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Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch?

M

Manuel+

Gast
Unsere Regierung (bestehend aus den angeblich christlichen Parteien CDU, CSU und der unchristlichen DschungelEllenbogen-FDP) planen eine Reform im Hinblck auf die Praxisgebühr.

Grund für eine Änderung der Zehn-Euro-Regelung ist laut dem FDP-Bundestagsabgeordneten und Gesundheitsexperten Lars Lindemann, dass die jetzige Praxisgebühr "keinerlei steuernde Funktion" habe. "Wir werden 2012 Alternativen prüfen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Johannes Singhammer erklärte, dass "der Effekt, die Zahl der Arztbesuche zu dämpfen", mit der jetzigen Gebühr nicht erreicht worden sei.
Aha! Die Praxisgebühr soll also vor (unnötigen) Arztbesuchen abschrecken. Oder bringt die Praxisgebühr nicht genügend Kohle, die man anderweitig verzocken könnte? Reichen die Gelder für Griechenland nicht mehr?

Wenn es wirklich darum geht, unnötige Arztbesuche zu vermindern:
Warum gestattet man dann nicht zB einem Patienten, innerhalb eines bestimmten Zeitraums (zB einmal im Monat) einen bestimmten Arzt ohne Praxisgebühr aufzusuchen? Alle weiteren Besuche bei diesem Arzt, die ohne auf Initiative des Arztes (Folgebehandlung) erfolgen, könnten dann einer Praxisgebühr unterworfen werden, wenn sie sich als unnötig herausstellen.

Auf diese Weise würde nur eine Praxisgebühr entfallen, wenn die Behandlung oder Beratung in der Tat unnötig gewesen ist. Bei der jetzigen Lösung werden dagegen alle Patienten pauschal mit einer Gebühr abgestraft (sogar die, die einen Arztbesuch dringend nötig hatten). Und wenn sich das demnächst auf jeden Arztbesuch beziehen sollte, wäre dies noch gravierender.

Mehr zum Thema: http://www.tagesschau.de/inland/praxisgebuehr104.html
 

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Rhenus

Urgestein
Danke Manuel für das Thema!

Diese Praxisgebühr ist eine Initiative der Kassenärzte über einen Seitenweg mehr Geld ins Gesundheitswesen zu spülen, um ihre Honorarforderungen hinaufschrauben zu können.

Das die hohen Arztbesuche so sind wie sie sind, sind Ärzte selbst schuld.
Weder die überalterten Zeitungen, auch nicht das noch so gut geheizte Wartezimmer bewegt den Patienten dazu, immer häufiger die heiligen Hallen der Praxen zu betreten.
Nein, es sind die Ärzte selbst, die das auslösen.

Immer weniger mit einem Patienten reden, nicht aufklären, nicht erklären führt gezwungenermaßen dazu, sich als Patient eine Information scheibchenweise in 5 Minuten Schritten, beim Arzt abzufragen.

Auch die restriktive Krankschreibung, tageweise, führt pro Krankheit dazu, den Arzt öfter als nötig, zu kontaktieren.

Nun sind die angegebenen Besuchszahlen ja auch nicht bereinigt.
Geht ein chronisch Kranker sich seine Rezept holen, dann gilt das als Arztbesuch, obwohl, das nebenher abgewickelt wird.
Er sieht den Arzt gar nicht.
Auch hier könnte ein Dauerrezept Abhilfe bringen.
Die Vergleichszahlen mit EU weiten Erhebungen spricht Bände.
An der Misere, an dem jedoch der Patient keine Schuld trägt, muss angefasst werden, allerdings nicht mit einer Praxisgebühr, die dem Arzt einen erneuten Anreiz schafft, die Taschen zu füllen.
Weniger kann durchaus mehr sein.
 

Rhenus

Urgestein
Hallo Omana,

was sagst du dazu? :)

Den beabsichtigten Zweck, einerseits die Kassen der Krankenkassen weiter zu fülen, andererseits die Zahl der Praxisbesuche einzudämmen, gilt als gescheitert. Aktuell geht immer noch jeder Deutsche im Durchschnitt 18 Mal im Jahr zum Arzt, was den Krankenkassen zu teuer ist.
Da die wenigen verbliebenen FDP-Wähler überwiegend privat versichert sind, darf sich der FDP-Gesundheitsminister zu neuen, krativen Lösung der Problematik hinreissen lassen:
Im Gespräch sind statt einer Praxisgebühr eine Arztgebühr von 5-10 Euro je Arztbesuch, mit einem eventuellen Lesezirkelaufschlag für die alten Zeitschriften im Wartezimmer. Auch eine zehnprozentige Beteiligung an den Behandlungskosten sind bereits im Gespräch.
Auch eine strengere Unterscheidung zwischen Arzt-Besuch und Arzt-Behandlung könnte zu neuen Einnahmen führen.
Foto: Daniel Bahr MdB / Frank Ossenbrink

Geundheitsminister Daniel Bahr: Praxisgebühr soll abgeschafft werden | Rentner-News
 

Omana

Urgestein
aber was hat das mit dem Arzt zu tun, der nur ständig die Diskussionen führen muss, bzw. seine Angestellen, die schon gar nichts davon haben.
Bislang ist es so, dass das Geld direkt an die Krankenkassen abgeführt wird.
 

Chakuza1984

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

Die Grundidee hinter diesen Überlegungen ist doch eine äußerst simpele: Unsere derzeitige Regierung möchte mit allen Mitteln Gesundheit zu einem endgültigen Luxusgut machen, die sich in absehbarer Zeit (sprechen wir hier einfach mal von ein paar Jahren) nur noch die Elite wird leisten können. Amerikanische Verhältnisse, womöglich noch drastischer. Recht ähnlich verhält es sich mit anderen Aspekten wie dem Sozialstaat und den Freiheitsrechten. Da wird auch derzeit kräftig dran rumgepflügt und das weißgott nicht in positiver Absicht.

Mir persönlich macht diese Entwicklung in mehreren Hinsichten Sorge. Zumal man als "kleiner Bürger" immer deutlicher den Anschein hat: Die Regierenden in Berlin machen sowieso was sie wollen. Einige Hardliner (gerade aus Unionskreisen) sprechen auch den größten Schwachsinn vor einem Millionenpublikum im TV offen aus und was kommt vom deutschen Volk? Richtig, nichts. Nicht mal ein öffentlicher Aufschrei. Und das alles ist noch nicht das Ende der Absurdität die man an allen Fronten finden kann. Da ist es auch ein schwacher Trost dass man sich selbst sagen kann: Wenn das Volk 2013, bei der nächsten Bundestagswahl, nicht mal endlich aufwacht wird es nie besser. Unsereins hat diese "Volksvertreter" nicht gewählt und erst gar nicht gewollt.


Liebe Grüße


Chaky
 

spamburger

Sehr aktives Mitglied
Wenn wir nicht mehr "unnötig" zum Arzt gehen sollen, haben wir ja noch das Gesundheitsforum im Hilferuf. Lassen wir uns die Diagnosen halt dort erstellen. Oder wir diagnostizieren uns selbst mit Hilfe des Internets. Wird ja jetzt schon alles teilweise gemacht. Dann besorgen wir uns über irgendeinen dubiosen Versand Arzneimittel aus der Mülltonne und heilen uns selbst. Oder wir bringen uns damit um. Wen interessierts, der Mensch ist doch nichts wert, wenn er kein Geld hat.
 

Rhenus

Urgestein
Sorry Omana,

war auch böse von mir, es war wohl eine Satire.:eek:

Nein, jetzt im Ernst.
Weißt du, du machst dir die Argumentation der Ärzte zueigen.
Kann ich ruhig sagen, ich zanke auch immer darüber mit meiner Freundin.

Natürlich darf der Arzt das Geld nicht behalten, doch es trägt zum aufgeblähten Gesundheitshaushalt bei. Übrigens ist es in der Patientenpauschale enthalten.

Doch wie würdest du Argumentieren, wenn ich sage, dass ein Bandarbeiter bei VW auch nicht den Kaufpreis des Autos erhält?
Doch wenn VW viel verdient kann der Arbeiter auch seinen Anteil fordern.

Die Praxisgebühr kostet dem Patienten jährlich über 2 Milliarden Euro.
Und du glaubst, dass der Arzt davon unterm Strich nichts erhält?

Das Einkommen der Ärzte steigt wesentlich mehr, als das der Sprechstundenhilfe und das der Kranken.
Eine Erhöhung der Praxisgebühr trifft eh wieder nur die Armen und die chronisch Kranken.
 

Omana

Urgestein
weißt du denn was ein Arzt verdient, wenn der Patient ein zweites oder drittes oder viertes oder fünftes.......Mal im Quartal in die Praxis kommt?

Und weißt du ob dieser Patient nicht doch jedes Mal intensivst behandelt wird obwohl kein Geld mehr verdient wird?
 
S

Schatten2oo9

Gast
Unsere Regierung (bestehend aus den angeblich christlichen Parteien CDU, CSU und der unchristlichen DschungelEllenbogen-FDP) planen eine Reform im Hinblck auf die Praxisgebühr.

Aha! Die Praxisgebühr soll also vor (unnötigen) Arztbesuchen abschrecken. Oder bringt die Praxisgebühr nicht genügend Kohle, die man anderweitig verzocken könnte? Reichen die Gelder für Griechenland nicht mehr?

Wenn es wirklich darum geht, unnötige Arztbesuche zu vermindern:
Warum gestattet man dann nicht zB einem Patienten, innerhalb eines bestimmten Zeitraums (zB einmal im Monat) einen bestimmten Arzt ohne Praxisgebühr aufzusuchen? Alle weiteren Besuche bei diesem Arzt, die ohne auf Initiative des Arztes (Folgebehandlung) erfolgen, könnten dann einer Praxisgebühr unterworfen werden, wenn sie sich als unnötig herausstellen.

Auf diese Weise würde nur eine Praxisgebühr entfallen, wenn die Behandlung oder Beratung in der Tat unnötig gewesen ist. Bei der jetzigen Lösung werden dagegen alle Patienten pauschal mit einer Gebühr abgestraft (sogar die, die einen Arztbesuch dringend nötig hatten). Und wenn sich das demnächst auf jeden Arztbesuch beziehen sollte, wäre dies noch gravierender.

Mehr zum Thema: Koalition prüft Praxisgebühr bei jedem Arztbesuch | tagesschau.de

Ich finde es absolut assozial!!!! Sorry, aber wer hat erst letztens stolz behauptet, dass die Krankenkassen einen Überschuss wie noch was haben und gar nicht mehr wissen, was sie mit dem Geld anfangen sollen.

Absolute Sauerei. Das man sparen muss, ok, Ausgaben reduzieren, ok, aber wenn man Überschuss hat, dann noch den Leuten das Geld aus den Taschen ziehen? Absolute Gier.
 

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