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Selbstmordgedanken wegen Äußerlichkeiten (androgene Alopezie, Hirsutismus)

G

Gast

Gast
Hallo erstmal,
ich (w,20) leide seit 3 Jahren unter erblich bedingten Haarausfall und starker Körperbehaarung. Seit der Diagnose ist für mich eine Welt zusammengebrochen, so banal es auch klingt. Es ist nicht so, dass ich mich ausschließlich über mein Äußeres definiere, dennoch ist es mir immens wichtig, um mich selbst lieben und akzeptieren zu können. Mittlerweile habe ich schon einen sichtbar lichten Mittelscheitel und tiefe Geheimratsecken. Bei der Körperbehaarung schlägt Waxing nicht an, die Haare wachsen einfach zu schnell nach und wirklich überall am Körper und im Gesicht ist es einfach nur noch stoppelig, zudem habe ich schwarze Haare. Beim Facharzt war ich bereits, die Pille hat es nur verschlimmert und alles andere hat auch nicht angeschlagen. So eine genetische Disposition lässt sich leider schwer behandeln. Ich hab's von meiner Mutter vererbt bekommen, allerdings lebt sie nicht mehr, weswegen ich niemanden habe mit dem ich darüber ernsthaft reden könnte, da solche Themen leider immer noch in der Gesellschaft als Tabu angesehen werden. Niemand in meinem Freundeskreis kann nachvollziehen wie sehr mir diese äußerlichen Probleme an die Psyche gehen. Jeder einzelne Tag ist für mich nur noch eine Hürde, so gut wie jede Frau in meinem Alter hat schönes, volles Haar.. also wieso gerade ich? Womit habe ich das verdient? Ich fühle mich einfach wie ein behaartes Monster, weder weiblich noch attraktiv. Ich könnte mich in diesem Zustand niemals vor einem Mann entblößen.. Zudem habe ich noch andere Probleme, die mit meiner beruflichen Zukunft zusammenhängen.. Ständig beschleicht mich das Gefühl, dass ich es psychisch nicht mehr schaffe, es besser wäre es zu beenden, um endgültige Ruhe zu haben. Mir kreisen seit Monaten nur noch Selbstmordgedanken, Verzweiflung über meine Haare und Äußeres im Kopf herum, irgendwann halte ich das nicht mehr aus.
Ich weiß auch nicht, was ich mir aus dem Beitrag erhoffe, vielleicht lassen sich ja Gleichgesinnte finden.
Danke für's Lesen!
 

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L

LaquishaX

Gast
Das ist in der Tat kein leichtes Schicksal aber du weißt – es gibt auch schlimmeres. Ich weiss, das ist auch kein Trost aber bedenke eines – es tut nichts Weh!

Was die Kopfbehaarung betrifft – es gibt schon sehr schönen Perücken, wenn es mal so weit ist und es gibt auch jede Menge Männer die eine Glatze haben, also who cares…


Es ist natürlich am besten wenn man ein paar Gleichgesinnten findet, denn da muss man sich für gar nichts schämen oder sich minderwertiger fühlen. Ich wünsche es dir dass du hier ein paar Leute findest ( vielleicht ist auch die große Liebe mal dabei) – und vielleicht gibt’s noch Gesundheitsforen wo du dich mit den anderen austauschen kannst.

Alles Liebe

 
G

Gast

Gast
@LashquishaX Da hast du recht, es hätte mich in der Tat durchaus schlimmer treffen können. Ich versuche mir immer wieder vor Augen zu führen wie gut es mir geht in materieller sowie gesundheitlicher Hinsicht und was ich alles besitze. Aber wie der Mensch nun mal ist, konzentriert man sich auf die Dinge, die einem fehlen.. Ich schaffe es nicht damit umzugehen und mich abzufinden. Ich beneide wirklich Leute, die sich fernab von ihrem äußeren Erscheinungsbild als Mensch akzeptieren und lieben können. Ich fange bereits an für eine Echthaarperücke zu sparen, auch wenn es für mich große Überwindung kostet, da der Gedanke daran mich schon etwas beängstigt. Allerdings ist es auch nicht die Lösung, da man sich im Sommer damit zu Tode schwitzen würde, aber wenigstens etwas. Ich hoffe auch, dass ich irgendwann durch Zufall in Kontakt mit Leuten treten kann, die dieselben Probleme haben. Gerade die Tatsache, dass keine Frau in meinem Umfeld diese Probleme hat, machen mich noch depressiver.

@Pepita Ich war sogar schon bei mehreren Endokrinologen, um eine zweite Meinung einzuholen. Das Fazit von allen war, dass bei einer erblichen Veranlagung nicht viel zu machen sei. Wiegesagt, die Pille hat nicht funktioniert, ein Haarwasser mit dem Wirkstoff Minoxidil hat auch keine befriedigende Ergebnisse gezeigt, mehr Behandlungsmethoden für die Frau gibt es leider nicht. Mit der Schilddrüse ist übrigens auch alles in Ordnung.
 
T

tuny

Gast
Hallo Gast,

der Weg zur Akzeptanz solcher Dinge ist oft lang und beschwerlich, aber zum Glück nicht unmöglich. Wie gravierend deine Beeinträchtigung "objektiv" tatsächlich ist, kann ich natürlich nicht sagen. Wenn deine Freunde dich akzeptieren und deine Befürchtungen nicht nachvollziehen können, dann zeigt das doch, dass es dich nicht weniger liebenswert macht. Und auch deine Mutter muss einmal einem Mann sehr gefallen haben, sonst gäb es dich nicht! Aber nichts desto trotz ändert das natürlich wenig an deiner eigenen Einschätzung von dir selbst. Oft nehmen wir Mängel an uns selbst wie durch ein Vergrößerungsglas wahr und das ist leider nicht durch einen kurzen "Abgleich" mit der Realität zu lösen. Es führt im Gegenteil schnell in den Zwiespalt des "eigentlich sollte ich mich mögen, aber es geht nicht".
Anstatt in diesem Zwiespalt stecken zu bleiben könnte man versuchen, die Situation als Anlass zu nehmen, einmal zu erforschen, welche enttäuschten Erwartung sich hier melden. Wovon hast du geträumt? Wer oder was wolltest du sein? Möglicherweise steckt ja die Sorge dahinter, all das nicht mehr erreichen zu können. - Nicht das darstellen zu können, was du einmal für dich entworfen hattest. In einem solchen Fall würde vielleicht eine Veränderung der Perspektive helfen: Was wäre, wenn du in den Menschen und auch in dir selbst damit beginnst, darauf zu achten, was durch den Körper und die Gestaltung des Lebens einer Person individuell eigentlich ausgedrückt werden soll? Unser Körper doch immer nur ein unvollkommenes Abbild davon sein, was wir eigentlich in dieser Welt sein wollen und was wir verkörpern möchten. Genau so haben es die alten Ägypter im Bilde ausgedrückt: Der Gott Chnum formen die Seele eines neuen Menschen im Himmel und behält sie dort. Auf die Erde kommt nur ein Imitat, eine Kopie, die all den Verfremdungen und Verwitterungen hier unten ausgesetzt ist. Damit stellt sich bei der Betrachtung eines jeden Menschen eigentlich die Aufgabe eines Archäologen: Man müsste Schicht für Schicht all die Unvollkommenheiten, Meinungen und Urteile abtragen, um den Menschen einmal wirklich sehen zu können. Genau so könnte man nun seinen Blick auf sich selbst kalibrieren. Man vervollständigt mit seinen eigenen Augen sein Spiegelbild und geht hinter der Unvollkommenheit allen irdischen Lebens auf die Suche nach dem, was sich da eigentlich ausdrücken wollte. Dann würde sich das ganze Sehen verändern. Aus dem "Sehen, was da ist" würde ein "Suchen, was da sein möchte". Möglicherweise tun sich ja dann auch ungeahnte Wege der Entfaltung auf.
 

Duine

Aktives Mitglied
Hallo Gast,

du bist nicht allein. Auch in meiner Familie wird der erblich bedingte Haarausfall von Mutter an Tochter weitervererbt. Bei uns hilft zwar die Pille, aber nur die sehr hoch dosierten verhindern den fortschreitenden Haarausfall komplett, die aber unangenehme Nebenwirkungen haben.

Was mich wundert: Hat keiner deiner Ärzte mit dir über Alternativen gesprochen? Es gibt Perücken als letzte Option, bei mir in der Familie tragen jedoch fast alle Haarteile aus echten Haaren, die mit Hilfe eines Netzes in die eigenen Haare eingeflochten und regelmäßig nachgezogen werden. Man sieht nur, dass da was anders ist, wenn ein Termin zum Nachziehen oder Färben mal wieder sehr nötig ist und man weiß, worauf man achten muss. Das übernimmt auch die Krankenkasse, wenn der verschreibende Arzt psychische Einschränkungen erkennt, und die wurden bei allen anstandslos anerkannt. Bei dir würde ich mir da auch absolut keine Gedanken machen.

Ich selbst bin jahrelang mit sichtbar wenig Haaren rumgelaufen (lange Geschichte), die kahlen Stellen den Blicken der ganzen Welt ausgesetzt. Ich war extrem haarfixiert und habe das, wenig überraschend, als enormen Makel empfunden. Es hat gleichzeitig an meinem Selbstbewusstsein gekratzt als es auch aufgebaut, auch wenn das paradox klingt. Man fühlt sich oft hässlich, es vergingen Phasen, an denen ich an kaum etwas anderes denken konnte, grade im Sommer.
Mein Umfeld damals hat mir allerdings auch gezeigt, dass ich offenbar trotzdem liebenswert - und begehrenswert bin. Ich hatte nie Probleme im Erstkontakt mit neuen Leuten, ich hatte nie Probleme, Partner zu finden. Ich wurde vielleicht selten von Fremden angeflirtet, ich war für Männer, die mich nicht kennen, vermutlich deswegen nicht allzu anziehend. Da ich mit meinen wenigen ONS eh nicht allzuviel anfangen konnte, und mehrjährige, glückliche Beziehungen hatte, habe ich da allerdings nichts vermisst. Und mir gezeigt, dass ich wohl irgendwie doch nicht so hässlich bin, wie ich mich selber sehe.

Geh nochmal zum Arzt. Lass dich nicht abwimmeln. Und wenn du akuet, sachkundige Unterstützung brauchst, such mal ein bisschen im Internet, es gibt Alopezie-Foren, die extrem hilfreich sein können. Auch mit Auflistung, wer in deiner Nähe Haarteile macht, wer sie einsetzt, welche Ärzte empfehlenswert sind usw. Gib dich nicht auf.
 
G

Gast

Gast
@tuny Da ist wirklich viel Wahres dran von dem, was du erzählst, genau so fühle ich mich zurzeit. Äußerlich fand ich mich attraktiv, hatte nebenher für kurze Zeit als Fotomodel gearbeitet und hätte mir durchaus vorstellen können in dem Bereich zu bleiben. Durch die erwähnten äußerlichen Makel habe ich mich irgendwann nicht mehr vor die Kamera getraut, es war mir sichtlich unangenehm. In einer oberflächlichen Welt, in der wir leider nunmal leben, ist es schwer sich anderer Pespektiven, was die Selbstwahrnehmung betrifft, bewusst zu werden. Freunde und Bekannte akzeptieren mich so wie ich bin mit meinen äußerlichen Makeln, da sie mich nur in diesem Zustand kennen. Etwas anderes wäre es, wenn ich im Alltag ein Haarteil trüge (um in erster Linie mir selbst zu gefallen) und auf einen potentiellen Partner träfe, da würde es mich nicht wundern, wenn dieser abgeneigt wäre beim Anblick meines Kopfes ohne Haarteil.
Ich hoffe nur, dass ich irgendwann mit mir selbst im Reinen sein kann, deine Worte gehen da sicherlich in die richtige Richtung.

@Duine Schön von jemandem zu hören, der dasselbe durchmacht! Darf ich fragen, wann der Haarausfall bei dir begonnen hat und in welchem Alter du mit dem Tragen der Haarteile begonnen hast? Einer der Ärzte hat das Thema Perücken kurz erwähnt und angerissen, meinte aber direkt darauf, dass bei mir eine (Teil-)Kostenübernahme von der Krankenkasse unwahrscheinlich ist, da sich mein Haarstatus zwischen dem ersten und zweiten Stadium nach Ludwig befindet, über die Berücksichtigung von psychischen Einschränkungen hat leider keiner meiner Ärzte gesprochen.
Die Alternative mit den Haarteilen klingt wesentlich besser, wie oft müssen diese nachgezogen werden? Und lässt sich damit problemlos Sport machen (Zopf binden)?
 
G

Gast

Gast
Hi, ich habe ein Mittel dagegen gefunden! Eine sauteure Salbe, in Ö. rezeptpflichtig, auch wenn du sie privat zahlen musst: Vaniqa heißt das Zaubermittel :)Wirkt nach ein paar Wochen, dünn auftragen, zweimal täglich!, mit einem Tübchen kommt man drei Monate aus. Alles Gute!
 

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