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Selbstverletzung im Erwachsenenalter

Heidi123

Neues Mitglied
Hey zusammen,

ich bin 40 Jahre alt und seit gut 2 Jahren in Behandlung wegen Depressionen, mache auch eine Psychotherapie.

Seit einiger Zeit habe ich angefangen, mich nach den Therapiesitzungen (Stunden später) selbst zu verletzen.
Das habe ich früher nie gemacht. Ich habe mich an meine Psychiater und auch Psychologen gewandt, da mir das Ganze Angst macht. Leider scheint das Keinen zu interessieren...

Hat Jemand Erfahrung mit dem Thema? Was soll ich tun?
 

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PsychoSeele

Urgestein
Hallo Heidi,

ich verletze mich auch selbst.

Bei einer Therapie arbeitet es sehr intensiv in einem. Es werden Themen angesprochen die dich belasten und zum nachdenken anregen (auch unterbewusst). Das kann zu enormen Anspannungen führen. Ich denke das ist es was das bei dir auslösen könnte.

Tu dir nach der Therapie bewusst etwas gutes, nehme dir Zeit für das was dir gut tut. Wenn du merkst das du das Verlangen nach der Selbstverletzung hast, dann wende Skills an. Skills sind Dinge die wehtun, zb auf Steine laufen, Chilli essen, du dich dadurch aber nicht verletzten kannst. Das wendest du so lange an bis der Drang weg ist.

Liebe grüße
SchwarzeSeele
 

kiablue

Aktives Mitglied
Hallo, ich denke, die Therapie bringt vieles hoch, was sonst verdrängt war und nun löst all das Druck aus und Du weißt nicht wohin damit. Es ist ein Durcheinander an Gefühlen, dem Du anders keinen Ausdruck verleihen kannst und so sehen es momentan auch vielleicht die Ärzte/Thera. Andere bekommen Kopfschmerzen oder Unruhe oder wer weiß was alles.

Du müsstest jetzt was finden, was Dich auf andere Art wieder spüren lässt, was Dir zeigt, wo Du bist, wie es Dir geht und warum.
Man könnte auch das Messer weglegen und raus gehen. Spazieren, joggen, Fotos machen, mir Leuten reden über den Sonnenschein oder den Regen.
Was ganz gut hilft, weil es den Gefühlen Ausdruck verleiht ist Gedichte schreiben. Man hat ein Ziel, einen Rahmen und viel Platz für alle Gefühle und Gedanken. Man kann es sich reimen lassen oder auch nicht. Aber um es aufzuschreiben ist etwas Klarheit nötig. Muss nicht gut klingen, aber etwas auf den Punkt bringen in den Worten, in den Zeilen. Du bist in der Zeit abgelenkt, schwer beschäftigt mit Dir und Deinen Gefühlen, so dass ein anderes Ventil geschaffen wird für den in Dir herrschenden Druck.

Übrigens, Selbstverletzung ist nicht immer gleich Borderline oder wird zur Sucht. Kann mal ne Phase geben, aber Du merkst es und es stört Dich, also ist jetzt auch der Zeitpunkt, Dir etwas zu suchen, wie Du die Gefühle ableiten kannst. Du kannst auch malen, der Umgang mit Farben bringt Ruhe und Ablenkung oder Du malst auch Deine Gefühle. Fehlt jede Fantasie, dann reicht auch ein Malbuch, das man mit Farben füllt.

Versuch etwas zu finden, was nicht selbstzerstörerisch ist und dann schau, wie sich das Ganze entwickelt. Wird es trotzdem schlimmer, auch wenn Du Dich wirklich bemühst, dann brauchst Du eventuell andere Hilfe.

Lieben Gruß, kiablue
 
G

Gast

Gast
Hallo TE,

ein sehr ernstes Thema.
Wenn ich mit meiner Meinung herausplatzen soll, behaupte ich: manche ignorieren es bewusst mit dem Gedanken, mit der Verletzung soll Aufmerksamkeit erregt werden und dieses Ziel dürfe nicht erreicht werden.

Die Therapie würde ich persönlich überdenken. Nicht nur wegen der zeitlichen Verknüpfung hauptsächlich und genau nach der Stunde. Es gibt ja nicht nur gute und schlechte Lehrer, Elektriker oder Maurer, Ärzte, Fussballer sondern auch gute und schlechte Psychologen - oder unpassende. Da fällt nur eher auf, ob die Mauer schief wird oder kein Licht angeht.
Hilfe zu wollen oder zu benötigen heißt mE nicht, dass du nur durch schlechte Gefühle durchmusst oder schlechten Empfindungen, Folgen oder Verwunderung nicht trauen kannst.
Mir ist aber auch weniger Obrigkeitshörigkeit zueigen, als anderen Schreibern.

Und leider steckt manchmal der Teufel in der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Ein Warnzeichen wäre da für mich, dass man das Gefühl hat, der Psychologe wäre gegen einen, hätte sich mit anderen abgesprochen oder mit einem anderen Psychologen verbündet.
Daneben hilft manchen ja auch genau die reduzierte Verantwortung und der Psychologe als Reibepunkt oder Kontrast.

Hast du generell das Gefühl, dass bei dem "Aufarbeiten" ein Ende in Sicht ist? Geht die Stunde immer pünktlich zuende oder nach Gesprächssituation? Ist anfangs und am Ende ein recht normales Grüßen möglich, vielleicht mal ein wenig Vorrede, oder ist alles in bedrückter Stimmung?
Wird es im Alltag besser?
Hast du Lebensziele, denen du so näher kommst?

Vielleicht würde ich, um für mich zu differenzieren, Stichpunkte machen, was ich als Effekt der Stunden genau erwarte, kurzfristig, langfristig (zwangsläufig hat man ja irgendeine Voreinstellung im Hinterkopf). Oder mal die Psychologenposition "spielen". Was sagst du, was würdest du dir entgegnen? Was würdest du mit deinen Antworten bezwecken wollen? Dann kann man genauer vergleichen, ob das gut für einen ist (auch in der Alltagssituation, die Lebenszeit verrint ja auch während einer Therapie) und woher das Unstimmigkeitsgefühl in einem kommt.

Ich wünsche dir vor allem, dass du dein Leben so verändern kannst, dass du im Rückblick einmal sagen kannst, dass das Leben, die Phase so in Ordnung war, trotz viel Auf- und Ab, dass du irgendwann die Perspektive zur Zukunft wechseln kannst und die Vergangenheit ein fernerer Mitläufer ist.

Vielleicht hilft es dir auch, eine der Therapie zusätzliche Perspektive "Tagebuch", "Forum" oder "vertraute Person" aufzubauen.
 

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