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Panikattacken legen mich total lahm

Hallo!

Ich wende mich mal wieder hier an das Forum, weil ich derzeit echt nicht mehr weiter weiß. Meine erste Panikattacken begannen ca. vor 10-12 Jahren. Da hatte ich eine ganz schlimme Phase, die mich so weit trieb, dass ich meine Ausbildung abbrechen musste und kaum noch das Haus verlassen konnte. Das ging mehrere Jahre lang so, bis ich irgendwie wieder ins Leben zurückgefunden habe. Es hatte sich zwar nichts zum Positiven gewendet, die Panikattacken wurden allerdings weniger und irgendwann dachte ich sogar, ich hätte sie überstanden. Nun, ich habe einen Job gefunden, den ich wirklich gerne mache. Seit 5 Jahren arbeite ich nun in diesem Betrieb und anfangs hatte ich keinerlei Panikattacken. Allerdings fing der ganze Spuk seit 2 Jahren wieder vermehrt an und mittlerweile fühlt es sich wieder so an, als wäre meine Angststörung genau so stark in meinem Leben wie sie es in meiner Ausbildung schon war.

Ich war schon immer ängstlich. Schon als kleines Kind weinte ich sehr viel und hatte vor allem sehr große Angst. Selbst baden war der Horror für mich und ich hatte das Gefühl mich übergeben zu müssen, sobald ich in der Badewanne saß. Das ist nur ein Beispiel, ich bildete mir auch ständig Krankheiten und Symptome ein.

Nun als Erwachsener ist die Angst eine ganz andere. Alle, die damit zu kämpfen haben, weiß wovon ich rede, ich versuche es trotzdem einmal zu beschreiben, wie es mir geht. An fast jedem Tag wache ich mit einem schlechten Gefühl auf. Das heißt nachts wenn ich schlafe, geht es mir super. Klingelt allerdings der Wecker, spüre ich diesen Druck in der Magengegend und starkes Herzklopfen, die Angst beginnt. So geht es mir an Tagen, an denen ich etwas geplant habe. Das heißt wenn ich zur Arbeit muss, selbst ein Besuch bei Freunden und Verwandten laugt mich psychisch total aus. Ich habe Angst es könnte was schlimmes passieren, ich bekomme eine Panikattacke, werde verrückt oder kippe um. So äußert sich nämlich eine Panikattacke bei mir. Es fängt meistens so an, dass ich meine Umgebung viel heller wahrnehme, als sie ist. Sich verändernde Lichtverhältnisse oder Geräusche machen mir manchmal gar nichts aus, an manchen Tagen sind sie kaum auszuhalten und rufen schon die nächste Panikattacke herbei. Dann bekomme ich einen Tunnelblick, ich sehe zwar noch alles aber nehme die Umwelt total seltsam wahr. Meine Beine zittern, ich habe weiche Knie und fühle mich als würde ich schwanken, tu ich aber nicht. Dann hilft es mir nur die Situation zu verlassen, das bringt (meistens) sofortige Linderung. Wenn die Attacke allerdings zu schlimm ist, dauert es selbst in meinem "safe space" noch einige Minuten, bis die Attacke vorüber ist. Wirklich umgekippt bin ich in der ganzen Zeit noch nie, es ist nur dieses ekelhafte Gefühl, kennt ihr das? :(

Ich habe meinen Körper mal beobachtet und bemerkt, dass ich manchmal nur sehr flach atme. Nicht, weil ich es nicht könnte, sondern weil es psychisch einfach sehr anstrengend ist, zu atmen. Ich kann das schwer beschreiben, es ist wie wenn man sich stark auf etwas konzentriert und dann das Atmen vergisst. Seit einer Woche hilft mir dieses Wissen sehr, eine Panikattacke abzuschwächen oder zu verhindern. Wenn ich spüre, oh oh, da bahnt sich etwas an, achte ich auf meine Atmung und schon fühle ich mich ein klein wenig besser. Dazu muss ich sagen, dass es mir morgens bis nachmittags sehr schlecht geht und gegen Abend sind die ganzen Symptome fast wie verschwunden. Wenn ich weiß ich habe bald Feierabend, ich kann nach Hause, geht es mir gut. Zuhause sind die Attacken sehr selten und wenn dann meistens abends, wenn ich am nächsten Tag weiß, ich muss das Haus verlassen.

Ich habe nie mit jemandem über meine Attacken gesprochen. Weder meine Familie, Freunde, noch mein Chef weiß Bescheid. Nur mit meinem Hausarzt habe ich ganz am Anfang darüber gesprochen, der mir eine Therapie empfahl, die ich jedoch nicht angetreten bin. Ich fürchtete, das nicht durchstehen zu können. Arztbesuche sind sehr schlimm für mich. Würde ich jetzt eine Therapie beginnen wollen, müsste ich noch einmal alle körperlichen Untersuchungen über mich ergehen lassen, oder, kann ich mir einfach so einen Termin bei einer Psychotherapie machen lassen? Ich halte das nicht aus, all die Tests und die Angst, ich könnte ernsthaft krank sein. Meine Attacken haben sich zu früher nicht verändert und da wurde ich durchgecheckt, "es ist alles in Ordnung.".

Ein anderes Thema ist meine Familie. Mein Vater will mit mir in den Urlaub fahren. Ich schaffe das nicht. Eine halbe Stunde Autofahrt ohne Panikattacke ist schon eine Seltenheit bei mir. Darum meide ich es, so gut es nur geht. Ich habe nie mit ihm über meine Probleme geredet, er würde es nicht verstehen. Ich kenne ihn da zu gut. Was mache ich denn jetzt? Wie komme ich da wieder raus? :(

Ich habe Angst, dass ich nie wieder normal leben kann. Die Panikattacken durchstehen, ohne davor zu flüchten, tue ich täglich bei der Arbeit. Und sie werden eher noch mehr und schlimmer als besser.
 
A

AnnaNeuHier

Gast
Ich kenne das. Bei mir waren die Panikattacken auch ganz verschwunden. Erste Zeit im neuen Job auch ganz weg, dann kamen sie nach zwei Jahren im neuen Job wieder. Ich denke, der Grund könnte darin liegen, dass einem die Leute, Geräuschkulisse etc. und die damit verbundene Anstrengung zu viel werden. Vielleicht bist Du hochsensibel und nimmst alles stärker wahr. Ich denke, bei mir ist das so. Ich brauche sehr lang, um etwas zu verarbeiten, weil ich alle Details wahr nehme. Panikattacken zwingen den Körper zur Ruhe. Einen Ausweg habe ich aber auch noch nicht gefunden.
 

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