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Probleme mit Mathe im Physikstudium

M

Mila777

Gast
Ich studiere jetzt zwei Semester lang Physik (Bachelor) und fange jetzt mein drittes Semester an. Alles läuft soweit ganz ok und ich bin immernoch richtig interessiert an Physik. Mein einziges Problem ist Mathe. Versteht mich nicht falsch, ich kann relativ gut Mathe anwenden, ich habe keine großen Probleme mit Integralen und Differentialgleichungen krieg ich meistens auch hin, aber ich verzweifel an Mathematik, da die so gut wie nur aus Beweisen besteht und ich irgendwie nicht so ganz dahinter komme. Ich habe bisher keine Matheklausur bestanden obwohl ich für die mehr lerne als für alles andere und ich weiß nicht, ob das einfach nur eine Gewöhnungssache ist oder ich einfach zu "blöd" dafür bin. Ich habe echt Angst, dass mir Mathe im Weg zu meinem Physikstudium steht, da ich das eigentlich seit Jahren machen wollte, aber ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll.
 

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B

Brauchtmandanichtmathe

Gast
Sorry für die Frage, aber ich kenne Physik nur als sehr Mathe-lastiges Studium: muss man da nicht verdammt gut in Mathe sein und besteht Physik nicht fast nur aus Mathematik? Ich habe etwas anderes studiert, daher meine Frage. Ich kenne es von Bekannten nur so, dass sie auch unglaublich gute Mathematiker sind.
 

Odysseus

Mitglied
Hallo,
zunächst, bleibe bitte ruhig, keine Panik, aber bleibe konsequent an der Sache dran!
Die Mathematik ist eine Hilfswissenschaft der Physik! Klar, denn V=s/t muss irgendwann auch mal ausgerechnet werden, sofern s und t bekannt sind.
Die gymnasiale Mathematik ist keinesfalls mit den Anforderungen in einem Physikstudium vergleichbar. ( Ich habe mir mal soeben eine Vorlesung von Dr. Luchsinger - math. Physik angeschaut http://www.luchsinger-mathematics.ch/as03.pdf und ganz schnell festgestellt, dass ich kein Wort von dem verstehe, was der da aussagt! Das ist also was ganz anders als das, was meine Kinder im Gymn. gelernt haben und Lichtjahre entfernt von dem, was ich einst mal gelernt habe.
OK, wie also anfangen?
Ich denke, das Problem ist immer das Gleiche. Wir versuchen einzelne Themenbereiche, Aufgaben zu trainieren, was aber dann nicht funktioniert, wenn uns der Gesamtzusammenhang fehlt. (1) Erst die Erkenntnis des ganzen Zusammenhanges ermöglicht es Dir, einzelne Inhalte zu verstehen. Zum Vergleich nutze ich gerne ein geknotetes Netz. Jeder Knoten sei z.B. ein konkrete Matheaufgabe. Schneidest Du den Knoten ( oder auch 2..3 aus dem Netzt heraus, kannst Du zwar die Knoten analysieren, aber wie die Zustandekommen, wo ihr Platz im System ist, die Fortführung und Ableitung kannst Du nicht mehr erkennen. Der 4. ... x. Knoten fehlt dazu!
Letztlich weißt Du nicht mehr, was oben und unten ist!
Daher musst Du zunächst einen groben Überblick über das ganze System gewinnen. Ist dieser Wissensrahmen vorhanden, verwebt mit einigen groben Inhaltsfäden kannst Du beginnen, Dir das System auszubauen, welches Dich letztlich in die Lage versetzt, von Grund auf, jeden Denk- und Arbeitsschritt logisch nachzuvollziehen.

Im 3. Semester bist Du schon schon arg weit fortgeschritten, um nochmals ad fontes zu gehen. Denn, es braucht seine Zeit, bis das System verstanden und verknüpft ist.
Vielleicht könntest Du ein Semester pausieren, um ausreichend Zeit für die Aufarbeitung zu haben?
Du willst und musst Prüfungen bestehen, wenn Du ans Ziel kommen willst und ich weiß, daß Dir dies völlig bewusst ist!
Nachhilfe kann immer nur eine punktuelle Stütze bei Schwächen im momentanen Unterrichtsstoff sein. Aber, ich denke, daß es Dir in Deiner Situation nicht viel nützen kann, weil das " Davor" ja nicht vorhanden ist und Du folglich nicht darauf aufbauen kannst und den Nachhilfeinhalt nicht verknüpfen kannst! Somit hättest Du Dir eine kleine Insel irgendwo im Pazifik geschaffen, ohne Aussicht, auf dievorher und nächstliegende Insel. Sprich, Du weißt nicht, wo Du stehst!
Ihr habt doch an der Uni gewiss Vertrauensdozenten. Bitte besprich Dich doch mit einer dieser Personen. Die kennen Dein Problem, weil Du ganz gewiss keine Ausnahme, sondern fast Regelfall bist. Es betrifft nicht nur Dich- keine Angst! Ich denke, auch dies bewahrt Dich vor einem Studienabbruch und weiterer Prüfungsfrustration.
Alles ist machbar, Du musst nur lernen, wie DU es machen kannst!

(1) Harald Juhnke ( Schauspieler) kam nach einem langen Drehtag hastig ins Theather und durch die Garderobe gleich auf die Bühne. Da stand er und hatte keinen Text. Die Souffleuse flüsterte ihm einige Sätze zu, er aber sagte ihr: " Bitte keine Einzelheiten- welches Stück"?
Viel Erfolg wünscht Odysseus
 
Zuletzt bearbeitet:

Santino

Aktives Mitglied
Was konkret bereitet dir Schwierigkeiten? Fällt dir schwer herauszufinden, was gezeigt werden muss oder ist es, auf die Schritte zu kommen, wie du dorthin kommst?

Die Krux ist, dass es keine "Tricks" und keine Vorgehensweise gibt, die immer anwendbar wäre. Es kommt darauf an, was bewiesen werden muss. Das ist grundsätzlich etwas, das man üben muss - man muss diese Art des logischen Denkens lernen.

Warst du in Sprachen eher schlecht in der Schule? Tatsächlich ist Mathematik, entgegen der landläufigen Meinung, sehr sprachlastig, weil formale Beweisführung im Endeffekt eine "eigene (formale) Sprache" verwendet und du auch ein hohes Leseverständnis brauchst, um Aufgabenstellungen richtig einzuordnen. War man immer scheisse in Sprachen, hat man i.d.R. besonders grosse Schwierigkeiten bei Beweisführungen.

Vielleicht könntest du das trainieren, indem du allgemein mehr liest und dich mit philosophischer Logik auseinandersetzt.
 
D

Die Katze

Gast
Tja, willkommen in der Realität der Physik.

Falls es dich tröstet: Es ist nicht allein deine Schuld, denn heutzutage ist Mathematik in Abitur dank stetiger Niveauabsenkung für die Tonne. Dadurch gehen potentielle Studenten mit einem falschen Selbstbewusstsein in die Uni und erleben schließlich das böse Erwachen...

Wenn du im restlichen Studium klarkommst, würde ich sagen, dass du dich durchbeißen könntest und dich ab Bachelorabschluss nochmal umorientierst.
 

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