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Schuldgefühle...

NaTschi4KizZ

Mitglied
Wo soll ich da anfangen.. Im Dezember 08 ist meine Cousine, die auch meine beste Freundin war verstorben..
Sie hatte einen Hirntumor, wo von niemand wusste außer sie..
Sie konnte damit nicht leben und hat sich das Leben selbst genommen.. Sie hat sich davor schon etwas von mir und anderen abgeseilt.. Wir haben uns davor gestritten..
Ich habe nicht gemerkt das es ihr schlecht und sie Hilfe braucht..
Warum hat sie sich einfach das Leben genommen ohne mir etwas zu sagen..?? Sie hat mir und meinem Freund, sowie ihren Freund einen Brief und eine DVD hinterlassen wo sie vieles von sich gab..
Aber ich kann es dennoch nicht verstehen und habe seit dem auch starke Verlustängste aufgebaut..
Es ist nicht das erste Mal das ich jemand so verliere..
Ich kann mit ihrem Tod nicht umgehen und weiß einfach nicht weiter..
Sie fehlt mir einfach zu sehr, sie war für mich wie meine zweite hälfte die jetzt einfach fort gegangen ist.. :(
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Es ist nicht das erste Mal das ich jemand so verliere..
Ich kann mit ihrem Tod nicht umgehen und weiß einfach nicht weiter..
Hallo NaTschi,
es gehört sicher mit zum Schwersten im Leben, mit dem Suizid Nahestehender umzugehen - dazu lernt man auch nichts in der Schule oder kann mal kurz jemand fragen, wie das geht. Ich habe selbst meinen Vater und einen Bruder durch Suizid verloren und ahne, was dich so beschäftigt.
Du schreibst, du hättest schon andere Menschen verloren - wie bist du denn damit umgegangen, was hat dir geholfen, damit fertig zu werden? Vielleicht kannst du hier von deinen eigenen Erfahrungen profitieren?
Mir selbst war und ist wichtig geworden, demjenigen, der sich das Leben nimmt, dieses Recht zuzugestehen und mir zu denken: Wenn ich in genau der gleichen Lage wäre wie er oder sie - ist es nicht denkbar, dass ich da auch aufgeben und mein letztes Recht und meine letzte Möglichkeit selbst ausüben wollte? Und dann muss einfach Zeit ins Land gehen, damit sich so etwas Dramatisches relativiert.
Ich wünsche dir, dass es dich reicher und dankbar macht, so eine Freundin gehabt und verloren zu haben. Und dass du merkst, wenn wieder jemand in dein Leben tritt, der eine ähnliche Freundschaft anbietet.
Gruß, Werner
 

NaTschi4KizZ

Mitglied
Hallo Werner,

erstmal danke für deine Nachricht..
Naja, ich bin eigentlich nicht so gut damit umgegangen, wie es eigentlich hätte sein sollen.. Die Menschen davor, die ich verloren durch Suizid und Krebs waren auch meine Oma, ein Bruder und drei weitere Freunde von mir.. Ich hab es leider nur verdrängt, mich in Alkohol und Drogen verabschiedet und wollte mir schon oft selbst das Leben nehmen... Ich kann mit dem Thema Tod nicht sehr gut umgehen und rede manchmal selbst davon was für ein blödes Leben ich führe und doch selbst auch gern einfach gehen würde..
Doch mein Freund und meine Mam halten mich am Leben, worüber ich natürlich auch sehr froh bin, denn ohne sie wäre mein Leben wohl nicht mehr viel wert denke ich...
Ich lasse leider auch seit dem Tod meiner Freundin niemanden weiter an mich heran der mir seine oder ihre Freundschaft anbietet..
Die einzigsten, die ich wirklich noch an mich heran lasse sind meine Mam und mein Freund, auch wenn wir viel Streiten in moment wegen meiner Verlustängste.. Dennoch sind sie bei mir und versuchen mir zu helfen wo es nur geht..

LG, NaTschi
 

lurch

Mitglied
Hallo NaTschi

also hast du angst neue verbindungen einzugehen denn die könnten dich ja wieder im stich lassen
das versteh ich sehr gut
und das du menschen auf solche weise verlieren mußtest tut mir wahnsinnig leid
ich erinerre mich da an ein lied der ärzte das beschreibt ein junges mädchen das aufgeben möchte und farin besingt dann die situation der zurückbleibenden
und das hat mich damals schon berührt
denn alle die zurückbleiben können damit gar nicht umgehen
ihnen wird ein mensch - ein freund - ein familienmitglied -.... von jetzt auf sofort genommen
für denjenigen der geht eine erlösung
für die anderen ein schock eine katastrophe
es ist dein gutes recht dich erst mal zu schützen und zu trauern, dir wurde die möglichkeit des abschiednehmens genommen und
du hast das gefühl noch etwas unbeantwortetet steht im raum und man kann nicht abschließen
aber du solltest trotzdem nach einiger zeit dich wieder öffnen und menschen die möglichkeit geben einen teil deines weges dich begleiten zu dürfen
ich weiß nicht wie alt du bist aber ich habe gemerkt das ich in meinen leben eine menge guter freunde kennen gelernt und wieder loslassen mußte
das kann durch umzug , kinder, hochzeit und vieles mehr der fall sein, es muss nicht immer gleich der große abschied sein
und ich habe mir eine andere art des denkens angeeignet
ich freue mich immer über neue menschen mit denen ich ein stück weit mein leben beschreiten darf und kann eine menge dabei lernen

aber wenn die zeit gekommen ist muss man auch wieder loslassen können und sich auf den nächsten freuen
hört sich jetzt bestimmt für dich banal an aber gib dir zeit
denk mit fröhlichkeit an sie zurück und sieh das es ihr jetzt gut geht
und wenn du zeit hast , dann schreib ihr einen brief , wo du alles loswerden kannst was du ihr noch sagen wolltest und dann verbrennst du ihn , damit der rauch die worte dann zu ihr trägt
das hilft mir immer als ein stück weit traueraufarbeitung

lg. lurch
 

NaTschi4KizZ

Mitglied
Hallo lurch..

ich danke dir für deine lieben Worte und das mut machen..
Ja ich habe leider große schwierigkeiten neue leute richtig an mir ran zu lassen, aber vielleicht vergeht das ja mit der zeit
Ich weiß nicht, aber in moment kann und will ich auch niemanden an mir ran lassen.. Die einzigen die wirklich in moment immer bei mir sind, ist mein Freund und meine Familie, vielleicht auch noch eine Freundin die ich schon knapp neun jahre kenne..

Ich schreibe meiner verstorbenen Freundin fast jeden Tag einen Brief, sowas in der Art wie eine Email und speicher sie auf mein computer ab.. Es hilft mir ein bisschen, weil ich so etwas mit ihr kommunizieren kann... Sie fehlt mir wahnsinnig..

LG, NaTschi
 
hallo NaTschi4KizZ

der tod gehört zum leben und es ist schwer zu verstehen. noch schwerer ist für viele der gedanke das sie nicht bestimmen können wann und wo es sie ereilt. ich glaube der mensch versucht immer die kontrolle zu erlangen und zu erhalten. Das ist oft der Grund (ich habe viel mit selbstmorden und den gandanken zu tun) warum menschen die krank sind sich das leben nehmen. angst vor dem verlust der selbstkontrolle und vor allen angst vor schmerzen.

ein sterbender krebstpatient sagte mal zu mir: ich habe keine angst vor der dunkelhei aber bitte lasst mich ohne schmerzen gehen.

du solltest dir keine vorwürfe machen. in bestimmten situaltionen ziehen menschen sich sehr weit zurück und lassen keinen mehr an sich herran. wie solltest du in solcher situation erahnen was in ihr vorgeht?

behalte sie in erinnerung aber gib dir nicht die schuld
 

Tyra

Sehr aktives Mitglied
Hallo,

ich stimme den Vorbeiträgen zu. Du solltest dir keine Vorwürfe machen. Generell würde ich dir im Kontext zu deinen anderen Problemen dringend dazu raten therapeutische Hilfe zu suchen und an zu nehmen.

Generell ist es ggü deinem Freund oder Mam ein wenig unfair ihnen diese Last der Lebensträger für dich zu sein auf zu bürden. Es ist wichtig, dass du autonomer wirst in Bezug darauf den Sinn deines Lebens zu gestalten.

Wenn man mit dem Tod nicht so gut umgehen kann steckt oft dahinter dass man nicht so recht weiss wie man mit seinem Leben umgehen kann? Generell ist ein Verlust immer sehr schwierig aber kommen noch andere Faktoren dazu ist psychologische Unterstützung zur Verarbeitung sinnvoll.
Drüber reden ist wichtig. Redest du mit deiner Mutter und deinem Freund über diese Sache und auch deine Probleme (dein Trauma, die Drogensucht etc.) insgesamt?

Wie alt war denn deine Freundin/Cousine eigentlich?
 

Tuesday

Aktives Mitglied
Hallo Natschi,

es ist sehr schwer einen Menschen durch Selbstmord zu verlieren. Vor ziemlich genau drei Jahren ging eine Freundin von mir, die wirklich einer der liebsten Menschen war, die ich kannte und ich durfte sie nur ganz kurz kennen. Ich vermisse sie auch heute noch.

Ich verstehe deinen Schmerz sehr gut. Das mit dem Schreiben der Briefe ist eine wundervolle Art der Trauer. Es freut mich, dass du diesen Weg gefunden hast.

Ich bekomme regelmäßig von meiner Partnerin die Leviten gelesen, weil ich mich wieder mal viel zu schnell und viel zu sehr auf einen Menschen eingelassen habe. Ich schließe Menschen wahnsinnig schnell in mein Herz und öffne ihnen Tür und Tor. Ich bin ein großzügiger Mensch, der viel gibt.

Leider heißt das auch, dass ich oft verletzt und verarscht werde.

Ich könnte vorsichtiger sein. Aber dann würde ich mich verbiegen und verdrehen. Das entspricht nicht meinem Naturell.

Jedesmal, wenn ich wieder einen Schlag in die Magengrube bekomme, denke ich mir, warum ich nicht mehr aufgepasst habe. Und jedesmal, wenn ich das denke, dann antworte ich mir selbst: Weil ich nicht so sein will.

Ich muss lernen mich anders zu schützen. Mittlerweile halte ich es so, wie lurch es auch beschrieben hat. Die meisten Menschen begleiten einen nur ein Stück auf dem Weg und so lange bereichern sie das eigene Leben. Wenn es zuende geht, mag es weh tun, aber Schmerz beinhaltet auch immer die Chance auf Wachstum. Oder vielleicht auch umgekehrt. Wachsen tut einfach weh.

Vielleicht gelingt es dir ja die Zeit, die du mit deiner Freundin haben durftest, als etwas kostbares anzunehmen und kannst ihr für all das danken, was sie dir gegeben hast. Und dann schau nach vorne und freu dich darauf, dass es noch viele Menschen geben wird, die dich für einen Stück des Wegs begleiten werden.



Tuesday
 

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