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Probleme mit Mutter - mit (fast) 21 wieder an das Jugendamt wenden?

G

Gast

Gast
Hallo. Ich habe vor mich wegen dem beschriebenem Problem an das Jugendamt zu wenden.

Ich bräuchte eine Antwort:
1. Kann ich mich unter diesen Umständen an das Jugendamt wenden?
2. Ist das Schreiben gut erfasst, bzw. habt ihr Verbesserungsvorschläge?
3. Wo kann ich mich sonst wenden?

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Sehr geehrter Damen und Herren,

mit diesem Schreiben möchte ich gern meine Lebenssituation schildern und mich für Ihre Aufmerksamkeit bedanken. Da es mir schwer fällt meine Situation mündlich in Worten zu fassen, habe ich für den Zweck der genaueren Vorstellung meiner Lage beschlossen, mein Bericht aufzuschreiben.

Mein Name ist xxx, geboren am xx.xx.1994 und ich wohne derzeit in einer Bedarfsgemeinschaft mit meiner Mutter. Ich bin derzeit als ausbildungssuchend gemeldet und betreibe nebensächlich einen Aushilfsjob.

Unsere Familie wurde schon vor Jahren dem Jugendamt vorgestellt. Damals lebte meine Schwester noch Zuhause. Unsere Familie hatte hauptsächlich finanzielle Probleme und die Sachbearbeiter des Jugendamtes haben uns geholfen wieder auf die Beine zu kommen. Schon damals haben unsere zuständige Sachbearbeiter schwerwiegende Konflikte in unserer Familie erkannt. Ich hatte damals die Möglichkeit, in einem betreutem Wohnen unterzukommen, jedoch hatte ich diese aus Angst abgelehnt. Ich lebte lange mit dem Gedanke, dass meine Mutter alleine nicht zurecht kommen würde.

An diesem Punkt gelange ich zu meinem jetzigem Problem. Meine Schwester ist schon vor zwei Jahren ausgezogen und seitdem lebe ich allein mit meiner Mutter. Ich lebte mit der Hoffnung, dass ich nach meinem Abschluss sofort eine Ausbildung finden kann und ausziehen kann. Dennoch verlief es anders. Ich habe dieses Jahr im Februar meinen Realabschluss geschafft, jedoch keine Ausbildung gefunden. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich mein Bestes gegeben hab. Leider fühle ich mich seit dem Auszug meiner Schwester sehr entmutigt und ich beobachte, wie ich jeden Tag tiefer in Depression versinke. Ich habe eine massive Angst vor sozialem Konflikten und Scheitern entwickelt, und habe oft mit Panikattacken und Nervenzusammenbrüchen zu kämpfen. Ich habe lange recharchiert und erkannt, dass ich unter dem lebenslangem emotionalem Missbrauch meiner Mutter leide. Ich habe auch erkannt, dass eine Veränderung vom Verhalten meiner Mutter unmöglich scheint.

Zum Konflikt mit meiner Mutter kann ich viel berichten, leider fällt es mir schwer so ein Verhalten in Worten wiederzugeben. Meine Mutter leidet an Kontrollzwang und in meiner Meinung auch unter Verfolgungswahn und schwere Depressionen. Es ist unmöglich ein logisches Gespräch mit ihr zu führen. Leider betreffen ihren psychischen Zustand nicht nur sie, sondern auch mich. Ich werde täglich mit emotionale Manipulation, Drohungen, Freiheitsberaubung und unlogischen Anschuldigungen konfrontiert, die oft in Streit und manchmal auch in körperlicher Gewalt ausarten. Ich habe meiner Sicht nach mein Bestes versucht, mit dieser Person zu leben und sie nicht alleine zu lassen, dennoch traue ich mir das aufgrund meinem enormen psychischem Druck nicht länger zu.

Da ich mir selbst nicht zutrauen kann unter diesen Umständen allein einen Ausweg zu finden, wende ich mich an Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

xxx
 

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weidebirke

Sehr aktives Mitglied
Das Jugendamt ist nicht mehr für Dich zuständig und kann Dir nicht mehr helfen.

Wenn ich es richtig verstehe, ist Dein Ziel, eine eigene Wohnung zu beziehen. Unter bestimmten Umständen, wenn ein Zusammenleben unzumutbar ist, zahlt das JobCenter auch eine eigene Wohnung, wenn man U25 ist.

Bis Ausbildungsstart könntest Du natürlich auch versuchen, Deinen Nebenjob auszubauen bzw. einen Ganztagsjob anzunehmen. Damit bräuchtest Du Dich an gar niemanden wenden und könntest ausziehen.
 
G

Gast

Gast
Wenn ich es mir zumuten könnte, alleine einen Ausweg zu finden / bei meinem psychischem Zustand eine Ausbildung zu finden und auszuüben, würde ich wohl keine Hilfe suchen. Ich habe mein ganzes Leben versucht allein zurechtzukommen mit dieser Situation und nun zahlt mir das meine Psyche zurück.

Ich habe sogut wie nie einen normal Tag, an dem ich mich hinsetzen kann und normale Sachen machen kann. Dieses Theater ist pausenlos und ich versinke immer tiefer in Angstzustände und Depression.

Ich weiß, dass mir ein ganztägiger Job helfen würde rauszukommen, aber ich kriege schon bei meinen erbärmlichen 9 Stunden die Woche Panikattacken. Ich /brauche/ Hilfe und es hat so lange gedauert bis ich das erkannt hab und den Mut erfasst hab diese zu suchen.

Es kommen aber immer solche Antworten, da weiß ich echt nicht mehr weiter und ich verliere langsam echt jeglichen Mut...

Jetzt nochmal ganz klar die Frage: Wo genau kann ich mir Hilfe holen?
 

Burbacher

Aktives Mitglied
Da kann ich Weidebirke nur zustimmen, denn mit dem Erreichen des 21. Lebensjahres endet die Zuständigkeit des Jugendamtes für dich. In vielen größeren Gemeinden und in den Städten ohnehin gibt es allerdings eine psycho-soziale Beratungsstelle, die dir dabei helfen, deinen Weg in die Selbstständigkeit zu gehen.
Rechtlich hast Du allerdings einen Anspruch auf Unterhalt durch deine Eltern, soweit Du deinen Lebensunterhalt nicht alleine bestreiten kannst. Diesen Anspruch setzt die zuständige Stadt oder Gemeinde dann allerdings auch für dich durch.
Zudem empfehle ich dir, baldmöglichst zu Hause auszuziehen. Das mindert in der Regel die alltäglichen Reibereien.

Alles Gute!

Burbacher
 
G

Gast

Gast
Entschuldige Gast aber Weidebirke hat nur auf eine Deiner Fragen geantwortet, warum dann so eine Antwort?

Was ich daraus lese ist, das Du dieses Problem schon länger, solche Antworten wie von Weidebirke schon mehrfach darauf bekommen, aber noch nicht dementsprechend gehandelt hast. Das kann aber niemand hier im Forum wissen! Ich pers. rate Dir, wenn Du Hilfe willst diese fordernde, angreifende Haltung abzulegen.
Okay diese Haltung kann auch Krankheitsbedingt bei Dir so sein und Du kannst auf Grund einer Krankheit nicht anders reagieren.

Das zu Dir, Deinem Auftreten und wie dieses bei Deinem Gegenüber ankommen kann. Nun zu Deinen Fragen.

Du bist also noch keine 21 Jahre, dann kannst Du versuchen noch Hilfe beim Jugendamt zu bekommen. Nur große Hoffnungen solltest Du Dir dabei nicht machen. Für Hilfe vom Jugendamt bist Du halt schon fast zu alt.

Den Vorschlag zu versuchen Hilfe vom Job-Center zu bekommen, hat Dir Weidebirke schon geschrieben. Und magst diesen Vorschlag wohl nicht.
Dann hat Dir Burbacher geschrieben, das es psycho-soziale Beratungsstelle gibt an die Du Dich wenden kannst. Hier mal einen Link dazu https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpsychiatrischer_Dienst

Mehr Möglichkeiten sehe ich für Dich auch nicht, tut mir Leid. Nur Du musst die Hilfe die Du hier im Forum bzw.wohl auch schon von anderen Stellen in Form von Vorschlägen bekommst, annehmen und dementsprechend handeln. Jetzt woanders nochmal nachfragen, klar kannst Du das. Du kannst Dir noch eine Meinung und noch eine einholen, nur sie werden immer so ausfallen, ob es Dir passt oder nicht. Aber es bringt Dich keinen Millimeter weiter.

Handeln musst Du, Hilfe wird Dir nicht auf einen silbernen Teller nach Hause gebracht.

Es tut mir Leid, dass es so ankam. Dieser Satz war nur die Antwort auf: "Damit bräuchtest Du Dich an gar niemanden wenden und könntest ausziehen." und damit habe ich nicht angreifen wollen, sondern eher einfach klar stellen was Sache ist. Sache ist, dass ich oft gefragt habe an wem ich mich wenden kann, da ich psychisch nicht allein weiterkomme. Ich beschuldige nicht die Person, sondern sage einfach, dass ich langsam durch die Unwissenheit am verzweifeln bin. Da bekommt man einfach das Gefühl, dass kein Amt oder Beratungsstelle psychische Gewalt ernst nimmt. Und meine Ängste, dass es kein Amt gibt, was meine Lage ernst nimmt bevor wir uns den Kopf zerschlagen, werden durch solche Antworten bloß bestätigt. Ich weiß nicht, wieso man das als eine angriffslustige Haltung sehen kann. Ich greife nicht die Person an, sondern der Mangel an Anlaufstellen. Aber na gut.

Was Jobcenter angeht, ich habe gehört ich müsste mich zuerst an das Jugendamt (? und über 21 weiß ich nicht) wenden, um meine Lage zu beweisen. Sie dürfen ja nicht jedem alles glauben. Deswegen suche ich grad eine Anlaufstelle bevor ich mit Jobcenter rede...

Danke für den Vorschlag für die psycho-soziale Beratungsstelle. Ich werde da wohl anrufen.
 
G

Gast

Gast
Ich war nun bei der Beratungsstelle und die Sozialarbeiterin hat mir geraten mir einen Termin für Psychotherapie zu besorgen. Währenddessen wird sich die Sozialarbeiterin mit einer Stelle in Verbindung setzen, die betreutes Wohnen anbietet.

Wie wird das mit dem betreutem Wohnen gemacht, wenn man noch keine Wohnung hat? Helfen sie einem eine Wohnung zu finden oder gibt es spezielle Einrichtungen dafür?

Und vielen herzlichen Dank für den Tipp. Ich habe nun viel mehr Hoffnung.
 
G

Gast

Gast
Hier ist es so, dass man entweder in bestehende WGs einziehen kann oder einzelbetreutes Wohnen machen kann.

Beim zweiten Fall wohnt man allein in einer kleinen Wohnung und es kommt ein- oder zweimal die Woche jemand vorbei.
Bei der Wohnungssuche wird einem geholfen.

Ich würde dir für den Anfang eine WG empfehlen. Ist erstmal leichter.
In die eigene Wohnung kann man dann immer noch.

Viel Glück
 

Pantakea

Mitglied
Super-Du hast den ersten Schritt gemacht,aus deiner unhaltbaren Situation raus zukommen.Der Sozialpsychiatrische Dienst ist genau der richtige Ansprechpartner für so etwas.Toll,dass du so schnell einen Termin bekommen hast,aber sie sind auch dafür da,wenn " es brennt"!
Betreutes Wohnen halte ich für dich auch am Besten,wo,wie und in welcher Form,wird dein AnsprechpartnerIn genau mit dir besprechen,du bekommst nichts aufgepfropft,was zu dir nicht passt.
So,wie du deine Mutter beschreibst,wird man wohl auch ihr Hilfe anbieten,wenn sie das möchte.
Aber es geht erstmal nur um dich,dein Brief ans JA ist wunderbar klar formuliert.Deine Mutter ist krank,sie hat dich mit rein gezogen psychisch.Es geht hierbei jetzt nicht um Schuld,davon schreibst du ja auch nichts.Aber du musst wirklich raus dort,es ist gesunde Selbst -Fürsorge.Deine Mutter braucht fachliche Hilfe,die kannst du nicht leisten,ist auch nicht deine Aufgabe.
Ich wünsch dir ganz viel Kraft für dich,du hast Mut,dich zu befreien,rechtzeitig. Hut ab!
Bitte teil uns hier ruhig dann weiter mit,wie es bei dir weitergeht,wenn du möchtest.
Fühl dich virtuell umarmt von mir,wenn du magst :)

Ganz Liebe Grüße von
Pantakea
 

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