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Sind wir in D berufliche gesehen eine 2-Klassengesellschaft ?

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Thilo4

Gast
Hi. Ich schreibe einerseits aus Verzweiflung, andererseits auch ein wenig aus Wut.

In meinem Alltag kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es ständig darauf ankommt was man ist, was man erreicht hat usw..

Wenn ich manche Freundeslisten bei Facebook druchblättere lese ich bei fastem keinem dass mal nicht s anderes dransteht als Uni hier, BA dort... ist man eigentlich ohne irgendwas besonderes studiert oder erreicht zu haben nichts mehr Wert in unserer Gesellschaft ? Irgendwie scheint es ja besonders in Mode gekommen zu sein mit seinem Statusgehabe zu beeindrucken und andere niederzumachen. Ich arbeite mit Sicherheit härter und mehr als solche Menschen und werde aufgrund meines Berufs (sozialer Bereich) immer wieder belächelt, klar hört sich natürlich nicht so gut an wie Dipl.- Trallala.

Mich reibt diese Entwicklung unheimlich auf, wenn ich mal in Gesellschaft bin geht es auch dort ständig um solche hoch-anspruchsvollen Themen wie Master, Bachelor, usw.. Entweder bin ich falsch gepolt oder gibt es auch noch andere Dinge im Leben außer Karriere? Kenne ich die falschen Leute, sehe ich es überspitzt? Wäre über ein paar Eindrücke eurerseits dankbar.
 

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Skynd

Aktives Mitglied
ich persönlich denke, dass du das TOTAL überspitzt siehst.
es kommt schließlich immer darauf an, wessen Meinung man an sich ran läßt und mit was für Menschen man sich umgibt.

davon abgesehen neigen Menschen schnell dazu, aus 2 Meinungen gleich zu verallgemeinern.
frag dich mal konkret, woher du diese Ansicht hast.
das Beispiel mit Facebook ist jedenfalls total daneben. wessen Freundeslisten kuckst du denn da bitte durch? klar gibt es solche, die aufgrund ihrer Tätigkeit viele andere gebildete und studierte Menschen kennen, aber das ist nicht der Durchschnitt.
für eine Statistik müßtest du schon stichproben-artig mehrere tausend Profile ankucken und würdest dann feststellen, dass das nur Ausnahmen sind.


was allerdings richtig ist: es wird durch den harten Konkurrenzkampf immer schwerer an gute Jobs zu kommen. will man sich die Chancen für die richtig guten Jobs erhalten, muß man mindestens studiert haben.
es wird also allgemein üblicher, dass Menschen mit "hohen" Abschlüssen ins Berufsleben starten.
das garantiert ihnen allerdings bei weitem nicht ihren Traumjob und soweit ich weiß, wird Überqualifikation immer üblicher, da die durchschnittliche Qualifikation steigt, aber die guten Jobs nicht mehr werden.


Skynd
 
T

Tztz...

Gast
Hi. Ich schreibe einerseits aus Verzweiflung, andererseits auch ein wenig aus Wut.

In meinem Alltag kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es ständig darauf ankommt was man ist, was man erreicht hat usw..

Wenn ich manche Freundeslisten bei Facebook druchblättere lese ich bei fastem keinem dass mal nicht s anderes dransteht als Uni hier, BA dort... ist man eigentlich ohne irgendwas besonderes studiert oder erreicht zu haben nichts mehr Wert in unserer Gesellschaft ? Irgendwie scheint es ja besonders in Mode gekommen zu sein mit seinem Statusgehabe zu beeindrucken und andere niederzumachen. Ich arbeite mit Sicherheit härter und mehr als solche Menschen und werde aufgrund meines Berufs (sozialer Bereich) immer wieder belächelt, klar hört sich natürlich nicht so gut an wie Dipl.- Trallala.

Mich reibt diese Entwicklung unheimlich auf, wenn ich mal in Gesellschaft bin geht es auch dort ständig um solche hoch-anspruchsvollen Themen wie Master, Bachelor, usw.. Entweder bin ich falsch gepolt oder gibt es auch noch andere Dinge im Leben außer Karriere? Kenne ich die falschen Leute, sehe ich es überspitzt? Wäre über ein paar Eindrücke eurerseits dankbar.
Ich sehe das leider ein bisschen ähnlich, dass man hier in Deutschland sein Leben verwirkt hat, wenn man nicht zu dieser Elite gehört. Am Blödsten ist es noch, wenn man hätte können und der nötige Rückhalt fehlt.

Liegt aber nicht am Einzelnen, sondern am System - an der elitären (oft falschen) Selektierung im Bildungssystem, Chancenungleicheit etc.

Was soll man dagegen tun? Manchmal hilft schon besondere Dreistigkeit oder das Wissen, dass man nicht dümmer ist als die anderen...

Es gibt ja auch Nischen zu finden diesbezüglich (den Feind mit den eigenen Waffen zu schlagen:D) - z. Bsp. deren Fachjargon für die Allgemeinheit in verständliches Deutsch zu übersetzen.;)
 

Bandit2105

Urgestein
Hi. Ich schreibe einerseits aus Verzweiflung, andererseits auch ein wenig aus Wut.
Warum Verzweiflung und Wut?
Ist es Neid, dass Du nicht studiert hast?

In meinem Alltag kristallisiert sich immer mehr heraus, dass es ständig darauf ankommt was man ist, was man erreicht hat usw..
Warum kristallisiert sich das heraus? Wie äußert sich das?

Wenn ich manche Freundeslisten bei Facebook druchblättere lese ich bei fastem keinem dass mal nicht s anderes dransteht als Uni hier, BA dort... ist man eigentlich ohne irgendwas besonderes studiert oder erreicht zu haben nichts mehr Wert in unserer Gesellschaft ? Irgendwie scheint es ja besonders in Mode gekommen zu sein mit seinem Statusgehabe zu beeindrucken und andere niederzumachen.
Wenn Du unbedingt unglücklich sein willst vergleiche Dich weiterhin mit anderen Menschen oder konzentriere Dich auf das was Du bist und schon erreicht hast in deinem Leben.

Ich arbeite mit Sicherheit härter und mehr als solche Menschen und werde aufgrund meines Berufs (sozialer Bereich) immer wieder belächelt, klar hört sich natürlich nicht so gut an wie Dipl.- Trallala.
Was für eine Aussage! Ich will nicht sagen, dass Du nicht hart arbeiten musst. Aber zu sagen, dass Du mit Sicherheit härter arbeiten musst als solche Menschen ist schon starker Tobak! Auch studierte Menschen können einen harten Job haben!

Mich reibt diese Entwicklung unheimlich auf, wenn ich mal in Gesellschaft bin geht es auch dort ständig um solche hoch-anspruchsvollen Themen wie Master, Bachelor, usw.. Entweder bin ich falsch gepolt oder gibt es auch noch andere Dinge im Leben außer Karriere? Kenne ich die falschen Leute, sehe ich es überspitzt? Wäre über ein paar Eindrücke eurerseits dankbar.
Es gibt sehr viele Dinge im Leben die wesentlich wichtiger sind als Karriere/Geld usw.!
Vielleicht solltest Du Dir mal klar werden was Du eigentlich willst!

Das ganze ist ein ziemliches Schubladendenken und Du bedauerst, dass Du nicht in die oberste Schublade eingeordnet wirst!
Was machen nur die Millionen von Menschen die nicht studiert haben!
Oder die Menschen die durch ihre Lebensgeschichte oder Krankheiten an ihren beruflichen Aufstieg gehindert wurden???


Bandit :rolleyes:;):)
 
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T

Thilo4

Gast
Hallo Bandit. Gut ich relativiere es mal und behaupte dass ich einen Knochenjob habe, essen Arbeitszeiten und vor allem die Entlohnung wirklich nicht berauschend sind.

Zu Deinen Fragen:

es ist kein neid, es äußert sich in sofern dass ich schon öfters von solchen Herren Akademikern gefragt wurde warum ich nichts gescheites gelernt habe. Vor allem in deren Gesellschaft wo es sich stets um das Big Business und das beste vom besten dreht (Urlaube, dickes Auto etc..) merke ich doch wie ich als Außenseiter behandelt werde. Nur weil ich beruflich nicht mithalten kann, sehr wohl aber gebildet bin, ist doch normal dass man da irgendwann Unbehagen bekommt.

Ich lese immer wieder die Aussagen Geld ist nicht alles, die Mehrheit hat nicht studiert und wird nie in hohe Gehaltsklassen kommen, dann frage ich mich warum wir in D nicht schon längst mal einen Aufstand hatten, denn ich finde dass die Schere schon gewaltig auseinandergegangen ist.

Und wenn ich jetzt sage dass diese Studiererei für mich gar nichts wäre heißt es auch wieder ich wäre neidisch etc..? Ich denke nicht dass jeder Arzt, Rechtsanwalt, Ingenieur usw. werden kann, weil es manchen vielleicht einfach nicht liegt. Und diese Menschen haben dann quasi Ihre Chance verwirkt, weil sie nur eine Ausbildung machen? Klingt ziemlig trist...
 

Natascha74

Aktives Mitglied
setz dich am Wochenende vor den Fernseher und sieh dir einen Tag lang nur RTL 2 an.
Oder täglich Dschungelcamp.

Danach wirst du dich wundern, daß manche Leute überhaupt aufrecht gehen können und nicht mehr auf Bäumen leben. Oder wer/was sich "Star" nennen darf.,

Ich seh mir solche Looser-Sendungen immer an wenns dem Ego schlecht geht.
 
M

Manuel+

Gast
Hallo Thilo,

ich weiß nicht so genau, wie es in anderen Ländern aussieht, aber ich stimme mit Ihnen darin überein, dass man in der Bundesrepublik "Äusserlichkeiten" einen höheren Wert beimißt als dem wirklichen Wert, der sich in einem guten Charakter findet. Und damit handelt es sich von einem Standpunkt der Vernunft aus betrachtet um eine Verkehrung oder (vielleicht besser gesagt Perversion) der Werte.

Beispielsweise ist das bloße Tragen eines Doktortitels aus der Warte eines vernunftorientieren Wertesystems so gut wie nichts wert im Vergleich mit einem Sonderschüler, der sich stets darum bemüht, ein gutes Leben zu führen.

Dass man in unserem Land in weiten Kreisen genau anders herum denkt, darf man als eine Form von Unreife betrachten. Mit dieser Sichtweise nähert man sich eigenlich schon wieder dem Tierreich an. Deutschland war schon seit eh und je ein Land, in dem man auf Titel Wert legte. Und so fallen auch heute noch viele auf die Knie vor eigentlich unwürdigen "Doktoren".

Jedoch sollten Sie sich von "Verzweiflung" und "Wut" distanzieren. Das bringt nichts!

Betrachten Sie Ihre ehr- und titelsüchtigen Mitmenschen doch einfach als dumm oder süchtig! Denken Sie bei sich, dass diese Menschen aufgrund ihrer Unreife gar nicht anders können! Sie sind wie Tiere, die sich einfach aufs Essen (Titel, Scheine, Glück) stürzen. Als Süchtige und Dumme kann man ihnen ihre "Perversion der Werte" nicht mehr im Sinne eigener Schuld anrechnen.

Wenn Sie ein Mensch sind, dem es um wahre Werte geht, dann spielen Sie in einer ganz anderen Kategorie. Dann können sie sich gar nicht mehr mit denen vergleichen. Ihre Empörung ist verständlich, zeigt aber auch, dass Ihr Wertesystem scheinbar auf dem hohen Stand eines moralisch sich verpflichteten Menschen steht. Folglich nehme ich an, dass Ihr tägliches Bemühen (auch in Ihrem sozialen Job) einen hohen Wert hat. Während Sie also Wert generieren, leben die anderen in ihrer Tierwelt (sofern sie wirklich nicht unter einer moralischen Perspektive betrachtet werden dürfen).

Sollte man diesen geld-, macht- und glücksgeilen Leuten dennoch eine Schuld für ihr verkehrtes Wertesystem und der damit verbundenen Lebenspraxis anlasten können, so wäre dies eher eine Angelegenheit des Rechts. Für den moralischen Zustand dieser Leute sind wir nämlich eigentlich nicht zuständig. Der ist eher Privatsache. Aber wenn sich solche Leute besondere Rechte herausnehmen - weil sie sich für besser halten etc., dann sollte man versuchen, dagegen vorzugehen. Und das wäre auch besser als Ihre "Wut" und Ihre "Verzweiflung".

Zusatz:
Sicher gibt es in der Bundesrepublik die Gruppen der Armen und Reichen. Die Schere vergrößert sich dauernd. Aber innerhalb dieser Gruppen gibt es auch noch die Unterscheidung zwischen denen, die ein korrektes Wertesystem haben und die es nicht haben. Es gibt also durchaus auch arme Menschen, die aber korrekte Werte haben (so wie Sie vielleicht). Und es gibt auch reiche Menschen, die korrekte Werte haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

gazelle

Gast
Ich muß zugeben daß ich sowas auch schon öfter erlebt habe. Leute mit Status oder höherem Abschluß werden teilweise anders gesehen als welche die sowas nicht haben. Allerdings sind das wirklich nur Oberflächlichkeiten auf die es letztlich nicht ankommt. Kommt natürlich drauf an was du beruflich machst oder machen willst. Für manches braucht man auch einfach eine gewisse Qualifikation. Ich kann aber deine Wut verstehen. Ich merke es manchmal in meinem Beruf. Wenn ich wegen einem Problem in einer anderen Abteilung anrufe werde ich oft abgewimmelt und nicht ernst genommen. Wenn dann schließlich mein Chef anruft sieht es auf einmal ganz anders aus. Dann wird geschleimt und sich geduckt und alles getan um das Problem zu lösen. Obwohl er lediglich "mein" Chef bzw. Abteilungsleiter ist. Mich nervt das auch teilweise.
 

Selah

Aktives Mitglied
Ich glaube nicht, dass das ein rein "deutsches Problem" ist. Wer beruflich mehr erreicht hat bzw. einen höheren Abschluss hat, wird in der Regel stärker respektiert als jemand, der schon die Schule ohne Abschluss verlassen hat. Man geht davon aus, dass der höher Gebildete mehr weiß und kann als der weniger Gebildete. Meistens wird man damit wohl auch Recht haben.

Wobei auch klar sein sollte, dass z.B. ein Doktortitel eben für erworbenes Fachwissen steht und nicht automatisch für "moralische Größe". Das sollte man halt nicht in einen Topf werfen. Natürlich muss der höher Gebildete kein besserer Mensch sein. Aber wahrscheinlich verfügt er über mehr Wissen als der Ungebildete. Daraus muss man nicht gleich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft konstruieren, zumal der Zugang zu Bildung hierzulande per se jedem offen steht.
 

Bandit2105

Urgestein
Hallo Bandit. Gut ich relativiere es mal und behaupte dass ich einen Knochenjob habe, essen Arbeitszeiten und vor allem die Entlohnung wirklich nicht berauschend sind.

Zu Deinen Fragen:

es ist kein neid, es äußert sich in sofern dass ich schon öfters von solchen Herren Akademikern gefragt wurde warum ich nichts gescheites gelernt habe. Vor allem in deren Gesellschaft wo es sich stets um das Big Business und das beste vom besten dreht (Urlaube, dickes Auto etc..) merke ich doch wie ich als Außenseiter behandelt werde. Nur weil ich beruflich nicht mithalten kann, sehr wohl aber gebildet bin, ist doch normal dass man da irgendwann Unbehagen bekommt.

Ich lese immer wieder die Aussagen Geld ist nicht alles, die Mehrheit hat nicht studiert und wird nie in hohe Gehaltsklassen kommen, dann frage ich mich warum wir in D nicht schon längst mal einen Aufstand hatten, denn ich finde dass die Schere schon gewaltig auseinandergegangen ist.

Und wenn ich jetzt sage dass diese Studiererei für mich gar nichts wäre heißt es auch wieder ich wäre neidisch etc..? Ich denke nicht dass jeder Arzt, Rechtsanwalt, Ingenieur usw. werden kann, weil es manchen vielleicht einfach nicht liegt. Und diese Menschen haben dann quasi Ihre Chance verwirkt, weil sie nur eine Ausbildung machen? Klingt ziemlig trist...
Also ich habe auch Bekannte die in einer ganz anderen Vermögensliga (nach oben und nach unten) spielen.
Aber ich gebe mich mit denen ab, weil es tolle Menschen sind.
Ich könnte nicht mit Menschen öfters zusammen sein wo es nur um oberflächliche Dinge wie Geld und Vermögen geht.
Wenn mir einer kommen würde mit mein Haus, mein Auto, mein Boot, da denke ich mir meinen Teil. Meistens sind solche Menschen sehr arm dran, wenn sie sich über Geld oder Status definieren müssen.
Was denkst Du wie tief solche Menschen stürzen wenn mal das Geld weg ist und dann der Status wegbricht!

Lese meine Signatur, danach versuche ich zu leben!
 

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