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Sein Leben geht zugrunde, was kann ich tun???

Sophie2604

Mitglied
In letzter Zeit muss ich zusehen, wie das Leben eines Freundes immer mehr den Bach runter geht...

Erst hat er 2 Ausbildungen verloren, ist durch seine Aggressionen mitterweile vorbestraft und hat ein Drogenproblem.

Sind ja eigentlich alles Dinge, die man in den Griff kriegen kann. Nur er hat überhaupt keine Motivation sein Leben zu ändern. Er ist arbeitslos, schläft tagsüber, schafft es nicht einmal morgens um 10 zum Zahnarzt zu gehen (3 Termine hintereinander verpennt!!). Er hat ein paar wenige Bewerbungen geschrieben und bekam Absagen. Seit dem tut er in diese Richtung nichts mehr. Er ist ständig schlecht gelaut und müde.
Depressionen???
Eine Therapie lehnt er strikt ab, kommt für ihn absolut nicht in Frage, obwohl jeder in seinem Umfeld weiß, dass es das Beste wäre!

Ich habe schon nahezu alles versucht: Im Guten geredet, gepredigt, ihn zu Terminen und Vorstellungsgesprächen gefahren, mit ihm Bewerbungen geschrieben, ihm Telefonnummern und Adressen rausgesucht, war mit ihm bei Psychologen noch und nöcher, usw usf.

Mittlerweile habe ich mich da etwas zurück gezogen, schließlich ist es sein Leben. Aber das geht zugrunde. Wie kann man einen Menschen motivieren, der sich schon längst aufgegeben hat??
 

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whitewine

Aktives Mitglied
Klingt für mich schon sehr nach Depression... Bei Depressionen ist das Schlimme fürs Umfeld des Kranken, dass man absolut nicht helfen kann. Wenn dein Freund nicht selbst erkennt, dass er ein Problem hat, wirst du ihn auch nicht dazu bringen können, Hilfe anzunehmen. Vielen Depressiven und ganz allgemein "psychisch Kranken" fällt es sehr schwer sich selbst ihre Krankheit einzugestehen und noch mehr Überwindung braucht es, aus eigenem Antrieb nen Psychiater aufzusuchen.

Machen kannst du da leider nichts, ausser mit ihm reden. Ihn zu professioneller Hilfe zwingen könnte man erst wenn er sich selbst (Suizidversuche) oder andere gefährden würde. Vielleicht kannst du ihn dazu bringen, mal zum Hausarzt zu gehen. Es muss ja nicht gleich ein Psychiater sein. Wenn er nicht bereit ist für eine Therapie, kann man auch mit Psychopharmaka schon viel erreichen.

Wenn er nicht mal zum Hausarzt will, kannst du ihn vielleicht mal einen Test zum Thema Depression ausfüllen lassen (http://debeka.gesundheitsportal-privat.de/de/lexikon/test/depression.jsp). Wenn das Ergebnis eindeutig ist, erkennt er vielleicht seine Probleme...
 

whitewine

Aktives Mitglied
Ohje ich habe mir den Test mal angesehen... bis auf das Ab-/Zunehmen und die Suizidgedanken trifft alles vollständig bei ihm zu :(

Der Test ersetzt natürlich keine ärztliche Diagnose! Seine Probleme können auch andere Gründe haben - z.B. mit den Drogen zusammenhängen. Es wäre deshalb schon sehr sinnvoll wenn er sich untersuchen liesse. Aber wenn er das nicht will, kann man ihn nicht zwingen... :(
 

Sophie2604

Mitglied
Wie überzeugt man denn jemanden, der (höchstwahrscheinlich) depressionskrank ist? Ich werde mit ihm den Test mal machen, aber wie macht man jemandem deutlich, dass diese Probleme und Gefühle die er hat nicht wirklich existent sind, sondern, dass er sich nur so fühlt?
 

whitewine

Aktives Mitglied
aber wie macht man jemandem deutlich, dass diese Probleme und Gefühle die er hat nicht wirklich existent sind, sondern, dass er sich nur so fühlt?
Die Probleme sind schon existent! Sie haben einfach keinen physischen, sondern eben meist einen psychischen Ursprung bzw. werden durch reale Probleme ausgelöst. (Manchmal haben sie auch nur einen physischen Ursprung und entstehen aufgrund von Stoffwechselstörungen im Gehirn). Depressionen können sich z.B. sehr stark in körperlichen Symptomen äussern. Ich hatte z.B. (zusätzlich zu den "normalen" Depri-Symptomen) immer Atemnot, Schweissausbrüche, Migräne- und Schwindelanfälle, Panikattacken, Schlafstörungen und Herzrasen, was alles sehr wohl existent und medizinisch nachweisbar (z.B. durch EKG) und nicht bloss "Einbildung" war.

Wie sprichst du denn mit ihm? Machst du ihm Vorwürfe? Ich denke es ist wichtig dass du ihm signalisierst, dass du ihn magst und dir viel daran liegt, dass es ihm gut geht. Und dass du dir Sorgen um ihn machst und es nicht mit ansehen kannst wie er sich selbst zugrunderichtet... Aber manchmal hilft alles nichts und der Kranke muss zuerst mal am völligen Tiefpunkt angelangt sein, bevor er sich Hilfe holt... Viele schämen sich auch (was ich persönlich nicht verstehen kann) für ihre Depression und verbinden diese mit "irr" und "verrückt" - was natürlich Unsinn ist!
 
Zuletzt bearbeitet:

Sophie2604

Mitglied
Ich meine 'nicht existent' im Sinne von: Er IST nicht dumm, er FÜHLT sich nur dumm, er IST nicht unfähig, er FÜHLT sich nur unfähig.

Mangelndes, oder schon eher gesagt, nicht vorhandenes Selbstbewusstsein spielt da eine ganz große Rolle.

Vorwürfe mache ich ihm nicht, da er nur extrem schlecht mit Kritik umgehen kann. Ich zeige und sage ihm, dass ich immer für ihn da bin, zu ihm stehe, ihm da durch helfe etc.
Nur langsam bin ich mit meinem Latein auch am Ende :(

Er hat schon öfter von Selbstmord gesprochen und ich habe ihm klar gesagt, wenn er das nochmal äußert, dann muss ich ihn einweisen lassen, seit dem ist er von diesem Gedanken weg. Ich denke die Suizid-Drohnung war eher ein Schrei der Hilflosigkeit. Nur er lässt sich nicht helfen :(
 

grünehexe

Mitglied
Hallo Sophie
ich habe selbst seit Jahren schwere Depressionen
einmal gehts mir besser einmal schlechter
habe auch diese Phasen die du da beschrieben hast leider kann da niemand helfen denn wenn man selbst da drin steht sieht man das Leben ganz anderst wie du als Gesunder
Des ist leider so kann dir nur den Rat gehen wenn er dich bracht sei für ihn da und rede rede mit ihm aber versucht nicht ihn zum Doc zu überreden machs lieber so wenn er dir was erzählt dann sag ihm das du dich da nicht auskennst das ihm da evtl....ein Doc helfen könnte damit erreichts du viel mehr ich kenne das von mir
wenns mir schlecht und jeder versucht mir zu sagen was ich zu tun habe ?????Dabei gehts dir noch schlechter???Und was da wirklich in dir vorgeht kannst du bei der Ersten Depression eh selbst nicht verstehen ich dachte immer ich müsste sterben und niemand kann mir helfen erst als ich Kopfdruck bekam hat auch was mit den Dep...zu tun ging ich zum Doc weil ich dachte ich habe ein Hirntumor und jetzt muss ich eh sterben ...dann bekam ich hilfe
Ich hoffe ich könnte dir etwas helfen denn für Freunde und Verwandte ist das Thema schwer zu verstehen????
Ganz liebe Gruss Hexe
 

Sunnshine

Aktives Mitglied
Da muss ih mich meiner Vorposterin ganz und anschlissen ;-)

Auch ich leide schon seit längerem an Deppresionnen ( mein Freund ist teilweise schon überfordert ) deshalb lege ich dir ans Herz, schau auch auf dich, den mit so einem Menschen zusammenleben zerrt sehr an den eigenen Nerven. Und wenn du dann auch noch total erschöpft bist, dann kannst du ihm weder helfen und dein Leben geht zuallerletzt auch noch den Bach runter.

Also wenn ich schlechte Tage habe, wünsche ich mir nur das mein Freund mir zur Seite steht, das tut echt gut.
Sei für ihn da, umarme ihn, man muss nicht unbedingt reden wie heisst es so schön :" Reden ist Silber Schweigen ist Gold "
Auch wenn er lächelt so weint oft das Herz. Ich kenn das von mir selber, was mir sehr weh tut ist wenn mein Freund nicht´s davon merkt. Solche Menschen ( auch ich) sind sehr feinfühlig.

Doch kann es auch gut möglich sein das vieles noch mit den Drogen zusammenhängt.
Ich war selber Drogensüchtig, doch jetzt nur mehr in Maßen bezw. bin ich im Methadonprogramm. (Eine Ersatzdroge) legal in der Aphoteke jeden Tag trinken.
Ich weiss ja nicht wie es im Moment mit deinem Freund und den Drogen läuft. Denn wenn er immer noch süchtig ist und sei es im Kopf den das zerrt sehr an der eigenen Kraft, dann können es Deppressionen wegen den Drogen sein.
Versuch gemeinsamm mit ihm auf die Ussache zu stossen, wenn es an den Drogen liegt, muss er und nur er alleine, davon wegkommen. Den sonst geht sein Leben nur noch mehr den Bach runter.
Du kannst ihn begleiten, ihm eine Stütze sein, sein Wegweiser...
aber denn Weg muss er selber gehen.

Wünsche euch ganz viel Kraft und viel glük dabei
gglg Sunny
 
M

Monarose

Gast
Hallo Sophie,

du schreibst, er sei durch seine Aggressionen schon vorbestraft. Klingt mir nicht nach einer Depression. Depressive richten ihre Aggressionen per Definition gegen sich selbst, nicht nach außen.
Du beschreibst einen arbeitslosen Drogenkonsumenten mit Aggressionspotential und Vorstrafe. Keinen Depressiven.
Er will keine Therapie und lieber weiter Drogen nehmen. Seine Entscheidung. Deine Entscheidung ist es, ob du Energie verpulvern willst oder dich auf dein Leben besinnst.
Meiner Erfahrung nach muss ein Drogi Hilfe WOLLEN aus eigenem Antrieb.
Ich würde mich zurückziehen und mal gucken, was dann passiert.

Liebe Grüße

Monarose
 

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