssen für eine Totalüberwachung sorgen, Tag und Nacht.

Könntest Du das?
Sie hätte nicht mal nen verfickten Toilettenstuhl von deinem hochverehrten Sozial- und Rechtsstaat bekommen. ;)

Doch doch doch - macht Spaß, entspannte Dementkranke aus der Pizzeria aufzugabeln, Kirche oder sonst wo, nachdem sie mal wieder kurz gelebt haben. :)
 
K

kasiopaja

Gast
Doch doch doch - macht Spaß, entspannte Dementkranke aus der Pizzeria aufzugabeln, Kirche oder sonst wo, nachdem sie mal wieder kurz gelebt haben. :)
Ganz toll.:confused:

Und dann sagst Du häusliche Pflege soll für jeden möglich sein?

Ja , es ist günstiger wie ein Heim.

Aber immer noch schwierig genug für alle Beteiligten und manchmal an der Grenze des Machbaren.

Der Kranke ist eine ständige Gefahr für sich und andere. Er will es nicht , aber er ist es nunmal.

Und nicht nur , dass man ja dafür sorgen, muss dass er gut versorgt ist.

Er ist ja mitnichten dankbar dafür , sondern zuweilen deshalb bitterböse, depressiv oder sonst übel gelaunt.

Und abgesehen von allen soll man ihn dann noch bespaßen und das eigenen Leben und die Arbeit auch nicht vernachlässigen. So nebenbei halt.

Ist doch alles easy. Oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
E

Edy

Gast
Ganz toll.:confused:

Und dann sagst Du häusliche Pflege soll für jeden möglich sein?

Ja , es ist günstiger wie ein Heim.

Aber immer noch schwierig genug für alle Beteiligten und manchmal an der Grenze des Machbaren.

Der Kranke ist eine ständige Gefahr für sich und andere. Er will es nicht , aber er ist es nunmal.

Und nicht nur , dass man ja dafür sorgen, muss dass er gut versorgt ist.

Er ist ja mitnichten dankbar dafür , sondern zuweilen deshalb bitterböse, depressiv oder sonst übel gelaunt.

Und abgesehen von allen soll man ihn dann noch bespaßen und die das eigenen Leben und die Arbeit auch nicht vernachlässigen. So nebenbei halt.

Ist doch alles easy. Oder?
Ist für mich schon gequirlte Scheiße, aus der häuslichen Umgebung herausgerissen zu werden - wie soll sich das denn auf einen Renter auswirken? Da kann man schon mal leiden wie ein Hund, eigentlich schon todgteweiht, wenn man den Pflegestufendruck bedenkt.

Muss ja nicht selber machen, die häusliche Pflege: da kommt dann so ne Tussie, je nach Pflegestufe mehrmals täglich ;)

Übrigens: Demente sind ja nicht doof, sondern nur krank.:)
 
K

kasiopaja

Gast
Ist für mich schon gequirrlte Scheiße, aus der häuslichen Umgebung herausgerissen zu werden - wie soll sich das denn auf einen Renter auswirken? Da kann man schon mal leiden wie ein Hund, eigentlich schon todgteweiht, wenn man den Pflegestufendruck bedenkt.

Muss ja nicht selber machen, die häusliche Pflege: da kommt dann so ne Tussie, je nach Pflegestufe mehrmals täglich ;)
Ja. Das ist alles richtig und man kann auch einiges delegieren. Nichtsdestotrotz ist es ein Aufwand, der sich ins unermessliche steigert.

Mann muss ja erstmal den richtigen Pflegdienst finden, dazu noch die richtige Pflegestufe bekommen und das alles beantragen dokumentieren, das Essen bestellen, dafür sorgen, dass sie es auch essen usw. usw.

Man kann schon delegieren, aber das tatsächlich Wichtige halt nicht.

Wenn man dann Pech hat sind die Leute auch noch Nachtaktiv, was bedeutet, dass man die ganze Nacht auf ist und am Tag, wenn man arbeiten soll tagelang nicht geschlafen hat.

Ich finde Du verharmlost das sehr.

Vielleicht weil Du nicht drin steckst und es nicht erlebst.

Einfach ist das nicht.

Im übrigen ist es so, dass die Kranken ja im Fall der Demenz sowieso nicht wissen, wo sie sind.

Sie wissen noch nicht mal ob sie zuhause, auf der Straße oder sonstwo sind.

Das ist ja das Schwierige daran. Und wenn sie dann noch körperlich agil sind, dann wird es extrem schwierig.
 
K

kasiopaja

Gast
I

Übrigens: Demente sind ja nicht doof, sondern nur krank.:)
Informiere Dich mal genauer darüber.

Du hast keine Ahnung, wie das ist so jemanden im Haus zu haben und für dessen Pflege zu sorgen.

Gestern konnte meine Schwiegermutter die Hose nicht von der Unterhose und den Waschlappen nicht vom Leintuch unterscheiden.

Da kannst Du nicht einfach sagen" Bring mir mal den Waschlappen her.", weil sie gar nicht weiß was das ist.

Und Du kannst nicht einfach sagen: "Bitte wasch Dich mal." weil sie gar nicht mehr weiß wie das geht.

Du kannst froh sein, wenn sie es schafft sich alleine auszuziehen, ohne dass sie versucht die Unterhose nach oben über den Oberkörper auszuziehen.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
N Psychische Situation Gesundheit 1

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

    Anzeige (2)

    Oben