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Schrei nach Luft – wenn Eltern die eigenen Kinder kaputtmachen

Vienne

Aktives Mitglied
Liebe Eltern,

jeder macht Fehler, dafür sind wir Menschen. Nur dass Ihr nach Eurer Ansicht nie etwas falsch gemacht habt und immer nur die anderen Schuld sind.

Seit ich zurückdenken kann, herrschte in unserer Familie Krieg. Immer war einer das schwarze Schaf, entweder mein Bruder oder ich oder aber Ihr hattet untereinander Stress. In dem Fall aber wurde dieser gern direkt an uns die Kinder weitergeben. Wie? Na ganz leicht: Indem man sich schnell wieder vereint, um gemeinsam gegen ein vermeintlich böses Kind anzugehen.

Wie oft hat meine Mutter aus einer Lappalie einen Elefanten gemacht und ist damit zu meinem Vater gerannt, der den/die jeweils Betroffene(n) dann wieder mit allen Mitteln beschimpft und beleidigt hat. Oft entstand das aus einem Missverständnis heraus, aber habt Ihr uns je gefragt, warum wir so oder so handelten? Nein!

Weil wir nie das Recht auf eine eigene Persönlichkeit, einen eigenen Willen und noch nicht einmal eine eigene Meinung hatten. Sobald wir nur den Mund aufmachten, wurde dies im Keim erstickt, wir waren ja ungehorsam, aufmüpfig und besserwisserisch. Egal was war, wir mussten uns immer fügen und gute Miene zum bösen Spiel machen.

Viele werden sagen: Ja das mag doch normal sein, vor allem in der Pubertät kommt es zu „normalen“ Spannungen zwischen Eltern und Kindern.

Aber ist es normal, wenn Eltern ihre eigenen Unzulänglichkeiten über die Kinder ausbügeln, wenn sie verbal oder richtig auf die Kinder draufhauen, um zu erreichen, was in ihren Augen richtig ist (und hier ist kein Grad Abweichung erlaubt!)?

Wie oft hab ich als Kind geweint, weil ich mich unverstanden und unterdrückt fühlte. Von Liebe kann nicht die Rede sein. Liebkosungen gab es bei uns nicht. Ich habe sämtliche Umarmungen oder Küsse sogar bereits im Alter von etwa 6 Jahren komplett eingestellt. Ich habe das damals schon unterbewusst abgelehnt, weil es sich nicht richtig anfühlte.

Heute bin ich 38, mein Bruder 31. Und es hat sich nichts geändert!

Noch immer stehe ich total unter den Fittichen meiner Eltern, mein Bruder hat darüber hinaus immense Probleme, sein Leben zu meistern.

Als sich unsere Eltern im Frühjahr nach jahrelangem Hin und Her endlich getrennt haben, dachte ich, dass vielleicht Ruhe einkehren möge, aber weit gefehlt! Nur weil ich mich unlängst wagte, nicht zu funktionieren und es nicht gutzuheißen, dass mein Vater ins Haus meines Bruders einbricht (längere Geschichte, wir beide bewohnen Immobilien der Eltern mit Mietvertrag – aber egal wie , das ist das illegal!) und dann auch noch den Geburtstag meiner Mutter absagte, wurde jetzt wieder das Kriegsbeil ausgegraben. Aber ich kann keinen auf liebe heile Familie machen, das ist mir so zuwider!

Meine Mutter, die eigentlich ja im Dauerkrieg mit meinem Dad ist, rennt nach meiner Absage natürlich sofort zu ihm, um ihm haarklein jedes meiner Worte aufzutischen, um ihn richtig anzustacheln und rät ihm, mir doch endlich mal zu kündigen.

Ich weiß, es gibt Gesetze, aber was gelten die, wenn Dir die eigenen Eltern das Leben zur Hölle machen? Wenn Du einen 2seiter vom eigenen Vater kriegst, der so verletzend ist. Dass Du es beispielsweise nicht mal zu einer eigenen Familie geschafft hast (ich hatte zwei künstliche Befruchtungen, weil Ex-Mann zeugungsunfähig und kürzlich mit meinem jetzigen Partner zwei Fehlgeburten und das wissen meine Eltern!). Wo er sich rühmt, ja doch von allen so hoch angesehen zu sein (er hat sich in sämtlichen Vereinen mit den meisten Mitgliedern zerstritten, führte jahrelang Prozesse gegen seinen ehemaligen Chef, er braucht das einfach und die, die ihn achten, kennen ihn nicht näher!) und uns als unverschämt respektlos bezeichnet. Und – da ziehts mir echt den Schuh aus – wo wir Kinder Schuld am Scheitern ihrer Ehe sein sollen (die war schon zerrüttet, bevor mein Bruder auf die Welt kam, der sollte die wieder kitten, wie ich aus zahlreichen Erzählungen weiß und auch so in Erinnerung habe!).

Diese Ungerechtigkeit nagt dermaßen an mir. Ich habe sofort nach der Info, dass man mir kündigen solle, sämtliche Rufnummern geändert. Krieg bei uns heißt Telefonterror in Form von SMS und Mails (ich habe 9 DIN A4-Seiten säuberlich abgetippte SMS mit meinem Bruder zur Info erhalten, das ist krank!).

Aber es frisst mich auf, ich gehe abends todmüde ins Bett und kann nicht schlafen, weil die Gedanken rasen und mein 1. Gedanke am Morgen gilt wieder meinen Eltern.

Mein Partner, der mir eine sehr liebe Stütze ist und ich, wir wollen schnellstmöglich ausziehen. Aber so was kann man nicht übers Bein brechen! Wir müssen zunächst schauen, was sich jobmäßig ergibt, weil wenn, gehen wir natürlich ganz von hier weg. Aber das braucht seine Zeit.

Ich möchte nicht alles meinem lieben Freund aufbürden, der sehr verständnisvoll ist und mich in allen Punkten unterstützt. Ich muss mir das einfach mal von der Seele schreiben und das habe ich hiermit getan. Ist lang geworden, tut mir leid, danke an alle, die das dennoch gelesen haben.

Vienne
 

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Vienne

Aktives Mitglied
Vater (hast Du diese Bezeichnung überhaupt verdient, wo Du doch seit jeher so auf uns eindrischst?),

Du bist tatsächlich der Meinung, wir hätten in unserer Kindheit ein freundschaftliches Verhältnis zueinander gehabt, weil wir Euch statt mit Mutti & Vati mit Euren Vornamen ansprechen, seit ich zurückdenken kann? Ist es nicht eher die Kälte, die bei uns schon immer herrschte, die hieraus spricht? Oder glaubst Du wirklich, Ihr hättet diese liebevollen Kosenamen verdient? Wodurch, durch materielle Zugaben, die bei Euch schon immer an erster Stelle standen und dort noch stehen? Durch das permanente „Kleinhalten“ Eurer Kinder?

Du glaubst, Du hättest uns Kinder gut vorbereitet und in Deinen Augen „normal“ ins Leben entlassen?

Ist es denn auch normal, dass ein Kind, wenn es geschlagen vom eigenen Mann hilfesuchend zu Euch kommt, gesagt kriegt: „Seid lieb zueinander und vertragt Euch!“, wo die Mutter trotz Veilchen der Tochter in Tränen ausbricht, weil die böse Tochter dem „armen“ Schwiegersohn nicht verzeihen will? Hauptsache es dringt nicht nach außen, weil das könnte ja ein schlechtes Bild auf EUCH werfen. Ist das Familie?

Ich habe einmal versucht, Dir mitzuteilen, was mich seit meiner jüngsten Kindheit belastet. Nicht, um Dich anzuklagen, sondern weil ich selbst mit meinem Leben überfordert war (meine Gewaltbeziehung – ich schrieb hier damals darüber) und endlich mal wie normale gleichgestellte Erwachsene mit Euch reden wollte. Daher schrieb ich Euch einen Brief, hier habe ich u. a. aufgeführt, wie Ihr mich nach einem Eurer Urlaube mal dermaßen beschimpft und beleidigt habt, weil ich die Kaffeemaschine nicht saubergemacht hatte! Nur, dass ich damals noch gar keinen Kaffee trank und Ihr selbst die Maschine schmutzig hinterlassen habt. Aber es ist leichter, das der Tochter vorzuwerfen, um von den eigenen Problemen abzulenken (es gab mal wieder Streit zwischen Euch) und sich wieder besser zu fühlen. Ihr habt immer alles gedurft, aber Eure Kinder durften nur eines: sich fügen!

Mit diesem Brief, der auf Tatsachen beruht, habe ich Dir „den schlimmsten Schmerz Deines Lebens zugefügt“. Warum? Weil Ihr noch nie bereit wart, innezuhalten, nachzudenken oder gar das von den Kindern gewünschte Gespräch an einem Tisch stattfinden zu lassen. Es ist viel leichter, kategorisch alles abzulehnen und sich grundsätzlich im Recht zu fühlen.

Aber damit ist jetzt Schluss. Ihr werdet keinen Zugang mehr zu meinem Leben haben. Bald schon bin ich fort und erst dann werde ich wissen, was innere Ruhe und Frieden bedeutet.

Ihr jedoch könnt Euch dann weiterhin die Köpfe einschlagen, Euch bis aufs Blut bekriegen, weil ich nicht mehr greifbar sein werde. Dann erst könnt Ihr endlich Euren ganzen Frust, Eure Wut und Euren Hass gegen diejenigen richten, die diesen verursacht haben: Ihr selbst.
 

Germ

Aktives Mitglied
Du hattest die Möglichkeit, z.B. in die Heimerziehung, Pflegefamilie
usw. auszuweichen, hast es aber nicht getan, auch
hast du das Jugendamt offenbar nicht aufgesucht und auch
offensichtlich nichts dergleichen mehr versucht.
Stattdessen kommt jetzt die Abrechnung, wie in
einem Wildwestfilm; Spiel mir das Lied vom Tod.....,

Seine alt gewordenen Eltern fertig zu machen ist
keine Kunst.
Das du mit deinen 38 Jahren "noch unter den Fittichen
deiner Eltern" (Zitat) standest oder noch stehst, ist
vor allem deine eigene Schuld und weniger die deiner
Eltern.

Mit deinen 38 Lenzen kommt deine Anklage meiner
Meinung zu spät.

Dein Vater hat dich gezeugt und deine Mutter hat
dich geboren, sie sind beide deine Schöpfer und es
ist noch sehr die Frage, ob deine Kinder nicht auch
eines Tages einen Generalangriff auf dich starten
werden.....

Deine Familie ist deine Schicksalsgemeinschaft. In deinem
Fall ist das überdeutlich gezeichnet´.

Lass die Sache ruhen und versöhne dich später mit deinen
Eltern, soweit das überhaupt noch möglich ist. Wenn eines
Tages deine Zeit kommt, Abschied zu nehmen vom Irdischen,
dann zählt so etwas vielleicht......

Die Zeiten werden schwieriger und unruhiger. Wenn schon
auf die Familie keinen Verlass mehr ist, auf was dann ?

3/4 der Menschheit lebt unter dem Existenzminimun. Millionen
verhungern jedes Jahr ..... Ein wenig Demut täte auch dir gut. Du
lebst de facto trotz allem auf der Sonnenseite dieser Welt; Das
solltest du nicht vergessen. Ich dachte die Weihnachtszeit wäre eine
Zeit der Versöhnung in christlich-orientierten Familien.....

Herzlichst

Germ
 

grisu114

Aktives Mitglied
Du hattest die Möglichkeit, z.B. in die Heimerziehung, Pflegefamilie
usw. auszuweichen, hast es aber nicht getan, auch
hast du das Jugendamt offenbar nicht aufgesucht und auch
offensichtlich nichts dergleichen mehr versucht.
Stattdessen kommt jetzt die Abrechnung, wie in
einem Wildwestfilm; Spiel mir das Lied vom Tod.....,

Seine alt gewordenen Eltern fertig zu machen ist
keine Kunst.
Das du mit deinen 38 Jahren "noch unter den Fittichen
deiner Eltern" (Zitat) standest oder noch stehst, ist
vor allem deine eigene Schuld und weniger die deiner
Eltern.

Mit deinen 38 Lenzen kommt deine Anklage meiner
Meinung zu spät.

Dein Vater hat dich gezeugt und deine Mutter hat
dich geboren, sie sind beide deine Schöpfer und es
ist noch sehr die Frage, ob deine Kinder nicht auch
eines Tages einen Generalangriff auf dich starten
werden.....

Deine Familie ist deine Schicksalsgemeinschaft. In deinem
Fall ist das überdeutlich gezeichnet´.

Lass die Sache ruhen und versöhne dich später mit deinen
Eltern, soweit das überhaupt noch möglich ist. Wenn eines
Tages deine Zeit kommt, Abschied zu nehmen vom Irdischen,
dann zählt so etwas vielleicht......

Die Zeiten werden schwieriger und unruhiger. Wenn schon
auf die Familie keinen Verlass mehr ist, auf was dann ?

3/4 der Menschheit lebt unter dem Existenzminimun. Millionen
verhungern jedes Jahr ..... Ein wenig Demut täte auch dir gut. Du
lebst de facto trotz allem auf der Sonnenseite dieser Welt; Das
solltest du nicht vergessen. Ich dachte die Weihnachtszeit wäre eine
Zeit der Versöhnung in christlich-orientierten Familien.....

Herzlichst

Germ


Germ, zum Jugendamt soll sie gehen??
Du widersprichst dir in den Threads selbst, merkst du das?
 
Zuletzt bearbeitet:

Vienne

Aktives Mitglied
Du hattest die Möglichkeit, z.B. in die Heimerziehung, Pflegefamilie
usw. auszuweichen, hast es aber nicht getan, auch
hast du das Jugendamt offenbar nicht aufgesucht und auch
offensichtlich nichts dergleichen mehr versucht.
Danke Germ, aber leider hast Du das Thema verfehlt.

Wer hätte wann das Jugendamt aufsuchen sollen? Ich mit 6, 10 oder 12 Jahren? Ja genau... :confused:

Es bin ja nicht ich, die die Eltern angreift! Ich war ja voller Hoffnung, dass wir wieder zueinander finden, nachdem sie sich getrennt haben und zur Ruhe kommen konnten. Und dann kommt ohne jegliche Vorankündigung so ein Hammer, weil ich es mir erlaubt habe, meinem Dad in seinem Vorhaben nicht beizupflichten, weil das illegal ist!
Die Zeiten werden schwieriger und unruhiger. Wenn schon
auf die Familie keinen Verlass mehr ist, auf was dann ?
Dem widerspreche ich nicht. Ganz meine Meinung. Aber ist man allein nicht besser dran, wenn einen die eigene Familie immer wieder verletzt?

Schätze, Du hast es nicht richtig gelesen, ist ja auch viel und vielleicht oder sicherlich auch schwer zu verstehen, wenn man nicht im Thema drin ist.
 

schnute

Mitglied
Jetzt muss ich mich erstmal tief durchatmen, sonst platzt mir hier gleich der Kragen! Germ, Deinen Post hätteste Dir besser mal gespart!

Ist ja schön, wenn Du mit Friede-Freude-Eierkuchen aufgewachsen bist, aber es gibt auch andere Familien!

jeder macht Fehler, dafür sind wir Menschen.
Das räumt sie direkt zu Anfang ein und sagt damit, dass auch Eltern Fehler machen dürfen. Bis zu einem bestimmten Grad!

Denn das hier

Weil wir nie das Recht auf eine eigene Persönlichkeit, einen eigenen Willen und noch nicht einmal eine eigene Meinung hatten.
geht ja wohl gar nicht! Auch wenn man es nicht glauben will, es gibt solche Eltern, die ihre Kinder immer klein halten und selbst im Erwachsenenalter noch versuchen deren Leben zu bestimmen. Wie soll man dem entfliehen??? Wie Vienne schon schrieb, man kann sich nicht so ohneweiteres freischwimmen! Manchmal will man das auch trotz der ganzen Umstände nicht. Eben weil man nicht glauben will, dass Eltern sich so verhalten und man immernoch Hoffnung hat, dass man, wenn auch zu spät, noch mal eine Familie bekommt.

Ist es denn auch normal, dass ein Kind, wenn es geschlagen vom eigenen Mann hilfesuchend zu Euch kommt, gesagt kriegt: „Seid lieb zueinander und vertragt Euch!“, wo die Mutter trotz Veilchen der Tochter in Tränen ausbricht, weil die böse Tochter dem „armen“ Schwiegersohn nicht verzeihen will?
Hallo? Gehts noch? Bei so Aktionen soll man als Kind nicht das Vertrauen in die Eltern verlieren? Oder hat sie jetzt auch noch selber Schuld, dass sie zu ihren Eltern gegangen ist? Nee, wahrscheinlich hat sie irgendwas verbrochen, dass die Schläge gerechtfertigt waren.

es
ist noch sehr die Frage, ob deine Kinder nicht auch
eines Tages einen Generalangriff auf dich starten
werden.....
Ganz sicher nicht. Denn wenn Du selber so eine Kindheit hattest, ist es ein leichtes seinen eigenen Kinder eine schönere und vorallem liebevollere Kindheit zu schenken!


Wenn schon
auf die Familie keinen Verlass mehr ist, auf was dann ?
Das schrieb sie ja auch! Ist dann die Enttäuschung über die Eltern nicht umso verständlicher???

Ein wenig Demut täte auch dir gut.
Was ist das denn für ein Scheiss? Wofür Demut?????

Ich dachte die Weihnachtszeit wäre eine
Zeit der Versöhnung in christlich-orientierten Familien.....
*würg* Das sind doch die Besten!! Die, die an Weihnachten dann die heile Welt heucheln!!!!

Sorry, Vienne, wenn ich jetzt gar nicht wirklich auf Dich eingegangen bin, aber Germ hat mich so auf die Palme gebracht!!!!
 

Vienne

Aktives Mitglied
Hey Schnute, cool bleiben. Ich sag doch, Germ hat nicht richtig gelesen oder selbst gerad eigene Probleme, die hiermit durcheinander geworfen werden.

Eben weil man nicht glauben will, dass Eltern sich so verhalten und man immernoch Hoffnung hat, dass man, wenn auch zu spät, noch mal eine Familie bekommt.
ja, das habe ich bis vor zwei Wochen trotz allem noch gehofft. Bis ich eben einmal wieder so verletzt wurde - für mich aus heiterem Himmel. Und irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man nicht mehr hoffen kann, weil es einen kaputtmacht.
Was ist das denn für ein Scheiss? Wofür Demut?????
Es kann schon sein, dass mein Text einseitig rüberkommt, weil ich eben sehr verletzt bin. Aber glaub mir, ich hab oft genug die andere Wange hingehalten, wenn auf die eine bereits draufgedroschen wurde (imaginär gesprochen!).

Es geht mir auch nicht um Schuldzuweisung. Es tut weh, für sich selbst anzuerkennen, dass man keine Eltern mehr hat. Das klingt hart, aber diesen Schritt hätte ich bereits vor Jahren gehen sollen, ja. Das mag man mir gern vorwerfen, ich hab vielleicht lang gebraucht, das einzusehen - aber besser spät als nie. Denn: Keiner hat das Recht mich zu verletzen und auch wenn es die eigene Familie ist, dann muss man irgendwann konsequent sein. Es nutzt nicht, ewig dem hinterher zu laufen, was niemals sein wird und es kann andererseits nur befreien, wenn ich endlich loslasse.
 
B

_BabyMiss_

Gast
Hallo Vienne!

Also mir ist bei Germs Antworten auf meinen Thread auch bald der Kragen geplatzt. Aber es gibt eben Leute, die gerne ganz sachlich an Probleme ran gehen. Ohne Herz und verstand. Aber jedem Seines. ;)

Ich kann deine Situation vollkommen verstehen! Ich bin zwar erst 20 Jahre alt, habe dafür aber schon sehr viel durch.

Mein Vater war seit dem ich mich erinnern kann schwer psychisch krank. Ich habe mehrere PKH-Aufenthalte von ihm mitbekommen. Durch die Krankheiten und Nebenwirkungen der Medikamente, die er dagegen nahm, war er immer sehr gestresst und geladen. Bei der kleinsten Kleinigkeit hat er reagiert, als hätten wir einen Wald abgefackel t oder so etwas. ;)
Ich habe oft mitbekommen, wie er ausrastete und meinen Bruder schlug. An Schläge mir gegenüber kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Jedoch an Schläge von meiner Mutter.
Sie war durch die kaputte Ehe sehr frustriert und agressiv.
Es kam auch öfters mal vor, dass ich für eine Kleinigkeit sofort den Hintern voll bekam oder eine Ohrfeige.
Ich fühlte mich schon als kleines Kind ungeliebt und fehl am Platz.

Dadurch war ich sehr in mich gekehrt und still. Was wiederum dazu führte, dass ich schon in der Grundschule Ziel jeglicher Mobbing-Aktionen war. Denn am besten kann man immernoch Leute quälen, die nicht im Stande dazu sind, sich zu währen.

Schon mit 9 Jahren bekam ich den Suizid meines Onkels mit. Der für mich eine sehr wichtige Rolle spielte. Von ihm fühlte ich mich 'gern gehabt'.
Schon in diesem 'zarten Alter' musste ich verstehen (oder es zumindest versuchen) warum ein Mensch so etwas tut.
mit ca. 14 Jahren kam ich dann auf eine Schule (in der Stadt) und fand dort Freunde.....jedoch waren auch diese aus eher bescheideneren Verhältnissen. Ich verbrachte sdie meiste Zeit bei meiner 'besten Freundin' deren Mutter war Alkoholikerin. D. h. im einen Moment fand sie uns ganz lieb und klasse und im nächsten beschimpfte sie uns aufs äußerste.
Als ich dann zum ersten Mal so etwas wie 'Interesse' von einem Jungen bekam, in den ich verliebt war, musste ich am Wochenende drauf gleich wieder eine Schocknachricht verkraften....auch er hatte sich erhängt. Weil er in seiner Familie einfach so unglücklich war.
4 Monate später erhängte sich auch mein Vater.

Ich denke über diesen Verlust bin ich imemrnoch nicht ganz hinweg. Es ist ja auch 'erst' 6 Jahre her.
Den darauf folgenden Partner meiner Mutter respektierte ich vollkommen und verstand mich super mit ihm.
Als das jedoch in die Brüche ging, lernte meine Mutter den grauenvollsten Mann kennen, den man sich vorstellen kann.

Er trinkt von morgens bis abends nur Bier. Schreit rum, knallt die Türen, terroristiert meine Brüder. Und damals auch noch mich.
Er ist auch daran schuld, dass meine erste große Liebe mich verlassen hat. Und ich kann ihn wirklich verstehen. Mir wäre es ins einer Situation vielleicht auch nicht anders ergangen.

Das blöse ist nur, dass kurz nach der Trennung das Ergebnis kam, das sich schwanger bin.
Also versuchte er mich so lange zu terrorisieren, bis ich es von selbst abtreiben lasse oder verliere.
Die Schule kontn eich schnell vergessen, da Komplikationen auftraten und ich die letzten Monate nur im Bett verbringen durfte. Eigentlich!
Wäre da nciht die Tatsache gewesen, dass meine Mutter auch angefangen hat zu saufen und nichts zu essen kaufte. Ich durfte also bei meine rOma um Geld betteln und einkaufen gehen.

Das Jugendamt, dass ich damals eingeschaltet hatte ZUR HILFE....hat GAR NICHTS gemacht.
Die können nur reden, aber tuen nichts!

durch die Situation mit meiner Mutter, bekam ich auch noch mein Baby 'weggenommen'.
Um von ihr nun auch noch vorgeworfen zu bekommen, dass ich ja selbst schuld sei, wenn ich das JA auch rufen musste. -.- :mad:

So sind Eltern! Nicht alle....aber viele!

Und ich kann dich vollkommen verstehen.

Ich habe jetzt auch mit Depressionen zu kämpfen. Muss deswegen Tabletten nehmen. Weil man solch eine Kindheit eben einfach nicht so leicht weg stecken kann, wie man vllt gerne würde.

Versuche einfach dir dein eigenes Leben auf zu bauen.

Ich musste auch die Erfahrung machen, dass ich mich viel zu sehr an meine Mutter geklammert habe. Und warum?? Wozu?? Sie tat / tut mir doch sowieso nur weh!

Und wenn du alleine nicht klar kommst, ruf bei einer Seelsorge-Hotline an und schildere deine Situation. Die geben dir dann Tipps, wo du in deiner Nähe Hilfe bekommst. =)

Ich drücke dir ganz, ganz doll die Daumen. =)

Bleib stark und nehm dir die Kritik von andern nicht all zu sehr zu Herzen. Die, die die schärfste Kritik ausüben, haben meistens die wenigste ahnung. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
B

_BabyMiss_

Gast
Zu meiner Situation möchte ich übrigens noch etwas sagen.

Wie oben schon gesagt, kann und möchte man seinen eigenen Kindern ja eine viel schöner Kindheit geben. Ebenw eil manw eiß, wie sehr einen seine Kindheit nachhaltig zerstören kann.

Und genau aus diese Grund, habe ich mich auch für die Pflegefamilie entschieden und nicht für das Mutter-Kind-Heim.

Weil ich wusste, dass ich erst einmal für mich alleine kalr werden muss.

Und ich wollte, das mein Kind in der Zeit eine Familie um sich herum hat, die es genauso lieb haben wird, wie ich es tue.
Und genau deswegen habe ich auch bis jetzt gewartet....und jetzt starte ich los... und kämpfe!

Denn jetzt habe ich die Kraft und den Kopf dafür.

Ich sage es mal so....ist es denn nicht Mutterliebe, wenn eine Mutter ihr Kind in eine bessere Umgebung gibt, damit es ihm gut geht!? ;)
 

Vienne

Aktives Mitglied
Ach Baby-Miss, das tut mir aber leid, was Du da schreibst, find ich noch viel schlimmer (auch wenn Vergleiche da nie möglich sind).

Ganz vielen lieben Dank, dass Du Dir dennoch oder gerade daher die Zeit genommen hast und so liebe Worte gefunden hast.

Das hier, das Gefühl kenne ich leider nur zu gut ("Du warst eh ein Unfall"):
Ich fühlte mich schon als kleines Kind ungeliebt und fehl am Platz.
Also versuchte er mich so lange zu terrorisieren, bis ich es von selbst abtreiben lasse oder verliere
Hat Dich Dein Freund terrorisiert oder Dein Stiefvater? Ich glaube, hier irgendwo auch Deine Geschichte gelesen zu haben, werde sie mir später nochmal durchlesen.

Ich sage es mal so....ist es denn nicht Mutterliebe, wenn eine Mutter ihr Kind in eine bessere Umgebung gibt, damit es ihm gut geht!?
ja, weil das in meinen Augen völlig uneigennützig ist! Meistens ist es doch nur falscher Stolz oder falsche Mutterliebe, die eben das verhindern und mit falscher Mutterliebe meine ich, dass viele eben den Schmerz scheuen, den sie hätten, wenn sie ihr Kind hergäben und dafür nehmen sie lieber im Kauf, dass es dem Kind schlechtgeht!

Daher Hut ab, dass Du diesen Weg für Dich und Dein Kind gegangen bist. Ich wünsche Dir viel Kraft dabei und hoffe, dass Du ein liebevolles Umfeld hast, dass Dich hierbei unterstützt und begleitet.

Liebe Grüße
Vienne
 

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