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Psychische Erkrankung, Depression, Manie und extreme Schlafstörungen

Bärt

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich möchte mir mein Leid ein bisschen von der Seele schreiben.
Eigentlich ist mir immer ziemlich klar wieso ich in depressive Phasen verfallen bin. Dieses mal ist es so das ich extreme Schlafprobleme habe und an 2-3 Tagen in der Woche kaum Ruhe finde. Die Tage sind dann als wäre mir ein Teil des Gehirns amputiert worden. Meine Kognitive Leistungsfähigkeit leidet extrem und es ist eine Mammutsaufgabe überhaut Lebensmittel zu kaufen oder etwas zu lesen. (Ich lese eigentlich sehr gern)
Nun ist es so das ich körperliche Hindernisse habe (Bandscheibenvorfall und Karpaltunnelsyndrom Chronisch) aufgrund derer eine Jobsuche schon erschwert ist.
Ich habe im vergangenen Jahr ganz gut hinbekommen mich aus dem Loch zu holen indem ich meine Hobbys motiviert verfolgt habe. Durch zunehmenden Schlafentzug ab November ging es allerdings bergab.

Jetzt ist es so das ich vom Jobcenter massiv bedrängt werde Arbeit zu finden, Vermittlungsvorschläge rieseln nur so in den Briefkasten. Ich fühle mich allerdings nicht in der Lage eine Arbeit aufzunehmen und habe selbst Angst zum Arzt zu gehen da ich aus Erfahrung weiß das ich dort nicht ernst genommen werde.

Die Existenzangst wird größer und mich überfordern die Ereignisse. Meinen Alltag bekomme ich halbwegs bewältigt wenn auch teils extreme Angstzustände auftreten. Mit Atemnot, Zitterei und neurotischem Verhalten.

Ich muss mich in Behandlung begeben da sonst droht das ich sanktioniert werde und ich meine Wohnung verliere für die ich samt Einrichtung vor 2 Jahren mein Erspartes von 15k Euro eingesetzt habe. Ich habe keine Rücklagen und bin komplett abhängig von der Hilfe vom Staat. Das ist mir prinzipiell sehr peinlich und mir geht es nicht gut damit.

Irgendwie fühle ich mich zu krank zum Arbeiten und zu gesund für eine Berentung. Teilweise bin ich Fit, aber dann höchstens mal 5 Tage, dann geht die ganze Schose von vorn los.

Momentan habe ich extreme Angst durch die Sanktionsmaschiene von Amtswegen mein derzeitiges Leben zu verlieren....
Ich weiß ich muss zum Arzt mich krankschreiben lassen und mich in Behandlung begeben und das ist wohl auch der einzige Weg ein bisschen Ruhe ins Leben zu bekommen aber das Vertrauensverhältnis zwischen mir und den Ärzten ist sehr beschränkt...Wenn ich gerade in einer ausgeschlafenen, guten Phase da sitze glaubt er mir doch eh nicht das es mir schlecht geht.....

Ist eine ganz verzwickte Situation...Einige aus dem Forum kennen mich sicherlich noch aus meinen vergangenen "Guten" Zeiten...Jetzt bin ich total am Boden und hab Angst.

Grüße
 

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Binchy

Aktives Mitglied
Das ist einiges.

Schlafprobleme: ist das wegen dem Karpaltunnelsyndrom? Warum chronisch - hast Du es operieren lassen? Ich hatte an beiden Armen Karpaltunnelsyndrom und habe beide Hände operieren lassen, seitdem ist es gut.

Wenn Du keine gute beziehung mit Ärzten hattest, kannst Du den Arzt wechseln, wenn Du zu Deinem nicht gerne hingehst?

Es klingt auch so, als musst Du erstmal zur Ruhe kommen und schlafen und Dich erholen, so auf jeden Fall kannst Du nicht klar denken und handeln. Also bleibt Dir der Arztbesuch nicht erspart, aber dann hast Du Ruhe vor der Jobagentur erstmal.
 
Zuletzt bearbeitet:

KaffeeKatze

Aktives Mitglied
Weiß denn das Jobcenter über deinen aktuellen (psychischen) Zustand?

Normal wird dann ein amtsärztliches Gutachten angefordert, wo geprüft wird, in wie weit man denn aktuell vermittlungsfähig ist und auf welcher Basis (wie viele Stunden pro Woche/Tag, usw.)... danach werden dann auch die weiteren Schritte und das weitere Vorgehen besprochen. Eventuell erstmal in Rente wegen Erwerbsminderung z.B.

Ich würde offen mit dem Jobcenter darüber kommunizieren und ja, zum Arzt wirst du dann müssen. In irgendeine Richtung muss man sich natürlich kooperativ zeigen, egal wie schwer im Moment einem alles fällt.

Wünsche dir alles Gute und das sich bald eine Lösung für dich finden wird.
 

Bärt

Aktives Mitglied
Schlafprobleme: ist das wegen dem Karpaltunnelsyndrom? Warum chronisch - hast Du es operieren lassen? Ich hatte an beiden Armen Karpaltunnelsyndrom und habe bei Hände operieren lassen, seitdem ist es gut.

Wenn Du keine gute beziehung mit Ärzten hattest, kannst Du den Arzt wechseln, wenn Du zu Deinem nicht gerne hingehst?
Nein, es ist irgendwie insomniemäßig...Ich habe keinen blassen Schimmer wieso ich teilweise tagelang bis zum Erschöpfungszustand wach bin (Also schon mit ein paar Stunden Schlaf) meine Augenringe sprechen dann auch Bände..
Es ist rechts und operiert, schon 2013. Allerdings treten bei Belastung in bestimmter Weise sehr schnell Symptome auf...Da reicht ein Tag Stapler Fahren und ich kann meinen Schlüssel nicht mehr festhalten. Oder beim Tippen am PC treten schmerzen im Arm und motorische Probleme auf. Messen lässt sich nichts laut Neurologe ist alles Okay. Er sagte mir aber auch das sie manchmal Dinge sehen die sie nicht erklären können...


Weiß denn das Jobcenter über deinen aktuellen (psychischen) Zustand?
Ich würde offen mit dem Jobcenter darüber kommunizieren und ja, zum Arzt wirst du dann müssen.
Ja, das wissen sie, nach meinem letzten Brief in dem ich das bekundet habe kam die Flut an Vermittlungsvorschlägen.
Allerdings liegen keine Atteste oder ähnliches vor...
 

KaffeeKatze

Aktives Mitglied
Ja, das wissen sie, nach meinem letzten Brief in dem ich das bekundet habe kam die Flut an Vermittlungsvorschlägen.
Allerdings liegen keine Atteste oder ähnliches vor...
Hmm ok... :/

Da hatte ich damals wohl Glück mit meinem Sachbearbeiter. Als es mir psychisch so grottenschlecht ging und ich dann meinen Job verloren hatte und beim JC gelandet war, hat der quasi schon im ersten Gespräch gemerkt, dass es mir grad extrem schlecht geht, obwohl ich wirklich versucht habe stark zu bleiben und mir nichts anmerken zu lassen. Hat sich dann sehr viel Zeit genommen mit mir zu sprechen und hat dann auch das Gutachten in die Wege geleitet und gleich gesagt, dass er mir erstmal keine Vermittlungsvorschläge usw. schicken wird. Aber leider sind nicht alles beim JC so menschlich und verständnisvoll. Habe dann auch sehr schnell einen Termin beim Amtsarzt bekommen.

Zum Arzt solltest du aber wirklich... nicht nur wegen dem JC, sondern auch für dich selbst. Dir geht es ja aktuell gar nicht gut und da sollte man ja schon schauen, was man da machen und wie man helfen kann. Dauerhafte Schlafstörungen und psychischer Stress sind ja insgesamt nicht gut, unabhängig davon, ob das JC einem im Nacken sitzt oder nicht. Aber weiß ja selbst, wie schwer das manchmal ist damit dann zum Arzt zu gehen und über alles zu sprechen... ist keine Kleinigkeit, auch wenn es für manche vielleicht so erscheinen mag.
 

Binchy

Aktives Mitglied
Also wenn Du Dir die ganze Zeit Gedanken über Deinen Zustand machst, dann kannst das sicherlich auch zu Schlafproblemen führen. Trinkst Du viel Kaffee? Mir hilft abends eine Magnesiumtablette vor dem Schlafengehen.

Hier ein Artikel zu Schmerzen nach OP Karpaltunnelsyndrom - ev. erneute Schmerzen durch Narbenbildung?

 

Q-cumber

Aktives Mitglied
Lieber @Bärt,

schön, Dich wieder zu lesen - ich hatte mich schon gefragt, wo Du abgeblieben bist.
$cheiße zu lesen, dass Du gerade in so einem tiefen Loch sitzt, das tut mir Leid.

Du weißt ja selbst, dass Du dringend zum Arzt musst, um erstmal eine Krankschreibung zu bekommen.
Hast Du aktuell einen Hausarzt?
Ich lese negative Vorerfahrungen heraus und die Angst, nicht ernstgenommen zu werden.

Zwei Vorschläge:
1) Wie ist der Draht zu Deinem Neurologen? Könnte der Dich erstmal krankschreiben? Ein kleines bisschen kennen die sich ja auch mit psychischen Erkrankungen aus und sollten das eigentlich ernst nehmen.
2) Wenn der Neurologe für Dich nicht aussichtsreich erscheint: wie sieht es in Deiner Stadt mit psychosozialen Beratungsstellen aus?
Die leisten häufig eine hervorragende und schnelle Hilfe. Hingehen, Problem beschreiben und darum bitten, dass Dich jemand auf dem Gang zum Arzt begleitet. Das hat auf den Arzt dann gleich eine andere Wirkung, wenn ein Sozialpädagoge oder Psychologe mit zum Termin kommt und bestätigt, dass es Dir sch... geht.
Und die können Dir ganz bestimmt auch bei der Kommunikation mit dem Jobcenter helfen - was Behörden, Anträge und dem Umgang mit schwierigen Sachbearbeitern angeht, sind das Vollprofis!
Normalerweise haben die psychosozialen Beratungsstellen selbst zu Covid-Zeiten offene (Telefon)Sprechstunden, mach Dich da mal schlau!

Alles Liebe für Dich!
 
G

Gelöscht 118320

Gast
Hallo Bärt

Ich selbst leide auch seit langer Zeit an massiven Schlafproblemen beim Einschlafen, Durchschlafen und ausreichend Schlafen. Ich habe mich auch lange davor geweigert, irgendwelche Medikamente dagegen einzunehmen - hatte viele Vorurteile wegen möglicher Abhängigkeit, Langzeitwirkungen, eventuelle Gewichtszunahme usw.
Dann ging es irgendwann einfach nicht mehr und ich habe es doch erst einmal mit antriebssteigernden (thymeretischen) Antidepressivas versucht, weil ich dachte, wenn ich etwas gegen die Tagesmüdigkeit einnehme, dann bin ich tagsüber ausreichend aktiv, um dann nachts schlafen zu können.
Kurz um, es war falsch gedacht! Seit einigen Jahren nehme ich nun ein beruhigendes, müde machendes (sedierendes) Antidepressiva, und gleich das erste Medikament hat mir phantastich geholfen.
Ich musste sogar nur die halbe Einstiegsdosis am Abend nehmen und ich habe die ersten Nächte endlich richtig gut geschlafen. Das hat mein Wesen auch sehr stark zum Positiven verändert, dass mich selbst mein Umfeld darauf angesprochen hat, wie sehr ich mich verändert hätte - vorher immer müde, lustlos, antriebslos, pessimistisch, schlecht gelaunt, gereizt und überfordert.
Ich habe mich nach 2 Nächten mit Schlaf richtig gut gefühlt.
Die Vorurteile, auch weil ich nur sehr ungern Medikamente nehme, waren dumm und unnötig!
Es gibt verschiedene Ansätze und Medikamenten-Gruppen.
Abhängig, wie zum Beispiel eine Droge, machen die meisten Medikamente nicht. Und eigentlich werden diese auch nicht zur Langzeiteinnahme verordnet.

Ich gebe nur ungern Ratschläge, aber da kann ich aus eigener Erfahrung schreiben.
Warte nicht länger und lass dir helfen!
Viel Erfolg damit und Grüße,

Sanu
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Bärt

Aktives Mitglied
Lieber @Bärt,

schön, Dich wieder zu lesen - ich hatte mich schon gefragt, wo Du abgeblieben bist.
$cheiße zu lesen, dass Du gerade in so einem tiefen Loch sitzt, das tut mir Leid.

Du weißt ja selbst, dass Du dringend zum Arzt musst, um erstmal eine Krankschreibung zu bekommen.
Hast Du aktuell einen Hausarzt?
Ich lese negative Vorerfahrungen heraus und die Angst, nicht ernstgenommen zu werden.

Zwei Vorschläge:
1) Wie ist der Draht zu Deinem Neurologen? Könnte der Dich erstmal krankschreiben? Ein kleines bisschen kennen die sich ja auch mit psychischen Erkrankungen aus und sollten das eigentlich ernst nehmen.
2) Wenn der Neurologe für Dich nicht aussichtsreich erscheint: wie sieht es in Deiner Stadt mit psychosozialen Beratungsstellen aus?
Die leisten häufig eine hervorragende und schnelle Hilfe. Hingehen, Problem beschreiben und darum bitten, dass Dich jemand auf dem Gang zum Arzt begleitet. Das hat auf den Arzt dann gleich eine andere Wirkung, wenn ein Sozialpädagoge oder Psychologe mit zum Termin kommt und bestätigt, dass es Dir sch... geht.
Und die können Dir ganz bestimmt auch bei der Kommunikation mit dem Jobcenter helfen - was Behörden, Anträge und dem Umgang mit schwierigen Sachbearbeitern angeht, sind das Vollprofis!
Normalerweise haben die psychosozialen Beratungsstellen selbst zu Covid-Zeiten offene (Telefon)Sprechstunden, mach Dich da mal schlau!

Alles Liebe für Dich!
Danke!

Ich habe mich online an die Caritas Beratungsstelle gewandt. Beim Hausarzt versuche ich schnell einen Termin zu bekommen und den Neurologe (Ist auch eine Psychiatrische Praxis) kontaktiere ich ebenso.

Danke für die Tipps
 

Schokoschnute

Aktives Mitglied
Irgendwie fühle ich mich zu krank zum Arbeiten und zu gesund für eine Berentung. Teilweise bin ich Fit, aber dann höchstens mal 5 Tage, dann geht die ganze Schose von vorn los.
Hallo Bärt, Willkommen back.

Die Frage ist ja tatsächlich wie Fit du wieder werden kannst und wo dein Weg lang gehen kann.
Ich würde an deiner Stelle,bevor das Arbeitsamt so schwierig wird und bevor die evtl ein Gutachter für dich beauftragen, ein Gutachten bei deiner Rentenversicherung beantragen.
Dafür könntest du dort anrufen und Fragen wie du das am besten machst.
Ich glaube ich habe den damals per Hand recht Formlos geschrieben und bekam Formulare zugesandt.
Dabei musst beachten ob es ein medizinische Gutachten werden soll oder eine Psychisches.
Ich würde dir dringend zu einem Psychischen raten, ist ja auch Klar bei deinen manischen Depressionen,ect.

Mit einer ambulanten sozial-medizinischen Beratungstelle wäre dir hinzu sehr geholfen,weil der Antrag für so ein Gutachten nicht ohne ist und du dafür schon Hilfe brauchst.

Mit /ab dem Antrag bei der Rentenversicherung, schlitterst du beim Arbeitsamt erstmal zur Seite / in Wartestellung und wirst nicht mehr bedrängt und hast Luft. Du musst nur das Antragsdatum mitteilen.
Auch steht eine Diagnose der RV IMMER über dem des Arbeitsamt/Jobcenter. Es kann sein das die aber eins nachziehen wollen, lass dich nicht irretieren, dennoch wirst da wohl auch noch hin müssen.
Der sozial medizinische dienst fährt dich und begleitet dich,wenn du magst.
Kann ja nicht schaden,wenn du mehrere frische Gutachten hast,wobei die des Arbeitsamtes meist immer schlechter ausfallen.

Dann wird man sehen,wie es weiter geht.
Meist kannst du nach der Diagnose Anträge stellen, z.B für eine Psychosomatische Verhaltenmedizinische Klinik, damit man genau Unterscheiden kann,was nun dein medizinische Leiden ist und was Psychischer Natur und wie Du damit am besten weiter kommst.
Alle dem voran geht natürlich das du wieder Arbeitsfähig wirst,was ja auch in deinem Sinne wäre.
Manchmal aber wird einem auch klar, das es weit eingeschränkt bleibt und du tatsächlich auch Grundsicherung beantragen sollst.

Also Gutachten bei der RV beantragen und den sozialmedinzisch ambulanten Dienst.
Dauert natürlich alles ewig, aber bis Dato hast du Ruhe vorm JC und das ist ja schon mal sehr viel Wert.
 
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