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Rechtlich gesehene Frage, wie ich mich von meinem Vater losbekomme

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Gast

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Hallo,
erstmal ein wenig Vorgeschichte: Ich lebe zusammen mit meinem marokkanischen Vater in meinem Elternhaus, in dem meine deutsche Oma im unteren Stock wohnt und er und ich im Oberen. Meine Mutter ist an Krebs verstorben als ich 10 Jahre alt war und mein Vater pendelt eben zwischen Deutschland und Marokko hin und her. Dann kam ich in die Pubertät und habe jetzt meinen ersten Freund mit fast 15 (im Dezember werde ich dann 15, wir sind seit 10 Monaten zusammen) und dieser wohnt in Berlin, ich in Baden Württemberg, also kurz gesagt: eine Fernbeziehung. Diese läuft trotz alle dem echt gut und ich verstehe mich prima mit seiner ganzen Familie die mich auch gut aufgenommen hat. Mein Vater hingegen ist streng muslimisch und hat deshalb ein sehr großes Problem mit ihm. Trotzdem hat er mir 2x erlaubt, dass ich zu ihm fahren darf, das 3. Mal verweigert er bis jetzt. Ich musste ihm auch ein Versprechen geben, dass ich, bis ich 18 Jahre alt bin, kein Sex habe, kein Alkohol trinke und keine Drogen nehme. Das erstere habe ich gebrochen, was ich ihm dann aber auch gesagt habe. Er meinte ich hätte ihn betrogen, hat geweint, aber danach schwang alles in Wut um. Er hat meinem Freund und mir gedroht, wenn ich nicht bald mit ihm schluss mache, wird er ihm und mir unser Leben zur Hölle machen und mich umbringen, was er schon längst getan hätte, wenn wir in seinem Heimatland Marokko wären. Er hat mir des öfteren auch vorgeschlagen, irgendwelche Söhne von seinen Freunden zu heiraten, als ich um die 13 Jahre alt war. Ebenfalls hat er mir ein Kopftuch ummachen lassen, von meinen Verwandten aus Marokko und mir einen weiten Jogginganzug geschenkt, da ich in Deutschland eben sehr 'westlich', so wie die anderen Mädchen in meinem Alter, rumlaufe: enge Jeans, etwas größerem Ausschnitt etc. Ebenfalls hat er mich auch schon öfter mit Wut angeschrien, ich sei eine Muslimin und als ich das verneint habe, sagte er, das sei vertraglich mit meiner Mutter bei meiner Geburt festgelegt worden und er verbietet mir ausdrücklich Schweinefleisch zu essen und nahm mir auch einst ein paar Blätterteigschnecken mit Schinken weg, die ich von einer Feier mit einer Freundin mitgenommen habe.
Meine Tante ist verstorben als ich 12 Jahre alt war, zu der ich so eine enge 'Mutter-Tochter-Beziehung' aufgebaut hatte und sie die einzige war, die mir als 'Mutter' geholfen hat. Sie hätte gewusst was jetzt zu tun gewesen wäre, aber wie das Schicksal so spielt.. Heute, beim Gedenkentreffen am Geburtstag meiner Mutter, habe ich endlich Zeit gefunden mich mal mit einer Verwandten zu unterhalten, dass ich wirklich Angst habe, dass mich mein Vater mitnimmt, wenn wir mal wieder in den gemeinsamen Marokko Urlaub gehen und ich nicht mehr wieder komme, weil er mir den Pass wegnehmen könnte.
Sie erzählt mir, dass fast die ganze Familie diese Sorge hätte und dass meine Mutter blauäugig vor Liebe gewesen sei und sie gemeint hat, dass er nicht so sei. Wir haben geredet, wie das alles weiter gehen soll und ich erzählte ihr, dass ich zu Silvester wieder zu ihm möchte und notfalls auch abhauen würde, wenn er es mir nicht erlaubt, das hat sie mir versucht auszureden, aber ich weiß nicht ob ich das kann.. Ich könnte mich auch trotzdem immer an sie wenden, falls wieder so etwas vorfallen sollte.
Wie dem auch sei, ich möchte einfach nur weg von zu Hause, falls ich es noch so nennen kann. Ich fühle mich unterdrückt und allein gelassen und würde gerne woanders hinziehen. Ich hätte einmal meine Verwandte, mit der ich mich heute unterhalten habe und auf jeden Fall die Familie meines Freundes, bei denen ich auch schon ein oder zwei Wochen gewesen bin und mir super sympathisch sind und das auf Gegenseitigkeit beruht. Des öfteren haben sie mir angeboten, dass ich doch einziehen könne, meines Freundes wegen.
Ich habe mir überlegt, ob wir vllt. das Erziehungsrecht teilen, um dann gerichtlich meinem Vater dieses zu entziehen und dann das volle Sorgerecht auf eine andere Person übertragen.
Ich meine das ziemlich ernst und habe mir das mehr als 2 Jahre lang gründlich überlegt und das alles über mich ergehen lassen, aber der Bogen ist endgültig überspannt.
Ich hoffe auf ein paar rechtliche Auskünfte oder weitere Tipps, ich bin für alles dankbar.
Liebe Grüße, Miriam :)
 

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fragender Junge

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Deine erste Anlaufstelle wird das Jugendamt sein. Meine Grosseltern väterlicherseits sind nach Afrika, genauer nach Äthiopien ausgewandert, mein Vater war damals über 20 und sein jüngerer Bruder 14. Er blieb bei meinem Vater wohnen, das Jugendamt schaute regelmässig vorbei, es hätte niemals Beanstandungen gegeben. Also rechtlich ist das möglich. Nimm am besten Deinen Freund und seine Eltern gleich mit zum Jugendamt. Lasst euch beraten.
 

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