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Sich vom Psychologen drücken...

N

Nila

Gast
Hi,
Ich bin 20 Jahre alt, mit 16 wurden mir fast die höchste Stufe an Depressionen diagnostiziert.
Ich habe auch Mirtrazapin genommen, habe es aber abgesetzt weil ich angst hatte dass ich Fett werde,
und das RLS-Syndrom bekommen könnte. Als mein Psychologe mich mehrmals gefragt hat ob ich nicht
doch lieber in eine Klinik will, habe ich den Kontakt zu ihm abgebrochen und habe ihn angelogen, dass
ich jetzt einen neuen Psychologen habe.

Seit dem bin ich nicht mehr zum Psychologen gegangen. Ich möchte nämlich in keine Klinik!
Ich habe mir öfters darüber Gedanken gemacht, an eine Tagesklinik könnte ich mich anfreunden,
wenn es wirklich sein muss. Einen permanenten Aufenthalt möchte ich aber wirklich nicht!
Tabletten möchte ich auch eig. nicht nehmen, vor allem keine die Nebenwirkungen haben, von
denen man mehr Hunger bekommt oder fett werden kann oder andere Krankheiten bekommen kann!

Naja vor einem Jahr, sagte ich meinem Arzt, dass ich Depressionen habe. Er suchte mir Adressen raus
von Therapeuten die von seinen Patienten eine gute Bewertung bekommen haben. Er meinte auch, das
die als schrecklich genannten Therapeuten immer rausgestrichen werden aus der Liste, und das jetzt die
besten sind. So weit so gut. Ich habe versucht mehrmals anzurufen, aber ich hab immer schiss!
Ich fang an zu zittern und drücke mich immer davor. Teilweise brauch ich 30min-2 Stunden bis ich mich
traue anzurufen. Meistens geht der Anrufbeantworter dran und dann bin ich total erleichtert.
Kleine Info am Rande : ich traue mich auch nicht auf den Anrufbeantworter zu sprechen ich leg dann auch
panisch auf wenn dieser rangeht.

Es kostet mich so viel Überwindung da anzurufen. Jetzt ist schon 1 Jahr vergangen und ich hab immer noch
keinen Termin bei keinem von diesen Psychotherapeuten. Ich weiß nicht was ich machen soll, und wie ich mich
trauen kann. Die meisten haben nicht mal ne Website oder ne E-Mail Adresse. Ich würde mich schriftlich sehr viel
leichter tun als am Telefon!

Es muss sich aber auch endlich was ändern, denn ich mach gar nichts mehr und bin mit allem überfordert und
wenn es so weiter geht, dann verliere ich auch noch meine Beziehung. Dabei liebe ich meinen Freund so sehr!
Ich mach es auch dann mehr für ihn als für mich. Ich traue mich dennoch gar nicht :(
Kann mir jemand Tipps geben, wie ich mich trauen kann? Bei mir gibt es nämlich noch mehr Dinge, als nur eine
Depression die behandlungsbedürftig sind. Ich will nicht dass ich irgendwann total noch unnormaler werde als ich
es jetzt schon bin!
 

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KeineAhnung22

Aktives Mitglied
Hallo Nila,

ich habe meinem Psychologen damals eine E-Mail geschrieben. War mehr als einfach. Schreib doch einfach.

Was möchtest du denn einmal machen? Wovon träumst du?
 

grisou

Aktives Mitglied
wir hatten das im skillstraining an der klinik. wie finde ich einen einzeltherapeuten.

die haben gesagt, ist immer gut wenn man den eindruck macht. man möchte es wirklich. du kannst in der nacht bei denen anrufen. erst mal stimme anhören. dann eben irgendwann auch sagen, du suchst dringend einen platz. du kansnt am tag nicht anrufen. sie sollen zurückrufen.

kannst auch einen brief schreiben.

es gibt andere möglichkeiten. hilfe bekommen.

also der sozialpsychiatrische dienst. da bekommst du schneller einen termin. du kannst denen sagen. ich schaffe das nicht allein. ich brauche hilfe. was soll ich machen.

es gibt notfalltherapeuten. wenigstens wenn du selbstmordgefährdet bist. ist der krisendienst. oft macht das die caritas. die machen manchmal auch ein tagescafé. und da sind dann psychologen, die helfen dabei die richtige stelle zu finden.
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Hallo Nila,

mach Dir klar, daß Du immer die Kontrolle behälst. Zumindest solange Dein Leben nicht akut gefährdet ist.
Es ist Deine Entscheidung, ob Du Medikamente nimmst oder nicht. Und es ist Deine Entscheidung, wie Du Deine Therapie gestalten möchtest.

Sieh den Therapeuten als Dienstleister. Er macht Vorschläge, aber es bleibt Deine Entscheidung.


Aber darum geht es bei Deinen aktuellen Telefonversuchen ja noch gar nicht.

Es geht darum, daß Du Dir Termine geben läßt zu sogenannten probatorische Sitzungen. Das sind Termine, die dem Kennenlernen dienen. Es geht darum, daß Therapeuten Dich und Deine Themen kennenlernen. Und darum, daß Du den Therapeuten kennenlernst und einschätzen kannst, ob er/sie Dir sympathisch ist, Du Dich bei ihm/ihr gut aufgehoben fühlst, ob Du das Gefühl hast, mit dieser Person ggf. über mehrere Jahre zusammenarbeiten zu wollen.

Macht es Dir das einfacher dort anzurufen, wenn Du Dir noch mal ganz klar bewußt machst, daß es darum geht, daß Du nur einen Termin haben möchtest, damit Du Dir den Therapeuten mal ansehen kannst?

Du kannst im Rahmen dieser fünf Sitzungen ganz entspannt sagen, daß es für Dich doch nicht paßt und Du lieber noch einen andere Therapeuten aufsuchen willst.


Ich schicke Dir mal ein großes Paket Mut, Gelassenheit und Zuversicht. Sei es Dir wert!
 
Zuletzt bearbeitet:
T

Traumwelten

Gast
Hallo, ich kann deine Angst total verstehen. Ich hatte damals vor meiner Gruppen Analyse so was von einer Panik, dass es schon nicht mehr normal war. Als ich mich den Analytiker vorstellen mußte, war ich von oben bis unten klitschnass und zitterte am ganzen Leib wie Espenlaub. Der dachte damals wahrscheinlich auch von mir, dass es höchste Eisenbahn wird bei mir:).

Ich war vorher im Urlaub mit meinem Mann und den Kindern und bin täglich ganz weit ins Meer geschwommen und bei jeder Welle dachte ich an die bevorstehende Analyse und sagte immer ganz laut: Du schaffst das, du wirst das schaffen und bin in jede Welle reingeschwommen immer mit dem Satz: Du schaffst das. Ja, irgendwie hat es mir geholfen, dass ich zumindest den Vorstellungstermin wahrnehmen konnte. Alles andere hat sich im laufe der Zeit gegeben.
Ich möchte Dir damit sagen, mache irgendetwas was deinen Mut unterstützen könnte. Wie ist es mit deinem Freund? Kann er nicht dabei sein, wenn du den Therapeuten anrufst? Oder suche Gespräche die dich aufbauen. Vielleicht bekommst Du ja hier die nötige Hilfe. Ich wünsche es Dir auf jeden Fall vom ganzen Herzen, denn jeder Tag ist vertane Zeit. Ich bin überzeugt, du schaffst das.
Alles Liebe.
 
G

Gast

Gast
Ich möchte nämlich in keine Klinik
Verständnis oder erlebtes von andern helfen dir im Akut Fall nicht weiter.
Was nütz es wenn 2 mit Depressionen sich gegenseitig weiter runterziehen.
Solange du dein tägliches leben noch selbst meisterst , braucht es keine Stationären Aufenthalt.
War selber schon in einer Tages Klinik, mit Depressionen und Angstzuständen.
Medikamente helfen bei mittleren oder Schweren Verlaufsformen kaum, da wird ein Stationärer Aufenthalt angeraten sein.
Ist stark vom eigenen Willen abhängig ,dagegen was zu tun, Medikamente sind oft unverzichtbar um das zu können.
Depressionen treten in Episoden meist immer wieder auf, heilbar sind die nicht.
Meist schließt sich eine ambulante Therapie bei einem Psycho Therapeuten danach an.
Entweder eine Verhaltens- oder Psychotherapie.
Depression: Therapie-Überblick | therapie.de
 
N

Nila

Gast
Danke für die Lieben antworten.

''Was nütz es wenn 2 mit Depressionen sich gegenseitig weiter runterziehen.''

Ich habe niemals gesagt, dass mein Freund auch Depressionen hat, oder jemand aus meinem Umfeld.
Das habe nur ich mein Freund hat keine psychischen Krankheiten.

Und das man Depressionen nicht heilen kann stimmt nicht. Vielleicht ist es bei mir einfach nur durch ein
unverarbeitetes Ereignis ( oder mehreren ) gekommen solche Sätze ziehen mich höchstens noch mehr runter!
 

no-vip

Mitglied
Hallo Nila,

ich weiß... das Folgende wird sicher wieder zu rational und auf den ersten Blick vielleicht sogar unpassend...
Gerade wenn es um Depressionen geht ist Dein geschildertes Problem noch schwieriger.
Aber ich möchte einen kleinen Gedankengang dem zufügen, was schon geschrieben wurde.
Was würdest Du tun wenn es sich um ... sagen wir einen Bruch handeln würde?
Es gibt durchaus eine Parallele zu Dingen, die die Psyche betreffen.
Ein Bruch würde schlecht verheilen; und das würde immer Komplikationen mit sich bringen.
Soweit passt es zu einer nicht behandelten Depression.
Der Unterschied ist aber, dass eine Depression "nicht einfach nach ein paar Wochen verwächst".
Es dauert eben eine Weile. Aber sei Dir gegenüber selbst mal ehrlich bei der Beantwortung folgender Frage:
Wird es denn besser, wenn Du Dich nicht behandeln läßt?
Übrigens der Tipp einem Thera zu schrieben ist nicht schlecht.
Habe das schon von ein paar Leuten gehört.
Gib Dir die Chance.

LG
 

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