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Sammlung gelungener Lösungen

Werner

Sehr aktives Mitglied
Hallo miteinander,

immer wieder finden sich in den Statements hier Berichte von Leuten, die sich selbst "therapiert", kuriert oder Lösungen selbst für schwierigste Probleme gefunden haben.

Vielleicht können wir hier eine kleine Sammlung davon anlegen? Oft ist es ja so, dass man sich Lösungsmuster von anderen abschaut und das funktioniert.

Bin gespannt, was da im Laufe der Zeit so zusammenkommt.

Gruß, Werner
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Ich fang mal gleich mit einer an, die mir selbst vor ca. 20 Jahren die Gesundheit und vielleicht das Leben gerettet hat: Angefangen hatte es mit normalem Heuschnupfen, der aber mit den Jahren immer schlimmer wurde. In einem Frühjahr und Sommer war dann meine Reaktion auf die Pollen so heftig, dass ich nachts fast keine Luft mehr bekam und meinte, ersticken zu müssen.

Mein Hausarzt hatte selbst das Problem und meinte, er könne mir keine Hilfe anbieten, der Facharzt gab mir ein Spray, das es noch schlimmer gemacht hat und verließ ohne ein Wort das Behandlungszimmer, als er das Ergebnis seines "Tests" sah (ich habe nie eine Rechnung von ihm bekommen, obwohl Privatpatient). Also ging ich in der Buchhandlung an den Rechner (damals ganz neu) und tippte "allergie" ein. Das zweite Buch auf dem Bildschirm hieß "Allergien müssen nicht sein". Kostete 16,80 DM.

Am nächsten Morgen war es da, ich las es und fand schlüssig was der alte Doktor da sagte: Manche Leute verdauen Milcheiweiß oder tierisches Eiweiß nicht gut und der Körper reagiert "um die Ecke" mit verschiedenen Allergien oder Neurodermitis, je nach Veranlagung. Also habe ich wie empfohlen für zwei Wochen alle tierischen Lebensmittel weggelassen (was ziemlich schwer war) und tatsächlich waren die Beschwerden weg. Zur Kontrolle trank ich ein Glas Milch - da fing es wieder an.

Ich mach das jetzt seit fast 20 Jahren, trage inzwischen natürlich auch eins der neuartigen Sprays für Notfälle bei mir - falls irgendwo Milch im Essen war, das ich nicht gemerkt habe - aber ich brauche es ganz ganz selten und sonst geht es mir gut seitdem.
 

AltGr

Mitglied
Problem:Negative gedanken

Was mir geholfen hat- stichwortartig:
-Mir hat die erkenntnis geholfen, dass ich selbst für mein wohlergehen verantwortlich bin, weniger die äußeren umstände. Dass ich mich bereit erkläre, die verantwortung zu übernehmen für meine gefühlszustände und nicht über die schlechtigkeit der welt jammere.
-Der bewusste entschluss zum positiven. Trennen-was kann man verändern, was nicht. An allem, was man nicht ändern kann, dass positive raussuchen, aktiv, und sei es noch so klein.
-Das gefühl des überlebenswillens speichern.
-An die schönheit der natur zu denken, schöne bilder anzuschauen.
-In gegenwart von menschen aufhalten. Selbst wenn man nicht mit ihnen spricht, (->Bibliothek, café) und lieber seinen eigenen gedanken nachgehen möchte.
-Gedanken von Emil Coué (entdecker der autosuggestion und suggestion).
-öfter komödien anschauen-das bleibt irgendwann im gedächtnis, dann hat man lustige erinnerungen:)
 
M

march

Gast
Problem: Unzufrieden im Job und mit mir selber

Hallo,

zuerst und zum Verständnis:

Ich arbeite in der Erwachsenenbildung und dort zur Zeit schwerpunktmäßig in der Qualifizierung Langzeitarbeitsloser.

Was ich vorher nicht wusste, ist, dass die Arbeit in diesem Bereich eher der Sozialarbeit ähnelt. Das heißt, ich sah mich plötzlich Gruppen von sehr heterogenen Teilnehmern gegenüber, die sehr unwillig und unfreiwillig in meinen Kursen saßen. Einige sehr ungebildet und z.T. auch sehr ungepflegt, andere wiederum intelligent, dafür hochgradig frustriert usw.

Die Disziplin (und damit meine ich ganz normale Qualitäten, wie Pünktlichkeit, jemanden ausreden lassen, niemanden herabsetzen oder lächerlich machen, das Nichtbenutzen von Fäkalsprache, das Unterlassen von Essen im Unterricht) war grauenhaft, sehr viele von einer Ignoranz, die mich wirklich umhaute. Selbst zum Anschauen von Hardcore-Pornos im Unterricht waren sich einige nicht zu blöd.
Und dann diese Frustration, diese Resignation, die Aggressionen!

Was mir da entgegenschlug, darauf war ich nicht vorbereitet. Wie damit umgehen?
Meine ersten Versuche waren, mit ihnen zu sprechen, sie anzuhören, nachzufragen. Verständnis zu signalisieren, aber mir auch die gröbsten Unverschämtheiten zu verbitten.
Drei Dinge geschahen:
Zum Einen kochten die Emotionen in den Kursen hoch, bei mir knallte es regelmäßig im Unterricht. Ich erkläre es mir so: Ich habe ihrem Frust Raum gegeben, ihnen wirklich zugehört, damit ist alles hochgekocht.

Zum anderen: Mir ging die Distanz verloren. Ich war Kumpel, Mutti, cool, unkonventionell, aber keine Lehrerin.

Daraus dann das Dritte: Noch immer und jetzt erst recht war kein Unterricht möglich.

Meine Lösung bisher: Ich hab die Wut gekriegt. In einem besonders anstrengenden Kurs ist mir der Kragen geplatzt.

Ich habe sehr ruhig und sehr bestimmt die Einhaltung einiger weniger Regeln gefordert. Ich habe angekündigt, Arbeitsverweigerung und Fehlzeiten nicht zu akzeptieren, im Gegenzug dazu aber auch ihre Vorschläge und Wünsche zur Unterrichtsgestaltung entgegenzunehmen und, wenn möglich, umzusetzen. Ich habe klare Konsequenzen aufgezeigt und einmal auch durchgezogen.

Danach war ich freundlich, helfend und zugewandt, aber distanziert.

Nach einer kurzen sauren Phase ist der Kurs sehr zufrieden und ich auch. Und das bei 26 Leuten im PC-Kabinett gleichzeitig. Und sie arbeiten und haben Erfolge!

Ich kann es noch gar nicht glauben und weiß nicht, ob ich etwas zu vorschnell hier in der Sammlung von Lösungen bin. Aber es sieht gut aus, es fühlt sich gut an und ich gehe wieder gern hin.

Gruß
march
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
AW: Problem: Unzufrieden im Job und mit mir selber

Ich kann es noch gar nicht glauben und weiß nicht, ob ich etwas zu vorschnell hier in der Sammlung von Lösungen bin. Aber es sieht gut aus, es fühlt sich gut an und ich gehe wieder gern hin.
Hallo March,
ich kann dich in gewissem Maße verstehen, da ich auch jahrelang in der Erwachsenenbildung tätig war - komischerweise war es dort z.T. ähnlich, obwohl die Teilnehmer viel Geld bezahlt haben. Im Prinzip habe ich mich ähnlich verhalten, wenn es "too much" wurde - und damit zumindest für mich und für die Mehrzahl, die Lernwilligen, eine gute Atmosphäre geschaffen.

Besonders hilfreich scheint mir deine Beziehungskompetenz gewesen zu sein - das Herausgehen aus der erwarteten Rolle in eine flexible, menschlich nahe Haltung. Ich denke, das wird dir auch bei evtl. Rückschlägen und bei neuen Klassen wieder helfen.
Danke für deinen Beitrag!
Werner
 

Mylady

Mitglied
Hallo,

Kann auch nur stichwortartig meine "Selbsttherapie" schildern:

Problem: Neigung zu manisch-depressiven Verstimmungen

Wenn in mir mal wieder eine leichte, depressive Verstimmung aufkommt, versuche ich, falls dies zeitlich möglich ist, sofort in meine Jogging-Kleidung zu steigen und einen Lauf durch den Wald zu machen. Oder Nordic-Walking, oder Gymnastik, etc.
SPORT hilft wirklich und ist der beste Killer von Stimmungstiefs!!!!!
Danach fühle ich mich IMMER pudelwohl und entstehende Glückshormone geben mir wieder Mut, Kraft und Optimismus!!!!
Probiert es - es lohnt sich!!!

LG,Mylady
 
B

Benjamin-29

Gast
Hallo Werner,

deine Idee für diesen Thread halte ich für herausragend!

Hier eine Lösung, die mir geholfen hat:
Ich persönlich habe die Eigenschaft Probleme intuitiv zu lösen. Das ist nicht nur im privaten Bereich so, sondern selbst wenn ich als Ingenieur arbeite. Oft suche ich meist die Begründung für meine Lösungsvorschläge erst, wenn ich den Vorschlag selbst schon gefunden habe.

Das erzeugt natürlich bei manchen anderen Ingenieuren blankes Entsetzen - besonders wenn es sich um typische Ingenieure handelt, die schematisch vorgehen.
Eine Zeit lang habe ich darum versucht meine Arbeitsweise zu "verbessern." Dadurch wurden meine Ergebnisse aber nicht besser - eigentlich wurde nur die Arbeit mühevoller.

Da meine Lösungen unter dem Strich nicht schlechter sind als die der typischen Ingenieure, habe ich begonnen meine untypische Arbeitsweise nicht mehr nur als Nachteil zu sehen, sondern auch als Vorteil einzusetzen.

In meinem Fall ist mein Vorteil, dass mir durch die unübliche Herangehensweise ungewöhnliche Dinge auffallen können, die typische Ingenieure eher übersehen. Der Nachteil liegt darin, dass ich oft übliche Dinge übersehe, weil ich nicht schematisch vorgehe.
Der größte Nutzen dieser Lösung ist, dass mir die Arbeit leichter fällt, weil ich mich nicht mehr über mich selbst ärgere. Es bleibt aber dabei, dass ein Job als Ingenieur doch nicht ideal für mich ist. Drum bin ich dabei, wieder Aufträge zu finden, die besser zu mir passen.




PS:
Wie gesagt, finde ich deine Idee mit den guten Lösungen herausragend. Ich habe in meinem Bekanntenkreis ein paar Berater, die ich ab und an auf Dinge anspreche, die über die ich bei hilferuf.de nachdenke. Von dort kam der Hinweis, dass bei hier im Forum in erster Linie nach Hilfe gerufen und nur in zweiter Linie nach Lösungen gesucht wird. Es heisst ja auch hilferuf.de und nicht lösungswege.de. Darum gefällt es mir sehr gut, dass du diesen Aspekt hier einbringst.


PPS:
Deine Herangehensweise und dein Ratschläge hier im Forum ernten übrigens immer wieder Lob von meinen Bekannten. Wenn du bei mir in der Nähe praktizieren würdest, hätte ich schon ein paar Coachingstunden bei dir gebucht - wenn ich das mal so sagen darf, ohne in ultimative Lobhudelei zu verfallen.:)
 

Mylady

Mitglied
Hi,

auch ich finde die Idee von Werner großartig!!! Im Übrigen bin ich auch ganz der Meinung von Benjamin-29:
Zitat:
"Deine Herangehensweise und dein Ratschläge hier im Forum ernten übrigens immer wieder Lob von meinen Bekannten."

Nicht nur Lob von Bekannten,- auch ich schätze die professionellen Ratschläge von W. sehr!!!!(ohne mich etwa "einschleimen" zu wollen...-das würden meine Kinder behaupten:eek:)

Gruß, Mylady
 

Werner

Sehr aktives Mitglied
Wenn in mir mal wieder eine leichte, depressive Verstimmung aufkommt, versuche ich, falls dies zeitlich möglich ist, sofort in meine Jogging-Kleidung zu steigen und einen Lauf durch den Wald zu machen.
Hallo Mylady,
deine Erfahrung deckt sich mit etwas, das ich bei einem amerikanischen Therapeuten gelesen habt - ihm haben selbst Patienten mit bis dato als "sehr schwerwiegend" eingeschätzten psychischen Problemen geschildert, dass ihnen Bewegung und das "Übergehen" der Anfänge von Verstimmungen über die Phase hinweghelfen. Begründung ist vermutlich, dass der Mensch ein Bewegungs- und Wanderwesen ist und dadurch irgendwie die Regulationsmechanismen in Gang kommen.

Freut mich, dass du die Idee der Lösungsberichte auch magst - ich freue mich auch immer, wenn jemand nach einiger Zeit in seinem Thread erzählt, wie die Geschichte ausging. Das motiviert dann wieder zum Schreiben und Hirnen.

@ Benjamin: Danke für die schönen Topfblumen (das sind die, die lange halten im Gegensatz zu den Schnittblumen) :) Deine intuitive Vorgehensweise und das "hinterher erklären" passt gut zu den lösungsorientierten Methoden: Man muss das Problem nicht verstanden haben, um es zu lösen. Widerspricht zwar unserem auf Ursache-Wirkung geprägten Verstand aber die Realität ist wohl, dass unser Hirn manches schneller rechnet und ausspuckt als wir es verstehen könnten. Finde ich klasse, dass du dir da keine Knüppel zwischen die Beine werfen lässt.
P.S. Coaching mache ich auch am Telefon ;)
 

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