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Seltsame Kolleginnen

Hallo,
ich muss mir jetzt einfach mal was von der Seele schreiben.

Seit 1,5 Jahren arbeite ich (m/27) an der Uni und mache gerade meinen Doktor. Ich promoviere genau zu dem Thema, was ich schon seit dem 1. Semester machen wollte und der Job macht mir von der Tätigkeit her richtig Spaß. Ich wollte auch nichts anderes machen. Mein Doktorvater ist auch total nett und sehr locker drauf. Klingt so weit ja schon mal alles sehr gut.




Was mich aber insgeheim wütend macht, sind die lieben Kolleginnen. Zwei Kolleginnen halten immer zusammen, machen ständig einen auf best friends und schließen mich total aus. Alles was besprochen wird, wird unter sich besprochen, sei es Privat oder Arbeit betreffend. Außer Guten Morgen und Tschüß wird mittlerweile nicht mit mir gesprochen. Eine dritte Kollegin ist immerhin ganz nett und die unterhält sich wenigstens gelegentlich mit mir (was auch daran liegt, dass wir im selben Forschungsfeld tätig sind – die anderen beiden in einem anderen), aber trotzdem ist diese mehr an den anderen beiden Kolleginnen orientiert. Das war von Anfang an schon so! Wenn mein Doktorvater nicht da war, wurde ich von den Kollegen von Anfang an nie gefragt ob ich mit ihnen in die Mensa gehe.

Die eine Kollegin von diesem Zweiergespann ist an sich auch ganz okay, aber sie ist ultra der Mitläufer. Die andere Kollegin scheint mich ziemlich sicher nicht zu mögen. Mittlerweile macht sie mich einfach nur noch wütend, wenn ich an sie denke. Sie ist im Allgemeinen sehr dominant und wäre wohl gerne die Chefin der Abteilung. Sie macht immer den Rädelsführer und schart alle um sich. Man hört sie schon von weitem schwadronieren und sich wichtig tun. Was mich an ihr nervt ist: Sie ist immer nur am meckern und am stänkern! Sie kann nicht einfach mal irgendetwas gut finden oder etwas einfach mal akzeptieren. Auch hat sie so einen aggressiven und gleichzeitig klugscheißerischen Unterton, und geht immer wie selbstverständlich davon aus, dass alle ihrer Meinung sind und sie für alle spricht. Die Dinge, über die sie sich ständig aufregt, sind in aller Regel gar nicht schlimm und im Grunde genommen totale Luxusproblemchen. Lieblingsthema Nummer 1: Es ist zu kalt. Immer und überall. Und wenn es mal nicht zu kalt ist, dann ist es viel zu heiß. Versteht mich nicht falsch; es ist ja okay wenn man kälteempfindlich ist und das nicht so mag (ich zum Beispiel mag Kälte und dafür Hitze jetzt nicht sooo sehr), und es ist auch völlig okay das mal zu sagen dass einem zu kalt ist. Aber es nervt einfach, ständig zehnminütige Hassreden darüber zu hören wie schlimm kalt es doch ist. Thema Nummer 2: Die „dummen, bösen Studenten“, die immer alles falsch machen und die es doch ernsthaft wagen, eine Frage an den Dozent zu haben! Boah, wie kann man nur... Für mich hört sich das vielleicht alles so abgehoben und eingebildet an, weil ich mich vom Alter her den Studenten noch näher fühle, und vor nicht allzu langer Zeit selbst noch mit arroganten Dozenten Probleme hatte, die meinen die Anliegen der Studenten nicht ernst nehmen zu müssen. Thema Nummer 3: Irgendwelche Allergien und Krankheiten, die man rein theoretisch bekommen könnte (das klingt vielleicht so, als wären sie vom Alter Mitte 60 - aber nein, die sind zwischen Ende 20 und Mitte 30!).

Am Anfang ist mir das noch nicht so aufgefallen bzw. habe es nicht so sehr als störend empfunden. Ich dachte mir halt, na gut die haben einfach andere Interessen und kann da eben nicht mitreden. Aber irgendwann ist mir in der Mittagspause immer mehr aufgefallen, dass sie mich bewusst ausschließen. In den ersten Monaten habe ich immer mehr gemerkt, dass sie auf von mir Gesagtes nie besonders reagieren oder es abfällig kommentieren. Ganz besonders aufgefallen war es auf Geschäftsreise auf meinem ersten Kongress, als wir Mitarbeiter gemeinsam mit dem Zug an- und abgereist sind.

Seitdem ist mir diese dominante Kollegin erst so richtig unsympathisch geworden, und ich meide sie mittlerweile ganz bewusst. Jetzt könnte man fragen: Wieso rege ich mich so über sie auf? Kann mir doch eigentlich egal sein. Es ist letztendlich ihr Problem, wenn sie sich schon mit nichts zufrieden geben kann und so wenig mit sich selbst im Reinen ist. Na, ganz einfach: Ich kann es mir einfach nicht erklären, wieso sie so beliebt bei den Kollegen ist! Und da heißt es ja angeblich immer, negative Menschen die überall nur das Schlechte sehen würden von allen gemieden werden – kann ich nicht bestätigen!

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass sie mich nicht mögen und bei ihren best-friends-Spaziergängen regelmäßig über mich lästern. Über meinen Doktorvater lästern sie ja auch regelmäßig. Und jedesmal wenn ich bei Besprechungen etwas sage, werfen sie sich immer solche Blicke zu, die so viel sagen wie „Oh man, jetzt sagt er mal wieder was Dummes“.

Viele in unserer Abteilung sind totale Hundefreunde und manche haben auch einen. Die unsympathische Kollegin hat zwar schon immer gesagt, dass sie Hunde angeblich nicht so sehr mag, ABER wenn mal ein Kollege seinen Hund dabei hat, ist sie immer ganz vorne dabei! Ich selbst muss sagen (mal auf die Gefahr hin, dass ich mich dadurch unbeliebt mache), aber ich bin nicht so der Hunde-Fan. Jedenfalls hat eine Kollegin hat seit ca. einem Jahr einen Hund, der täglich auf die Arbeit mitgenommen werden darf. Was ich ja okay, und auch gut finde. Er ist auch brav und ich habe nichts dagegen, wenn er manchmal zu mir ins Büro reinspaziert kommt. Aber ich kriege von den Kolleginnen jedesmal Todesblicke zugeworfen, wenn ich nicht mit dem Hund spielen will! Seitdem sie das wissen, bin ich bei ihnen komplett unten durch. Wenn sie sehen dass der Hund bei mir ist, sagen sie immer dass er da nicht reingehen soll. Einmal habe ich sogar gehört, wie sie zu ihm leise gesagt haben „Geh nicht zu dem Bösen!“ „Zu dem Bescheuerten!“. Einmal habe ich auch gehört, wo er gerade wieder aus meiner Tür rausgekommen ist, wo sie zu ihm sagten: „Ah, warst Du mal wieder beim [Name] im Büro“, und dann leise: „[Name des Hundes], fass!“, und dann leise lachten. Aber vielleicht hab ich es auch falsch verstanden, weil es eben auf dem Flur war.


Ich habe keine Ahnung was die gegen mich haben, ich habe nie irgendwas jemandem etwas Böses gewollt, war immer nett zu allen und kann mir nicht vorstellen dass ich irgendwann mal was Falsches gesagt habe! Denke, die halten sich wahrscheinlich einfach nur für was Besseres weil ihre Eltern reich sind, und ich bin „nur“ ein Mittelklasse-Kind.
Dass sie neidisch auf mich sind, kann eigentlich nicht sein. Wir sind ja in keinem Konkurrenzverhältnis und beforschen unterschiedliche Themen, arbeiten demzufolge auch nicht in gemeinsamen Projekten zusammen.



Naja, was dagegen machen kann man wohl nicht. Man kann die ja nicht zwingen (wenn es so weit kommt, ist sowieso alles schon zu spät). Drauf ansprechen auch nicht, weil es einfach alles zu subtil ist, und selbst wenn wären sie dann wahrscheinlich auch nicht ehrlich. Dann gäbe es nur solche ausgelutschten Ausreden von wegen „Ja, wir haben die ganze Zeit gedacht, Du willst Dich mit uns nicht unterhalten!“. Man kann wahrscheinlich eh nichts machen und es gibt keine andere Lösung als es hinzunehmen, aber wollte das einfach mal irgendwo loswerden.
 
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Metamorphose

Mitglied
Hallo Gemüsesuppe06,

nun ja, du hast es eigentlich schon selbst festgestellt "Augen zu und durch" heißt hier die Devise.

Letztlich kannst du da gar nichts machen und ehrlich gesagt, würde ich es dir auch nicht empfehlen, denn wahrscheinlich würde sich die Situation noch verschlechtern.

Ich würde dir gerne eine Lösung liefern, aber gegen solche Menschen gibt es keine. Leider ist es auch so, dass dir das wahrscheinlich immer wieder passieren wird. Aber was meine Mutter mir damals geraten hat, was ich auch selber befolge, sei zu diesen Menschen Zuckersüß. Immer zuvorkommend etc. Dann haben die irgendwann auch ein Problem ihre Antihaltung gegenüber den Anderen zu rechtfertigen.

Das solche Leute gemieden werden halte ich allerdings für ein Gerücht. Wie du ja selber sagst ist sie sehr dominant, daher werden viele sich dem einfach beugen.

Was mir persönlich auch immer hilft ist Musik. Hör doch hier mal rein Farin Urlaub mit iDisco. Danach geht's mir immer prima ;)

LG Meta
 

Bodenschatz

Aktives Mitglied
Hallo Du.

um ehrlich zu sein, hab ich mir nur 3/4 Deines Threads durchgelesen. Es geht anscheinend immer nur um Dominanz.
Dominaten Personen in mittleren oder unterer Berufsebene sind bestimmt fleißig - keine Frage. Dass sie aber zu höheren Aufgaben nicht taugen stelle ich dadurch fest, dass sie die entsprechende Berufsqualifikation weder angestrebt noch erreicht haben!
So bleibt ein Pförtner halt der Herrscher über seine Schranke und verwehrt auch dem neuen Eigentümer des Betriebs den Zugang. Weil er es nicht besser weiss.
Beruflich dominante Personen sind auch selten selbstkritisch und lassen Neues nicht gelten. "Es war schon immer so, also geht es auch so weiter."

Was kannst Du tun?

Du könntest - solange Du mit ihr zu tun hast - den Untergebenen spielen, der keine Ahnung hat. Hilfreich in dem Sinne mag sein, dass Du sie bezüglich persönlicher Probleme als Vertrauensperson gewinnst. ABER: NUR! Probleme, die Du gar nicht hast. Dein T-shirt ist in der Waschmaschine nicht weiss geworden, Du stellst Dir die Frage, ob Du besser einen gebrauchten Tisch oder eine neuen kaufen möchtest. Völlig normale Dinge, die einfach zu beantworten sind.

Dazu ziehst Du Dein Ding durch und begründest Deine Entscheidungen dadurch, dass sie auf SIE null Auswirkungen haben und es immer einen zweiten Weg geben muss. Man ist ja in der Forschung.

Vielleicht ebnet sich dadurch vorübergehend Deine Aversion ihr gegenüber, und: danach werden die Karten eh neu gelegt.

LG.
 
Danke für Eure Antworten. :)

Da hilft wohl nichts als in Zukunft die Bürotür dauerhaft geschlossen zu halten (was ich immer selten getan habe, eben damit Leute weniger Hemmungen haben reinzukommen) und falls es trotzdem nicht zu vermeiden wäre, bei dem Gemeckere und Gelästere über den Prof/die Abschluss-Studenten/die Temperatur/Finanzen/alles was irgendwie gesundheitsschädlich ist etc. weiterhin auf Durchzug zu schalten.

Bei Teambesprechungen mache ich das aber jetzt schon so, dass ich übertrieben freundlich zu ihr bin, z.B. wenn ich Forschungsergebnisse von mir präsentiere, dass ich mich sehr dankbar für ihre Anmerkungen zeige.
 

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