Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Plötzliches outcoming als Lesbe - Liebe innerhalb wenigen Monaten komplett verschwunden?

Heinrich_

Mitglied
Hallo Alekos
...ich kann vorstellen, wie weh es Dir macht.
Ich möchte aber doch darauf hinweisen, dass die wenigsten Menschen 100% hetero- oder 100% homosexuell sind, in der Regel sind beide Anteile mehr oder weniger stark bei jedem Menschen vertreten. Fühlt sich Deine Frau denn nur und zu 100% homosexuell? Ich kenne Paare, bei denen der Mann bisexuell ist und es ist dann halt logisch, dass die Frau dem Mann sexuell nicht das bieten kann, was er (auch) sucht, so dass man sich arrangiert und die Frau es akzeptiert, dass der Mann seine (zusätzlichen) sexuellen Vorlieben ausserhalb der Ehe ausleben kann.
Ich vermute jedoch, dass Deine Frau sich nicht nur sexuell zu Frauen hingezogen fühlt, wobei es ja sowieso interessant ist, dass m.E. viel mehr Frauen intensive Freundschaften zum gleichen Geschlecht pflegen, als dies bei Männern der Fall ist und diese Beziehungen zwischen Männern vielmals nicht die gleiche Ebene erreichen. Ich gehe soweit zu behaupten, dass viele Frauen mit ihren Freundinnen eine intensivere, intimere Beziehung haben, als mit dem eigenen Mann - ich beziehe dies auf eine seelisch-geistige und nicht körperliche Ebene.
Ich will Dir keine zu grossen Hoffnungen machen und ein klarer Schnitt ist vielmals das Beste, trotzdem möchte ich Dir zeigen, dass es vielleicht noch weitere Wege als eine totale Trennung gibt.
 

Anzeige(7)

unbeleidigte Leberwurst

Aktives Mitglied
Ich will Dir keine zu grossen Hoffnungen machen und ein klarer Schnitt ist vielmals das Beste, trotzdem möchte ich Dir zeigen, dass es vielleicht noch weitere Wege als eine totale Trennung gibt.
Aber wenn ich das richtig deute, ist die Frau doch zu keinen Zugeständnissen bereit.
Sie lehnt zB eine Paartherapie konsequent ab und hat seit ihrem Outing offenbar keine Dinge unternommen, die Ehe irgendwie doch zu erhalten und fährt einen klaren Trennungskurs.

Was nützt es denn da, dem TE alternative Beziehungsformen schmackhaft machen zu wollen, wenn die Frau all das nicht will?
Wäre ihr Ansatz da nicht ganz anders gewesen, wenn sie das gewollt hätte?
Hätte sie da nicht gesagt, dass sie sich AUCH zu Frauen hingezogen fühlt und versucht, mit dem TE eine gemeinsame Lösung zu finden?

Kann ich alles nicht erkennen...
 
A

anon738

Gast
Hey, ich kann verstehen wie du dich gerade damit fühlst. Ich kann mal aus eigenem Erlebten berichten: Ich selbst bin Transgender; ich habe früher als Frau gelebt und irgendwann aber herausgefunden, dass ich innerlich ein Mann bin und lebe jetzt so.

Es ist zwar keine Sexualität, aber mir ging es sehr lange Zeit so wie ihr. Ich habe es schon in der Grundschule gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt, aber habe immer versucht es zu verdrängen. Selbst als ich älter wurde, habe ich versucht mich an die Norm anzupassen, mich als Frau zu kleiden und zu verhalten. Ich hatte sogar 2 Jahre lang einen Freund, weil ich dachte: "Das muss so sein", um von allen akzeptiert zu werden und um dazuzugehören.

Die 2 Jahre waren eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Ich dachte, dass ich ihn liebe und ich glaube ich versuchte, mir das selbst irgendwie einzureden, dass es so ist. Ich denke ihr ging es da genauso und ich glaube auch, dass es ihr extrem leid tut und sie das nicht absichtlich gemacht hat, dass sie dir es erst jetzt gesagt hat.

Bei mir war es so, dass ich es sehr lange mit mir herumschleppte und dann auch depressiv wurde. Einerseits weiß man nicht, wie man mit dem inneren Konflikt umgehen soll und andererseits will man die andere Person nicht verletzen. Ich kann mir vorstellen, dass sie es auch jahrelang mit sich herumschleppte und dir nicht weh tun wollte! Ich denke aber auch, dass sie Gefühle für dich hatte, deshalb hat sie es so lang versucht, sonst hätte sie wie ich z.B. nach 1-2 Jahren schon Schluss gemacht oder noch früher.

Aber daher, dass es eine sehr lange Zeit bei euch war, denke ich, dass da Gefühle im Spiel waren, es aber letztendlich auf sexueller Ebene nicht für sie passt. So etwas kann man auch nicht mit einer Paartherapie ändern. Die Sexualität ist glaube ich sogar angeboren, man sucht es sich nicht aus. Wie in meinem Fall mit der Transsexualiät, was natürlich was anderes als Sexualität ist. Aber ich kann sagen, dass ich einen sehr starken Leidensdruck hatte und mir das Outing sehr schwer gefallen ist.

Ich hatte angst, dass mich keiner so akzeptiert oder keiner mehr etwas mit mir zutun haben will. Ich kann mir vorstellen, dass sie auch depressive Phasen hatte und es immer verdrängt hat, bis es nicht mehr auszuhalten war. Klar ist es für dich jetzt scheis*e, weil ihr ein Haus gekauft habt und auch die Kinderplanung im Raum stand und vieles mehr. Ich kann auch verstehen, dass du dir verarsc*t vorkommst, das würde jeder nach so einer langen Zeit. Aber ich bin mir sicher, dass sie dich nicht verarsch*t hat und dich nie verletzen wollte. Klar macht es das nicht besser und ich finde sie hätte es viel eher sagen sollen, aber das ist nicht so einfach wenn man selbst so überfordert ist damit.

Ich bin mir sicher, dass du eine andere Frau finden und glücklich werden wirst! Es bringt ja auch nichts wenn sie dich körperlich gar nicht (mehr) anziehend findet. Ich weiß, will man alles nicht hören, aber du packst das! Ich weiß nicht wie sonst so das Miteinander zwischen euch war und kann hier nur von meinen persönlichen Erfahrungen berichten (da ich ähnliches durchmachte: innerer Leidensdruck, usw.). Auch wenn es nicht zu 100% vergleichber ist, da es ja bei mir etwas anderes ist, hoffe ich, dass ich etwas Licht in's Dunkle bringen konnte, dass man es besser verstehen kann. Ich kann es verstehen wenn du wütend bist, wäre jeder und du hattest auch keine Schuld daran, dass es jetzt so gekommen ist; das hat sie sich nicht ausgesucht.

Ich wünsche dir alles Gute!
 

Fantafine

Aktives Mitglied
Aber wenn ich das richtig deute, ist die Frau doch zu keinen Zugeständnissen bereit.
Sie lehnt zB eine Paartherapie konsequent ab und hat seit ihrem Outing offenbar keine Dinge unternommen, die Ehe irgendwie doch zu erhalten und fährt einen klaren Trennungskurs.

Was nützt es denn da, dem TE alternative Beziehungsformen schmackhaft machen zu wollen, wenn die Frau all das nicht will?
Wäre ihr Ansatz da nicht ganz anders gewesen, wenn sie das gewollt hätte?
Hätte sie da nicht gesagt, dass sie sich AUCH zu Frauen hingezogen fühlt und versucht, mit dem TE eine gemeinsame Lösung zu finden?

Kann ich alles nicht erkennen...

Denke ich ebenso. Die Frau will keine offene Beziehung mit FrauenSexDreier-Erlaubnis, sondern sehr wahrscheinlich eine Partnerschaft mit einer Frau. Wie soll da eine "Alternative" helfen?
 

Eisherz

Sehr aktives Mitglied
Ich meinte das so, dass sich unsere Gesellschaft in den letzten 3 Jahren in Sachen Akzeptanz meiner Meinung nach kaum verändert hat.
Darum finde ich es seltsam, dass sie erst jetzt damit um die Ecke kommt und nicht zB vor Hochzeit oder Kinderplanung.
Stell Dir mal vor, die Frau wäre letztes Jahr schwanger geworden...
Warum betonst Du das wieder, dass Du das seltsam findest?
Es gibt nicht wenige Männer, die jahrelang eine Ehe führen und auch Kinder haben und sich irgendwann, wenn sie meinen, dass jetzt IHR Zeitpunkt gekommen ist, outen. Die Gründe für ein spätes Outing liegen doch immer in der Persönlichkeit des Betreffenden.
Wenn Du Dir das nicht vorstellen kannst, das heißt doch noch lange nicht, dass ein anderer Mensch "verarscht" worden ist. Kannst Du Dir ungefähr die Qualen dieser Menschen vorstellen, ob sie sich outen oder nicht, es ist ja nicht so, dass da auf einmal jeder Beifall klatscht und sagt, ach, ja, klar, ich wusste es doch schon immer, Du bist anders oder wie?
So ein Outing ist immer noch ein Erdbeben, die Stärke richtet sich danach, wo man familiär oder gesellschaftlich eingebunden ist.
Und ich gehe mit anderen mit, durch die Ereignisse in den letzten Jahren wird der Druck immer größer geworden sein, denn sonst hätte die Partnerin vom Threadersteller sicherlich so weitergelebt. Es sind auch solche Ansichten wie Deine, die anderen Menschen sowas erschweren, wäre sowas schon als normal angesehen, wäre das nicht so ein schwieriger Akt, dann würden die Menschen nämlich anders mit ihrem Anders-Sein umgehen und auch umgehen dürfen und können. Und nicht jeder weiß es gleich, manche haben auch Phasen, in denen die sexuelle Orientierung mal nach der einen Seite stärker ausschlägt, ohne dass man jetzt auf die lesbische oder homosexuelle Seite voll übergeht.
 

unschubladisierbar

Aktives Mitglied
Wie gesagt hoffe ich auf eine Art "Phase" und das es ihr dadurch deutlich wird
Aus dem Alter in dem man eine Art Phase hat, ist sie meiner Meinung nach raus.

Und mal angenommen, es wäre tatsächlich eine Phase, was bleibt danach noch übrig?
Was glaubst du wie eure Ehe dann weiter geht nachdem sie die letzten 19 Jahre wegen einer Phase aufs Spiel gesetzt hat? Wie viel Sicherheit und Vertrauen gibt dir diese Ehe noch?
Wenn man so lange zusammen ist, sollte man miteinander darüber reden können wenn man mal was anderes ausprobieren möchte oder sich den Partner anvertrauen, wenn man sich auch zu Frauen hingezogen fühlt. Beides hat sie nicht getan. Im Gegenteil, sie sagt das sie sich nie zu Männern hingezogen gefühlt hat.
Also auch nicht zu dir.

Das hat so viel negative Auswirkung auf dein Selbstvertrauen, dem Vertrauen anderen Menschen gegenüber ....eigentlich auf alles Zwischenmenschliche und du zweifelst ob du überhaupt deiner Wahrnehmung trauen kannst.
 

unbeleidigte Leberwurst

Aktives Mitglied
Es sind auch solche Ansichten wie Deine, die anderen Menschen sowas erschweren, wäre sowas schon als normal angesehen, wäre das nicht so ein schwieriger Akt, dann würden die Menschen nämlich anders mit ihrem Anders-Sein umgehen und auch umgehen dürfen und können.
Ansichten wie meine?
Was willst Du damit sagen?
Wo erschwere ich etwas?

Das einzige, was ich nicht verstehe ist, warum sie es SO SPÄT tut.
 

Alopecia

Aktives Mitglied
ich finde die tips bezüglich offene beziehung, dreier und ähnliches eher befremdlich. was soll das dem TE bringen oder der frau? es geht ja um eine beziehung, liebe, kinderkriegen, gemeinsames leben, und nicht (nur) sex.


und was die mögliche "phase" angeht : da würde ich sie erst recht nicht zurückwollen. wenn jemand eben nicht heterosexuell ist, aber jahrelang dies verdrängt hat, ist es vielleicht schmerzhaft, wenn es nun zum cut kommt, aber es ist wenigstens ehrlich und folgerichtig. wenn es aber nur ne phase ist, und dafür dann das ganze drama veranstalten, da hätte ich persönlich kein verständnis für. darüber sollte man sich "vorher" klar werden, bevor man anfängt, "porzellan" zu zerschlagen (im übertragenen sinne). daher nochmal an dich, lieber TE : akzeptiere die trennung, ihre sexualität und gehe auf distanz. alles andere wird dir, aber eventuell auch euch beiden, einfach nicht gut tun.
 

Anzeige (6)

Ähnliche Themen

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Gastraum
Regeln Hilfe Benutzer
  • Im Moment ist niemand im Chat.
  • Chat Bot:
    Raumnachrichten wurden entfernt!

    Anzeige (2)

    Oben