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Schwanger und Probleme mit Freunden

M

Mimixy

Gast
Hallo liebes Forum,
ich bin momentan ratlos wegen des Verhaltens eines sehr guten Freundes: Was sagt ihr dazu?
Mein Partner und ich haben zwei sehr gute Freunde- ein schwules Paar, mit denen wir sehr viel unternehmen. Eigentlich sehen wir uns jedes Wochenende, gehen zusammen aus, grillen, und was man halt so macht. Wir fahren auch öfter gemeinsam in den Urlaub oder mal übers Wochenende weg.
Also richtig gute Freunde eben, mit denen man auch über alles redet.
Nun ist es so, dass ich schwanger bin. Unsere Freunde wussten auch, dass wir es planen, darüber haben wir natürlich auch mit unseren engsten Freunden geredet. Jetzt wo es endlich geklappt hat, haben wir ihnen auch recht bald davon erzählt. Wir hätten es komisch gefunden, solch engen Freunden irgendwelche Ausreden hinzuwerfen, warum ich z.B keinen Alkohol trinke. Das hätten sie ja sowieso gemerkt.
Eigentlich haben wir gedacht, sie freuen sich darüber. Einer der beiden tat das auch, aber der andere verhält sich seit er davon weiß extrem seltsam und abweisend.
Plötzlich will er nichts mehr unternehmen, oder schlägt dauernd Dinge vor, die ich nicht mitmachen kann (z.B eine Weinprobe machen, Wildwasserrafting oder sowas). Wenn wir uns sehen und ich z.B. keine Salami esse, rollt er mit den Augen und findet das hysterisch und übertrieben. Also da kommen dann so Kommentare wie, dass die Menschen früher ja auch nicht auf sowas verzichtet haben und die Menschheit trotzdem nicht ausgestorben ist. (Ich bin nicht übertrieben pingelig, aber ein paar Dinge muss man halt weglassen und das mache ich dann halt so gut es geht)
Er fragt auch nie nach, wie es mir geht- im Gegensatz zu seinem Partner, der sich ganz normal verhält und ab und an mal fragt, wie es mir geht und generell aufgeschlossen und freundlich ist.
Versteht mich nicht falsch: Ich trete das Thema nicht breit, aber wenn es mal zur Sprache kommt, finde ich die Reaktionen es einen schon sehr merkwürdig und auch irgendwie verletzend.
Ich leide zB sehr stark unter Übelkeit und bin dadurch halt etwas eingeschränkt: Wenn einem übel ist, will man halt keine Kommentare hören von der Sorte: Das ist doch keine Krankheit.
Weiß ich selber, aber wenn einem schlecht ist, ist einem schlecht. Egal ob krank oder schwanger. Wenn ich dann zB früher nachhause gehen muss, dann gehe ich halt, aber ich habe kein Problem damit, wenn mein Mann noch bleibt.
Eigentlich war ein gemeinsamer Urlaub geplant und als wir letztens über ein Ziel reden wollten, ist es irgendwie eskaliert. Zuerst waren alle möglichen Ziele im Gespräch: Also Flugreisen oder Auto, näher oder weiter weg.
Ab dem Moment wo ich sagte, dass es mir lieber wäre, kein so weites Ziel zu wählen, stellte sich der eine komplett quer und bestand darauf, dass ein echter Urlaub nur weiter weg sein kann. Mindestens ans Meer und wenn ich keinen richtigen Urlaub will, dann können wir halt nicht zusammen fahren.
Ich war echt vor den Kopf gestoßen und hab dann erstmal nichts gesagt. Es wurde dann weiter geplant und über eine Schluchtwanderung irgendwo in Griechenland geredet. Da habe ich dann gesagt, dass ich halt bei sowas nicht mit kann, aber es vollkommen OK ist, wenn mein Mann und die beiden solche Aktionen dann allein machen. Ich kann mich schon allein beschäftigen.
Dann ist der eine völlig ausgestiegen und hat gemeint: Entweder ich sage zu, dass ich auch wirklich ALLES mitmache (also alle wanderungen usw), oder wir lassen es, denn wenn es ein Urlaub zu viert sein soll, dann muss jeder alles mitmachen.
Das haben wir in unseren früheren Urlauben nie so gemacht: Da hat immer mal einer etwas anderes gemacht, oder wir haben auch mal getrennt was unternommen. Das war nie ein Problem. Er hat das auch so agressiv gesagt, dass ich echt traurig wurde.
Letztlich haben wir dann den gemeinsamen Urlaub abblasen müssen, was ich echt total schade finde.
Wir haben dann erfahren, dass sie alleine an den Gardasee fahren: Also nichts mit Meer oder weiter Flugreise. ;(

Was könnte nur mit ihm los sein? Sein Partner versteht das auch nicht- Der hat immer versucht, ihn zu beschwichtigen, aber das war nicht möglich. Mein Mann kann sich auch keinen Reim drauf machen.
Seither herrscht mehr oder weniger Funkstille.
Ich bin traurig. Ich genieße die Zeit mit unseren Freunden. Meine Freunde sind mir wichtig und ich lege Wert darauf, meine Freundschaften zu pflegen, auch wenn ich ein Kind habe, bzw. schwanger bin. Aktuell geht es mir nur einfach nicht gut. dagegen kann ich ja nichts machen.
Habt ihr sowas schon mal erlebt? Was könnte der Grund sein, oder was könnte ich tun?
 

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weidebirke

Sehr aktives Mitglied
Ich würde das Gespräch suchen und fragen, was eigentlich sein Problem ist. Ich wette, es hat null was mit Dir zu tun.

Vielleicht triggert ihn das Thema irgendwie.

Und dann kenne ich Schwule, die ein echtes Problem mit Frauenkörpern und allem, was da so biologisch vorgeht, haben. Das super eklig finden und bitte auf keinen Fall irgendwie damit konfrontiert werden wollen.

Vielleicht will er sehr gern Vater werden und weiß nicht so recht, wie er das anstellen soll oder sein Freund will nicht.

Vielleicht ist er heimlich in Deinen Partner verliebt und die Schwangerschaft ist irgendwie der letzte Sargnagel unerreichbarer Wünsche.

Vielleicht ahnt/ weiß/ befürchtet er, dass Eure Vierer-Freundschaft so in Zukunft eben nicht mehr funktionieren wird, spätestens, wenn das Kind da ist.

Nur so als Brainstorming, nichts davon muss zutreffen. Wenn Ihr Freunde seid, redet miteinander. Ruf ihn an und frag ihn, ob Ihr Euch mal zu zweit auf einen Kaffee treffen wollt.
 

Narf

Aktives Mitglied
Ich vermute mal das Neid dahinter steckt. Dieser Mann wünscht sich vermutlich auch ein Kind, ist sich aber im Klaren, dass das für schwule Paare nur sehr schwer zu erreichen ist (bzw. nie so wie es bei einem m/w-Paar ist). Das kann man jetzt für einen Charakterfehler halten, aber es ist halt irgendwie auch verständlich bzw. natürlich …

Trozdem ist es hauptsächlich sein Problem und er muss sich wieder in den Griff bekommen …
 

Knirsch

Aktives Mitglied
Das klingt wirklich sehr danach, dass er damit ein persönliches Thema hat, da schließe ich mich den anderen an.
Generell gibt es wesentlich mehr Schwangerenfeindliche als man denkt. Da kann alles Mögliche reinspielen: Neid, schlechte Erfahrunge, die eigene Ursprungsfamilie, etc.
Ich würde diese Person tatsächlich erst Mal meiden und später schauen, wie es geht. Es könnte auch mal dein Parter den Partner, der sich normal verhält fragen, ob er weiß, was da los ist.
Aber ich würde versuchen mich damit so wenig wie möglich zu belasten und auf gar keinen Fall mit ihnen auf Urlaub fahren. Du hast gerade anderes zu tun.
 

tonytomate

Aktives Mitglied
ein schwules Paar

Die stecken jetzt in einer Lebenskrise, weil sie selber kein Kind in die Welt setzen können und gönnen Euch das Glück irgendwie nicht, Hauptsache dumm gelabert und blöde Sprüche loslassen. Ich würde auf Distanz gehen. Für Euch ist bald Legoland mit den Kids angesagt, da fühlen sich solche Leute nicht mehr wohl. Ich könnte mit Schwulen nicht befreundet sein, da mir das ganze Gedöns, was solche Leute direkt oder indirekt abziehen, einfach zu viel ist.
 
M

Mimixy

Gast
Lieben Dank für eure Antworten.
@weidebirke
Und dann kenne ich Schwule, die ein echtes Problem mit Frauenkörpern und allem, was da so biologisch vorgeht, haben. Das super eklig finden und bitte auf keinen Fall irgendwie damit konfrontiert werden wollen.
Das ist interessant, dass Du das sagst. Ein anderer gemeinsamer Bekannter hat, als ich ihm davon erzählte, gemeint: "Naja, jetzt kann er halt nicht mehr verdrängen, dass Du eine Frau bist."
In der Tat könnte da was dran sein. Ich bin die einzige weibliche Freundin, die er hat. Er äußert sich auch gerne mal abfällig über Frauen und scheint überhaupt ein Problem mit Frauen zu haben. Sein Partner ist komplett anders. Er ist viel offener und kann sehr gut mit Frauen.
Hm...aber was macht man da? Es ist ja auch irgendwie traurig. Also wenn das so wäre, wäre es traurig. Er ist immerhin ein guter Freund von mir und da so auf das körperliche reduziert zu werden, macht mich schon traurig und es macht mich auch ein wenig wütend: Ich reduziere Schwule ja auch nicht auf das körperliche und finde sie "eklig", weil sie Dinge tun, die ich jetzt nicht täte, sondern ich sehe immer den Menschen an sich. Ob Mann, Frau, Homo, Hetero oder was auch immer ist, ist mir egal.
Selber Vater werden möchte er nicht. Sein Partner wäre da eher aufgeschlossen, aber er hat schon öfter ganz klar gesagt, dass er Kinder zwar mag, aber auf keinen Fall eigene.
Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass er in meinen Partner verliebt ist. Er ist eigentlich sehr glücklich mit seinem Freund.
Vielleicht ahnt/ weiß/ befürchtet er, dass Eure Vierer-Freundschaft so in Zukunft eben nicht mehr funktionieren wird, spätestens, wenn das Kind da ist.
Das habe ich mir auch schon gedacht, deswegen wäre ich auch gern gemeinsam in den Urlaub gefahren, um zu zeigen, dass mir die Freundschaft wichtig ist. Ich habe auch vor, wenn das Kind da ist, meine Freunde generell nicht mehr zurückzustellen, als unbedingt nötig. Ich bin keine Frau, die so komplett im Muttersein aufgehen könnte, also will ich alles dran setzen, mein Sozialleben so gut es geht aufrecht zu erhalten.
Mit ihm reden stelle ich mir sehr schwer vor. Ich glaube, wenn er wirklich Probleme hat, dann dürfte ihm das ja in keiner Weise bewusst sein. Dann macht es die Sache vielleicht noch schlimmer, wenn ich es anspreche.
Es könnte auch mal dein Parter den Partner, der sich normal verhält fragen, ob er weiß, was da los ist.
Das ist eine gute Idee. Das werde ich mal versuchen. Wobei mein Partner auch ziemlich sauer ist. Ich habe nämlich auch angeboten, dass die drei doch zu dritt in den Urlaub fahren sollen. Also wenn sie gerne mehr Action und ein weiteres Ziel haben wollen, finde ich es OK, wenn sie das zu dritt machen. Aber das wollte er eben auch nicht: Entweder zu viert oder garnicht und das war für meinen Partner ja auch nicht gerade schmeichelhaft.
Generell gibt es wesentlich mehr Schwangerenfeindliche als man denkt. Da kann alles Mögliche reinspielen: Neid, schlechte Erfahrunge, die eigene Ursprungsfamilie, etc.
Ja, das ist für mich auch eine ganz traurige Erkenntnis. Also dass es Menschen gibt, die einem plötzlich feindlich gesonnen sind. Das hätte ich so nicht vermutet.
Natürlich gibt es Frauen, die machen ein so riesiges Aufheben um das Thema und da kann man schon mal genervt sein. Das kenne ich ja auch, von Freundinnen und gerade deshalb gebe ich mir Mühe, "die alte" zu bleiben und eben nicht diesen Tunnelblick zu bekommen. Ich glaube, das gelingt mir auch ganz gut.
Aber ja: Es fällt mir auf, dass man von ein paar Leuten plötzlich komisch behandelt wird. :cry:
Das macht mich traurig, denn ich finde es so schlimm, darauf reduziert zu werden. Ich traue mich schon garnicht mehr, es zu sagen. Im Job und im Bekanntenkreis verheimliche ich das Thema so lange es irgendwie geht.
 
M

Mimixy

Gast
Ich könnte mit Schwulen nicht befreundet sein, da mir das ganze Gedöns, was solche Leute direkt oder indirekt abziehen, einfach zu viel ist.
Das kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Ich kenne viele Schwule und jeder ist unterschiedlich. Ich kann- genauso wie bei Heteros- kein einheitliches "Gedöns" feststellen. Manche sind sympatisch, andere nicht. So wie bei allen Menschen.
Ich finde es auch wichtig, Menschen nicht in eine Schublade zu packen. Genauso wie ich es total daneben finde, zu sagen, alle Schwangeren sind so oder so, würde ich eben auch nicht sagen, dass alle Schwulen so oder so sind. Jeder ist halt wie er ist. Das einzige was mich da doch überrascht ist, dass gerade Schwule ja eigentlich wissen müssten, dass man Menschen nicht auf solche rein körperlichen Aspekte reduziert. Gerade die müssten doch wissen, wie bescheiden das ist.
 

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