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Psychotherapie Diagnose anfechten

G

Gast

Gast
Hallo!
ich hoffe mir kann hier vielleicht jemand weiterhelfen.
ich wollte nach jahrelangem kontaktabbruch wieder Kontakt zu meinen Eltern aufnehmen und habe als Unterstützung dazu eine Therapie durchgeführt.
diese ist nun abgeschlossen und ich habe erst jetzt die Diagnose erfahren: chronische Depressionen.
Mit dieser Diagnose bin ich nicht einverstanden, da sie meiner meinung nach zu schwerwiegend ist und ich keine solche Beschwerden hatte. Eine leichte depressive Verstimmung als Diagnose könnte ich gerade noch akzeptieren.
ich war um zeitpunkt der therapie oder auch vorher nicht krankgeschrieben, konnte meine aufgaben erfüllen und habe auch zu keiner zeit medikamente eingenommen.

jetzt meine Frage: kann die diagnose jetzt im nachhinein wo alles abgeschlossen wurde noch angefochten werden?
An wen oder welche Stellen kann ich mich wenden?
 

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Burbacher

Aktives Mitglied
Hallo, ich verstehe, was Du meinst. Auch ich hatte mal eine recht schwerwiegende Diagnose, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung auch zutraf. Und dann änderten sich meine Lebensumstände, mein Leben bekam eine andere Richtung und vieles, was da mal schwarz auf weiß in einem Gutachten niedergeschrieben wurde, war nicht mehr zutreffend.
Sie hatten mich ein gutes Jahr unter Betreuung gestellt und anlässlich eines Termins mit der zuständigen Richterin hob diese die Betreuung auf. Ihre Argumentation war schlüssig: Zum Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens habe diese Diagnose sicher ihre Berechtigung gehabt, jetzt aber sei das Gericht der Überzeugung, dass die Gründe für die Betreuung nicht mehr gegeben seien.
Sprachs, diktierte ihren Beschluss, und ich war aus dieser Kiste raus. Diagnosen können einem anhaften, in der Tat aber sie haben keinen Ewigkeitswert.

Burbacher
 
G

Gast

Gast
Vielen Dank für deine Antwort!
Mein Problem ist nur, dass meiner Meinung nach bereits zu Beginn keine Symptome/ Beschwerden vorlagen, die diese schwerwiegende Diagnose gerechtfertigt haben. Kann die Therapeutin die Diagnose im Nachhinein noch einmal verändern/abschwächen?
Bzw. kann ich etwas dagegen unternehmen, falls sie sich nicht einsichtig zeigt? Ein zweites Gutachten etc?

Ich frage auch deshalb, weil ich im späteren Berufsleben aufgrund dieser Diagnose Probleme bekommen könnte, da ich eine gesundheitliche Eignungsprüfung durchlaufen muss.
Ich würde das Risiko in Kauf nehmen, wenn ich wüsste dass diese Diagnose wirklich ihre Berechtigung hat bzw. hatte.
Aber ich halte sie für falsch/übertrieben, aber frage mich die ganze Zeit wie ich das nachweisen kann.
 
S

seele28

Gast
Ich finde es jetzt nicht so schlimm. Eine Diagnose sagt nicht viel aus. In meinem Leben hatte ich schon viele falsche diagnosen bekommen. Die andere Ärzte nicht übernommen hatten, da sie gesehen hatten, das ich das nicht hatte. Eine Chronische Depression, ist jetzt nichts tramatisches. Es sagt auch nichts über die schwere aus. Es gibt ja leichte Depressionen, mitteler und Schwere. Chronisch heißt nur, das die über einen sehr langen Zeitraum präsent war. Das kann genauso gut auch leichte Depressionen sein. Ich finde es gibt schlimmere Diagnosen. Depressionen kann man gut behandeln in den meisten Fällen, wenn du kaum Beschwerden hast und es dir soweit gut geht, sehe ich überhaupt kein Problem darin. Wenn du aber unbedingt diese Diagnose nicht haben möchtest, in diesem Arztbrief, dann wende dich an dem Therapeuten der sie dir gegeben hat und sprich mit ihm.

Meine Therapeutin sagte mir erst vor kurzem, das manche Diagnosen auch irgendwann verschwinden können, wenn man die Krankheit so weit im Griff hat oder gar nicht mehr hat, das die Diagnose gar nicht mehr dann zutrifft. Ich würde nicht viel drauf geben. Ich hab sechs Diagnosen und die sind alle schwerwiegend bis auf die Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode. Die Finde ich noch am "angenehmsten". Weil man die finde ich am besten behandeln kann. Also ich spreche nur von meinen sechs Diagnosen und nicht allgemein.
 

kiablue

Aktives Mitglied
An einer Diagnose muss man sich nicht festhalten. 10 Ärzte, 10 Meinungen und oft wird eine Diagnose nur gewählt, damit die Krankenkasse überhaupt zahlt, die Therapie überhaupt zulässt. Womit würdest Du Dich denn wohler fühlen? Und hätte das die KK bezahlt? Ist nämlich auch ein wichtiger Punkt.

Zusammengefasst habe ich selbst eine halbe Seite voller verschiedener Diagnosen. Der eine Arzt oder Therapeut sagt so, der andere so. Mir geht es nur darum, dass mir an richtiger Stelle geholfen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Gast

Gast
Leider dauert es etwas bis meine Beiträge freigeschaltet werden. Vielen Dank erst einmal für die ganzen Antworten.
Meine Vermutung ist auch, dass die Diagnose für die Krankenkasse schwerwiegender dargestellt wurde als sie war.
Meine Ansicht nach hätte "32.0 leichte depressive episode" vollkommen ausgereicht.


Ich würde das auch alles nicht so eng sehen, aber ich möchte später verbeamtet werden und mit dieser diagnose kann ich erhebliche probleme bekommen.
 

bird on the wire

Aktives Mitglied
Wer hat denn die Therapie bezahlt? Du selbst? Oder Deine Krankenkasse?

Begleitung bei Kontaktaufnahme mit den Eltern ist keine Leistung, bei der Du einen Anspruch auf Übernahme der Kosten durch eine Krankenkasse hast.

Eine "leichte depressive Verstimmung" gehört meines Wissens nach auch nicht zum Katalog der Diagnosen, die eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse rechtfertigen.

Eine Krankenkasse zahlt eine Therapie wenn eine psychische Störung bzw. Erkrankung vorliegt. Dafür ist die Kasse da. Ohne entsprechende Diagnose dementsprechend auch keine Kostenübernahme.
 
Zuletzt bearbeitet:

Rose

Urgestein
Eine falsche Diagnose zu bekommen ist keine Kleinigkeit. Das kann Folgen haben. Wir wissen nicht mal genau, wer solche Diagnosen alles zu lesen bekommt.
 

hilfe-schlumpf

Aktives Mitglied
Also um die Diagnose eventuell aus der Welt zu schaffen, muss man wohl den amtlichen Weg gehen.

Ich denke der Therapeut selber ist der falsche Ansprechpartner. Aber der ist doch auch irgendwie organisiert. So ne Art Ärztekammer oder sowas gibt es da sicher auch.

Oder vlt. mal beim Verein der Psychiatrie Erfahrenen ( trifft ja bei dir nicht direkt zu, aber Du brauchst ja auch erst mal nur nen Tip für ne Anlaufstelle, das werden wie wohl haben ).

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE) e.V.: Erste Hilfe & Beratungsangebote / Telef. Kontakt zum BPE / Psychopharmakaberatung / Quellen zur eigenen Psychopharmaka-Recherche / rzte- & Klinikcheck / Rechtsberatung & Rechtsvertretung in Psychiatrie
 

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