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Psychotherapiestunden während Arbeitszeit, was für Konsequenzen?

S

SaraSonne

Gast
Hallo liebes Forum,
ich bin bei meinem aktuellen Arbeitgeber etwa 1 Jahr und bisher gab es keine Probleme. Nun habe ich vor drei Monaten eine Psychotherapie begonnen und die Termine finden jede Woche statt und liegen immer vormittags. Das habe ich meinem Chef sowie den Kollegen auch so mitgeteilt und da wir ohnehin Gleitzeit haben, war für mich auch klar, dass ich dann einfach abends etwas länger bleibe um meine Fehlzeiten auszugleichen.

Nun gibt es da aber ein paar Probleme mittlerweile. Da ich nun mal in der Hauptgeschäftszeit nicht anwesend bin, haben sich sowohl meine Kollegen, die dann meine Arbeit machen müssen, beschwert, als auch mein Chef, da es abends schlichtweg wenig zu tun gibt und ich damit eigentlich meine Überstunden eher absitze, als tatsächlich etwas zu leisten. Das verstehe ich auch total, weiß aber nicht wie ich das Problem lösen soll, da ich schon lange auf einen Therapieplatz gewartet habe und jetzt nicht wechseln will, aber mein Therapeut eben nur eine bestimmte Zeit da ist. Und dass es abends nichts mehr zu tun gibt, das kann ich nicht wirklich ändern (und früh morgens ist ebenso wenig los).

Gestern meinte mein Chef, dass er mal mit mir unter 4 Augen reden will, wie wir das in Zukunft lösen, und ich habe Angst, dass ich deswegen vielleicht gekündigt werde. Ich wollte vorschlagen, dass ich vielleicht für meine Termine dann Urlaub nehme, aber das würde das Problem, dass meine Arbeit liegen bleibt, nicht lösen. Was würdet ihr an meiner Stelle tun?
 

wt15309

Aktives Mitglied
Hallo,
gar nichts würde ich tun.
Er soll froh sein dich nicht freistellen für den Arztbesuchen zu müssen.
Was machen den die anderen Kollegen wenn Arztbesuche anstehen?

Ausserdem kannst du davon stark ausgehen, das diese Fehlzeiten vorgeschoben sind - da gibt es sicherlich noch andere Gründe weshalb er ein 4-Augen-Gespräch fürhren will.
Angst musst du ohnehin nicht haben - 1. Falls es zur Kündigung kommt, steht das bereits fest und sicherlich nicht wegen Arztbesuch.
2. Wenn die Kollegen auch Arztbesuche innerhalb der Arbeitszeit wahrnehmen wird hier mit zweierlei Mass gehandelt - und das ist nicht fair.
3. Eine Kündigung ist kein Beinbruch - es geht immer weiter.
 
G

Gelöscht 119712

Gast
Also wenn der Arbeitgeber Gleitzeit ermöglicht, dann kann er sich wohl nicht beschweren, wenn du diese nutzt. Sollte deine Therapie in der Kernzeit (falls ihr sowas habt) stattfinden, dann hättest du sogar einen Anspruch auf bezahlte Freistellung wenn du Dich nachweislich um andere Lösungen (andere Termine) bemüht hast, aber es eben keine gibt (Therapeut musst du nicht wechseln).

Sehe keine Chance dir hier zu kündigen … Probezeit ist ja vorbei nach 1 Jahr …
 
O

oira

Gast
Ich kenne dieses Problem nur zu gut.
Aber bei Gleitzeit müssten Termine eigentlich möglich sein ( warum hat man sonst Gleitzeit).
Kommt natürlich auch auf die Uhrzeit an ( 11 Uhr wäre wahrscheinlich schwierig).
Andererseits geht Gesundheit immer vor und ein Chef sollte auch an der Gesundheit seiner Mitarbeiter Interesse haben.
Vor allem weil gesundheitliche Einschränkungen auch immer Einfluss auf die Arbeitsleistung haben.
So würde ich das auch erklären.
Sollte überhaupt kein Verständnis vorhanden sein, muss man sich wirklich überlegen ob man für so einen Betrieb noch arbeiten möchte.
 

Chichiri

Aktives Mitglied
Also grundsätzlich bist verpflichtet, die Arzttermine außerhalb der Arbeitszeit zu legen.

Es gibt aber zwei Punkte, bei denen du aber Anspruch darauf hast, dass dich der Arbeitgeber bezahlt freistellt:
  • § 616 Vorübergehende Verhinderung: "Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird."
    Wenn es also nicht an dir liegt, sondern daran, dass der Arzt dir keine Termine außerhalb der Arbeitszeit geben kann/will, dann kannst du dich bezahlt freistellen lassen.
  • Urteil vom Bundesarbeitsgericht (09.01.1985, Az.: 5 AZR 415/82): "Bei einer in Abständen von 1-2 Wochen vorbeugend durchgeführten ambulanten Bestrahlungstherapie gegen eine in unberechenbaren Schüben auftretende erbliche Krankheit (Schuppenflechte) liegt Arbeitsunfähigkeit auch dann vor, wenn der Arbeiter zwar bei den einzelnen Behandlungen nicht arbeitsunfähig ist, das Unterlassen der Behandlung seinen Zustand aber in absehbarer naher Zeit zur Arbeitsunfähigkeit zu verschlechtern droht."
    Wenn abzusehen ist, dass du ohne die Therapie in absehbarer Zeit arbeitsunfähig wirst, dann liegt auch eine Arbeitsunfähigkeit vor, auch wenn du bei den einzelnen Sitzungen nicht arbeitsunfähig bist.
Wenn eins dieser zwei Punkte zutreffen, würde ich mir keinen zu großen Stress machen.

Im Übrigen wird eine Gleitzeit oft noch um eine Kernarbeitszeit erweitert. Zu diesen Zeiten muss der Arbeitnehmer eigentlich arbeiten und kann vor oder nach der Kernarbeitszeit gleiten.
 

unschubladisierbar

Aktives Mitglied
Du hättest schon vorher mir deinem AG drüber reden können bzw. dich erkundigen ob es i.O. ist wenn du an diesen bestimmten Tagen erst später kommst.

Wenn du regelmäßig da hin musst, kann man für die Zukunft die Termine nicht so legen das du das außerhalb deiner Arbeitszeit machst?

Wie viel später erscheinst du denn immer bei deiner Arbeit?
Wie ist bei deiner Firma die Gleitzeit festgelegt?

Wenn er dich hätte kündigen können, dann hättest du die Kündigung schon.
Es ist nur ein Gespräch da sich andere MA an ihn gewendet haben und er versucht eine Lösung zu finden.
 
Zuletzt bearbeitet:
S

SaraSonne

Gast
Hallo noch einmal und danke euch allen für die Beiträge.

Grundsätzlich macht das auch nichts, wenn Arztbesuche während der Arbeitszeit liegen, das habe ich vorher auch schon genutzt, aber jetzt bin ich nun mal jede Woche für ein paar Stunden weg und das ist meinem Chef zu viel. Als wir anfangs darüber gesprochen hatten, bin ich davon ausgegangen, dass das nur ein paar Monate dauern wird - ist jetzt meine erste Psychotherapie - aber das zieht sich wahrscheinlich doch länger...Sonst haben meine Kollegen beispielsweise nur alle paar Wochen mal einen Termin für eine halbe Stunde und ich fehle deswegen ständig.

Von einer Kernarbeitszeit weiß ich nichts, am meisten los ist zwischen 9 und 15 Uhr und das ist blöderweise auch der Zeitraum wo die Praxis offen ist. Sonst ist mein Therapeut nicht erreichbar. Heißt ich arbeite morgens ein paar Stunden, dann gehe ich zum Termin was etwa 2 Stunden dauert, und arbeite dann wieder von Mittag bis Abend.
 

momo28

Moderator
Teammitglied
Warum versuchst du nicht mit deinem Therapeuten zu besprechen, dass die Sitzung z. B. auf 16:00 Uhr verlegt wird. Frage mal nach, ob er da eine Möglichkeit sieht.
Was die Kernarbeitszeit anbelangt, solltest du in deinem Arbeitsvertrag nachschauen, was dazu dort festgeschrieben steht.

Auch wenn dir nicht gekündigt wird, wird sich diese Abwesenheit mit Sicherheit auf das Betriebsklima auswirken. Wenn sich die Kollegen schon beschweren, werden sie nicht jetzt damit aufhören.
 

CasperH

Aktives Mitglied
Warum versuchst du nicht mit deinem Therapeuten zu besprechen, dass die Sitzung z. B. auf 16:00 Uhr verlegt wird. Frage mal nach, ob er da eine Möglichkeit sieht.
Was die Kernarbeitszeit anbelangt, solltest du in deinem Arbeitsvertrag nachschauen, was dazu dort festgeschrieben steht.

Auch wenn dir nicht gekündigt wird, wird sich diese Abwesenheit mit Sicherheit auf das Betriebsklima auswirken. Wenn sich die Kollegen schon beschweren, werden sie nicht jetzt damit aufhören.
Liebe Momo,
dein Gedanke in allen Ehren, aber leider sind wir hier nicht bei wünsch dir was. Gerade bei Terminen beim Psychologen und deren Unterversorgung, heisst es ehrer: Friss oder stirb... leider !
 

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