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Psychisch kranker Bruder

Flower Power

Mitglied
Hallo, ich weiß nicht mehr weiter. Ich hoffe hier gibt es vielleicht Menschen dir mir helfen können.
Ich habe einen psychisch kranken Bruder und ich weiß langsam nicht mehr was ich machen soll.
Er hat schwere Depressionen und verletzt sich selbst. Bitte versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Bruder aber momentan könnte ich ihn zum Mond schießen. Er jagt mir Angst ein...
Die Diagnosen hat mein Bruder noch nicht so lange. Für mich ist das alles irgendwie neu. Er war in einer Tagesklinik, dann jetzt 10 Wochen stationär und ist seit 3 Monaten wieder raus. Ohne wirklichen Therapieplatz, alle Plätze sind voll...
Momentan geht er ab und zu mal zu einem Arzt ansonsten hängt er nur zu Hause ab. Die Stimmung ist auf dem Tiefpunkt. Es gibt nur noch Stress zwischen uns Familienmitglieder wegen ihm..
Die Wohnungsituation ist gerade so, dass wir beide bei meinen Eltern leben. Ich bin wieder zu meinen Eltern gezogen um meine Mutter bei der Pflege meines Vaters (Schlaganfall) zu unterstützen. Mein Bruder wohnt dort auch, weil er angeblich nicht alleine in seiner Wohnung bleiben kann, weil er dann Angst und Panik . Meine Eltern haben es gut gemeint und ihn auch aufgenommen. Aber statt zu helfen hockt er den ganzen Tag in der Einliegerwohnung herum und macht eigentlich gar nichts,außer im Internet herum zu suchen und Sachen zu kaufen. Zum Glück nur Kleinigkeiten..
Ich weiß einfach nicht weiter. Er bekommt soviel Hilfe, ich helfe ihm neben meinem Job und den Eltern bei seinen Unterlagen, bei seiner eigenen Wohnung, bei der Post und unterstütze ihn finanziell so gut ich kann. Trotzdem hat er nicht so viel Vertrauen zu mir, dass ich mit zum Arzt darf oder mit den Ärzten reden.
Wenn dann was schief geht und er überfordert ist, soll ich die Lage klären. Das kann ich meist wegen der fehlenden Vollmachten nicht und dann werden ich und auch meine Eltern aufs wüste beschimpft, wir würden ja nicht helfen und ihn im Stich lassen...
Neulich hatte er ein rechtliches Problem in einer Sache, ich wäre für abwarten und in Ruhe die Sache zu klären gewesen. Er wollte mit dem Kopf durch die Wand. Ich konnte das leider nicht klären, er auf seine Art auch nicht. Eine Organisation hat zum Anwalt einer bestimmten Fachrichtung geraten. Er ist zu einem anderen gegangen. Ich konnte leider aus beruflichen Gründen nicht mit. Er hat den Anwalt beauftragt, der ist aktiv geworden und der Schuss ist nach hinten los gegangen. Nun sind meine Eltern und ich daran Schuld, wir hätten ja dazu geraten.. Wir sind Schuld das sein Leben gerade so verläuft. Wir hätten ihn mit allen überfordert, was er früher alles freiwillig gemacht hat.
Er ist momentan wie zwei Personen in einer. Mein Bruder, den ich von klein auf kenne und ein anderer unheimlicher Mensch.
Ich weiß nicht, ob das an dem Medikamenten liegt die er nimmt. Ich weiß ja kaum was, weil ich nicht mit den Ärzten reden darf.
Ich habe ganz stark den Eindruck, dass es schlimmer statt besser geworden ist, seit er in der Klinik war.

Ich wollte mit ihm zum sozialpsychiatrischen Dienst gehen, dass will er nicht. Ich wollte das er sich einen gesetzlichen Betreuer holt, auch das will er nicht. Statt dessen macht er Stress zu Hause und droht sich was an zu tun,damit er seinen Willen bekommt. Darum habe ich meist gemacht was er wollte, weil ich nicht wusste was ich anderes tun sollte alles ist so neu-so viel für mich..

Ich weiß nicht mehr weiter. Ich bin total überfordert. Ich habe zwei Jobs, dann noch meine Eltern,dazu mein Bruder mit seinen Problemen.

Mir geht es nicht gut. Ich habe ständig Magenschmerzen, bin total müde und erschöpft, esse schlecht und weine wegen jedem bisschen..

Mehrere Menschen die ich um Hilfe gebeten habe oder denen ich was erzählt habe, sagen mir ich sollte mich dringend abgrenzen oder aus der Situation gehen. Sonst gehe ich zu Grunde..
Ich war zum Erstgespräch bei einer Psychologin. Die sagte mir das auch und das ich mir Hilfe suchen sollte, ich stehe kurz vor einer Depression oder einem Burnout..

Aber wie? Meine Eltern im Stich lassen? Durch diesen ganzen Mist bin ich zudem in finanziellen Schwierigkeiten. Ich kann nicht weg,obwohl ich zwei Jobs habe.. Ich unterstütze meine Eltern, weil meine Mutter nicht voll arbeiten kann und mein Vater nur eine kleine Rente bekommt. Jetzt dazu noch meinen Bruder...
 
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Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Trotzdem hat er nicht so viel Vertrauen zu mir, dass ich mit zum Arzt darf oder mit den Ärzten reden.

Aber wie? Meine Eltern im Stich lassen? Durch diesen ganzen Mist bin ich zudem in finanziellen Schwierigkeiten. Ich kann nicht weg,obwohl ich zwei Jobs habe.. Ich unterstütze meine Eltern, weil meine Mutter nicht voll arbeiten kann und mein Vater nur eine kleine Rente bekommt. Jetzt dazu noch meinen Bruder...
Liebe Flower Power,

helfen kannst Du nur, solange Du selbst nicht dermaßen hilfsbedürftig wirst, dass Dir die Arme und Beine gebunden sind.

Deinem Bruder wirst Du vermutlich nur dann helfen können, wenn er Dir vertraut. Solange er das nicht tut, würde ich auch keine Hilfe anbieten. Von daher empfehle ich Dir: Versuche mit Deinem Bruder herauszufinden, was geschehen müsste, damit er Dir vertraut, wenn Du ihm einen Rat gibst oder wenn Du ihn durch Taten unterstützen möchtest. Nur eben - ohne eine wirklich ausreichende Vertrauensbasis - ist jede tatkräftige Hilfeleistung Deinerseits vergebens und läuft auf Kraft- Zeit- und Nervenverschwendung hinaus. Vertraut Dir Dein Bruder nicht: Dann lass es.

Ich finde es großartig von Dir, dass Du Deine Eltern unterstützt und dies weiterhin tun möchtest. Nur solltest Du auch hier die Realität nicht aus den Augen verlieren. Du selbst brauchst eine Insel für Dich, einen Ruhebereich, in dem Du nicht mit Problemen Deiner Familie tangiert wirst. Überlege selbst, ob Du diesen Rückzugsbereich hast, solange Du bei den Eltern lebst. Hast Du keinen Ruhebereich für Dich bei Deinen Eltern, halte ich Deinen Auszug für höchst empfehlenswert. Nur wenn Du selbst ausruhen kannst, kannst Du auch klare Gedanken fassen und gute Entscheidungen treffen, für Dich und für Deine Familie.

LG, Nordrheiner
 
P

Pianofan

Gast
Hi, das ist eine schwierige Lage. Ich würde zur Entzerrung der Lage umgehend Pflegegeld für die Pflege deines Vaters beantragen. Dann würde ich mir einen Mediator besorgen, der in einem Gespräch mit deinem Bruder, dir und deinen Eltern vermitteln kann.
Das kann jemand vom Sozialpsychiatrischen Dienst sein, vom Verein für gemeindenahe Psychiatrie etc.
Wenn dein Bruder fest in der Einliegerwohnung eurer Eltern wohnt und seine eigene Wohnung nicht mehr nutzt, würde ich bei finanzieller Not die Wohnung kündigen.
Wie finanziert er sich?
 

Tamiko

Mitglied
Statt dessen macht er Stress zu Hause und droht sich was an zu tun,damit er seinen Willen bekommt. Darum habe ich meist gemacht was er wollte, weil ich nicht wusste was ich anderes tun sollte alles ist so neu-so viel für mich..
Droht er, sich zu verletzen, oder droht er, sich umzubringen? In beiden Fällen ist es emotionale Erpressung.
Da ist es wichtig, Grenzen zu setzen und sich nicht erpressen zu lassen. Ist aber natürlich nicht so einfach, wenn man gleichzeitig Angst hat, dass der andere wirklich etwas schlimmes tun könnte.

Die Idee mit dem sozialpsychiatrischen Dienst finde ich eigentlich gut. Hast du dich dort auch als Angehöriger schon einmal beraten lassen? Wahrscheinlich wüssten die dort, wie man mit so einer Situation am bestem umgeht.
 

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